{"id":9114,"date":"2026-05-27T21:30:36","date_gmt":"2026-05-27T19:30:36","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9114"},"modified":"2026-05-27T21:30:36","modified_gmt":"2026-05-27T19:30:36","slug":"spezial-singles-und-eps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-singles-und-eps\/","title":{"rendered":"Spezial: Singles und EPs"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/KrautNick-Singles-Vinyl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"112\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/KrautNick-Singles-Vinyl.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8378\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (27.05.2026)<br><br>Einen Stapel Einzel- oder Single-Ver\u00f6ffentlichungen aus aller Welt gibt\u2018s: organischen Bigbeat mit Radical Hope (Niederlande), Doom mit Sermon (T\u00fcrkei), Shoegaze-Psychedelik von Black Reveries (Italien), Alternative Metal mit Godzilla In The Kitchen (Deutschland), heavy Shoegaze mit Felt (Deutschland), Chillout mit SisterLove (England), melodischen Punk mit Half Dollar Dog (Frankreich), Indie-Noiserock mit \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 &amp; \u0415\u0432\u0433\u0435\u043d\u0438\u044f \u041a\u043e\u0440\u0441\u0435\u0442\u043e\u0432\u0430 (Russland).<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Radical Hope \u2013 Yasi \u2013 Antibody Label 2026<\/strong><br><br>Mit der Ausgangslage h\u00e4tte es gern mehr werden d\u00fcrfen: Auf dem Track \u201eYasi\u201c verbindet die Schlagzeugerin Nina de Jong Samples marokkanischer Schlaginstrumente, allen voran Qraqeb, einer Art Kastagnetten aus Metall, und selbstgebaute Instrumente zu einem energetischen, kopfnickend treibenden und \u2013 was Wunder \u2013 rhythmusbetonten Track, voller Leben, Mystik, dr\u00f6hnenden repetitiven Sounds, Spielereien. Es hat etwas von organischem Bigbeat, wie es da so direkt in die Tanzbeine und den Rest des K\u00f6rpers geht. Davon darf es gern mehr geben als diese gut drei Minuten.<br><br>Nina de Jong f\u00fchrt mit diesem Track ihr Alias Radical Hope ein. Ansonsten ist sie Mitglied des Psychedelic-Rock-Duos Spill Gold, das sie mit Rosa Ronsdorf betreibt, die sie bereits von der Alternative-Rock-Band Bird On The Wire kennt. Au\u00dferdem ist sie als Pretvormer k\u00fcnstlerisch und im Theaterbetrieb unterwegs.<br><br><strong>Sermon \u2013 Sharing These Words I Fear No Pain \u2013 Sermon 2026<\/strong><br><br>Doom mit Melodie und Stimme \u2013 wobei die Melodie und die Stimme nicht zusammenliegen: Die Gitarren sind es, die eine langsam wiederholte Melodie aussto\u00dfen, die Stimme verzichtet auf Melodi\u00f6sit\u00e4t, sie wechselt sich mit klar vorgebrachtem Klagen und dunklem Grunzen ab. Der Schlagzeuger wirbelt dazu, als gelte es, das fehlende Tempo mit Fills wettzumachen, und verleiht dem Track eine zus\u00e4tzliche Dimension. In der Mitte b\u00e4umt sich die ganze Band einmal auf, wie eine Eruption, dann f\u00e4llt sie wieder ins dunkel rollende Klagen zur\u00fcck. Knapp sieben Minuten, die im Flug vergehen.