{"id":8563,"date":"2025-12-22T22:18:31","date_gmt":"2025-12-22T21:18:31","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8563"},"modified":"2025-12-23T16:14:51","modified_gmt":"2025-12-23T15:14:51","slug":"jahresrueckblick-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/jahresrueckblick-2025\/","title":{"rendered":"Jahresr\u00fcckblick 2025"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Kaiserbad.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"895\" height=\"769\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Kaiserbad.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8564\" srcset=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Kaiserbad.jpg 895w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Kaiserbad-300x258.jpg 300w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Kaiserbad-768x660.jpg 768w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Kaiserbad-349x300.jpg 349w\" sizes=\"auto, (max-width: 895px) 100vw, 895px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Von Chrisz Meier, Onkel Rosebud, Guido D\u00f6rheide, Matthias Bosenick<br><br>Den dritten Jahresr\u00fcckblick machen die kernbeitragenden KrautNick-Mitmachenden zu viert! Dreimal ist Tradition, also lassen wir den Begriff dieses Mal gelten. Kommt gut ins n\u00e4chste Jahr, liebe Lesenden! <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p><strong>Chrisz Meier<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df ich auch mal gefragt werde, einen pers\u00f6nlichen Jahresr\u00fcckblick zu schreiben&#8230; Was soll ich sagen \u2013 damit hatte ich nicht gerechnet. Umso schlimmer, da\u00df ich zu einigen der Rubriken, die unser allseits gesch\u00e4tzter Krautnick-Herausgeber aufgestellt hat, wenig bis nichts zu sagen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber der Reihe nach:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Pers\u00f6nliches Event<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das war ganz eindeutig die Hochzeitsfeier von J\u00f6rn und Katharina am 5. Juli im Jugendhaus Ost\/WOB. Ganz wunderbar, mit Live-Wunschkonzert einiger befreundeter MusikerInnen inkl. myself. Love&amp;Peace auf allen Kan\u00e4len, Speis und Trank 1 A, einfach nur ein gro\u00dfartiger Abend. Ein Fest der Freundschaft, das mir, und ich glaube, auch allen anderen, noch f\u00fcr Wochen das Herz gew\u00e4rmt hat, was auch mal bitter n\u00f6tig war. Zwar kurz darauf, aber trotzdem in einigem Abstand folgte dann \u00fcbrigens der Rille Elf-Abend in Harrys Biergarten\/BS am 19. Juli, auch sehr gelungen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Song<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da kann ich nichts zu sagen. Es blieb kein besonderer Song h\u00e4ngen in diesem Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Peinlichstes Lieblingslied<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wind Of Change. Nein, Scherz! Auch dazu kann ich nichts sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Lieblingslieder sind nicht peinlich. Punkt. Und WoC kann ich nicht ausstehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Album<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Uhhh, schwierig. Ich bin hin- und hergerissen zwischen \u201eBlodager\u201c von Bissesvinet und \u201eIn Ways\u201c von Slung. W\u00e4hrend ersteres ein ziemlich unverdaulicher Brocken aus, wie ich schrieb, \u201eZorn, Angst, Wut, Neid, Lust, Hass und Tod\u201c ist, der aber eine Sogwirkung entwickelt, ist letzteres leichter verdaulich, was aber nicht mit massenkompatibel verwechselt werden sollte. Ein Album wie ein breiter, tiefer, majest\u00e4tisch vor sich hinflie\u00dfender Flu\u00df im Licht des Vollmondes. Mehr dazu demn\u00e4chst in der Rubrik \u201eLiegengeblieben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Konzert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Rosalie Cunningham am 10. September in M\u00fcnster. Der schon nicht sehr gro\u00dfe Konzertraum im Rare Guitar Shop war nur zur H\u00e4lfte gef\u00fcllt, was ca. 60 bis 70 Menschen bedeutet. Die sich aber alle wie Bolle gefreut haben d\u00fcrften, an jenem Mittwoch dorthin gegangen zu sein. Was Frau Cunningham und ihre vier MitstreiterInnen dann ablieferten, war so derma\u00dfen gut, da\u00df ich fast durchgehend G\u00e4nsehaut hatte und mir die Freudentr\u00e4nen in den Augen standen. Und wenn ich mich mal umsah in dem halbleeren Laden, sah ich hier und da eine Kinnlade auf dem Boden liegen. Die Band lie\u00df sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als in der Mitte des Sets der Verst\u00e4rker der Gitarristin und S\u00e4ngerin Cunningham ausfiel. \u201eZum Gl\u00fcck sind wir ja in einem Gitarrenladen, right?\u201c lautete ihr lakonisch-pragmatischer Kommentar, und richtig: Kurze Zeit sp\u00e4ter stand ein Ersatzger\u00e4t auf der B\u00fchne und weiter ging der wilde Ritt. Zur Musik sage ich jetzt mal gar nichts, da ist Eigeninitiative gefragt. Nur das Fazit m\u00f6chte ich verraten: Wer auf handgemachte, eigenst\u00e4ndige, in hoher, aber nie aufdringlicher Perfektion dargebotene Musik von grundehrlichen, gutaussehenden K\u00fcnstlern, die keinerlei Schnickschnack f\u00fcr eine \u00fcberzeugende, umwerfende B\u00fchnenpr\u00e4senz brauchen, steht, sollte jetzt nach Tourdaten von Rosalie Cunningham und Band suchen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6. Kinofilm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich gehe schon lange nicht mehr ins Kino. Zu viele unertr\u00e4gliche Begleitumst\u00e4nde dort. Im Heimkino sah ich so einiges, darunter aber wenige Filme, die mich komplett begeistert haben. Ganz weit oben steht aber \u201eDie Fotografin\u201c mit Kate Winslet in der Rolle als historische Lee Miller. Als Kriegsfotografin erlebt sie Unertr\u00e4gliches. Brilliant gespielt und umgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Platz 2 und 3 setze ich den wahrscheinlich allseits bekannten \u201eLife Of Chuck\u201c und die Rettungssanit\u00e4ter-Dramedie \u201eCode 3\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>7. Serien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Puhhh, schwierig. Richtig umgehauen hat mich auch hier nichts. Ganz sch\u00f6n schr\u00e4g war nat\u00fcrlich \u201eSeverance\u201c. Aber lief die nicht schon 2024? Auch ganz nett ist die zehnteilige Serie \u00fcber die fiktive Mittsiebzigerjahreband \u201eDaisy Jones &amp; The Six\u201c, auch wenn ich sagen mu\u00df: So, wie dort dargestellt, funktioniert eine Band und funktioniert Musikmachen nicht, Leute!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>8. Buch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Tja. Einiges gelesen, h\u00e4ngengeblieben nix.<\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen empfehle ich das Gesellschaftsmagazin \u201eDummy\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Vier Ausgaben pro Jahr, jeweils ein Schwerpunktthema (\u201eM\u00fcde\u201c, \u201eWei\u00dfe\u201c, \u201eNerven\u201c und \u00e4hnliche). Immer interessant, oft \u00fcberraschend, mit klarer Haltung. N\u00e4mlich gegen Rechts und Oben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch sehr lesenswert: Das \u201eIsidor\u201c-Fanzine. Dreimal im Jahr macht ein Enthusiast das, worauf er Bock hat. Schr\u00e4ge Artikel \u00fcber Setlist- oder Plektronsammler, Beitr\u00e4ge \u00fcber peruanische Andenmusiker der 70er Jahre, v\u00f6llig unbekannte Filme, Bass-Effektger\u00e4te&#8230; Diese beiden Publikationen bringen mich gut durch das Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>9. Podcast\/H\u00f6rspiel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kann ich nix zu sagen. Podcast \u2013 wozu? Und bei H\u00f6rspielen schlafe ich immer ein&#8230; Was ich immer gerne h\u00f6re, sind Sendungen im B\u00fcrgerfunk wie Radio Okerwelle. Radio von und f\u00fcr Nerds.