{"id":903,"date":"2014-06-19T22:44:57","date_gmt":"2014-06-19T20:44:57","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=903"},"modified":"2014-06-19T22:44:57","modified_gmt":"2014-06-19T20:44:57","slug":"jacques-palminger-440-hz-trio-feat-lydia-live-beim-festival-theaterformen-gartenhaus-haeckel-braunschweig-am-18-juni-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/jacques-palminger-440-hz-trio-feat-lydia-live-beim-festival-theaterformen-gartenhaus-haeckel-braunschweig-am-18-juni-2014\/","title":{"rendered":"Jacques Palminger &#038; 440 Hz Trio feat. Lydia \u2013 Live beim Festival Theaterformen, Gartenhaus Haeckel, Braunschweig, am 18. Juni 2014"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMAG1421.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-904\" title=\"Festival Theaterformen\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMAG1421-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMAG1422.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-905\" title=\"Jacques Palminger\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMAG1422-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMAG1423.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-906\" title=\"Jacques Palminger\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMAG1423-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMAG1424.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-907\" title=\"Jacques Palminger\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMAG1424-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (19.06.2014)<\/p>\n<p>Den subtilen Telefonterroristen lie\u00df Jacques Palminger l\u00e4ngst hinter sich. Als Musiker tat er sich hernach zumeist in Sachen Dub hervor, da kam 2012 die Information recht \u00fcberraschend, dass er mit dem 440 Hz Trio ein Jazz-Album ver\u00f6ffentlichte. Bei dem Werk \u201eJzz &amp; Lyrk\u201c bediente er sich auch f\u00fcr seinen Auftritt beim Festival Theaterformen. Eine zufriedenstellende Mischung: Zu dem launigen Mitwippjazz konnte man launig mitwippen, und die Leute, die wegen Palmingers gesprochenen Beitr\u00e4ge in den lauschigen Theaterpark kamen, hatten gen\u00fcgend Gelegenheit, sich vor Lachen zu kr\u00fcmmen. Das war Spa\u00df mit Anspruch.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Jazz und Humor, das l\u00e4sst zwar an Helge Schneider denken, aber Palminger ist anders, eher ein Paralleluniversum dazu: Er selbst musizierte auf der B\u00fchne so gut wie nicht, im Gegensatz zu Schneider, und der Humor ist anders. Palminger ist ein einzigartiger Geschichtenerz\u00e4hler. In seinem akzentuierten, genauen Stil performte er \u2013 \u00fcbrigens ohne \u00e4h oder andere F\u00fcllw\u00f6rter \u2013 pointenfreie, aber humorvolle Geschichten nach Art von Monty Python, brachte assoziative Betrachtungen dar, wurde kafkaesk, kryptisch, \u00fcberspitzt philosophisch oder einfach nur wahnwitzig. Er erz\u00e4hlte etwa die Geschichte von dem Mann, der von einem Fernsehturm herunterspringt, und \u201eder wie besessen war von der Vorstellung, diesen Tag nicht mehr zu \u00fcberleben\u201c. H\u00f6hepunkt war gegen Ende die Vorstellung seines f\u00fcnfk\u00f6pfigen Trios. Palminger dichtete den Musikern die absurdesten Biografien an, es war so komisch, dass nicht nur das Publikum sich kr\u00fcmmte, sondern auch der K\u00fcnstler selbst nicht ernst bleiben konnte. Was ihm das gesamte Konzert \u00fcber ansonsten gelang, auf eine fast aggressive Art, und das, obwohl er im blauen Hemd und ockerfarbenen Anzug mit der Tolle und dem Schnauzer fast so distinguiert aussah wie Dieter Meier von Yello, der so wohl nie auftr\u00e4te. Mit Palmingers Humor \u00fcbrigens kam nicht jeder zurecht: Viele Besucher verlie\u00dfen das Festivalgel\u00e4nde nach zwei, drei St\u00fccken.<\/p>\n<p>Es gab aber auch einige unter den Ehergehenden, die der Musik nichts abgewinnen konnten, weil er eben Jazz war. Oder so etwas \u00c4hnliches. Eigentlich war die Musik viel zu poppig, um wirklich Jazz zu sein. \u201eGro\u00dfraumdiscojazz\u201c nannte es Palminger selbst am treffendsten. Mit Schlagzeug, Bass, Vibrafon, Fender Rhodes, Geige und zumeist wortlosen Gesangsbeitr\u00e4gen sowie einem ordentlichen Tempo erinnerte die Musik bisweilen an Stereolab. S\u00e4mtliche Musiker spielten auf den Punkt, h\u00f6chst versiert, und kein Wunder, scharte Palminger doch mit dem 440 Hz Trio erfahrene Leute um sich. Richard von der Schulenburg am Fender Rhodes stammt von den Sternen, Bassist John Raphael Burgess von Ja K\u00f6nig Ja, Drummer Olve Strelow spielt in diversen osteurop\u00e4ischen Progbands. Jan Heinemann am Vibraphon sowie Geigerin und S\u00e4ngerin Lydia Schmidt sind zwar musikbiografisch unbeleckter, aber als Musiker nicht weniger professionell. Das Zusammenspiel war genau, es blieb Raum f\u00fcr jede Expertise, und doch war der Sound voll genug, um gef\u00e4llig zu sein. Und das ganz ohne Blasinstrumente.<\/p>\n<p>Wenig erstaunlich war nun, dass Unbedarfte den Ort verlie\u00dfen. Sehr wohl erstaunlich hingegen war, wen Palminger dann doch erreichte: Vom Punk \u00fcber den Galeristen bis zum Radioh\u00f6rer feierten Leute quer durch alle Geschm\u00e4cker den eigenwilligen Fabulierer. Der spielte lang, \u00fcber anderthalb Stunden, in den Sonnenuntergang hinein, und entlie\u00df die ihr Zwerchfell haltenden G\u00e4ste in die Nacht, in der sie sich noch Getr\u00e4nke holten, zusammenstellten, miteinander sprachen und sich die soeben geh\u00f6rten abstrusen Geschichten erneut durch den Kopf gehen lie\u00dfen, vom Imbissbudenbetreiber, der ausschlie\u00dflich im Handstand arbeitet, vom Kommissar, der aus dem Fenster springt, um eine Antwort zu vermeiden, wor\u00fcber der Ich-Erz\u00e4hler denkt: gutes Solo!, oder auch \u00fcber Betrachtungen zum eigenen Leben, angelehnt an \u201eIt&#8217;s My Life\u201c von Dr. Alban, \u00fcber Richard von der Schulenburgs eingedeutschte Version von \u201eEbony &amp; Ivory\u201c, \u00fcber Olve Strelows Chanson-Einlage, \u00fcber Esoterik, Schwangerschaft und Selbstmord. \u00dcber das pralle Leben also. Palminger dokumentierte es wie der Berichterstatter aus dem Unterbewusstsein. Ein gro\u00dfartiger Programmpunkt im gewohnt geschmackssicheren Programm des Festival Theaterformen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (19.06.2014) Den subtilen Telefonterroristen lie\u00df Jacques Palminger l\u00e4ngst hinter sich. 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