<br><br>Drei Jahre liegt nun das Deb\u00fctalbum von Sermon zur\u00fcck, seitdem hat sich offenbar einiges getan, denn an diesem neuen Track sind nur noch drei Mitglieder der Band aus \u0130zmir dabei: S\u00e4nger Harun Altun, Rhythmusgitarrist Cem Barut sowie Leadgitarrist und Schlagzeuger Durmu\u015f Kal\u0131n. Es fehlen also zwei aus der bereits 1993 gegr\u00fcndeten Gruppe. Bleibt zu hoffen, dass sie f\u00fcr ein n\u00e4chstes Album wieder zusammenfinden.<br><br><strong>Black Reverie \u2013 Revolution Or Reverb\/Where The Reverb Ends \u2013 Black Reverie 2026<\/strong><br><br>Mit zwei Songs tritt das Projekt Black Reverie aus Modena auf den Plan. Kuratiert von Sebastian Lugli von der Band Rev Rev Rev, verbindet es Musizierende aus allen m\u00f6glichen psychedelisch grundierten Rockbands, um gemeinsam noch mehr psychedelische Rockmusik zu machen. Mit \u201eRevolution Or Reverb\u201c k\u00fcndigt das Kollektiv ja bereits an, was man zu h\u00f6ren bekommt: Im ersten Track n\u00e4mlich gewinnt der gutgelaunt-melancholische Shoegaze Oberhand \u00fcber die Psychedelik, das Tempo bleibt gedrosselt, eine liebliche, kraftvolle Frauenstimme singt dazu textlos. M\u00f6glicherweise auch nicht, denn Vanessa Billi (We Melt Chocolate) wird als Erstellerin von Lyrics aufgef\u00fchrt. Das Schlagzeug kommt auf beiden Songs von Nico L-S, der Bass von Daniel McLean (Desert Ships).<br><br>Okay, in \u201eWhere The Reverb Ends\u201c ist die Analogie zu My Bloody Valentine mit den leiernden Gitarren und dem als haunted zu bezeichnenden Gesang noch deutlicher. Der kommt dieses Mal von Kim Field, die mit dem Gitarristen John Cep das Duo The Stargazer Lillies formt, das hier gleich mal als Featuring-Artist aufgef\u00fchrt ist. Der Track steigert sich zuletzt ins Schr\u00e4ge, man ist beinahe geneigt zu sagen: in atonalen Noise, aber kurz davor bricht er ab. Bleibt beides irgendwo im -gaze, wie man es kennt, aber f\u00fcgt dem vertrauten Konvolut etwas Sch\u00f6nes, Vielversprechendes hinzu.<br><br><strong>Godzilla In The Kitchen \u2013 Nothing For None \u2013 Tonzonen Records 2026<\/strong><br><br>Alternative Metal gibt\u2019s schon, was tun? Anreichern! In diesem Falle nicht nur das Genre, sondern auch sich selbst: F\u00fcr die erste neue Single nach dem zweiten Album \u201eExodus\u201c aus dem Jahr 2022 erweitern Godzilla In The Kitchen aus Leipzig ihren eigenen groovenden Sound um Gesang. Ein Plus, das ein Alleinstellungsmerkmal wegnimmt, k\u00f6nnte man meinen, denn bisher punktete die Band instrumental, sogar schon mal live in Wacken. Doch was dieser S\u00e4nger hier liefert, ist definitiv eine Bereicherung: Alternierend klar und dreckig k\u00f6nnte er glatt zwei Leute sein, wie er den Song \u201eNothing For None\u201c in seiner kompositorisch vielseitigen Dynamik begleitet.<br><br>Wobei es sich bei Simon Ulm ja nicht wirklich um einen neuen S\u00e4nger handelt, sondern um den Bassisten, der nun mit zwei Jobs befasst ist. Neu am Schlagzeug hingegen ist nun Thiago da Silva Amaral in der Band, der dritte ist Gitarrist Eric Patzschke. Der Song ist ein Vorbote zum dritten Album, das in der zweiten Jahresh\u00e4lfte kommen soll.