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10. Gestorben und betrauert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hardy Crueger, die Kessler-Zwillinge (Respekt!) und Udo Kier (Tipp: \u201eSwan Song\u201c nochmal gucken!).<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht betrauert habe ich diesen Rechtsextremen aus den USA, Name zum Gl\u00fcck schon vergessen. Da halte ich es mit El Hotzo: \u201eIch finde es absolut fantastisch, wenn Faschisten sterben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Allen Krautnickern w\u00fcnsche ich einen sch\u00f6nen Dezember inkl. Jahreswechsel. Bis die Tage, alles Gute und viel Spa\u00df!<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Guido D\u00f6rheide<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Pers\u00f6nliches Event<br><br><\/strong>Meine Hochzeit (Hachzeit, h\u00e4tte ich jetzt beinahe gesagt!) am Force of July 2025<br><br>Es begab sich w\u00e4hrend unserer Krautnick Radio Show am 12. Oktober 2024. Matze, der Onkel und ich waren auf Sendung, legten mp3s auf den Plattenteller und schnackten launiges Zeugs, wobei der Onkel immer sehr aktiv und erfolgreich bem\u00fcht war, uns einen roten Faden hinzuhalten. \u201eWo w\u00fcrdet ihr wohnen, wenn euch die Musikszene dort wichtig w\u00e4re?\u201c (zugegebenerma\u00dfen von mir zusammengefasst und vereinfacht) lautete eine der Fragen. Und ich antwortete mit \u201eWien\u201c, weil es da weniger Sprachbarriere g\u00e4be als in London und ich meine Freundin mitnehmen wollen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Daraufhin erreichte mich eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt \u201eIch w\u00fcrde mit Dir auch nach London ziehen, Du k\u00f6nntest doch f\u00fcr mich \u00fcbersetzen.\u201c Und dann: \u201eHeirate mich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe das dann noch w\u00e4hrend der Sendung mit \u201eJa, das mache ich gerne!\u201c beantwortet und anschlie\u00dfend Matze und den Onkel \u2013 die beide komplett ahnungslos ob der Frage, die ich da beantwortet hatte, waren \u2013 befragt, ob sie auch w\u00e4hrend der laufenden Sendung Heiratsantr\u00e4ge bekommen h\u00e4tten. Und sie verneinten.<\/p>\n\n\n\n<p>Annett und ich haben dann geplant, wann wir die Hochzeit am besten terminieren k\u00f6nnten, damit sie nicht mit der Beendigungsfeier der Ausbildung des Stiefsohnes kollidiert, und da bot sich der 5. Juli an. Problem: An diesem Tag hatte das Standesamt CLZ keine Termine, also haben wir die Feier dann um einen Tag vorverlegt. Dass es dann der amerikanische Nationalfeiertag war, ist uns sp\u00e4ter erst klargeworden. Und da es au\u00dfer an Sams- und Sonntagen in CLZ nirgendwo einen Mittagstisch gibt, haben wir das Essen in den Maltermeisterturm zu Goslar verlegt (Aussicht Weltklasse \u2013 Gastronomie eher Oberharz, so w\u00fcrde ich es zusammenfassen). Wir hatten eine sch\u00f6ne, lustige, kleine Feier mit unseren engsten Freundinnen und Freunden (der Herausgeber fungierte souver\u00e4n als mein Trauzeuge) sowie diversen gelben Autos, die der Standesbeamte, Herr Sandhagen, extra zu diesem Behufe aus dem Kinderzimmer seines j\u00fcngsten Sohnes entliehen hatte, Annetts Kindern und meiner Mudda sowie eine anschlie\u00dfende Oldtimerausfahrt mit einem dunkelroten 300 SL. Annett hatte dann noch f\u00fcr uns ein sorgloses Wochenende im aufs W\u00e4rmste zu empfehlenden Hotel Zum Harzer in Zellerfeld f\u00fcr uns arrangiert, wo wir es uns vor und nach dem Ablaufen des