{"id":9210,"date":"2026-06-16T20:45:10","date_gmt":"2026-06-16T18:45:10","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9210"},"modified":"2026-06-16T20:45:10","modified_gmt":"2026-06-16T18:45:10","slug":"glennkill-ein-schafskrimi-the-sheep-detectives-kyle-balda-uk-usa-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/glennkill-ein-schafskrimi-the-sheep-detectives-kyle-balda-uk-usa-2026\/","title":{"rendered":"Glennkill: Ein Schafskrimi (The Sheep Detectives) \u2013 Kyle Balda \u2013 UK\/USA 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"100\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-660\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Guido D\u00f6rheide (15.06.2026)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute war wieder Kinonachmittag mit T\u00f6chterlein \u2013 ich habe sie aus der Schulkindbetreuung abgeholt, dann sind wir durch die rauchenden Tr\u00fcmmer des Tages der Niedersachsen im Fahrzeug durch die City gecruised, um f\u00fcr Greta einen Bubbletea zu kaufen, und dann ein H\u00f6rspiel h\u00f6rend auf Umwegen Richtung Kino gefahren. Eins, zwei, drei, Power! Den Film heute durfte ich aussuchen, und meine Wahl fiel auf \u201eGlennkill: Ein Schafskrimi\u201c, nach dem gleichnamigen Roman der deutschen Autorin Leonie Swann. Den Roman kriegte ich damals mit, aber ich habe ihn nicht gelesen, ein guter Grund, die Geschichte jetzt als Film erz\u00e4hlt bekommen zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hugh Jackman spielt den Sch\u00e4fer George Hardy, der seinen Schafen abends immer Krimis als Gute-Nacht-Geschichten vorliest und davon ausgeht, dass die Schafe von der Handlung nichts mitbekommen. Dem ist aber mitnichten so: Immer, wenn George den n\u00e4chsten Teil der Geschichte auf den n\u00e4chsten Abend vertagt, beklagen sich die Schafe, dass sie noch nicht erfahren, wer der T\u00e4ter ist, und verfallen in wilde Spekulationen, ob nun der G\u00e4rtner, die Magd oder wer auch immer die\/der T\u00e4ter\/in ist. George h\u00f6rt derweil nur das Bl\u00f6ken der Schafe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als George eines Nachts vergiftet vor seinem Wohnwagen liegt, f\u00e4llt der Verdacht auf seine Tochter Rebecca, die er nach ihrer Geburt \u00fcber die Kirche zur Adoption freigegeben hat und die in den USA lebt. Es stellt sich n\u00e4mlich heraus, dass die Tochter den Vater am Abend der Ermordung getroffen hat und dass sie ein Mordmotiv hatte: George hat ein Medikament gegen die Schafskrankheit Orf erfunden und das Patent f\u00fcr 30 Millionen Pfund an Big Pharma verkauft, und per Testament\u00e4nderung Rebecca als Alleinerbin eingesetzt. Die Schafe haben ihre Zweifel an dieser in ihren Augen zu einfachen Beweisf\u00fchrung und sorgen durch wahnwitzige Aktionen daf\u00fcr, dass der anf\u00e4nglich als Volltrottel dastehende Wachtmeister Tim Derry nahezu im Alleingang aufkl\u00e4ren kann, was wirklich passiert ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin kein Experte f\u00fcr Filmtechnik und habe nach dem Anschauen des Trailers gedacht, dass hier echte Schafe als Darsteller eingesetzt wurden, beim Anschauen des Films wurde mir klar, dass es sich um computeranmierte Filmschafe handelt, was dem Am\u00fcsemang keinen Abbruch tut: Die Schafe sind apselut gro\u00dfartig in Szene gesetzt, und jedes Schaf aus Georges Herde hat eine spezielle Funktion: Lilly ist am Schlauesten, Moppel kann als einziges Schaf nichts vergessen (alle anderen beschlie\u00dfen, das soeben Erlebte zu vergessen, z\u00e4hlen bis drei und zack \u2013 weg ist die Erinnerung), die Widder Reggie und Ronnie wollen alles wegrammen, was dazu f\u00fchrt, dass sie andauernd gegenseitig ihre K\u00f6pfe aneinanderhauen, Sir Richfield, das \u00e4lteste Schaf, sieht aus wie Tim the Enchanter aus \u201eMonty Python And The Holy Grail\u201c, redet wirres Zeug wie Tim the Enchanter aus \u201eMonty Python And The Holy Grail\u201c und wird im Original von Sir Patrick Stewart gesprochen, Sebastian, der Einzelg\u00e4nger, ist ein ehemaliges Winterlamm und sieht die Herde deshalb nicht als seine Herde an (Winterl\u00e4mmer werden n\u00e4mlich gemobbt, weil sie nicht, wie alle anderen L\u00e4mmer, im Fr\u00fchling geboren sind), Cloud hat das sch\u00f6nste Fell und ist deshalb leicht eingebildet, Wollauge hei\u00dft Wollauge, weil ihm seine Wolle in die Augen h\u00e4ngt, und dann gibt es noch das unglaublich niedliche, winzige Winterlamm, das so derma\u00dfen gemobbt wird, dass es nicht einmal einen Namen hat. Allein f\u00fcr die Darstellung der unterschiedlichen Charaktere dieser Schafe lohnt es sich, den Film anzusehen. Hinzu kommen aberwitzige Actionszenen wie zum Beispiel die, in der eins der Schafe einen Kopfkissenbezug von der W\u00e4scheleine