<br><br><strong>Felt \u2013 Miami Memory \u2013 Felt 2026<\/strong><br><br>Der Bandname ist schwierig: Die Information, Felt k\u00fcndigten mit der Single \u201eMiami Memory\u201c ein neues Album an, weckt erstmal Freude bei altgewordenen Indie-H\u00f6rern, doch handelt es sich bei diesen Felt nicht um jene aus Water Orton, Warwickshire, sondern um eine junge dreik\u00f6pfige Band aus Aachen, die sich selbst au\u00dferdem FELT schreibt. Dabei ragen beide Felts musikalisch gar nicht so weit auseinander, diese hier sind im traumhaften Shoegaze bewandert, nur dass sie ihn hier mit etwas mehr H\u00e4rte und wohldosiertem L\u00e4rm umsetzen.<br><br>Als Ank\u00fcndigung f\u00fcr ihr im Herbst zu erwartendes zweites Album \u201eSoil And Sky\u201c nehmen sich Felt den Song \u201eMiami Memory\u201c des australischen Rock-Pop-Musikers Alex Cameron vor. Aus dem elektronisch begleiteten sch\u00f6nen Popsong machen Felt einen komplett eigenen Track, der mit dem Original ohrenscheinlich gar nichts mehr zu tun hat, und das liegt nicht allein daran, dass der Gesang von m\u00e4nnlich zu weiblich wechselte. Das ist Ehrerbietung mit Eigenleistung, sehr sch\u00f6n. Bisher gibt es von diesen Felt erst das 2024 herausgebrachte Album \u201eSaturnine\u201c. Felt besteht aus Hannah B\u00f6lling, Koen Castermans und Aaron Morgan.<br><br><strong>SisterLove \u2013 The Hypnotist \u2013 Om 1992\/Fruits de Mer 2026<\/strong><br><br>Pub-Musik stellt man sich anders vor als das hier, aber in einem Londoner Pub fanden Jeremy Leahy und Clif Brigden Anfang der Neunziger zusammen, um bald darauf das Projekt SisterLove zu gr\u00fcnden. Dessen einziger Track \u201eThe Hypnotist\u201c erschien 1992 als Single und war 1994 auf der ersten Ausgabe der Chillout-Reihe \u201eCaf\u00e9 del Mar\u201c des spanischen DJs Jos\u00e9 Padilla enthalten. Danach klingt es auch: Downbeat, Streicher, m\u00e4nnliche Sprachsamples und weibliche \u201eUh\u201c-Ges\u00e4nge verlegen das Pub an den Strand von Ibiza. Erstaunlicherweise h\u00f6rt man dem Track die mehr als 30 Jahre kaum an.<br><br>Fruits de Mer ver\u00f6ffentlichen den Track nun als 7\u201c neu, und zwar in der viereinhalbmin\u00fctigen Single-Version sowie der gleichlangen Instrumentalfassung dieses Instrumentaltracks auf der B-Seite, also nicht in der bekannteren Neun-Minuten-Version. Brigden war zuvor bereits als Gast auf diversen Ver\u00f6ffentlichungen zu h\u00f6ren, etwa bei Thomas Dolby, und danach ebenso, und zwar im Trip-Hop-Bereich. Leahy nannte sich sp\u00e4ter Valentine Carnelian und trat der Gruppe The Gentle People bei. Legt man \u201eThe Hypnotist\u201c heute auf, h\u00f6rt man das Meer beruhigend rauschen und w\u00fcnscht sich einen Cocktail zum Schirm.<br><br><strong>Half Dollar Dog \u2013 And The List Goes On \u2013 Half Dollar Dog 2026<\/strong><br><br>\u201eAnd The List Goes On\u201c ist die vierte Single des melodischen Punkduos Half Dollar Dog aus dem S\u00fcdosten Frankreichs und es ballert in zweieinhalb Minuten den traditionellen Wutausbruch von Bad Religion heraus, die seinerzeit die Kombination aus Melodie mit Backgroundch\u00f6ren und rotzigem Punktempo perfektionierten. In der Mitte gibt\u2019s eine r\u00e4udige Eruption, dann brettert das Duo weiter voran.<br><br>Hugo Joly und Xavier Jolly \u2013 nicht verwandt, wie man annehmen darf, angesichts eines unterschiedlich h\u00e4ufigen Ls \u2013 bilden seit 2021 die Band Half Dollar Dog. Mit diesem Song k\u00fcndigen sie an, dass sie f\u00fcr den Herbst ihr Deb\u00fctalbum \u201eThe Wrong Turn\u201c in Aussicht stellen. Inhaltlich sind sie true, etwa klar antirassistisch eingestellt \u2013 Punk also nicht allein musikalisch.