{"id":8644,"date":"2026-01-20T21:23:47","date_gmt":"2026-01-20T20:23:47","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8644"},"modified":"2026-01-20T21:23:47","modified_gmt":"2026-01-20T20:23:47","slug":"the-wedding-present-maxi-clue-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-wedding-present-maxi-clue-records-2025\/","title":{"rendered":"The Wedding Present \u2013 Maxi \u2013 Clue Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/The-Wedding-Present-Maxi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/The-Wedding-Present-Maxi.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8645\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (20.01.2026)<br><br>Nach \u201eMini\u201c kommt \u201eMaxi\u201c, was hier doppelt zutrifft: The Wedding Present ver\u00f6ffentlichen ihre neuesten sechs Songs als 10\u201c. Nach dem Mammutwerk \u201e24 Songs\u201c sei es den englischen Indierock-Veteranen geg\u00f6nnt, sich zu reduzieren \u2013 eine tolle Platte ist es ja trotzdem geworden. Quasi das Geschenk zum 40. Geburtstag der Band, aus deren Gr\u00fcndungszeit l\u00e4ngst nur noch George Best, \u00e4h: S\u00e4nger und Gitarrist David Gedge \u00fcbrig ist. Den Spirit, der The Wedding Present ausmacht, bleibt aber in jeder Besetzung erhalten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die ersten fast sieben Minuten geh\u00f6ren \u201eScream, If You Want To Go Faster\u201c, und man muss schon f\u00fcnf Minuten lang schreien, bis die Band ihr Versprechen einl\u00f6st: Als chillige melancholische Indierock-Ballade beginnt das Lied, und man denkt schon an Alterswerk, als die Band dann doch noch mal anzieht und losrockt. Auf zum \u201eGrand Prix\u201c, der genau so klingt, als w\u00e4re er 1996 auf \u201eMini\u201c erschienen: Midtempo-Fuzzrock, charakteristischer Background-Gesang von der erstmalig hinzugezogenen Session-S\u00e4ngerin Emilie Geissmar-Wagstaff, eine Melodie zwischen ermunternd und melancholisch, vorgetragen von einem gewohnt grummeligen Gedge. Beinahe im Punk-Tempo kommen die \u201eHot Wheels\u201c daher, die den letzten Verdacht von Alterswerk hinfortwischen. Obschon der Song nach der H\u00e4lfte in kontemplatives psychedelisches hymnisches Gothrocken verf\u00e4llt.<br><br>Dagegen beginnt die B-Seite mit einem fr\u00f6hlichen Uptempo-Indiepopsong: \u201eTwo For The Road\u201c empf\u00e4hle sich mit dem zweistimmigen Refrain und der guten Laune in der \u00fcblichen Melancholie als Radiosong, w\u00e4re das Radio noch f\u00fcr so etwas offen. Dieser Song ist strukturell eine Spiegelung von \u201eHot Wheels\u201c, denn er nimmt erst zum Schluss flotteste Jangle-Schrammel-Fahrt auf. Mit einem d\u00fcsteren Marschrhythmus legt \u201eInterceptor\u201c eine ganz andere Stimmung aus, tats\u00e4chlich ann\u00e4hernd Gothic, l\u00e4sst den Song aber zweimal in etwas \u00fcbergehen, das man beinahe als Heavy Metal bezeichnen k\u00f6nnte. Der \u201eSilver Shadow\u201c ist dann eine Walzertakt-Ballade mit zweistimmigem Gesang und der Erinnerung an das typische Schrammeln zwischendurch, dem Markenzeichen von The Wedding Present der fr\u00fcheren Tage.<br><br>Neben S\u00e4ngerin Geissmar-Wagstaff k\u00f6nnte auch Gitarristin Rachael Wood die Ges\u00e4nge \u00fcbernommen haben, wie die erstgenannte eine Sessionmusikerin, die Gedge f\u00fcr \u201eMaxi\u201c dazubuchte. Lediglich tempor\u00e4re Bandmitglieder sind auch Bassist Paul Blackburn und Schlagzeuger Vincenzo Lammi. Damit ist von der \u201eMini\u201c-EP von vor 29 Jahren, auf die sich \u201eMaxi\u201c bezieht, lediglich Gedge ebenfalls beteiligt. Gottlob bekommen die Gekauften den typischen Sound ganz gut hin, obschon die charakteristische Schrammel-Gitarre nat\u00fcrlich mit Peter Solowka verschwand, der seinen Schwerpunkt ab 1991 auf The Ukrainians verlagerte.<br><br>Streng betrachtet, gibt es von The Wedding Present lediglich neun Studioalben, das letzte, \u201eGoing, Going \u2026\u201c, ist bereits zehn Jahre alt. Nun fungieren diverse Compilations aber als Alben, ausgehend von \u201eTommy\u201c 1988 \u00fcber \u201eHitparade\u201c 1992 und 1993 bis zur letzten Ver\u00f6ffentlichung \u201e24 Songs\u201c 2023, die zw\u00f6lf 2022 monatlich erschienene Singles mit B-Seiten kompiliert. EPs und Non-Album-Singles sowie Sesssions, Livealben und wei\u00df der Geier was noch gibt\u2019s obendrauf. Nun eben eine mehr.<br><br>Das Konzept hinter \u201eMini\u201c besagte, dass sich die Songs locker um da Thema Fahren drehen sollten, deshalb fand sich auch ein gleichnamiges Auto im Coverdesign wieder. \u201eMaxi\u201c greift dieses Konzept auf. In den USA hatte die \u201eMini\u201c-CD drei Songs mehr, noch gibt es keine erweiterte Fassung von \u201eMaxi\u201c. Daf\u00fcr gibt\u2019s die als CD und 10\u201c sowie via Bandcamp als rote 12\u201c. Betrachtet man die Besetzung der Band auf \u201eMaxi\u201c, fragt man sich, welche Zukunft sich Gedge f\u00fcr sein Hauptbaby neben Cinerama ausdenkt. Warten wir\u2019s ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (20.01.2026) Nach \u201eMini\u201c kommt \u201eMaxi\u201c, was hier doppelt zutrifft: The Wedding Present ver\u00f6ffentlichen ihre neuesten sechs Songs als 10\u201c. 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