Liebesbankwegs gut gehen lie\u00dfen und gutes Essen und lustige Gespr\u00e4che mit dem Auszubildenden genossen. Da gehen wir ab jetzt immer am Hochzeitstag essen, haben wir beschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Song<br><br><\/strong>\u201eBraiding The Stories\u201c von Gaahls WYRD<br><br>In der Rubrik \u201eSong\u201c bin ich echt ganz schlecht, ich stamme noch aus den 1970ern, aufgewachsen in den 80ern und musikalisch sozialisiert gr\u00f6\u00dftenteils in den 90ern \u2013 also bin ich ein Album-H\u00f6rer, kein songorientierter Playlisten-Konsumierender. Daher habe ich hier einfach mal ein St\u00fcck aus einem der zahlreichen Alben, die ich 2025 geh\u00f6rt, aber nicht rezensiert habe, ausgew\u00e4hlt, keineswegs das beste oder mich am meisten umgehauen habende St\u00fcck des Jahres, aber hier will ich jetzt dann doch noch das aktuelle Album von Gaahls WYRD w\u00fcrdigen. Gaahl (nicht zu verwechseln mit der Kinderbuchfigur \u201eGarl\u201c, der sich anschickt, vom Monster zum Unsichtbaren Freund umzuschulen) hei\u00dft eigentlich Kristian Eivind Espedal, ist fast so alt wie ich, kommt aus Bergen (das in Norwegen, nicht das auf R\u00fcgen) und hat fr\u00fcher mal bei Gorgoroth gesungen. Gorgoroth, also norwegischer Black Metal reinsten Wassers, aus der Zeit, in der Kirchenbrandstiftung, Satanismus und Mord vielleicht nicht gerade zum guten Ton geh\u00f6rten, aber in Norwegen zumindest an der Tagesordnung waren. Auch bei Wardruna und einigen anderen Bands hat Gaahl seine Finger mit im Spiel. Gaahls WYRD ist nun sowas wie eine Fortsetzung von Gaahls Schaffen bei Gorgoroth, und weil er diesen Namen aus Urheberrechtsgr\u00fcnden nicht verwenden darf, hei\u00dft das Ganze seit 2017 halt Gaahls WYRD. Was immerhin besser klingt als Microsoft Wyrd. Oder Gaahls EXXXL.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBraiding The Stories\u201c ist das Titelst\u00fcck des gleichnamigen, nach diesem St\u00fcck benannten Albums, es hat knapp \u00fcber achteinhalb Minuten Spielzeit und ist ruhig, wenn auch nicht unkrachig. Der Text sagt mir gar nix, umso besser, dann muss ich mich hier auch nicht dazu auslassen, aber der ganze Song \u2013 ebenso wie das Album \u2013 taugt mir sehr. Melodisch und blackmetalschrammelig beginnt \u201eBraiding The Stories\u201c, entfaltet schnell eine hypnotische Wirkung, Gaahls Stimme t\u00f6nt dunkel und wie durch mehrere Lagen vollgesabberter Windelt\u00fccher (diese Dinger aus dem Rossmann, die frischgebackene Eltern zuhause immer auf der Schulter tragen, weil wegen so M\u00f6hrenbrei und so \u2013 wenn man sie dann nach dem Waschen in die pralle Sonne legt, gehen auch die orangenen Verf\u00e4rbungen wieder raus! Haushaltstipp, Christenpflicht, gern geschehen!), aber dennoch akzentuiert und auf den Punkt gebracht, nach gut drei Minuten verschwinden dann die elektrisch verzerrten Gitarrenelemente und der Song wabert akustisch und nicht minder sch\u00f6n vor sich hin. Das ist hier die akustisch angenehme Variante von Black Metal mit viel Post drin, es kreischt und schmirgelt nirgends, daf\u00fcr gibt es Melodie und Stimmung. Kurz nach Minute f\u00fcnf wird dann die Elektrik wieder eingeschaltet und ein monotones Schlagzeug, begleitet von einer ged\u00e4mpft-krachigen Rhythmusgitarre, \u00fcbernimmt die F\u00fchrung, bis dann so etwas wie ein Solo, also eine ganz einfach gehaltene mit Vehemenz vorgetragene Gitarrenmelodie alles an sich rei\u00dft, von mitteltief bis mittelhoch sich heraufm\u00e4andert, dann wieder ein wenig Platz f\u00fcr Gaahls klagendes Grunzen macht und den Song dann hymnisch ausklingen l\u00e4sst. Eine Achteinhalbminutenblackmetalsymphonie, sehr unspektakul\u00e4r und eventuell gerade deshalb so toll.