{"id":8777,"date":"2026-02-25T21:04:11","date_gmt":"2026-02-25T20:04:11","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8777"},"modified":"2026-02-25T21:04:11","modified_gmt":"2026-02-25T20:04:11","slug":"sula-bassana-time-travel-rare-obscure-tracks-from-the-decades-sulatron-records-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/sula-bassana-time-travel-rare-obscure-tracks-from-the-decades-sulatron-records-2026\/","title":{"rendered":"Sula Bassana \u2013 Time Travel: Rare &amp; Obscure Tracks From The Decades \u2013 Sulatron Records 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Sula-Bassana-Time-Travel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Sula-Bassana-Time-Travel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8778\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (25.02.2026)<br><br>Um diese zehn instrumentalen St\u00fccke w\u00e4r\u2019s echt schade gewesen: Dave Schmidt pl\u00fcndert die Archive seines seit rund 30 Jahren aktiven Space-Stoner-Rock-Projektes Sula Bassana und f\u00fcgt die gefundenen Perlen als \u201eTime Travel\u201c zusammen. Nicht alles ist zuvor unver\u00f6ffentlicht, Schmidt nimmt auch Rarit\u00e4ten von vergriffenen Compilations in die Sammlung auf. Die die Vielseitigkeit des Genres allgemein und von Sula Bassana speziell unterstreicht: Auch Electro findet Einlass in den Sula-Bassana-Kosmos.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zum Geleit greift Schmidt auf eine Liveaufnahme zur\u00fcck: \u201eRidin\u2018\u201c ist Teil eines Auftritts in Hamburg vom April 2024, der es mit anderen Tracks auf die Vorg\u00e4nger-Ver\u00f6ffentlichung von \u201eTime Travel\u201c schaffte, n\u00e4mlich die Split-LP mit den Skyjoggers vom November 2024. Hier tritt Gitarrist Dave Schmidt mit einer Band in Erscheinung: Bassistin Kristina Schmitz, Gitarrist Adrian Grod und Schlagzeuger Franz Fesel begleiteten ihn. Das Original dieses St\u00fccks datiert auf das Jahr 2006 und war seinerzeit mit Gesang erschienen.<br><br>Wie die anderen neun Tracks besetzt sind au\u00dfer durch den Projektkopf selbst, l\u00e4sst jener weitgehend offen \u2013 vermutlich spielte Schmidt sie komplett selbst ein. Einen erstaunlichen Schub entwickelt er dabei, rotiert ums sich selbst und errichtet himmelsst\u00fcrmende Rockmusik. Etwa auf \u201eKrachgarten\u201c, das seinen Titel mit Recht tr\u00e4gt. 2012 aufgenommen, erschien es 2020 auf einer Bandcamp-Compilation namens \u201eHere Comes The Sun\u201c. Die Silver Machine im folgenden \u201eArkelanfall\u201c lie\u00df sich Schmidt 2009 von Gast-Keyboarder Martin Schorn anwerfen.<br><br>Mit \u201eAnimal Farm\u201c lockert Schmidt den Reigen auf: 2008 garnierte er einen Space-Rock-Track mit Tierger\u00e4uschen aus einer Soundlibrary, eigentlich als Scherz gedacht, wie er wissen l\u00e4sst, und doch gut genug geraten, um hier nicht unangenehm aufzufallen. F\u00fcr das ebenfalls unver\u00f6ffentlichte \u201eWas du denkst\u201c begab sich Schmidt 2006 auf einen fiebrigen Speed-Jazzrock-Trip. Die Geschichte hinter \u201eSoulcake\u201c l\u00e4sst einen Blick in die kreative Entwicklungsmethodik Schmidts zu: Ausgehend von vor rund 25, 30 Jahren aufgenommenen Echogitarren, die im leeren Raum umeinanderkreisen, f\u00fcgte er erst 2005 eine Leadgitarre und ein Schlagzeug hinzu; der Bass fand irgendwann dazwischen Einlass. So entstand ein bluesiges Downbeat-St\u00fcck, das sich und die H\u00f6rerschaft fuzzy und harmonisch in die Hypnose gniedelt. Und 2011 auf einer Compilation des griechischen Magazins Peace Frog landete.