{"id":8584,"date":"2025-12-30T20:23:53","date_gmt":"2025-12-30T19:23:53","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8584"},"modified":"2025-12-30T20:23:53","modified_gmt":"2025-12-30T19:23:53","slug":"the-imperial-mustard-turn-the-stone-slagrec-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-imperial-mustard-turn-the-stone-slagrec-2025\/","title":{"rendered":"The Imperial Mustard \u2013 Turn The Stone \u2013 SlagRec 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/The-Imperial-Mustard-Turn-The-Stone.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/The-Imperial-Mustard-Turn-The-Stone.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8585\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (30.12.2025)<br><br>Wer braucht schon Kompositionen, wenn man ein schl\u00fcssiges Space-Kraut-Rock-Album wie \u201eTurn The Stone\u201c auch schlichtweg im Studio vom Universum empfangen und direkt auf die Magnetspule bannen kann? Auf diese Weise verf\u00e4hrt die Rhein-Main-Band The Imperial Mustard seit 2011. So viel Erfahrung und Fachwissen aus allen m\u00f6glichen Genres bringen die Musizierenden hier ein, dass man das Improvisierte nicht einmal ahnt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich sind die St\u00fccke lang, eine radiotaugliche Improvisation l\u00e4sst sich wohl kaum erwarten, und doch sind die Tracks hier so \u2013 nun \u2013 dicht geraten, dass sie keine L\u00e4ngen mitbringen. Die Band geht innerhalb ihrer St\u00fccke auf Wanderung, auf Erkundungstour, dreht alle Steine um, die sich am Wegesrand finden, und f\u00f6rdert zu Tage, was sich darunter verbirgt. So l\u00e4uft ein Rhythmus zwar durch, jedoch in wechselnder Intensit\u00e4t, und ebenso verh\u00e4lt es sich mit wiederkehrenden Motiven, Melodien, Licks. Erstaunlicherweise handelt es sich bei The Imperial Mustard nicht um eine Instrumentalband: Das Wiederkehrende trifft hier auch auf den Gesang zu. Klar fu\u00dft vieles davon auf Loops und Miniaturen, aber eben nicht ausschlie\u00dflich und nicht in einer langweiligen Abfolge.<br><br>Dramaturgie und Spannungsb\u00f6gen beherrscht die Band n\u00e4mlich nur zu gut. Auf diese Weise pl\u00fcndert sie Einfl\u00fcsse aus allen m\u00f6glichen Quellen, das Krautige und das Spacige sind lediglich Orientierungshilfen. Kombiniert mit dem Stimmvortrag von Suse Michel in eher mittlerer bis tieferer Lage und der Ernsthaftigkeit ihres Vortrags, denkt man bisweilen an Patti Smiths Deb\u00fct \u201eHorses\u201c, etwa in \u201eOn The Line\u201c. Das Titelst\u00fcck wiederum tendiert zu einer moderneren Variante des Stoner Rock, nur nicht so heavy, mit minimalistisch gelooptem Basslauf und einer epischen Trance. Sobald in \u201eHot Smoke\u201c oder in \u201eEasy\u201c der Offbeat hinzukommt, l\u00e4sst sich an die Kastrierten Philosophen denken, deren S\u00e4ngerin Kathrin Achinger eine \u00e4hnliche Tonlage hat. Frumpy mit Inga Rumpf kommen einem ebenfalls mal in den Sinn. Das Repetitive Motiv von \u201eOrient V8\u201c l\u00e4sst \u201eFinal Solution\u201c von Pere Ubu anklingen.<br><br>Da die Band ja nun aus versierten Musizierenden besteht, bekommt auch jeder mal die Gelegenheit, seiner Profession ausufernd nachgehen zu d\u00fcrfen. Ein endloses Gniedeln auf der Gitarre erwartet man auf einem Album mit so einem Konzept ja schlie\u00dflich auch, und, ja, man damit wird vortrefflich bedient; das fast zw\u00f6lfmin\u00fctige \u201eBeautiful Day\u201c ist nicht zuf\u00e4llig genau in der Mitte des Albums platziert. Gleichwohl ist das Quintett ebenso in der Lage, die kontemplativ-versunkenen Passagen mit Tempo abzuwechseln. Zudem generiert die Band fortw\u00e4hrend einpr\u00e4gsame Motive, auf die man immer wieder gern zur\u00fcckgreift, indem man das Album einfach mehrfach h\u00f6rt. Und Analogien sammelt, Funk, Noise, Psychedelic, Ambient, Prog, was auch immer. Sch\u00f6n ist zudem, dass die Band das S\u00fc\u00dfliche durchgehend vermeidet: Die Musik ist ernsthaft, abenteuerlich, atmosph\u00e4risch, sch\u00f6n.<br><br>Man wundert sich, dass The Imperial Mustard \u201eTurn The Stone\u201c als ihr zweites Album anpreisen, als Nachfolge zu \u201eRoom One\u201c aus dem Jahr 2023, dabei existiert die Band seit 2011 und hat noch weitere acht Alben auf dem Zettel \u2013 aber in anderer Besetzung eingespielt. S\u00e4ngerin Suse Michel, eigentlich Schlagzeugerin bei The Slags, ist Gr\u00fcndungsmitglied, ebenso Bassist Carsten Eckermann, Gitarrist Hank Wagner und Schlagzeuger Stefan Myschor. Hei\u00dft also: Lediglich der Posten an der zweiten Gitarre erfuhr eine Neubesetzung, Gene Daja ersetzte Ike Anger. Da kichert Mark E. Smith.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (30.12.2025) Wer braucht schon Kompositionen, wenn man ein schl\u00fcssiges Space-Kraut-Rock-Album wie \u201eTurn The Stone\u201c auch schlichtweg im Studio vom Universum empfangen und direkt auf die Magnetspule bannen kann? 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