{"id":8679,"date":"2026-01-28T22:28:59","date_gmt":"2026-01-28T21:28:59","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8679"},"modified":"2026-01-28T22:28:59","modified_gmt":"2026-01-28T21:28:59","slug":"die-drei-toteninsel-tim-duenschede-d-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/die-drei-toteninsel-tim-duenschede-d-2026\/","title":{"rendered":"Die drei ???: Toteninsel \u2013 Tim D\u00fcnschede \u2013 D 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"100\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-660\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (28.01.2026)<br><br>Die f\u00fcnfte Verfilmung und die dritte vom gleichen Team ist die erste, die nicht ein US-Original als Buchvorlage oder zumindest als Inspiration hat: Andr\u00e9 Marx schrieb \u201eToteninsel\u201c als ersten dreiteiligen Sonderband, Episode 100 der Reihe \u201eDie drei ???\u201c. F\u00fcrs Kino arbeitete er die grandiose Geschichte angemessen um, denn auch bei eindreiviertel Stunden Spielzeit w\u00e4re die Komplexit\u00e4t der Buchvorlage nicht unterzubringen gewesen. Gelungen umgesetzt \u2013 und \u201eNacht in Angst\u201c, ebenfalls von Marx, ist als n\u00e4chste Fortsetzung angek\u00fcndigt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Buch \u201eToteninsel\u201c ist bereits 25 Jahre alt und markierte einen Wendepunkt bei den drei Juniordetektiven aus Rocky Beach: Danach fiel die Fall-Qualit\u00e4t n\u00e4mlich stark ab, bei gleichzeitiger Zunahme des Zuspruchs von Seiten eines nachwachsenden Publikums; gro\u00dfe Nachfrage, mehr Output n\u00f6tig, geringere Qualit\u00e4t. Somit markiert \u201eToteninsel\u201c einen Zenit in der Serie. Auch in der H\u00f6rspielfassung: Drei LPs, drei Stunden, so lang war nie zuvor eine h\u00f6rbare Episode aus Rocky Beach. Und sie war gut, hielt die Dramaturgie, auch mit einigen Laber-Strecken, die aber noch l\u00e4ngst so stark ausuferten wie in den H\u00f6rspielen j\u00fcngerer Zeit.<br><br>Und dann die Geschichte: Ausgerechnet Erzfeind Skinny Norris beauftragt die Drei Fragezeichen damit, etwas \u00fcber eine illegal operierende Arch\u00e4ologengruppierung namens Sphinx herauszufinden \u2013 weil er von seinem Arbeitgeber damit beauftragt wurde, diese Gruppe auf einer geheimen Mission auf die Insel Makatao in Mikronesien zu begleiten. Weil Skinny eben Skinny ist, schmuggelt er Peter an seiner Statt auf das Schiff, der sich nun den skeptischen Fragen seiner kriminellen Mitreisenden ausgesetzt sieht, die ihn f\u00fcr Skinny halten. Auf der Vulkaninsel entdecken sie die verborgene Grabkammer eines vergessenen indigenen Volkes, in dem sie indes mehr finden als nur Knochen. Als dann auch Justus und Bob dank der Hilfe von Ermittlerfreundin Jelena Charkova die Insel erreichen, kommen immer mehr Verstrickungen ans Tageslicht, bis hin zu US-Geheimdiensten und Atombomben. Am Ende l\u00e4sst die Sphinx keine Fragen offen.<br><br>F\u00fcr den Film entwirrte Marx seine Geschichte: Das erste Buch mit den Ermittlungen zu Sphinx stimmt noch reichlich \u00fcberein, doch bereits das zweite Buch mit der \u00dcberfahrt und dem Aufenthalt auf der Insel erf\u00e4hrt einige Straffungen. Komplett umgeschrieben ist das dritte Buch: Hintergr\u00fcnde, Ziele und Hinterleute sind an eine schnellere, schl\u00fcssigere Erz\u00e4hlweise angepasst und in sich ebenso stimmig wie die sympathisch \u00fcberdrehte erste Fassung. Bei aller Erz\u00e4hldichte lie\u00df Marx dennoch ausreichend Luft inmitten der Action, um die Figuren sich ausleben zu lassen. Die Mischung geht erstaunlich gut auf.<br><br>So kommt es, dass Marx die Hauptfiguren und deren Eigenarten nicht schont: Der gebildete Klugschei\u00dfer Justus ist ein arrogantes Arschloch, das darf er gern gespiegelt bekommen, insbesondere, sobald er sich gegen Bobs Freundin Jelena stellt, weil er in ihr eine Konkurrentin sieht und versucht, sie gegen Peter und Bob auszuspielen. Die ihn indes durchschauen und mit klugen Spr\u00fcchen sticheln \u2013 was in den H\u00f6rspielen (und vermutlich auch den B\u00fcchern) so nicht \u00fcblich w\u00e4re, da ist Justus ein \u00dcbermensch, der zwar nervt, dem aber niemand gewachsen ist. Umgekehrt ist Peter hier nicht der ungebildete Sportler, dem man alles erkl\u00e4ren muss; hier sind die individuellen F\u00e4higkeiten der drei aus dem Hauptteam sinnbringend aufgeteilt und eingesetzt. Somit ist es glaubw\u00fcrdiger, wie die drei interagieren, nicht so sehr als interne Konkurrenten wie bisweilen in der Hauptserie.