<br><br>Der \u201eFiebertraum\u201c bildet einen solchen ab, denn Schmidt nahm diesen Track Ende der Neunziger in Folge einer Erk\u00e4ltung auf. Das St\u00fcck scheint komplett auf Synthies zu basieren, zun\u00e4chst schleppend und dr\u00fcckend, im Verlauf beschleunigend und aufmunternd, gar dramatisch. Wie das anschlie\u00dfende \u201eParanoid?\u201c ver\u00f6ffentlichte Schmidt es 2005 auf der \u201eSulatronics\u201c-CDr, deren Titel das Elektronische ja schon nahelegt. Zweiteres \u00fcber zw\u00f6lf Minuten langes St\u00fcck nun beginnt als speedy Kraftwerk-Ged\u00e4chtnis-Shuffle und mausert sich dann zu einem trippigen Electro-Dub, dem man bisweilen einen leichten Einfluss von Martin \u201eYouth\u201c Glovers Arbeiten f\u00fcr dessen Dragonfly-Label unterstellen mag. Und das zuletzt erst zu einem Soundexperiment auf Dubbasis wird.<br><br>Es geht gef\u00fchlt direkt \u00fcber in das unver\u00f6ffentlichte \u201eSuomenlinna\u201c, einer (Alp-)Traumhilfe, ebenfalls in den Neunzigern synthetisch erstellt. Hier kurven angeschr\u00e4gte Synthies wie M\u00fccken um beinahe liebliche Ambient-Akkorde herum. Den Titel borgt sich Schmidt bei einer finnischen Festungsinsel aus, auf der er spazieren ging, als es besonders winterlich, kalt und neblig war. Also ohne M\u00fccken.<br><br>Den Schluss beh\u00e4lt sich Schmidt f\u00fcr das gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Kuriosum vor: \u201ePilzwald\u201c ist 33 1\/3 Minuten lang und das live mitgeschnittene Ergebnis einer Session mit Alexander Bulgrin, seinerzeit noch S\u00e4nger von Liquid Visions. Umringt von unz\u00e4hlbaren Instrumenten wie Kalimba, Ocarina, Schlangenbeschw\u00f6rerfl\u00f6te, Bambusfl\u00f6te, Spielzeugglockenspiel oder Regenmacher, errichteten sie zwei Mikrofone, zwei Multieffektger\u00e4te sowie einige Synthies und Drummachines. \u201eTuned in and fell deep into sound\u201c, setzt Schmidt die Beschreibung fort, die eine Idee zul\u00e4sst, welche Stimulanzien in der Auflistung fehlen, um einen \u201ePilzwald\u201c zu generieren. Der besteht in den ersten sechs Minuten aus Ambient und teils verst\u00f6renden Echos von kaum identifizierbaren Instrumenten im Hallraum, bis sich ein dubbiger Synthie in den Hintergrund mengt und den Vorsto\u00df von Struktur einleitet, dem erst ein Shaker, dann ein minimaler Downbeat und ein dubbiger Zwei-T\u00f6ne-Basslauf folgen. Sowie weitere Layers of sound, bis hin zu Samples menschlicher Stimmen und weiteren Synthieeffekten, die sich dann aber bald allesamt den aufgelisteten Instrumenten beugen und komplett zur\u00fcckziehen. Was bleibt, ist eher ein Geister- als ein \u201ePilzwald\u201c.<br><br>Seit \u00fcber einem Vierteljahrhundert betreibt Dave Schmidt das Projekt Sula Bassana, nur wenig sp\u00e4ter gefolgt vom eigenen Label Sulatron Records. Das er jetzt allerdings aufgibt, und zwar aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden, wie er wissen l\u00e4sst. Indes stellt er den Betrieb nicht ein, sondern \u00fcbergibt ihn an Sissi von Stuck, die nicht nur den Altbestand weiterf\u00fchrt, sondern auch neue Musik ins Programm aufnimmt. Wie es indes mit Sula Bassana weitergeht, scheint vorerst offen \u2013 \u201eTime Travel\u201c bietet sich gleicherma\u00dfen als Abschluss und als Neuorientierung an. So schmerzlich der Verlust dieses kreativen Outputs auch w\u00e4re: Pass auf dich auf, Dave, Gesundheit geht vor!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (25.02.2026) Um diese zehn instrumentalen St\u00fccke w\u00e4r\u2019s echt schade gewesen: Dave Schmidt pl\u00fcndert die Archive seines seit rund 30 Jahren aktiven Space-Stoner-Rock-Projektes Sula Bassana und f\u00fcgt die gefundenen Perlen als \u201eTime Travel\u201c zusammen. 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