{"id":8888,"date":"2026-03-18T20:41:35","date_gmt":"2026-03-18T19:41:35","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8888"},"modified":"2026-03-18T20:41:35","modified_gmt":"2026-03-18T19:41:35","slug":"pet-shop-boys-dreamworld-the-greatest-hits-live-at-the-royal-arena-in-copenhagen-parlophone-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/pet-shop-boys-dreamworld-the-greatest-hits-live-at-the-royal-arena-in-copenhagen-parlophone-2026\/","title":{"rendered":"Pet Shop Boys \u2013 Dreamworld: The Greatest Hits Live At The Royal Arena In Copenhagen \u2013 Parlophone 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Pet-Shop-Boys-Dreamworld.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Pet-Shop-Boys-Dreamworld.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8889\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (18.03.2026)<br><br>Nach rechtlichen Querelen um den Song \u201eGo West\u201c kommt nun die am 7. Juli 2023 in Kopenhagen mitgeschnittene Dokumentation der \u201eDreamworld\u201c-Tour von den Pet Shop Boys doch noch heraus, als ein dreiviertel Stunden lange Doppel-CD mit BluRay und ohne den Stein des Ansto\u00dfes. Aber mit 24 Singles, die die Setlist bilden und die staunen lassen, wie viele Lieblingslieder das Synthiepopduo bereits in der ersten Dekade seiner Existenz in die Welt setzte. Leichte Modifizierungen erweitern die Freude an diesen Hits: Ein lebendiges Museum mit Spa\u00df daran und darin.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mit dem Ausflug nach \u201eSuburbia\u201c, inklusive einer intensivierten Sprachsequenz am dramatischen Schluss, beginnen Neil Tennant und Chris Lowe ihre Greatest-Hits-Reise. Die \u201eDreamworld\u201c-Tour ist die erste des Duos, bei der ausschlie\u00dflich als Singles ver\u00f6ffentlichte Songs auf die Setlist kamen; kurz nach dem Tourstart 2022 brachten die Pet Shop Boys die dicke Sammlung \u201eSmash: The Singles 1985-2020\u201c heraus. Live-Mitschnitte der Jungs, die in den Achtzigern noch posaunten, sie w\u00fcrden niemals live auftreten, es sei denn, Bananarama machten ihnen das vor, gibt\u2019s unz\u00e4hlige, denn nachdem dieser Fall tats\u00e4chlich eintrat, gab\u2019s f\u00fcr die Pet Shop Boys kein Halten mehr \u2013 Tour um Tour folgte, nicht selten als Theater-Performance verkleidet. Als VHS, DVD oder CD kamen heraus: \u201eHighlights\u201c 1990, \u201ePerformance\u201c 1992, \u201eDiscovery: Live In Rio\u201c 1995, \u201eSomewhere\u201c 1997, \u201eMontage: The Nightlife Tour\u201c 2001, \u201eConcrete\u201c 2006, \u201eCubism\u201c 2007, \u201ePandemonium\u201c 2010, \u201eInner Sanctum\u201c 2019 \u2013 und nun also \u201eDreamworld\u201c.<br><br>Die seit den Neunzigern mehr und mehr ausgelebte Neigung Lowes, seine Synthies und Keyboards gelegentlich auf K\u00e4se zu schalten, dringt hier nicht ganz so oft durch wie auf anderen Livedokumenten oder gar Studioalben, und wenn, freut man sich beinahe dar\u00fcber, weil es belegt, dass das hier trotz Samples stapelweise Live-Elemente hat. Ja, Lowe spielt Keyboards, und der Gesang von Tennant ist definitiv echt, eindeutig. Zudem hat das Duo eine gro\u00dfe Zahl an Hintergrundmusizierenden dabei, die die h\u00f6rbaren Original-Elemente \u2013 etwa Johnny Marrs Gitarre, m\u00f6chte man annehmen \u2013 mit neuen Ideen anreichern und die Tennant am Schluss bei \u201eBeing Boring\u201c namentlich vorstellt.<br><br>Zun\u00e4chst weiter mit Song #2: Nach dem mitrei\u00dfenden Auftakt w\u00e4hlen die Pet Shop Boys das eher zur\u00fcckgenommene \u201eCan You Forgive Her\u201c als zweiten Hit, das die Wellen etwas gl\u00e4ttet, obwohl es die Zeile \u201eDance to Disco\u201c enth\u00e4lt. Als Quasi-Einf\u00fchrung in diese gr\u00f6\u00dften Erfolge reiht Tennant anschlie\u00dfend Titel um Titel narrativ aneinander, willkommen \u201ein Dreamword, where being boring is a sin\u201c. Nett. Wie er \u00fcberhaupt eine Menge Anekdoten zum Besten gibt.