{"id":9230,"date":"2026-06-19T15:37:15","date_gmt":"2026-06-19T13:37:15","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9230"},"modified":"2026-06-19T16:03:27","modified_gmt":"2026-06-19T14:03:27","slug":"godes-yrre-feelings-can-burn-you-godes-yrre-2025-bitume-prods-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/godes-yrre-feelings-can-burn-you-godes-yrre-2025-bitume-prods-2026\/","title":{"rendered":"Godes Yrre \u2013 Feelings Can Burn You \u2013 Godes Yrre 2025\/Bitume Prods 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Godes-Yrre-Feelings-Can-Burn-You.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Godes-Yrre-Feelings-Can-Burn-You.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9231\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (19.06.2026)<br><br>Es ist, als beobachtete man einen Haubentaucher: Er schwimmt vor einem, taucht ab und tritt ewig sp\u00e4ter an einer v\u00f6llig anderen Stelle des Teiches wieder an die Oberfl\u00e4che. Der Kubanische Multiinstrumentalist Abel Oliva hob 1994 f\u00fcr ein Demo das Projekt Godes Yrre aus der Taufe, verschwand sofort und trat erst 2017 in Z\u00fcrich wieder in Erscheinung. Nach diversen Alben erschien im vergangenen Jahr \u201eFeelings Can Burn You\u201c, das wiederum drei mit zahlreichen G\u00e4sten eingespielte EPs vereint und das das Label Bitume Prods nun physisch unter die Leute bringt. Olivas Gothic-Doom hat Merkmale, die das Genre sprengen \u2013 um eine merkw\u00fcrdige gute Laune, wie bei Rob Zombie.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eilig hat es hier keiner, schlie\u00dflich l\u00e4sst sich das Etikett Doom hier durchaus anwenden, mit schleppender H\u00e4rte, tief gegr\u00f6lten Texten und Songl\u00e4ngen um die sechs Minuten. Das war Absicht, dazu sp\u00e4ter mehr. Doch packt Oliva hier Sachen in den Warenkorb, die andere Kunden nicht gekauft h\u00e4tten: Die metallische H\u00e4rte bekommt rhythmische Verspieltheiten wie fr\u00f6hliche Shaker, eine Orgel an die Seite oder beinahe in den Kitsch ragende Electro-Effekte wie aus dem Gruftikatalog. Andere Momente k\u00f6nnten auch einem bei den h\u00e4rteren Killing Joke abgeguckten Post Punk entnommen sein, eine Geige deutet in Richtung Folkore.<br><br>Irgendwie klingt die Musik hier trotz der Dunkelheit nicht depressiv, eher aggressiv, dabei aber auf eine freche Weise gut gelaunt. Als habe Oliva etwas Vorwitziges vor und versuche, seine diebische Vorfreude zu verbergen. Dieses Vorwitzige d\u00fcrfte die Musik selbst sein, eben weil sie sich an keine Regeln h\u00e4lt und sowohl den Gothics als auch den Doom-Metalern etwas unterbreitet, das nicht in ihre Schubladen passt, nicht zuletzt die beinahe poppigen Synthiesounds, aber auch Gitarrengniedeln aus dem Powermetal oder Psychedelic Rock. Bock auf sich in Schwermut verbuddeln hat hier keiner, die Mucke bl\u00e4st einen vielmehr mit aller Kraft und Opulenz in den Sessel.<br><br>2024 ver\u00f6ffentlichte Oliva drei EPs mit je drei Songs zu je mindestens sechs Minuten; ein Schelm, der hier apokalyptische Zahlenspielereien entdeckt. Wichtig war dem Musiker, dass er diese EPs nicht allein einspielte. Im Folgejahr b\u00fcndelte er die neun Songs und erweiterte sie um einen unter sechs Minuten langen Akustik-Bonus-Track, was nun das Album \u201eFeelings Can Burn You\u201c ergibt, benannt nach einem der Songs. Die EPs hatten Titel, die sich aus Gegens\u00e4tzen zusammenstellten: Traurigkeit und Gl\u00fccklichsein zu \u201eHAPsadPYness\u201c, Ruhe und Rage zu \u201eCALManNESSger\u201c sowie Liebe und Hass zu \u201eLOhaVEte\u201c. Die Reihenfolgen der Songs variierte Oliva hier nun leicht.<br><br>Auf die neun plus eins Songs verteilt holte sich Oliva G\u00e4ste dazu: Gitarren von Neiver Diaz (Surinam), Iolanu (Cuba), Jorge Almarales (USA), Hansel Arrocha (Cuba), Mike Haller (Schweiz), Manuel Varela, (Spanien) und Juan Paz (Kanada), Orgel und Orchestrierung von David Nieves (Spanien) sowie Geige von Ismel Leal (Spanien). 1994 ver\u00f6ffentlichte Oliva noch in Kuba das Tape \u201eA Divine Image\u201c, auf dem er auch William Blake zitierte, und setzte sein Wirken erst 2017 in der Schweiz mit \u201eInside The Whale\u201c fort, nun aber mit erh\u00f6hter Schlagzahl, denn es folgten noch die Alben \u201eGhost Warriors\u201c, \u201eDas Nichts\u201c und \u201eSymphony Of Termination\u201c sowie die beiden Compilations \u201eNothing Inside The Ghost\u201c, Teil I und II. Godes Yrre hei\u00dft Gottes Zorn, nat\u00fcrlich, und ist der Beiname des Monsters Grendel im Epos \u201eBeowulf\u201c, dort hei\u00dft es: \u201eGrendel gongan, godes yrre b\u00e6r\u201c, also \u201eGrendel kam gehend, trug Gottes Zorn\u201c. Nach Marillion klingt es hier indes gar nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (19.06.2026) Es ist, als beobachtete man einen Haubentaucher: Er schwimmt vor einem, taucht ab und tritt ewig sp\u00e4ter an einer v\u00f6llig anderen Stelle des Teiches wieder an die Oberfl\u00e4che. 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