<br><br><strong>\u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 &amp; \u0415\u0432\u0433\u0435\u043d\u0438\u044f \u041a\u043e\u0440\u0441\u0435\u0442\u043e\u0432\u0430 \u2013 \u041c\u0435\u0445\u0430\u043d\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u043e\u0435 \u0441\u0435\u0440\u0434\u0446\u0435 \u2013 addicted\/noname 2026<\/strong><br><br>\u201e\u041c\u0435\u0445\u0430\u043d\u0438\u0447\u0435\u0441\u043a\u043e\u0435 \u0441\u0435\u0440\u0434\u0446\u0435\u201c \u2013 \u201eMechanisches Herz\u201c \u2013 beinhaltet schon wieder zwei neue Songs von \u0420\u0435\u0437\u0438\u043d\u0430 &amp; \u0415\u0432\u0433\u0435\u043d\u0438\u044f \u041a\u043e\u0440\u0441\u0435\u0442\u043e\u0432\u0430 \u2013 Rezina und Evgenia Korsetova \u2013, dabei erschien erst im M\u00e4rz die Drei-Song-EP \u201e25\u201c. Korsetova von der Band \u041f\u0418\u041b\u0421 (PILS) \u00fcbernimmt hier den Gesang, Rezina sind ein Moskauer Instrumental-Kollektiv, daher wird sie wohl separat aufgef\u00fchrt. Mit Recht: Ausdrucksstark bellt sie ihre Texte, singt sie nachdr\u00fccklich, schreit sie laut heraus, verf\u00e4llt in hymnischen Sirenengesang und vermittelt eine Kraft, die der der Band sehr entspricht. Das hier ist kunstvoller Indierock, frei von Trends und Str\u00f6mungen, ganz bei sich selbst, experimentell und eing\u00e4ngig gleicherma\u00dfen, emotional mitrei\u00dfend, rhythmisch eigenwillig. Ein Hang zum Noiserock liegt diesen wundersch\u00f6nen Songs \u2013 auch \u201e\u0418\u043d\u0442\u0438\u043c 24 \u0447\u0430\u0441\u0430\u201c, \u201eLiebe 24 Stunden\u201c, der B-Seite \u2013 inne.<br><br>Hinter der S\u00e4ngerin stehen die beiden Gitarristen Ilya Zinin und Andrey Klimov, Bassist Denis Dubovik und Schlagzeuger Dmitry Drozdov. Rezina sind \u2013 gegr\u00fcndet 2020 \u2013 so immens gro\u00dfartig, dass ihnen eine weit gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit geb\u00fchrt. Eine physische Ver\u00f6ffentlichung mit allen Songs \u2013 Album, EPs, Singles \u2013 w\u00e4re ein Segen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (27.05.2026) Einen Stapel Einzel- oder Single-Ver\u00f6ffentlichungen aus aller Welt gibt\u2018s: organischen Bigbeat mit Radical Hope (Niederlande), Doom mit Sermon (T\u00fcrkei), Shoegaze-Psychedelik von Black Reveries (Italien), Alternative Metal mit Godzilla In The Kitchen (Deutschland), heavy Shoegaze mit Felt &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-singles-und-eps\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,15,19],"tags":[],"class_list":["post-9114","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-18","category-besonderes","category-download-stream"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9114","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9114"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9114\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9115,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9114\/revisions\/9115"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9114"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9114"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9114"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}