{"id":8944,"date":"2026-04-01T21:34:03","date_gmt":"2026-04-01T19:34:03","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8944"},"modified":"2026-04-01T21:34:03","modified_gmt":"2026-04-01T19:34:03","slug":"boy-witch-boy-witch-green-man-records-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/boy-witch-boy-witch-green-man-records-2026\/","title":{"rendered":"Boy Witch \u2013 Boy Witch \u2013 Green Man Records 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Boy-Witch-Boy-Witch.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Boy-Witch-Boy-Witch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8945\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (01.04.2026)<br><br>Alle zehn Jahre kommt der Wahlberliner Felix R\u00f6rig mit einem neuen Projekt daher, scheint es: Boy Witch nennt er sein j\u00fcngstes, angelehnt an den Song des Unknown Mortal Orchestra, das er auch als musikalischen Einfluss nennt, und ebenso betitelt er auch sein Deb\u00fctalbum. Das er bis aufs Schlagzeug komplett allein einspielte. Darauf fr\u00f6nt er der Dunkelheit; keiner depressiven, sondern einer n\u00e4chtlichen, mit elektronisch unterf\u00fctterten Popsongs mit Crooning, die er zwischendurch mit teils heftigem psychedelischem Fuzz um sich selbst verdreht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Titel und Projektname klingen gruseliger als die Musik, und das ist auch gut so. Die Dunkelheit in diesen elf Songs resultiert nicht aus Horror oder Schwermut, allenfalls aus Einsamkeit, eher noch aus dem schlichten Alleinsein, f\u00fcr das man sich ja selbst entscheiden kann. Die Nacht dringt aus diesen Songs, auch eine r\u00e4umliche Weite, denn R\u00f6rig generiert hier vornehmlich elektronisch unterf\u00fctterte St\u00fccke, die er karg, leer, hallend h\u00e4lt, mit einer ruhigen, klaren Stimme vorgetragen, unaufgeregt, ruhig, mit einer unterschwelligen Spannung, wie ein elektronifizierter Chris Isaak auch zeitlich nicht einzuordnen, manchmal so beklemmend wie die Musik, die Angelo Badamalenti f\u00fcr David Lynch produzierte, wenn sie nicht doch einfach nur sch\u00f6n ist. Man f\u00fchlt sich an irgendetwas Vertrautes erinnert, Effekte, Sounds oder Melodien aus der Vergangenheit, aus den Achtzigern vielleicht, als einiges davon noch im Radio zu h\u00f6ren war, doch lediglich als Zitate, als Erinnerung, nicht als Kopie \u2013 denn R\u00f6rig fegt solche d\u00e4mmernden Ideen immer mal wieder mit Fuzz beiseite.<br><br>Da wird dann klar, warum man eine unterschwellige Spannung wahrnimmt: Weil sie offenbar gar nicht so unterschwellig ist, da l\u00e4sst R\u00f6rig eine Ahnung zu, dass da noch etwas kommt, und so versieht er einige seiner Songs mit einer Fuzzgitarre, verleiht ihnen einen psychedelisch konnotierten Twist, gelegentlich sogar eine emotionale Ver\u00e4nderung, einen Ausbruch, voller Kraft und Energie, m\u00f6glicherweise sogar \u2013 nun, Emp\u00f6rung, wenn nicht gar Wut. Dann bleibt auch R\u00f6rigs Stimme nicht mehr klar, sondern rauht an, in etwa wie damals im Grunge. Lediglich bei \u201eOne Space\u201c und \u201eBass Echo\u201c schweigt er, die beiden St\u00fccke bleiben instrumental. Daf\u00fcr bratzt er in \u201ePlaces\u201c mit dem sch\u00f6nsten fuzzy Gitarrensolo hinein und liefert in \u201eEcholalia\u201c einen enorm energetischen Ausbruch zum Dreivierteltakt.<br><br>F\u00fcr dieses Album komponierte R\u00f6rig die St\u00fccke allein, sang sie und spielte Gitarre, Bass und Synthies. Lediglich f\u00fcr das Schlagzeug holte er sich Gidon Carmel ins Studio, der bei unz\u00e4hlbar vielen Bands seine Sticks im Spiel hat und hatte. Dennoch haftet dem Sound der Beats etwas Artifizielles an, als w\u00fcrde es den Rest der Musik gleichzeitig konterkarieren und best\u00e4tigen. Mit Kombinationen aus beidem wie im sanft poppigen \u201eAsteroids\u201c, f\u00fcr das R\u00f6rig dubbige Effekte auf Carmels Rimclicks legt. Zum Abschluss kombiniert R\u00f6rig au\u00dferdem Pop und Fuzz, indem er beides in \u201eMiro\u201c zu hallendem Drone verschmelzt.<br><br>Die Einfl\u00fcsse, die R\u00f6rig selbst angibt, umfassen so unterschiedliche wie Queens Of The Stone Age und Boards Of Canada. Damit r\u00fcckt er weit ab von den Einfl\u00fcssen, die ihn vor 20 Jahren zum Musikmachen f\u00fchrten: Als Musiksch\u00fcler in M\u00fcnster-Roxel gr\u00fcndete er als Bassist mit Freunden die Band Bloody Brilliant, die sich am selbst damals bereits zehn Jahre alten Grunge orientierte. Weitere zehn Jahre sp\u00e4ter betrieb er bereits in Berlin mit S\u00e4ngerin Elena Gniss das \u201ePsychedelic-Indie-Soul\u201c-Projekt ElaiNoha. Und nun feiert er als Boy Witch die Dunkelheit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (01.04.2026) Alle zehn Jahre kommt der Wahlberliner Felix R\u00f6rig mit einem neuen Projekt daher, scheint es: Boy Witch nennt er sein j\u00fcngstes, angelehnt an den Song des Unknown Mortal Orchestra, das er auch als musikalischen Einfluss nennt, &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/boy-witch-boy-witch-green-man-records-2026\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-8944","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8944","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8944"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8944\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8946,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8944\/revisions\/8946"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8944"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8944"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8944"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}