{"id":8602,"date":"2026-01-05T21:07:50","date_gmt":"2026-01-05T20:07:50","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8602"},"modified":"2026-01-05T21:07:50","modified_gmt":"2026-01-05T20:07:50","slug":"kwoon-unplugged-from-the-moon-kwoon-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/kwoon-unplugged-from-the-moon-kwoon-2025\/","title":{"rendered":"Kwoon \u2013 Unplugged From The Moon \u2013 Kwoon 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Kwoon-Unplugged-From-The-Moon.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"114\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Kwoon-Unplugged-From-The-Moon.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8603\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (05.12.2025)<br><br>Nach 20 Jahren Existenz darf man auch mal zur\u00fcckblicken. Die Pariser Post-Rock-Band Kwoon unternimmt dies, indem sie ausgew\u00e4hlte St\u00fccke ihrer Discographie in einer akustisch-reduzierten Version neu einspielt, kwasi: \u201eUnplugged From The Moon\u201c. F\u00fcr die H\u00f6renden, die die Originale nicht kennen, ist dies ein sch\u00f6ner Anlass, sich mal mit dem Oeuvre der Band zu befassen \u2013 oder einfach diese zehn melancholischen Chansons mit Akustikgitarre, Besenschlagzeug, Cello und entr\u00fcckt-introvertiertem Gesang zur winterlichen Untermalung zu verwenden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Im minimalistischen Streichergewand bekommen die Songs aus dem Stand etwas Zerbrechliches, dazu passend haucht der Gesang, als n\u00e4hme der Singende Abschied von irgendetwas, von der Jugend wom\u00f6glich, schlie\u00dflich sind 20 Jahre Bandbestehen ja nun auch kein Pappenstiel. Das Album f\u00e4llt ausnehmend emotional aus, und was Kwoon hier richtig gut gelingt, ist, dass sie nicht mit himmelgreifend-pathetischen Mitteln arbeiten, sondern die Emotionalit\u00e4t als schweres Gewicht in die kontrastierend leicht instrumentierten Songs legen.<br><br>Alle zehn St\u00fccke sind im unteren Tempo gehalten, was der Emotionalit\u00e4t zus\u00e4tzliches Gewicht verleiht. Mit punktierten Einsch\u00fcben reichert die Band die St\u00fccke an, versorgt sie etwa mal mit weiblicher zweiter Stimme, mal mit Piano, mal mit gepickter Akustikgitarre, mal mit Kinderchor. An mancher Stelle, sobald Kwoon die Intensit\u00e4t etwas steigern, f\u00fchlt man sich an die alten Sigur R\u00f3s erinnert, etwa in \u201eGreat Escape\u201c; in dem St\u00fcck darf das Besenschlagzeug sogar mal einen etwas flotteren Takt angeben, der indes so weit im Hintergrund stattfindet, dass er den Eindruck der aufw\u00fchlenden Gem\u00e4chlichkeit nicht tr\u00fcbt.<br><br>MTV startete die \u201eUnplugged\u201c-Reihe 1989 und legte damit einen Begriff fest, der zum Markenzeichen wurde. Waren es zun\u00e4chst die neuen Arrangements, mit denen Bands von sich h\u00f6ren machten, mussten es bald die ungew\u00f6hnlichen Darreichungsorte sein. Tropfsteinh\u00f6hlen, Realschulen, Hafenbarkassen, da bleibt nicht viel \u00fcbrig, nehmen wir also den Mond. Bei aller Melancholie \u2013 nicht Schwermut \u2013 trifft die Band mit den fragilen Arrangements die Schwerelosigkeit zumindest ganz gut.<br><br>So ganz karriere\u00fcberspannend ist \u201eUnplugged From The Moon\u201c \u00fcberdies nicht: Das Deb\u00fct \u201eTales &amp; Dreams\u201c aus dem Jahr 2006 ist gar nicht ber\u00fccksichtigt, das j\u00fcngste Album \u201eOdyssey\u201c daf\u00fcr umso h\u00e4ufiger. Vom mittleren Album \u201eWhen The Flowers Where Singing \u2026\u201c sind zwei Songs enthalten. Ein St\u00fcck entstammt der EP \u201eThe Guillotine Show\u201c, und \u201eChesslove\u201c ist ein ganz neuer Song. Es erstaunt \u00fcbrigens eine lange L\u00fccke zwischen der EP und dem dritten Album, da vergingen 14 Jahre. Daf\u00fcr gibt\u2019s noch einen Haufen Singles und Live-Alben zu genie\u00dfen.<br><br>Kwoon ist \u00fcbrigens die Transkription eines chinesischen Begriffes f\u00fcr eine Martial-Arts-Trainingshalle. Bandkopf ist Sandy Lavallart, mit Gesang, Gitarre und Sampler. Bei ihm sind: Gitarrist Guilaume Pintout, Bassist und Keyboarder Yoann Lamouroux sowie Schlagzeuger und Organist Pierre Michel. Offen bleibt, wer zus\u00e4tzlich singt oder die klassischen Instrumente spielt. Dar\u00fcber macht man sich aber ohnehin keine Gedanken, wenn man sich zur\u00fccklehnt, sich ein Glas Rotwein einschenkt und sich das Album anh\u00f6rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (05.12.2025) Nach 20 Jahren Existenz darf man auch mal zur\u00fcckblicken. Die Pariser Post-Rock-Band Kwoon unternimmt dies, indem sie ausgew\u00e4hlte St\u00fccke ihrer Discographie in einer akustisch-reduzierten Version neu einspielt, kwasi: \u201eUnplugged From The Moon\u201c. 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