<br><br>Die herausgeklagte Coverversion von \u201eGo West\u201c stammt vom selben Album wie der soeben ausklingende Hit und fehlt hier an Position 22. Hatte man lediglich die Information, es habe rechtliche Schwierigkeiten bei der bereits viel fr\u00fcher geplanten Ver\u00f6ffentlichung von \u201eDreamworld\u201c gegeben, h\u00e4tte man eher vermutet, U2 seien der Anlass gewesen, nicht die Village People. Aber n\u00f6, \u201eWhere The Streets Have No Name (I Can\u2019t Take My Eyes Off You)\u201c ist hier enthalten. Es gibt offenbar eine Version von \u201eDreamworld\u201c mit \u201eGo West\u201c, aber die ist unbezahlbar. Der U2-Song mit dem Musical-Medley erh\u00e4lt hier eine zus\u00e4tzliche Synthiemelodie, die das Hymnische noch hervorhebt, dazu neue Streicher-Samples am Schluss. \u201eI Don\u2019t Know What You Want But I Can\u2019t Give It Anymore\u201c bekommt hier zus\u00e4tzlichem Gesang; ja, es gibt zus\u00e4tzliches Personal auf der B\u00fchne und man h\u00f6rt es.<br><br>Jener genannte Song stammt aus dem Jahr 1999, also schon von nach der ersten Erfolgszeit der Pet Shop Boys. St\u00fccke von nach der ersten Dekade finden sich hier in der Setlist kaum, die letzten 30 Jahre sind beim Thema Greatest Hits offenbar nicht mitgemeint, dabei hatten sie da noch haufenweise solcher. Nicht mal das im Laufe der Tour herausgebrachte Studioalbum \u201eNonetheless\u201c ist hier ber\u00fccksichtigt, gerade vier Songs der 24 sind j\u00fcnger als 30 Jahre. Das zeigt, wie viele nachhaltige Knallersingles sie in der ersten Dekade bereits hatten. W\u00fcrde aber andererseits hervorheben, dass die Pet Shop Boys zu den sehr sehr wenigen Synthiepopinstanzen der Achtziger geh\u00f6ren, die nicht nur immer noch und ohne Unterbrechung existieren, sondern nach den Achtzigern noch relevante Sachen herausbrachten. Erasure: Check f\u00fcr ununterbrochene Existenz, bedauerlicherweise jedoch nicht f\u00fcr Relevanz; Depeche Mode: Check f\u00fcr beides, mal ohne die Qualit\u00e4t zu ber\u00fccksichtigen. Ende. Naja, Yello gibt\u2019s auch immer noch, aber eher so irgendwie und gelegentlich, und die Erfinder des Synthiepopduos, die Sparks, sind \u00e4lter als die Achtziger und begannen mit ganz anderer Musik.<br><br>Zur\u00fcck zum Set: Die Pet Shop Boys verbinden viele ihrer Songs hier mit flie\u00dfenden \u00dcberg\u00e4ngen, die an fr\u00fchere Live-Dokumentationen erinnern, auf denen sie ihre St\u00fccke sogar zu Medleys verschmolzen. So arg verfahren sie hier nicht, auch wenn beim \u00dcbergang zu \u201eSo Hard\u201c eine Anmutung davon aufkommt. Was die beiden Engl\u00e4nder aber schnell zerstreuen, da solche ausgearbeiteten \u00dcberg\u00e4nge hier vielmehr auf neue Arrangements verweisen. \u201eLeft To My Own Devices\u201c etwa bekommt ein abgewandeltes Intro sowie sogar zus\u00e4tzliche Streicher-Figuren. Eindeutig ein Mehrwert.<br><br>Und da f\u00e4llt einem dann auf: Die Songs sind so sehr in den allgemeinen Hit-Kanon eingegangen, dass deren damalige popkulturell historische Bedeutung hinter der Bedeutung als Mitklatsch-Hit verlorengeht. Damals nahmen die Pet Shop Boys auch im Untergrund kursierende Einfl\u00fcsse auf, etwa Acid House Ende der Achtziger, und integrierten sie in ihren Synthiepop. Museal ist dieses Konzert vorrangig in der biographischen Bedeutung f\u00fcr das Publikum, das eifrig mitklatscht und mitsingt \u2013 und sich an sich selbst fr\u00fcher erinnert.<br><br>\u201eTak Copenhagen!