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Peinlichstes Lieblingslied<br><br><\/strong>Scorpions \u2013 Coming Home<\/p>\n\n\n\n<p>Die Scorpions sind ja nun seit einigen Jahren mein guilty pleasure, aber irgendwie sind sie ja auch einfach gut. Meine Liebe zu ihnen habe ich einer Internet-Best-of-Liste zu verdanken, \u201eBeste Metal-Ballade aus den 70ern\u201c oder irgendwas in der Preislage. Und da war \u201eWe Burn The Sky\u201c vertreten, mit einem Text von der damaligen Freundin des damaligen Gitarristen Uli Jon Roth. Mein Lieblings-Scorpions-Leadgitarrist. Durch den Song lernte ich Klaus Meines Stimme sch\u00e4tzen und aufgrund der Tatsache, dass er den Text nicht selber geschrieben hat, musste man dabei nur \u00fcber seine sagen wir mal ungew\u00f6hnliche Aussprache des Englischen schmunzeln und nicht \u00fcber seiner Formulierungskunst.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun also \u201eComing Home Live\u201c, dass in der N\u00e4he der Scorpions-Heimatstadt Sarstedt aufgenommene Jubil\u00e4umskonzertalbum zum 60. Bestehen der Scorpions. Und was soll ich sagen? Ich sage: Ich habe gerade das aktuelle Livealbum der deutlich j\u00fcngeren Depeche Mode angeh\u00f6rt und gleich wieder ausgemacht, um \u201e101\u201c aufzulegen \u2013 Dave Gahans Stimme passt im mittleren Alter einfach nicht mehr zu den alten DM-Songs. Welch Wohltat ist es dagegen, Klaus Meine zuzuh\u00f6ren, der mit 77 Jahren auch vom Stimmungfang her ein wenig eingeschr\u00e4nkter klingt als sagen wir mal Mitte der Achtziger (also vor 40 Jahren), aber dessen Stimme immer noch hervorragend zu allen Scorpions-Songs jedweder Schaffensperiode passt. Als Conf\u00e9rencier macht er mit seinen leicht gr\u00f6hlenden Ansagen immer noch jedem Jahrmarktskarussellansager Konkurrenz, aber auch das macht den Charme des kleinen geb\u00fcrtigen Hannoveraners aus. \u00dcber Rudolf Schenker, Matthias Jabs und Pawe\u0142 M\u0105ciwoda muss ich hier, glaube ich, kein Wort verlieren, die drei spielen schon seit Ende der 70er (Schenker und Jabs) bzw. Anfang der 2000er zusammen (Schenker, Jabs und M\u0105ciwoda), besonders hervorheben m\u00f6chte ich aber hier den Neuzugang (jahaa, er ist noch keine 10 Jahre dabei!) Mikkey Dee am Schlagzeug. Vorher bei Mot\u00f6rhead, davor bei King Diamond, laut Lemmy Kilmister \u201eThe Best Drummer In The World!\u201c. Und Lemmy hatte mit dem, was er sagte, selten bis nie Unrecht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eComing Home\u201c passt hier als Er\u00f6ffnungssong nat\u00fcrlich super, au\u00dferdem war das auch der Er\u00f6ffnungssong des 1985er Scorpions-Live-Albums \u201eWorld Wide Live\u201c und somit der erste Song, den ich jemals von den Scorpions h\u00f6rte. Damals als Siebtkl\u00e4ssler im Kinderzimmer meines Schulfreundes Michael A., und ich war begeistert. Die l\u00e4ssige H\u00e4rte, die apselut eing\u00e4ngige Melodie, das perfekt zum ganzen Rest passende Tempo, Meines Stimme und das \u201e\u2026 Rock\u2019n\u2019Roll!!!\u201c im Refrain \u2013 gro\u00dfartig. Und Meine bringt den Gesang immer noch so mitrei\u00dfen wie damals, dazu Mikkey Dees pr\u00e4ziser, trockener Schlagzeugsound \u2013 mein Song des Jahres!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Album des Jahres<br><br><\/strong>Warren Zevon<\/p>\n\n\n\n<p>Einer der gr\u00f6\u00dften Komponisten und Musiker des 20. Jahrhunderts, Warren Zevon, ist 2003 viel zu fr\u00fch gestorben. Er zeichnet nicht nur f\u00fcr zahlreiche \u00dcber-Hits wie \u201eWerewolves Of London\u201c, \u201eLawyers, Guns &amp; Money\u201c, \u201eRoland The Headless Thompson Gunner\u201c, \u201eHasten Down The Wind\u201c oder \u201eI Was In The House When The House Burned Down\u201c verantwortlich, sondern schaffte es zuverl\u00e4ssig, mehr auf einem T-Shirt zitierf\u00e4hige Zeilen in einen