{"id":8642,"date":"2026-01-19T21:05:10","date_gmt":"2026-01-19T20:05:10","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8642"},"modified":"2026-01-19T21:05:10","modified_gmt":"2026-01-19T20:05:10","slug":"the-rip-joe-carnahan-netflix-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-rip-joe-carnahan-netflix-2026\/","title":{"rendered":"The Rip \u2013 Joe Carnahan \u2013 Netflix 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"100\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-660\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (19.01.2026)<br><br>Folgt man den Nachrichten, gilt \u201eThe Rip\u201c als die Zukunft des Action-Films und ohnehin als einer der besten seien Genres. Gut, das von wahren Begebenheiten inspirierte Drehbuch hat einen essentiellen Kniff, ansonsten bekommt man das \u00fcbliche Geballer und Gebretter mit einem Haufen relativ identit\u00e4tsloser und eher neutral- bis unsympathischer Figuren. M\u00f6glicherweise h\u00e4tte der Film besser funktioniert, verzichtete man komplett auf den Versuch von Hintergrund-Geschichte und verlegte sich komplett auf die Materialchoreographie. So aber ist der Film schneller vergessen als geguckt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst st\u00fcrzt man kopf\u00fcber in eine Handlung, die man nicht versteht: Irgendeine Anti-Drogen-Kommissarin wird in Miami von zwei Maskierten an einem Gew\u00e4sser erschossen und setzt vorher noch mit ihrem Smartphone eine Textnachricht ab. Ihr Team wird von irgendeinem anderen Team in die Mangel genommen, weil alle grunds\u00e4tzlich unter Korruptionsverdacht stehen, die Beh\u00f6rden also nicht das Kartell als f\u00fcr diese Exekution verantwortlich w\u00e4hnen, sondern Kollegen. Man bekommt es mit haufenweise Abk\u00fcrzungen zu tun, die man irgendwie kennt und dann offenbar noch nicht, wie FBI, DEA, TNT, und man muss es einfach akzeptieren, dass die zwar alle mit dem selben Auftrag auf der selben Seite unterwegs sind, aber dann doch gegeneinander.<br><br>Nun denn. Ein Tip auf einem Smartphone \u00fcber ein Geldversteck im Nachbarst\u00e4dtchen Hialeah l\u00e4sst das verbliebene Team unter neuer F\u00fchrung aus eigenen Reihen mit kurzschw\u00e4nzigen \u201eFast &amp; Furious\u201c-Karren aufbrechen und das geerbte Haus einer jungen Frau durchsuchen. Dort finden sie in Eimern versteckt gesch\u00e4tzt 20 Millionen US-Dollar, was dann f\u00fcr Komplikationen sorgt. Auch das muss man akzeptieren, so richtig plausibel erkl\u00e4rt bekommt man diese Komplikationen nicht, auch nicht, warum der Einsatzleiter s\u00e4mtliche Handys des Teams und der Bewohnerin konfisziert. Also weiter, und weiter hei\u00dft, dass in dem von den Cops besetzten Haus eine undefinierte Bedrohung sp\u00fcrbar wird. Ein Polizeiwagen mit aufs\u00e4ssigen Kollegen, \u201eP.I.G.S.\u201c morsende Verandalampen \u2013 den Zusammenhang muss man kennen, dass dies f\u00fcr \u201ePolizisten\u201c steht und vermutlich vom Drogenkartell als Warnung gemeint ist \u2013, anonyme Drohanrufe und interne Verd\u00e4chtigungen folgen.<br><br>Irgendwann gibt\u2019s Alleing\u00e4nge, weitere Verd\u00e4chtigungen und offen ausgesprochene Unterschlagungsideen. Und dann die ersten Schie\u00dfereien, einen unerwarteten Friedensschluss und die n\u00e4chsten Schie\u00dfereien und in der Folge Rasereien mit schwerem Kraftfahrzeug. Da geh\u00f6rt dann zum Actionfilm einfach dazu, dass man zwischen Sch\u00fcssen und Schreien nicht so richtig erkennen kann, wem da gerade was passiert, also weiter. Das Team trennt sich, die Frauen \u2013 mit der Verd\u00e4chtigen zwei Kolleginnen \u2013 bleiben beim brennenden Haus und die wahre T\u00e4terschaft offenbart sich im Showdown. Und dann erst auch die Motivation f\u00fcr das Verhalten einiger Figuren, die \u2013 und das ist der Kniff dieses Films \u2013 mit dem Vorhaben, ihre Beteiligten hinters Licht zu f\u00fchren, auch die Zuschauenden fehlleiten. Ch\u00e2peau! Da hat man dann auch die irref\u00fchrende Sequenz vergessen, in der die drei Frauen mit einem Stapel Eimer im Kofferraum abhauen, nur um dann sofort wieder im hopsgenommenen Haus zu sein. Das Hau-drauf-Ding mit den \u00fcbereinstimmenden Betr\u00e4gen f\u00fchrt auch noch dem letzten Handyscroller vor Augen, dass da wohl doch alles mit rechten Dingen zugeht.<br><br>Okay, sch\u00f6ner Twist im Drehbuch, nicht der einzige, aber der beste. Die Action ist solide, genau so, wie man es kennt und offenbar auch erwartet, jedenfalls jubelt die Actiongemeinde. Eigentlich ist dies solides Mittelma\u00df, das sich nicht sonderlich von Action der zur\u00fcckliegenden 40, 50 Jahre abhebt. Und dann die Figuren: ein bunt gemischtes Ensemble aus \u2013 Nullen. Eine Polizistin sorgt sich um ihre Kinder, ein Polizist verlor seinen minderj\u00e4hrigen Sohn, sie interessieren sich f\u00fcr Bierdosen und Gummiabrieb durch R\u00e4derdurchdrehenlassen auf dem Polizeiparkplatz. Das ist alles an Charakter, das man ihnen zubilligt, und das ist nicht nur banal, sondern auch noch unsympathisch, so dass man gar keine Lust hat, sich auch nur mit irgendeiner der Figuren zu identifizieren. Punkt f\u00fcr den Film, dass man damit am Ende in zwei, drei F\u00e4llen \u2013 darunter den Figuren von Matt Damon und Ben Affleck \u2013 danebenliegt, aber dennoch: Freunde suchen w\u00fcrde man sich in dem Team eher nicht.<br><br>Interessanterweise bedient der Synthie-Soundtrack die neu zur\u00fcckgewonnenen Gewohnheiten von \u201eStranger Things\u201c, \u00e4hnlich retro und minimalistisch, aber effektvoll. Den Score komponierte Clinton Shorter, der 2009 mit der Musik f\u00fcr \u201eDistrict 9\u201c auf den n\u00e4chstgr\u00f6\u00dferen Plan trat. Ebenfalls interessant ist, dass Mat Damon erz\u00e4hlte, dass man in Zeiten von Smartphones den Nutzern dieser Ger\u00e4tschaften die Story mehrfach erz\u00e4hlen muss, weil deren Aufmerksamkeitsspanne so gering ist. Ehrlich, ein paar mehr Erkl\u00e4rungen f\u00fcr Nicht-US-Zuschauer w\u00e4ren schon sch\u00f6n gewesen. So hat man zwei Stunden lang einen soliden Actionfilm gesehen, der sich zwar nicht f\u00fcr die ewige Sammlung empfiehlt, aber auch keine komplette Zeitverschwendung war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (19.01.2026) Folgt man den Nachrichten, gilt \u201eThe Rip\u201c als die Zukunft des Action-Films und ohnehin als einer der besten seien Genres. 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