{"id":9013,"date":"2026-04-27T20:56:22","date_gmt":"2026-04-27T18:56:22","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=9013"},"modified":"2026-04-27T20:56:22","modified_gmt":"2026-04-27T18:56:22","slug":"chris-connelly-eulogy-for-christa-shipwreck-industries-easy-action-chris-connelly-2022-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/chris-connelly-eulogy-for-christa-shipwreck-industries-easy-action-chris-connelly-2022-2026\/","title":{"rendered":"Chris Connelly \u2013 Eulogy For Christa \u2013 Shipwreck Industries\/Easy Action\/Chris Connelly 2022\/2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Chris-Connelly-Eulogy-To-Christa.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Chris-Connelly-Eulogy-To-Christa.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9014\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (27.04.2026)<br><br>Zwei Verbindungen kn\u00fcpft man automatisch zu Chris Connelly: die musikalische zum Industrial und die stimmliche zu David Bowie. Widmet er sich auf \u201eEulogy For Christa: A Tribute To The Music And Mystique Of Nico\u201c der Musik von Christa P\u00e4ffgen, wirft er ersteres \u00fcber Bord und singt zweitens dazu einfach ganz wie er selbst, also doch sehr wie Bowie. Das Doppel-Album beinhaltet Songs, an denen Nico beteiligt war, sowie Eigenkompositionen des in Chicago arbeitenden Schotten. Die meisten bestehen aus Gesang mit minimaler Selbst- und Fremd-Begleitung, die nah am Gruftigen gebaut sind, was nahe liegt, wenn man Nicos Solo-Alben kennt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Von den 24 Songs auf dieser Doppel-CD stammen satte 13 aus der Feder des Tributzollenden, und man kann nicht sagen, dass die etwas unbequemeren St\u00fccke stets die von Connelly sind. Okay, gleich der erste Song \u201eRipcord, Ripcord\u201c ist eine Uptempo-Nummer von Connelly mit einem quietschigen Gitarren-Solo, das au\u00dferdem gleich der Einstand vom einzigen Co-Musiker Chris Bruce darstellt, einem Langzeit-Wegbegleiter. Connelly spielt hier also so gut wie alles selbst, also akustische und elektrische Gitarren, Harmonium, Harmonika, Synthies und B\u00e4sse, Bruce \u00fcbernimmt \u201eadditional instruments\u201c, bei denen es sich auch um Schlagzeuge handeln d\u00fcrfte, sofern die nicht synthetisch generiert sind.<br><br>Auf der ersten CD begleitet sich Connelly noch weitgehend mit Akustikgitarre, weicher E-Gitarre oder Streicherartigem, schl\u00e4gt vereinzelt einen Schellenkranz dazu, singt selbst den Hintergrundgesang, spricht auch mal ein St\u00fcck ein, anstatt es zu singen, und steigert die Instrumentierung nur selten zu einem vollen Song. \u201eFemme Fatale\u201c, einer der Hits aus Nicos Zeit mit The Velvet Underground, startet reduziert, die Instrumente steigen sp\u00e4ter erst ein, inklusive Glockensampels wie in \u201eDetestimony\u201c von Finitribe, Connellys erster Band aus der Zeit, als er noch in Edinburgh lebte.<br><br>Auf der zweiten CD ver\u00e4ndert sich die Stimmung zun\u00e4chst etwas, die Song bekommen eine Kr\u00e4ngung. In der Eigenkomposition \u201eThe Black Rooms Of Richelieu\u201c schreit Connelly ganz unvermittelt los, die Musik dazu ist etwas weiter ausformuliert. Das Nico-St\u00fcck \u201eValley Of The Kings\u201c bekommt eine schr\u00e4ge Orgel, wie \u00fcberhaupt die Lieder ins unkomfortabel Schr\u00e4ge neigen, ins leicht Unbehagliche. Das \u00e4ndert der Interpret als Komponist mit den \u201e80s Beat Boys\u201c, einem zur Akustischen gesprochenen Neofolk-St\u00fcck mit Mundharmonika. \u201eSixty Forty\u201c ger\u00e4t zu einem Folkst\u00fcck mit Akustikgitarre, Piano und Chorbegleitung. \u201eVegas\u201c ist \u00fcppiger Pop-Rock\u2019n\u2019Roll. Wuchtig und d\u00fcster orgelt er \u201eTananore\u201c. Seine letzte Eigenkomposition \u201eFa Massa Calor\u201c k\u00f6nnte man ohne Zweifel als Nico-St\u00fcck auffassen. Das Album endet h\u00f6chst dramatisch mit den \u201eHanging Gardens Of Semiramis\u201c.<br><br>Und dann der Aspekt Gesang: Vom Anbeginn seiner Aktivit\u00e4ten an \u2013 also in den Achtzigern in Schottland mit der Industrial-Band Finitribe \u2013 haftet Connelly der Ruf an, so zu singen wie David Bowie, was Stimmfarbe und Tremolo betrifft. Da kann er nix dran machen, dass er eine eigene k\u00fcnstlerische Karriere anschiebt und dass der andere Typ, der so \u00e4hnlich singt, einen Tick ber\u00fchmter wird und man also Connelly an Bowie misst und nicht umgekehrt. Diese \u00c4hnlichkeiten treten bei gesteigerter Inbrunst umso deutlicher zutage und in den stilleren Momenten sowie den Spoken-Word-Passagen eher komplett in den Hintergrund. Lustigerweise klingt Connelly auf diesem Album niemals wie Nico, deren Stimme bekommt er gar nicht kopiert, das will er auch nicht; und jedes Bisschen Bowie-\u00c4hnlichkeit ist nie Absicht, sondern schlicht Connelly. Nur einmal erinnert sein Gesang an den von Lou Reed, und das abermals lustigerweise nicht bei einem Cover von The Velvet Underground, sondern bei der Eigenkomposition \u201eRunning Pure\u201c. Und wie es sich f\u00fcr einen Profi geh\u00f6rt, richtete Connelly 2013 mit Matt Walker eine Bowie-Tribute-Band ein, benannt nach dessen Song \u201eSons Of The Silent Age\u201c, anstatt sich \u00fcber die Vergleiche zu beklagen.<br><br>Zu den Komponisten der Originale z\u00e4hlen nicht ausschlie\u00dflich Nico, ihr Co-Autor Philippe Quilichinioder Lou Reed. Mit \u201eThe Last Mile\u201c, der B-Seite von Nicos Deb\u00fct-Single \u201eI\u2019m Not Sayin\u2018\u201c aus dem Jahr 1965, befindet sich eine Komposition von Andrew Loog Oldham und Jimmy Page darunter; die Single erschien mithin zwei Jahre vor \u201eThe Velvet Underground &amp; Nico\u201c. Und Tim Hardin lieferte einen Song, und zwar den, der Connelly gleich zum Albumtitel inspirierte: \u201eEulogy To Lenny Bruce\u201c. Und wenn wir schon bei Querverweisen sind: Das Coverfoto von Nico entstand 1981 in Edinburgh, also in Connellys Geburtsstadt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (27.04.2026) Zwei Verbindungen kn\u00fcpft man automatisch zu Chris Connelly: die musikalische zum Industrial und die stimmliche zu David Bowie. 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