<br><br>In dieser dritten Verfilmung mit identischem Team gew\u00f6hnt man sich auch an die Wirkung der Figuren. Zwar sieht Bob so aus, wie man sich Peter vorstellt, nachdem man das Vollplaybacktheater verinnerlicht hat \u2013 das \u00fcbrigens die \u201eToteninsel\u201c seinerzeit exklusiv als H\u00f6rspiel f\u00fcr die B\u00fchne umsetzen durfte, bevor es im Handel erh\u00e4ltlich war \u2013, doch passt das schon so. Auch Mathilda und Titus sind okay so, wie sie sind, dieses Mal treten sie nicht so \u00fcbertrieben auf wie in den Filmen davor. Ebenso Inspektor Cotta, der gern ein smarter dreitageb\u00e4rtiger Cop sein darf. Passt so. Kurios ist abermals, dass der eigentlich als Arschloch angelegte Skinny hier immer aussieht wie einer von den coolen Jungs aus der Subkultur, Post-Punk oder New Wave oder so. Auch das ist in Ordnung \u2013 optisch macht er eben einfach mehr her als die drei angepassten Streber.<br><br>Was diesen Film zum Film macht, ist, dass man sieht, dass es sich nicht lediglich um eine abgefilmte Geschichte handelt, sondern dass hier filmische Mittel zum Einsatz kommen. Perspektiven, Schnitte, Details, Stimmungen: Regisseur Tim D\u00fcnschede arbeitet hier ausdr\u00fccklich f\u00fcrs Kino. Und bietet dort noch mehr: Einen Score etwa, der eine komplett eigene Note hat, n\u00e4mlich Klassik und Electro kombiniert. Auch erfassen die Darsteller, und von denen braucht die Geschichte einige, dass sie es nicht mit einem Kinderfilm zu tun haben; niemand agiert albern \u00fcberzogen, man sp\u00fcrt, dass sie das Sujet ernstnehmen.<br><br>Auch wenn das Drehbuch hier einiges an unterschwelliger Bedrohlichkeit herausnimmt, die man aus der H\u00f6rspielumsetzung kennt, arbeitet es einiges ein, das die Fans bedient. Einmal generiert es nach \u201eErbe des Drachen\u201c und \u201eKarpatenhund\u201c eine innere Chronologie, die auch \u201eDas Geheimnis der Geisterinsel\u201c und \u201eDas verfluchte Schloss\u201c, die beiden vor 20 Jahren erschienen ersten Verfilmungen, ausklammert, ebenso die Buchvorlagen. Die indes klammert \u201eToteninsel\u201c in den aus den beiden vorherigen Filmen bekannten Eastereggs ein: Ein Firmenlogo sieht aus wie der Tanzende Teufel von Covergestalterin Aiga Rasch, andere Titel fallen wie nebenbei, \u201edas ist der Magische Kreis, den man dr\u00fccken muss\u201c, sagt Dr. Maria Svenson etwa vor der antiken Geheimt\u00fcr. Das bedient nat\u00fcrlich die Checker, ohne indes die Neulinge zu verprellen, die finden hinreichend eigenes Futter.<br><br>War \u201eDas Erbe des Drachen\u201c noch etwas schwierig gutzufinden, punktete das Team mit \u201eKarpatenhund\u201c und \u00fcbertrifft sich nun mit der \u201eToteninsel\u201c. Wenn das Kammerspiel \u201eNacht in Angst\u201c das Level h\u00e4lt, darf man sich davon viel versprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (28.01.2026) Die f\u00fcnfte Verfilmung und die dritte vom gleichen Team ist die erste, die nicht ein US-Original als Buchvorlage oder zumindest als Inspiration hat: Andr\u00e9 Marx schrieb \u201eToteninsel\u201c als ersten dreiteiligen Sonderband, Episode 100 der Reihe \u201eDie &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/die-drei-toteninsel-tim-duenschede-d-2026\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-8679","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kino"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8679","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8679"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8679\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8680,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8679\/revisions\/8680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8679"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8679"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8679"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}