einzigen Song einzubauen als andere K\u00fcnstler in den gesamten Output ihrer mehrere Jahrzehnte \u00fcberspannende Karriere. Dazu nehme man sich ruhig mal \u201eLawyers, Guns &amp; Money\u201c vor und staune dann ehrf\u00fcrchtig vor so einem Konglomerat an selbstbemitleidenden und dennoch selbstbewussten Phrasen, die Meister Zevon dort drischt. Zevon war au\u00dferdem ein sehr literaturnaher K\u00fcnstler, ich liebe beispielsweise die Anekdote, dass er \u00f6fters mit den \u201eRock Botton Remainders\u201c (wir erinnern uns \u2013 diese Literatenkapelle, in der sowohl Stephen King als auch Simpsons-Erfinder Matt Groening mitspielen) am Jammen gewesen sein soll, und dass er gerne Stephen King dazu gen\u00f6tigt hat, \u201eWerewolves Of London\u201c zu singen. Das h\u00e4tte ich gerne mal live geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>2025 ist nun ein Auftritt auf dem Edmonton Folk Festival aus 2002 ver\u00f6ffentlicht worden, nur mit Zevon, einer Gitarre und einer Mundharmonika, und teilweise sind diese Musik und Zevons Vortrag so sch\u00f6n, dass man heulen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rezension meines Albums des Jahres finden Sie <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/warren-zevon-epilogue-live-at-the-edmonton-folk-music-festival-omnivore-recordings-2025\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Konzert<br><br><\/strong>Amanda Esposito und Austin Miller im Grinsekatz, Braunschweig, 24. Juli 2025<br><br>Meine Freundin Pamela fragte mich, ob ich Lust h\u00e4tte, sie zu einem kostenlosen Strandkonzert im Braunschweigischem Grinsekatz (formerly known as Okercabana) zu begleiten. Okay, Amanda Esposito und Austin Miller aus Atlanta, Georgia, nie was von geh\u00f6rt, aber die Beschreibung \u201eFolk\/Americana\u201c taugte mir schon mal sehr. Esposito an der Gitarre und Miller mit so einem elektronischen Keyboard-\/Drumcomputer-\/Synthesizer-Dingensbummens waren zu der Zeit auf Europa-Tour, lauter so kleine Clubkonzerte ohne Eintrittsgeld, statt dessen ging gegen Ende jemand mit einem Hut herum und sammelte freiwillige Spenden. Die beiden sa\u00dfen allein auf der B\u00fchne, sangen abwechselnd und legten erstmal mit \u201eHold On\u201c von Tom Waits los. Damit hatten sie mich schon mal klar auf ihrer Seite, es folgten haufenweise toller Eigenkompositionen und am Ende coverten sie noch Johnny Cash. Wir sind dann nach Ende des Konzertes zur B\u00fchne gegangen, ich habe mir das 2016er Album \u201eEngine\u201c von Austin Miller gekauft und feierte die beiden f\u00fcr ihre gute Auswahl an Coversongs. Esposito und Miller freuten sich dar\u00fcber und Miller erz\u00e4hlte, dass Esposito und er vor kurzen irgendwo in Florida am Strand gespielt h\u00e4tten und es da ganz \u00e4hnlich ausgesehen h\u00e4tte wie im Grinsekatz, mit Strand und Wasser und so. Ein wahrhaft r\u00fchrender Vergleich! Aber es h\u00e4tte dort keine Fritz-Cola gegeben, aber hier g\u00e4be es sie, und das sei wunderbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein tolles Konzert zweier wunderbarer Musiker:innen, ich habe dann gleich am n\u00e4chsten Tag \u201eThere You Go\u201c von Amanda Esposito bei Bandcamp heruntergeladen und kann das Album (ebenso wie \u201eEngine\u201c) nur empfehlen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6. Kinofilm<br><br><\/strong>Die Schule der magischen Tiere 4<\/p>\n\n\n\n<p>Allein schon die wieder einmal grandiosen Au\u00dfenaufnahmen vom Schloss Wernigerode und die m\u00e4rchenhaft zusammengezauberte Kleinstadt rechtfertigen diese Nominierung. Au\u00dferdem: Weniger und wenn vorhanden besserer Gesang als in den vorherigen Teilen (origineller Battle-Rap) und der Schulleiter (Justus von Dohn\u00e1nyi), der diesmal die Hauptheldinnenprotagonistin