{"id":8606,"date":"2026-01-06T21:59:53","date_gmt":"2026-01-06T20:59:53","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8606"},"modified":"2026-01-06T21:59:53","modified_gmt":"2026-01-06T20:59:53","slug":"bill-leeb-machine-vision-metropolis-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/bill-leeb-machine-vision-metropolis-2025\/","title":{"rendered":"Bill Leeb \u2013 Machine Vision \u2013 Metropolis 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bill-Leeb-Machine-Vision.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bill-Leeb-Machine-Vision.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8607\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (06.12.2026)<br><br>Ein erstes Solo-Album von Bill Leeb? War nicht \u201eFLAvour Of The Weak\u201c von Front Line Assembly 1997 eigentlich bereits ein Solo-Album, nur unter seinem Namen? Schlie\u00dflich ist er der Bandkopf, so sehr der vor 25 Jahren aus- und zwischenzeitig wieder eingestiegene Rhys Fulber als vollwertiges Mitglied gelten mag. Der tr\u00e4gt drei von f\u00fcnf Remixen auf der Begleit-EP \u201eMachine Vision\u201c bei und r\u00fcckt diese 12\u201c dadurch wieder n\u00e4her in Richtung dessen, was man von Front Line Assembly erwartet. Die anderen \u2013 w\u00e4ren teilweise nicht n\u00f6tig gewesen. Es zeigt sich einmal mehr, dass der EBM-Electro-Erneuerer (von Industrial sprechen hier nur Nordamerikaner) aus Vancouver in j\u00fcngerer Zeit die Muse verlor.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mit Greg Reely ist zudem der dritte Mann von Front Line Assembly ebenfalls involviert, wenigstens als Mixer, und im eigens f\u00fcr dieses Album ins Leben gerufenen Co-Produzenten-Team Dream Bullet ist Ex-FLA-Gitarrist Jared Slingerland enthalten; das Etikett \u201eSolo-Album\u201c trifft auf \u201eModel Kollapse\u201c, von dem die drei hier gemixten Tracks stammen, also nur bedingt zu. Sei\u2019s drum. Im Sound ist \u201eModel Kollapse\u201c dem j\u00fcngeren, bedauerlicherweise schw\u00e4cheren FLA-Output schon recht nahe, l\u00e4sst aber wie jene an H\u00e4rte und auch an Kompromisslosigkeit vermissen. In die N\u00e4he dessen, was man so kennt, mixt Rhys Fulber \u201eNeuromotive\u201c, und das gleich dreimal. Die elektronische Tiefe und Vielfalt kommen hier zum Tragen, die Dunkelheit liegt \u00fcber der Spannung, die der \u201eSehr Geil One Mix\u201c mitbringt.<br><br>Ganz anders \u201eInfernum\u201c in der Hand von Dream Bullet, die bereits das Album mit-produzierten: Das ist Futurepop-Schlager mit Kreisch-Synthies wie aus der Vorstadt-EBM-H\u00f6lle. Danach wieder Fulber, wieder \u201eNeuromotive\u201c, dieses Mal der bereits im April digital ver\u00f6ffentlichte \u201eStacks Mix\u201c: minimalistisch, karg, technoid, modernisierter Sequenzer-EBM alter Schule, partiell l\u00e4sst sich die mildere Seite von Fixmer\/McCarthy heraush\u00f6ren, die mit der N\u00e4he zu DAF vielleicht.<br><br>Nach dem Schock mit \u201eInfernum\u201c f\u00fcrchtet man sich davor, den \u201eBlack Chromium Mix\u201c von \u201eFusion\u201c anzumachen, den nahmen n\u00e4mlich abermals Dream Bullet vor. Doch \u00dcberraschung, die beginnen das St\u00fcck reduziert und karg und lassen es im Verlauf zu einem angenehmen Tanztrack werden. Als letzter Remixer ist Fulber mit dem \u201eSehr Geil Two Mix\u201c von \u201eNeuromotive\u201c an der Reihe, und hier spielt er abermals seine F\u00e4higkeiten aus: Transparent, detailreich, tanzbar, packend. Zum Abschluss g\u00f6nnt sich Leeb mit \u201eFireshow\u201c einen Track, der mit dem irrsinnigen Hi-Hat-Gerassel und den Handclaps an modernen Downbeat-Radio-Rap erinnert. Das k\u00f6nnte Ihnen auch gefallen, wenn Sie TikTok m\u00f6gen. Mit seinen epischen Electro-Sounds kommt dieser Track kurioserweise tats\u00e4chlich ganz gut.<br><br>Etwas befremdlich sind indes die Textfetzen, die man bei \u201eNeuromotive\u201c heraush\u00f6rt: Der geb\u00fcrtige \u00d6sterreicher Leeb singt, nicht zum ersten Mal, auf Deutsch, und es klingt verst\u00f6rend, was man da offenbar \u00fcber die Betrachtung einer Frau ahnen muss. Mit \u201eSehr Geil\u201c tr\u00e4gt Fulbers Remix einen daran angelehnten Titel. Nun handelt \u201eModel Kollapse\u201c aber von irgendwelchen Zukunfts-Dystopien, so kann es also Teil eines kritisch dargestellten Szenarios sein, nicht Haltung. Das w\u00e4re auch enorm unpassend.<br><br>Und wie geht es mit Front Line Assembly weiter? Das j\u00fcngste Album ist die 2025 erschienene eher furchtbare Remix-Version des ganz passablen 2018er Videospiel-Soundtracks \u201eWarMech\u201c mit dem Titel \u201eMechviruses\u201c, das letzten Studioalben \u201eMechanical Soul\u201c aus dem Jahr 2021 und \u201eWake Up The Coma\u201c aus dem Jahr 2019 waren \u00fcberwiegend Schei\u00dfe. Damit ist \u201eEchoes\u201c, das Remix-Album zu \u201eEchogenetic\u201c, aus dem Jahr 2014 das letzte durchgehend gute Album, das es von den auch bald 40 Jahre alt werdenden EBM-Helden aus Vancouver zu h\u00f6ren gab. \u201eMachine Vision\u201c gibt es physisch \u00fcbrigens ausschlie\u00dflich als limitierte 12\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (06.12.2026) Ein erstes Solo-Album von Bill Leeb? War nicht \u201eFLAvour Of The Weak\u201c von Front Line Assembly 1997 eigentlich bereits ein Solo-Album, nur unter seinem Namen? 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