rei\u00dft, der sich \u00fcber seinen Kopf legt, so dass das Schaf blind ins Hotel rennt und dort eine Spur der Verw\u00fcstung hinterl\u00e4sst, bei der kein Auge trocken bleibt. Gleich zweimal rennt das Schaf dabei die Anw\u00e4ltin und Testamentsvollstreckerin Lydia Harbottle (bezaubernd, gro\u00dfartig und younger than ever: Emma Thompson, DBE) \u00fcber den Haufen, weshalb ich jetzt zu den menschlichen Darsteller\/innen kommen m\u00f6chte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allen voran ist da nat\u00fcrlich meine Lieblingsschauspielerin Emma Thompson, die die Figur der wortgewandten Anw\u00e4ltin in einer einzigartigen Mischung aus unwiderstehlicher Arroganz und Herzensw\u00e4rme auf die Leinwand zaubert, gefolgt Hugh Jackman als kauzigem und liebenswerten Eigenbr\u00f6tler, Conleth Hill als hilflos-trampeligem Schlachter, der auf den passenden Vornamen \u201eHam\u201c h\u00f6rt, Hong Chau als zun\u00e4chst intrigante (am Ende stellt sich heraus: ungl\u00fccklich in den Sch\u00e4fer verliebte) Hoteldirektorin Beth Pennock und \u2013 der heimliche Star des Ensembles \u2013 Nicholas Braun als zun\u00e4chst maximalvertrottelter Wachtmeister Tim Derry, der mit Hilfe der Schafe den Fall am Ende souver\u00e4n in bester Agatha-Christie-Tradition (Sie wissen schon: Alle Verd\u00e4chtigen an einem Platz und der Meister der kleinen grauen Zellen deduziert dann das Geschehene in Grund und Boden und am Ende steht v\u00f6llig \u00fcberraschend irgendjemand als T\u00e4ter fest, den wirklich niemand ernsthaft auf dem Zettel hatte) aufkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So gesehen funktioniert \u201eGlennkill\u201c nicht nur als s\u00fc\u00dfe und originelle Tierfabel, sondern auch als Whodunnit reinsten Wassers ganz hervorragend. Greta war total stolz, dass ihr die\/der sich am Ende herausgestellt habende T\u00e4ter\/in schon ganz am Anfang suspekt vorgekommen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nebenbei kriegt man jede Menge \u00fcber Denkweisen und \u00dcberzeugungen der Schafe gelernt: Schafe sterben nicht, sie verwandeln sich am Ende ihres Lebens in Wolken. Sie k\u00f6nnen sich allerdings nur deshalb nicht daran erinnern, jemals ein Schaf sterben gesehen zu haben, weil sie unmittelbar danach jedes Mal beschlossen haben, es wieder zu vergessen. Erst Moppel, der nicht vergessen kann, ruft den Schafen am Ende des Films wieder in Erinnerung, dass sie schon jede Menge ihrer Artgenoss\/innen sterben sahen. Schafe kennen viele Dinge nicht und leiten sich dann Bezeichnung und Bedeutung selber her. So ist Rebeccas am Tatort gefundener Armreif das \u201eDing, das kein Ende hat\u201c und die Schafe vollziehen minutenlang mit kreisenden K\u00f6pfen die Form des Schmuckst\u00fccks nach, die rammenden Widder-Zwillinge verwechseln \u201eGerechtigkeit\u201c und \u201esich r\u00e4chen\u201c und tun am Ende doch genau das Richtige (Schafe rammen Gegenst\u00e4nde nur, wenn ein guter Grund dies erforderlich macht, und das ist am Ende des Films endlich der Fall) undsoweiter undsoweiter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eGlennkill\u201c ist ein lustiger und r\u00fchrender (und gleichzeitig sehr spannender) Film, der auch wundervoll in Szene gesetzt wurde. Der Ort der Handlung, die fiktive Kleinstadt Denbrook, wird als Bullerb\u00fc des l\u00e4ndlichen Englands in Szene gesetzt und die Anziehsachen der Darsteller\/innen w\u00fcrden auch im Darrowby der Vorkriegsjahre nicht weiter auffallen. An einer Stelle des Films sowie w\u00e4hrend des liebevoll gezeichneten Abspanns wird der Proclaimers-Song \u201eI\u2019m Gonna Be (500 Miles)\u201c prominent in Szene gesetzt und es ist dabei wurschtegal, dass die Proclaimers Schotten sind und ihren Song mit schottischem Akzent vortragen, er passt einfach hervorragend zu diesem Film.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (15.06.2026) Heute war wieder Kinonachmittag mit T\u00f6chterlein \u2013 ich habe sie aus der Schulkindbetreuung abgeholt, dann sind wir durch die rauchenden Tr\u00fcmmer des Tages der Niedersachsen im Fahrzeug durch die City gecruised, um f\u00fcr Greta einen Bubbletea &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/glennkill-ein-schafskrimi-the-sheep-detectives-kyle-balda-uk-usa-2026\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-9210","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kino"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9210","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9210"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9210\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9211,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9210\/revisions\/9211"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}