Ida konsequent mit \u201eInga\u201c anredet, ohne dass das erkl\u00e4rt wird oder werden muss, kann hier endlich mal als vom Leben gezeichneter, v\u00f6llig desillusionierter und um sein Lebenswerk gebrachter fertiger alter Mann, der am Ende die Arschbacken zusammenkneift und das Ruder entschlossen herumrei\u00dft, so richtig gl\u00e4nzen und das Publikum zu Tr\u00e4nen r\u00fchren. Weitere Drehorte sind Halberstadt und Blankenburg, dadurch ger\u00e4t der der Film zu einer authentischen optischen Liebeserkl\u00e4rung an den n\u00f6rdlichen Ostharz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>7. Serie<br><br><\/strong>Wednesday, Zweite Staffel<\/p>\n\n\n\n<p>In den ersten beiden Folgen der neuen Staffel war ich entsetzt, welche b\u00f6se Schadenfreude den Humor der Serie zu pr\u00e4gen begann, aber ab der zweiten Folge hat sich das zum Gl\u00fcck gegeben. Hauptdarstellerin Jenna Ortega gl\u00e4nzt weiterhin in der Titelrolle, nervt aber auch manchmal mit ihren teils zu plakativen b\u00f6sen und zynischen Selbsteinsch\u00e4tzungen. Daf\u00fcr erh\u00e4lt ihre Zimmergenossin Enid Sinclair (Emmy Myers) mehr Profil, die Stimmung und die Bilder (gef\u00fchlt jede zweite Folge hat der ausf\u00fchrende Produzent Tim Burton selber in Szene gesetzt, und das hat er gut gemacht) sind wie schon in der ersten Staffel \u00fcber jeden Zweifel erhaben, die Filmmusik ist gut ausgew\u00e4hlt (die Cramps in der ersten Staffel wurden hier durch Lady Gaga fast noch getoppt) und anstatt der 90er-Jahre-Wednesday-Darstellerin Cristina Ricci spielt hier nun die aus der ersten neuzeitlichen Doctor-Who-Staffel bekannte und beliebte Billie Piper (\u201eRose Tyler\u201c bei Doctor Who) eine der gro\u00dfen Nebenrollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Catherine Zeta Jones als Morticia Addams kann selbstverst\u00e4ndlich einer Anjelica Huston nicht das Wasser reichen, aber Schwamm dr\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>8. Buch<br><br><\/strong>Ozzy Osbourne \u2013 Last Rites<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin nicht sicher, ob ich mir das Buch als Buch gekauft h\u00e4tte, obwohl ich ein gro\u00dfer Bef\u00fcrworter des Schaffens von Ozzy Osbourne bin. Es fiel mir unbeabsichtigt als H\u00f6rbuch in die Hand \u2013 lesen Sie deshalb meine Buchrezension einfach in der folgenden Rubrik.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>9. Podcast\/H\u00f6rspiel<br><br><\/strong>Ozzy Osbourne \u2013 Last Rites, gelesen von Stephan Benson<\/p>\n\n\n\n<p>Vorweg: Stephan Benson, der mir bislang nicht bekannt war, liest den Ozzy wahrhaft gro\u00dfartig. Wenn man Ozzys Musik kennt und sich dann vorstellt, wie Ozzy von sich selbst erz\u00e4hlen w\u00fcrde \u2013 hier bekommt man es geboten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ozzys schon bereits zweite Autobiographie besch\u00e4ftigt sich vorwiegend mit seinen letzten Lebensjahren seit 2019, als er durch einen Sturz seinen durch einen Quad-Unfall im Jahr 2003 ohnehin schon weitestgehend durch Metallteile, Bolzen und Schrauben ersetzten R\u00fccken derart l\u00e4dierte, dass er quasi bis zu seinem Tod niemals wieder wirklich erholte. Dennoch hat er bei den 2022er Commonwealth Games in seiner Heimatstadt Birmingham allen Prognosen zum Trotz einen umjubelten Auftritt absolvieren k\u00f6nnen und trotzdem hat er es am 5. Juli 2025 noch geschafft, unter dem Titel \u201eBack To The Beginning\u201c ein Abschiedskonzert mit Black Sabbath und mehr Gaststars, als das Telefonbuch von Clausthal-Zellerfeld Eintr\u00e4ge hat, zu geben. 