{"id":8748,"date":"2026-02-17T22:02:27","date_gmt":"2026-02-17T21:02:27","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8748"},"modified":"2026-02-17T22:02:27","modified_gmt":"2026-02-17T21:02:27","slug":"petyaev-petyaev-%d0%bf%d1%91%d1%82%d1%80-%d0%bf%d0%b5%d1%82%d1%8f%d0%b5%d0%b2-incomparable-greatness-%d1%80%d0%b0%d1%81%d0%ba%d0%b0%d0%bb%d1%91%d0%bd%d0%bd%d0%b0%d1%8f-%d0%bb%d1%8e%d0%b1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/petyaev-petyaev-%d0%bf%d1%91%d1%82%d1%80-%d0%bf%d0%b5%d1%82%d1%8f%d0%b5%d0%b2-incomparable-greatness-%d1%80%d0%b0%d1%81%d0%ba%d0%b0%d0%bb%d1%91%d0%bd%d0%bd%d0%b0%d1%8f-%d0%bb%d1%8e%d0%b1\/","title":{"rendered":"Petyaev-Petyaev\/\u041f\u0451\u0442\u0440 \u041f\u0435\u0442\u044f\u0435\u0432 \u2013 Incomparable Greatness\/\u0420\u0430\u0441\u043a\u0430\u043b\u0451\u043d\u043d\u0430\u044f \u043b\u044e\u0431\u043e\u0432\u044c \u0411\u043e\u0433\u0430 (\u043a \u0441\u0430\u043c\u043e\u043c\u0443 \u0421\u0435\u0431\u0435) \u2013 addicted label\/Artbeat Music 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Petyaev-Petyaev-Incomparable-Greatness.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Petyaev-Petyaev-Incomparable-Greatness.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8749\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/\u041f\u0451\u0442\u0440-\u041f\u0435\u0442\u044f\u0435\u0432-\u0420\u0430\u0441\u043a\u0430\u043b\u0451\u043d\u043d\u0430\u044f-\u043b\u044e\u0431\u043e\u0432\u044c-\u0411\u043e\u0433\u0430-\u043a-\u0441\u0430\u043c\u043e\u043c\u0443-\u0421\u0435\u0431\u0435.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/\u041f\u0451\u0442\u0440-\u041f\u0435\u0442\u044f\u0435\u0432-\u0420\u0430\u0441\u043a\u0430\u043b\u0451\u043d\u043d\u0430\u044f-\u043b\u044e\u0431\u043e\u0432\u044c-\u0411\u043e\u0433\u0430-\u043a-\u0441\u0430\u043c\u043e\u043c\u0443-\u0421\u0435\u0431\u0435.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8750\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (17.02.2026)<br><br>Auf ihrem neuen Album \u201eIncomparable Greatness\u201c huldigen die beiden Moskauer Petyaev-Br\u00fcder Peter und Pavel ihrem Idol John Coltrane \u2013 musikalisch wie inhaltlich. Das Album folgt einer Narration, wie bei Coltrane einer biblisch-christlichen Basis entsprechend, und kombiniert komponierten und improvisierten freien Jazz, von Ruhe zu Chaos. Parallel macht Saxophonist Peter Petyaev (\u041f\u0451\u0442\u0440 \u041f\u0435\u0442\u044f\u0435\u0432) \u2013 Pavel ist Gitarrist \u2013 mit dem Soloalbum \u201e\u0420\u0430\u0441\u043a\u0430\u043b\u0451\u043d\u043d\u0430\u044f \u043b\u044e\u0431\u043e\u0432\u044c \u0411\u043e\u0433\u0430 (\u043a \u0441\u0430\u043c\u043e\u043c\u0443 \u0421\u0435\u0431\u0435)\u201c separat auf sich aufmerksam. Auch darauf huldigt er, und zwar noch weiteren G\u00f6ttern des Saxophons.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dieses Saxophon kann so unendlich warm sein. Und so ebenso unendlich zerst\u00f6rerisch. Gleiches gilt f\u00fcr das Piano. Die bis zu sieben unter dem Alias Petyaev-Peyaev agierenden Musiker beginnen die f\u00fcnf Tracks von \u201eIncomparable Greatness\u201c mit \u201eWe Magnify Thee\u201c warm, entspannt, zur\u00fcckgelehnt, zun\u00e4chst als dezentes Duell der Br\u00fcder, ein Saxophon, eine Gitarre, unterst\u00fctzt von Piano und Schlagzeug, das sich leicht strukturgebend im Hintergrund h\u00e4lt, w\u00e4hrend ersteres die W\u00e4rme befeuert. Bis Saxophon und Piano zu dominieren beginnen und sich um die Wette verdrehen.<br><br>Erst mit der Zeit, also ab \u201eVoice Of The Father\u201c, treten weitere Instrumentalisten hinzu, Bass und ein zweites Saxophon hier, ab dem Titeltrack auch das wie ein Vibraphon eingesetzte Keyboard. W\u00e4hrend das Schlagzeug seinen zumeist strukturschaffenden Aufgaben nachgeht, beginnen die Saxophone, einander zu umkreisen: Wahlweise verfolgen sie harmonisch eine freie Melodie, dann kippt eines ins Qu\u00e4ktr\u00f6ten, dann beide und alles wieder zur\u00fcck. Sobald das Chaos gro\u00df genug ist, stimmen auch die anderen Musiker in das Pand\u00e4monium mit ein. Nach \u201eNo One Will Know Where He Comes From\u201c steigert sich dieser Sturm zum abschlie\u00dfenden \u201eBlood From The Wounds\u201c. Die Titel entleihen die Petyaevs der Bibel, jazzen also um christliche Themen herum. Ganz so also, wie es John Coltrane ebenfalls tat, dessen Saxophonspiel hier seinen Nachhall findet.