{"id":9216,"date":"2026-06-17T21:11:59","date_gmt":"2026-06-17T19:11:59","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9216"},"modified":"2026-06-17T21:11:59","modified_gmt":"2026-06-17T19:11:59","slug":"vanessa-van-basten-yes-subsound-records-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/vanessa-van-basten-yes-subsound-records-2026\/","title":{"rendered":"Vanessa Van Basten \u2013 Yes \u2013 Subsound Records 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Vanessa-Van-Basten-Yes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Vanessa-Van-Basten-Yes.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9217\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (17.06.2026)<br><br>Etwas Neues von Vanessa Van Basten! Das letzte Lebenszeichen war 2015 die orangefarbene 10\u201c mit verstonerten The-Cure-Coverversionen, die \u201eDisintegration EP\u201c, und bei Lichte betrachtet, klingt die auch auf \u201eYes\u201c an, dem neuen, erst dritten Album. Dabei l\u00e4sst sich die Musik des Genueser Duos eigentlich gar nicht so leicht einsortieren: melancholischer Post Rock, Shoegaze, Experimentalmusik, Sludge Metal, Folk, Ambient, Stoner Rock, Downbeat-Electro, eigentlich kaum Wave Rock, aber mit dem abgedunkelten Gestus als Bezeichnung durchaus angemessen. Willkommen zur\u00fcck, Vanessa Van Basten!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig f\u00fcr Vanessa Van Basten war es stets, sich erst gar nicht an gew\u00f6hnliche Strukturen zu halten, und so nimmt es nicht wunder, dass Schubladen wie Post Rock oder Shoegaze schnell herangezogen wurden, um die Musik zu kategorisieren. Selbst innerhalb der Tracks beh\u00e4lt sich das Duo vor, die Richtung zu wechseln, hei\u00dft: die Intensit\u00e4t zu variieren, die Instrumentierung, die Stimmung. Obschon die eher selten wirklich in Richtung Party tendiert, also grunds\u00e4tzlich schon eher der Melancholie zugeneigt ist. Aber das geht ja auch, wenn man mal ein wenig auf die Tube dr\u00fcckt. Euphorie strahlt das Duo auch mal aus, so in \u201eGiornata de legno\u201c, aber bitte, das ist mehr so verhaltener Jubel, der da leicht durch die Schwermut schimmert.<br><br>Gesteigerte Intensit\u00e4t \u00e4u\u00dfert sich auf \u201eYes\u201c zumeist darin, dass das, was man als Shoegaze auffasst, mehr Schichten bekommt, sich also zu Noise steigert. So in \u201eLa vita \u00e8 la droga della morte\u201c, dem dreizehnmin\u00fctigen ersten von zwei Tracks auf der B-Seite. Bevor der wieder zum tr\u00e4umerischen Ambient absinkt, mit ganz viel Hall auf dem dezenten Schlagzeug und der klaren Gitarre. Gestrenger Fuzz ist der Band ebenso m\u00f6glich, auch den bringt sie in jenem St\u00fcck unter. Kombiniert mit der Langsamkeit, ist man geneigt, diesen Drone dem Sludge unterzujubeln, findet daf\u00fcr aber in \u201eSpittincotton\u201c die etwas deutlichere Auspr\u00e4gung.<br><br>F\u00fcr den Wave Rock als wiedererkanntes Element l\u00e4sst sich der Opener mit dem gruftigen Titel \u201eDying In My Bed\u201c heranziehen, hier klingt \u201eDisintegration\u201c durchaus noch an, sobald man den Moment der Swans-Industrial-Wucht \u00fcberschritten hat, mit der der Track loslegt. Mit einer klaren Akustikgitarre konterkariert das Duo bald den ged\u00e4mpften L\u00e4rm, und ganz wie bei The Cure dauert es drei Minuten, bis \u00fcberhaupt Gesang einsetzt. Danach geht\u2019s kurz in die wavige Disco, echt. Best\u00fcnde das Comeback von Vanessa Van Basten ausschlie\u00dflich aus diesem Siebenmin\u00fcter, man w\u00e4re bereits gl\u00fccklich. Und wird in echt noch gl\u00fccklicher, denn es gibt ja noch mehr neue Musik.<br><br>In \u201eSpittincotton\u201c f\u00fchren Vanessa Van Basten \u2013 von nun ab rein instrumental \u2013 dem psychedelischen Indierock der Neunziger, wie ihn die Smashing Pumpkins kurzzeitig vertraten, einen fiesen Fuzz hinzu, dr\u00e4ngen ihn mithin schier zum Sludge, bevor sie ihn in einen Folk-Punk \u00fcberf\u00fchren, ohne das Psychedelische dreinzugeben. Mehr Folk gibt\u2019s mit dem mit Akustikgitarre unterlegten \u201eGiornata de legno\u201c, kombiniert mit einer an Motorpsycho erinnernden Komplexit\u00e4t und weiteren \u00dcberraschungen. \u201eHeartheaven\u201c k\u00f6nnte glatt von den sp\u00e4teren Alcest sein, hymnisch und warm umfangend und mit ganz viel Hall. Das letzte St\u00fcck \u201eNicaragua\u201c beginnt als Ambient, bekommt einen elektronischen schleppenden Beat und dazu dann wavige Gitarren wie bei The Cure zu Zeiten von \u201eDisintegration\u201c, der Kreis schlie\u00dft sich. Naja: wunderbar rumpeliges Metalgebretter schlie\u00dft danach erst den Kreis.<br><br>Um 2002, 2003 gr\u00fcndeten Morgan Bellini und Stefano Parodi das Projekt Vanessa Van Basten, ver\u00f6ffentlichten 2005 ihre selbstbetitelte Deb\u00fct-EP, 2006 das weitreichend verehrte Deb\u00fct-Album \u201eLa stanza di Swedenborg\u201c, hernach weitere EPs und Singles sowie zwischendrin 2011 das zweite Album \u201eCloser To The Small\/Dark\/Door\u201c \u2013 und nun eben mit \u201eYes\u201c, das rein gar nicht nach den Pet Shop Boys klingt, ein Comeback, auf das zu warten sich mehr als lohnte. Die beiden Musiker sind und waren auch separat noch aktiv, Bellini unter anderem als Angela Martyr, Parodi unter anderem bei Mope, dem Doom-Quartett mit Saxophon, das seit 2014 am zweiten Album arbeitet. Wenn Zeit lassen bedeutet, dass so gute Musik wie auf \u201eYes\u201c herauskommt, ist jede gelassene Zeit gerechtfertigt und keine Eile geboten. Das Vinyl gibt&#8217;s \u00fcbrigens wundersch\u00f6n kaffeeartig gemustert!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (17.06.2026) Etwas Neues von Vanessa Van Basten! Das letzte Lebenszeichen war 2015 die orangefarbene 10\u201c mit verstonerten The-Cure-Coverversionen, die \u201eDisintegration EP\u201c, und bei Lichte betrachtet, klingt die auch auf \u201eYes\u201c an, dem neuen, erst dritten Album. 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