\u201c, ruft Tennant und die Leute jubeln. Mehr D\u00e4nisch ist nicht, aber ist ja auch nicht schlimm, daf\u00fcr erz\u00e4hlt er, dass er sich freut, wieder dort zu sein, und leitet den Teil der Anekdoten ein. Etwa die, woher der Song \u201eDomino Dancing\u201c seine Inspiration bezog. Das St\u00fcck bekommt von Tennant einen choreografierten Mitsing-Refrain, von Lowe leicht modernisierte Beats, und es geht flie\u00dfend und dezent beschleunigend in das Siebziger-Disco-infizierte \u201eMonkey Business\u201c \u00fcber, abermals mit einer Anekdote verbunden. Das gilt auch f\u00fcr \u201eJealousy\u201c, dessen heftigere Drum-Sounds beinahe Industrial \u00fcber dieser Ballade legen. Auch \u201eLove Comes Quickly\u201c bekommt ein angepasstes Intro, das sich durch den Song zieht, plus leicht verh\u00e4rtete Beats \u00fcber den vertrauten Synthies, mithin ein sch\u00f6nes neues Arrangement. Der Song flie\u00dft in \u201ePaninaro\u201c, das Lowe spricht und mit zus\u00e4tzlichen Synthies garniert, und das geht direkt \u00fcber in \u201eAlways On My Mind\u201c, die n\u00e4chste Coverversion, den n\u00e4chsten choreografierten Mitsing-Song.<br><br>Das j\u00fcngere St\u00fcck \u201eDreamland\u201c erh\u00e4lt live einen Zusatz-Gesang. Es lappt \u00fcber in \u201eHeart\u201c, die Samples mischen sich an der Schnittstelle wie bei einem gelungenen DJ-Set. Die S\u00e4ngerin \u00fcbernimmt danach den Part von Dusty Springfield in \u201eWhat Have I Done To Deserve This?\u201c; eine gute Entscheidung, das verstorbene Original nicht zu sampeln, auch wenn diese Stimme hier nicht ansatzweise die Qualit\u00e4t der Ausgetauschten hat. Der n\u00e4chste Cover-Song ist \u201eIt\u2019s Alright\u201c, was ja kaum jemand wei\u00df: Das zwei Jahre \u00e4ltere Original ist von Sterling Void und Paris Brightledge. Void fertigte damals ja sogar einen Remix vom Cover an, so wie die Pet Shop Boys j\u00fcngst vom \u201eWest End Girls\u201c-Cover der Sleaford Mods. Zum Schluss kommen nochmal drei Hits, von denen man nach dem gro\u00dfen Reigen an Lieblingsliedern gar nicht mehr annahm, dass sie \u00fcberhaupt noch fehlten, und wahrlich, sie h\u00e4tten gefehlt. Zwei davon stellen die Zugabe, n\u00e4mlich \u201eWest End Girls\u201c und \u201eBeing Boring\u201c. Da verfahren die Pet Shop Boys wie alle Liveleute, die ihre gr\u00f6\u00dften Erfolge ans Ende packen \u2013 au\u00dfer Killing Joke, die zuletzt ihre Sets immer mit \u201eLove Like Blood\u201c er\u00f6ffneten.<br><br>Macht fast zwei Stunden Zeitreise mit behutsam erweiterten Superhits des Synthieopopduos. Wer einen BluRay-Player hat, der schaue, der Rest erfreue sich am Geh\u00f6rten. Oder greife zu \u201eDisco 5\u201c, wo die Sleaford Mods enthalten sind. Unter anderen.<br><br>Dreamworld:<br>01 Suburbia (von \u201ePlease\u201c, 1986)<br>02 Can You Forgive Her? (von \u201eVery\u201c, 1993)<br>03 Opportunities (Let&#8217;s Make Lots Of Money) (von \u201ePlease\u201c, 1986)<br>04 Where The Streets Have No Name (I Can&#8217;t Take My Eyes Off You) (von \u201eDiscography\u201c, 1991)<br>05 Rent (von \u201eActually\u201c, 1987)<br>06 I Don&#8217;t Know What You Want But I Can&#8217;t Give It Anymore (von \u201eNightlife\u201c, 1999)<br>07 So Hard (von \u201eBehaviour\u201c, 1990)<br>08 Left To My Own Devices (von \u201eIntrospective\u201c, 1988)<br>09 Single Bilingual\/Se A Vida \u00c9 (That&#8217;s The Way Life Is) (von \u201eBilingual\u201c, 1996)<br>10 Domino Dancing (von \u201eIntrospective\u201c, 1988)<br>11 Monkey Business (von \u201eHotspot\u201c, 2020)<br>12 New York City Boy (von \u201eNightlife\u201c, 1999)<br>13 Jealousy (von \u201eBehaviour\u201c, 1990)<br>14 Love Comes Quickly (von \u201ePlease\u201c, 1986)<br>15 Paninaro (von \u201eDisco\u201c, 1986)<br>16 Always On My Mind (von \u201eIntrospective\u201c, 1988)<br>17 Dreamland (von \u201eHotspot\u201c, 2020)<br>18 Heart (von \u201eActually\u201c, 1987)<br>19 What Have I Done To Deserve This? (von \u201eActually\u201c, 1987)<br>20 It&#8217;s Alright (von \u201eIntrospective\u201c, 1988)<br>21 Vocal (von \u201eElectric\u201c, 2013)<br>(gestrichen: Go West, von \u201eVery\u201c, 1993)<br>22 It&#8217;s A Sin (von \u201eActually\u201c, 1987)<br>23 West End Girls (von \u201ePlease\u201c, 1986)<br>24 Being Boring (von \u201eBehaviour\u201c, 1990)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (18.03.2026) Nach rechtlichen Querelen um den Song \u201eGo West\u201c kommt nun die am 7. 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