<br><br>Noch mehr Referenz bietet \u201e\u0420\u0430\u0441\u043a\u0430\u043b\u0451\u043d\u043d\u0430\u044f \u043b\u044e\u0431\u043e\u0432\u044c \u0411\u043e\u0433\u0430 (\u043a \u0441\u0430\u043c\u043e\u043c\u0443 \u0421\u0435\u0431\u0435)\u201c, international auch \u201eThe Burning Love Of God (For Himself)\u201c, das Solo-Album von Peter Petyaev (\u041f\u0451\u0442\u0440 \u041f\u0435\u0442\u044f\u0435\u0432). Darauf huldigt er seinen G\u00f6ttern, elf an der Zahl, und widmet jeden Track einem anderen Jazzmusiker. Darunter einen seinem Bruder Pavel, was allein schon zu Herzen geht. Na, und danach und abschlie\u00dfend einen sich selbst, wie es sich f\u00fcr einen guten Christen geh\u00f6rt: \u201eLiebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst\u201c, zudem legt der Albumtitel dies ja bereits vor. Er allein huldigt \u00fcbrigens nicht: Zwar spielt er Tenor-, Bariton- und Sopran-Saxophone, f\u00fcr Kontrabass und Schlagzeug holte er sich noch Ksenia Savchenko und Eugene Pechenkin dazu. Klassische Besetzung f\u00fcr diese Art von Jazz. Und sch\u00f6n zudem!<br><br>Dieses Album fordert nun nat\u00fcrlich dazu heraus, sich mit den Gehuldigten zu befassen \u2013 wer den weiten Jazz-Horizont noch nicht hat, bekommt hier einen fabelhaften Fahrplan f\u00fcr die Reise zum Free Jazz der zur\u00fcckliegenden 70 Jahre ins Ohr und ins Herz gelegt. Naja, eigentlich reicht die Zeitspanne sogar noch weiter zur\u00fcck, n\u00e4mlich bis zum Erfinder von Petyaevs Instrument: Mit \u201e\u0410\u0434\u043e\u043b\u044c\u0444\u0443 \u0421\u0430\u043a\u0441\u0443\u201c, also \u201eF\u00fcr Adolphe Sax\u201c, beginnt dieses Album. Es folgen Ornette Coleman, der Erfinder des Begriffs \u201eFree Jazz\u201c, John Coltrane, Pharoah Sanders, Albert Ayler, Peter Br\u00f6tzmann, Frank Wright und Duke Ellington. An neunter Stelle ist das Quasi-Titelst\u00fcck \u201e\u0420\u0430\u0441\u043a\u0430\u043b\u0451\u043d\u043d\u0430\u044f \u043b\u044e\u0431\u043e\u0432\u044c \u0411\u043e\u0433\u0430\u201c gesetzt, der Zusatz \u201e\u043a \u0441\u0430\u043c\u043e\u043c\u0443 \u0421\u0435\u0431\u0435\u201c folgt mit den letzten beiden Tracks.<br><br>In seiner Ehrerbietung schl\u00e4gt das Trio nicht \u00fcber die Str\u00e4nge. Obschon hier selbstredend der freie Jazz im Mittelpunkt steht, gestaltet das Trio diesen nicht konturlos, es bleibt nachvollziehbar, auch in ausufernden, ungebremsten, wilden Momenten inmitten der geordneten W\u00e4rme. Auch hier liefern das Schlagzeug und der Bass einen K\u00f6rper f\u00fcr das freie Spiel des Saxophons, das indes nicht kontinuierlich Grenzen \u00fcberschreitet. Und auch die Rhythmiker wissen ungez\u00fcgelt zu agieren; ein wirbelnder warmer oder auch mal gestrichener Bass, ein rasselndes, st\u00fcrmendes, klickerndes Schlagzeug, die beiden Gastmusizierenden sind mehr als nur Begleitung.<br><br>In den Linernotes dr\u00fcckt Petyaev seine Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr all die genannten G\u00f6tter aus. Seinen Bruder f\u00fcgte er aus mehreren Gr\u00fcnden hinzu: nicht nur, weil er tats\u00e4chlich ein wichtiger Einfluss f\u00fcr ihn war und ist, sondern auch, weil er das dreist\u00fcndige Aufnahmematerial auswertete, die Tracks ausw\u00e4hlte und den nach ihm benannten f\u00fcr den besten hielt. Diese Bruderliebe ist sehr anr\u00fchrend. Zuletzt wei\u00df Petyaev darum, dass es diese Platte ohne ihn selbst nicht gegeben h\u00e4tte, und beschlie\u00dft es mit dem einzigen St\u00fcck der Aufnahmesessions, das er mit dem Sopransaxophon bestritt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (17.02.2026) Auf ihrem neuen Album \u201eIncomparable Greatness\u201c huldigen die beiden Moskauer Petyaev-Br\u00fcder Peter und Pavel ihrem Idol John Coltrane \u2013 musikalisch wie inhaltlich. 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