{"id":8727,"date":"2026-02-09T21:00:22","date_gmt":"2026-02-09T20:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8727"},"modified":"2026-02-09T21:00:22","modified_gmt":"2026-02-09T20:00:22","slug":"monovoth-to-live-in-the-breath-of-worship-monovoth-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/monovoth-to-live-in-the-breath-of-worship-monovoth-2026\/","title":{"rendered":"Monovoth \u2013 To Live In The Breath Of Worship \u2013 Monovoth 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Monovoth-To-Live-In-The-Breath-Of-Worship.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Monovoth-To-Live-In-The-Breath-Of-Worship.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8728\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (09.02.2026)<br><br>Den Atem der Ehrerbietung richtet Lucas Wyssbrod aus Buenos Aires mit seinem Alias Monovoth auf seinem j\u00fcngsten Album \u201eTo Live In The Breath Of Worship\u201c in zwei Richtungen: einmal nach oben, in Richtung seiner eigenen musikalischen Helden, und einmal nach unten, in den Untergrund, an den Nachwuchs, den er in die Entstehung dieses instrumentalen Gothic-Doom-Black-Death-Metal-Albums integriert. Auch ohne Texte sind hier G\u00f6tter das Thema, die in der unendlichen Einsamkeit einer Zuwendung harren.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Den Beteiligten gelingt es hier, die Genres, bei denen sie sich bedienen, nicht in ihrer reinen Form abzubilden, sondern sie zu zerlegen und die zu den jeweiligen Tracks am besten passenden Elemente zu verwenden und sie mit dem anzureichern, was den Grundgeist au\u00dferdem bereichert. Die Einsamkeit einer g\u00f6ttlichen Entit\u00e4t, die nicht mehr angebetet wird, h\u00f6rt man dem Album an: Dunkelheit, Schw\u00e4rze gar, Leere bestimmen weite Bereiche, von denen aus die Verzweiflung, die Trauer, der Frust solcher Entit\u00e4ten sich entfalten.<br><br>Zur musikalischen Umsetzung dieser g\u00f6ttlichen Emotionen setzten Wyssbrod und seine Begleiter nicht nur die klassischen Rock\u2019n\u2019Roll-Instrumentierung ein. Zu den fuzzy murmelnden Gitarren des Openers \u201eFrom A Dying Star\u201c etwa gesellen sich Synthies, bevor aus dem Track ein langsamer Doom-Sludge-Metal wird, der alsbald in eine klare Dunkelheit m\u00fcndet. Trotz der D\u00fcsternis strahlt dieser Track W\u00e4rme und Sch\u00f6nheit aus, er klingt wie eine dezent entmilderte Art von Prog Rock aus den Achtzigern.<br><br>\u201eCrimson Red Wound\u201c danach ist noch langsamer, zun\u00e4chst klar gespielt, mit einer Ahnung von zeitgen\u00f6ssischem Post Rock, unterschwellig hymnisch. Weil bis auf einen alle Tracks zwischen sieben und sechzehn Minuten lang sind, haben die Musiker Zeit, herumzuspielen, auszuufern, laufen zu lassen, Ideen zu entwickeln, w\u00e4hrend der Track bereits l\u00e4uft, und so verfahren sie auch hier. Bis dann pl\u00f6tzlich eine wie im Black Metal irre schnell gespielte Gitarre die Stimmung herumrei\u00dft, w\u00e4hrend der Sound dazu dem Tempo angemessen eher dem Siebziger-Punk angelehnt ist, erg\u00e4nzt um ein Solo wie im klassischen Heavy Metal. Der Track endet mit einem unendlichen zweistimmigen Gitarrengniedeln, das komplett entspannt.<br><br>F\u00fcr \u201eBeg &amp; Burn\u201c lassen Monovoth die Gitarre klingen wie eine Orgel unter einem Stapel Kissen, bevor sie den Track in den Doom abgleiten lassen \u2013 und erstmals eine Stimme einsetzen, die growlt. Nach einem noch stilleren Zwischenteil geht der Track \u00fcber in ein vielschichtiges, buntes Gniedeln zu flottem Rhythmus, mithin in eine beinahe gutgelaunte Passage. Bei \u201eThe Fallen (Interlude)\u201c handelt es sich um das angek\u00fcndigte k\u00fcrzeste St\u00fcck, drei Minuten lang sch\u00e4len sich fette Gitarrendrones zu langsamem Schlagzeug aus der Dunkelheit, \u00fcberraschenderweise latent melodi\u00f6s.<br><br>Beinahe wie Gothic Rock beginnt \u201eCosmically Orphaned\u201c, progressiv ausufernd, mit dem bereits vertrauten Gniedeln. Der Doom \u00fcbernimmt dann wieder, und man merkt nicht, dass man diesem St\u00fcck zehn Minuten lang zuh\u00f6rt. Noch weniger merkt man \u201eTo Drown In The Tears Of God\u201c seine mehr als 16 Minuten an, obwohl es das gruseligste St\u00fcck des Albums ist. Aus der vertrauten Dunkelheit schiebt sich eine milde Variante von Black Metal hervor, wie zuvor dem klassischen Heavy Metal nicht weit entfernt, mit Twin-Gitarren und Gegniedel,<br>und abermals zur\u00fcck zur Dunkelheit, zur Stille. In der growlen monstr\u00f6se Stimmen, zum zweiten und letzten Mal auf dem Album, Gitarren dronen im Hintergrund, die Stimmung wird unheilvoll, gruselig. Man merkt gar nicht, wie viel Zeit vergeht \u2013 pl\u00f6tzlich ist der Track und damit das Album zu Ende.<br><br>Als Helden, denen Wyssbrod hier huldigt, f\u00fchrt er Amenra, Cult Of Luna, Bell Witch und Primitive Man an. In dieser Gemengelage findet er gottlob eine eigene Stimme. Diese l\u00e4sst er begleiten von G\u00e4sten aus dem argentinischen Underground: Spielt er selbst Gitarre, Bass und Synthies, \u00fcbernimmt Martin Visconti das Schlagzeug. Weitere G\u00e4ste, zumeist f\u00fcr je einen Track, sind die Gitarristen Sebastian Barrionuevo, Federico Ramos, Ivo Bisceglia und Kevin Hufnagel. Das Bassinstrument Guitarr\u00f3n spielt Franco Colautti. Die Growls kommen von Andrew Notsch und Martin Passaro.<br><br>2022 trat Wyssbrod mit dem selbstbetitelten Deb\u00fct des Projektes Monovoth auf den Plan, 2024 folgte \u201ePleroma Mortem Est\u201c. Bedauerlicherweise liegt \u201eTo Live In The Breath Of Worship\u201c gegenw\u00e4rtig nicht als Tontr\u00e4ger vor, was auch auf die gemeinsame EP \u201eElogia a la Noche\u201c mit Ber Stinco von vor zwei Jahren zutrifft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (09.02.2026) Den Atem der Ehrerbietung richtet Lucas Wyssbrod aus Buenos Aires mit seinem Alias Monovoth auf seinem j\u00fcngsten Album \u201eTo Live In The Breath Of Worship\u201c in zwei Richtungen: einmal nach oben, in Richtung seiner eigenen musikalischen &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/monovoth-to-live-in-the-breath-of-worship-monovoth-2026\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-8727","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8727","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8727"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8727\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8729,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8727\/revisions\/8729"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8727"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}