17 Tage sp\u00e4ter ist Ozzy gestorben, und das Erstaunliche an dieser Autobiographie ist, dass sie \u00fcber das Datum des Abschiedskonzerts hinausreicht. Ozzy hat also in den nicht einmal drei Wochen zwischen Konzert und Tod noch mit Chris Ayres, der Ozzys Erinnerungen niederschrub, zusammengesessen, um ihm dann die bewegenden letzten Zeilen von \u201eLast Rites\u201c zu diktieren:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEins ist sicher: Ich werde kein weiteres Buch mehr schreiben. Gott segne Euch. Ich liebe Euch alle. Ozzy.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und das nimmt man ihm, wenn man das Buch gelesen oder das H\u00f6rbuch geh\u00f6rt hat, wirklich ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Ozzy l\u00e4sst in \u201eLast Rites\u201c nichts aus \u2013 weder verherrlicht er sein an Exzessen und Abst\u00fcrzen nicht eben armes Leben, noch vergisst er, die Weggef\u00e4hrten, die ihm lieb und wichtig waren und die teilweise durch tragische Umst\u00e4nde aus dem Leben gerissen wurden (allen voran Randy Rhoads), in glaubw\u00fcrdiger und warmherziger Art und Weise zu w\u00fcrdigen. Totgenudelt geglaubten Anekdoten wie derjenigen mit dem im Plattenfirmenmeeting abgebissenen Taubenkopf gewinnt Ozzy neue Qualit\u00e4ten ab, indem er zun\u00e4chst erz\u00e4hlt, wie es dazu kam, und anschlie\u00dfend berichtet, wie sehr seine sp\u00e4tere Ehefrau Sharon, nachdem Ozzy von der Plattenfirma ob der Dekapitation des Geb\u00e4udes verwiesen wurde, drau\u00dfen auf der Stra\u00dfe \u00fcber die ganze Aktion lachen musste. Seine sp\u00e4tere Aktion, als er einer auf die B\u00fchne geworfenen und von ihm als Gummiimitat identifizierten, aber in Wirklichkeit doch lebenden Fledermaus den Kopf abbiss, kommentierte er damit, dass man sich mal vorstellen m\u00fcsse, nicht von Wuhan, sondern von Ozzy Osboure w\u00e4re eine weltweite Pandemie ausgegangen, nur weil er es sich einfallen lie\u00dfe, einer Fledermaus den Kopf abzubei\u00dfen. Und er, der Weltstar, ging nicht davon aus, diese Schlagzeile \u00fcberlebt zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt Schlagzeilen: Ozzy berichtet hier zwar haupts\u00e4chlich von seinen letzten sechs bis sieben Lebensjahren, aber durch anekdotische R\u00fcckblenden l\u00e4sst er quasi ihm sein ganzes Leben nochmal Paroli laufen, und wie ein roter Faden zieht sich dadurch a) ein \u201eSorry\u201c f\u00fcr die ganzen Exzesse und die ganzen Schlechtbehandlungen von Menschen, die das nicht verdient hatten, und b) die Liebe zu seiner Frau Sharon, die ihm mehr als einmal den Arsch rettete, ihm \u00f6fter verzieh, als man es f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte, und die der Sinn seines Lebens war. Und das nimmt man ihm ab, h\u00f6rt man ihm zu. c) spielt der Rock\u2019n\u2019Roll eine wichtige Rolle, allem voran das immer wieder genannte \u201eIron Man\u201c. Stephan Benson bringt Ozzys Gedanken in deutscher Sprache so sch\u00f6n r\u00fcber, dass ich ihm das st\u00e4ndige \u201eEir\u00e4n M\u00e4n\u201c (anstatt \u201eEiern M\u00e4n\u201c) und der immer wieder mal auftauchende \u201eTony Iejohmie\u201c (anstatt \u201eTony Eijohmie\u201c) gerne verzeihen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLast Rites\u201c ist informativ, wundervoll formuliert und nicht zuletzt durch Bensons Vortrag ein Erlebnis, das unter jedem Weihnachtsbaum geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10. Gestorben und betrauert<br><br><\/strong>Hardy Crueger<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist das erste Mal, dass ich in dieser Rubrik keinen mir nicht pers\u00f6nlich bekannten Prominenten abzuk\u00fcndigen habe, sondern einen lieben Freund.<\/p>\n\n\n\n<p>Hardy war immer da, wenn er merkte, gebraucht zu werden, Hardy fand immer die richtigen Worte und Hardy hat mich immer mit witzigen und hintergr\u00fcndigen Formulierungen verbl\u00fcfft, wenn ich es am Wenigsten erwartet h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich geh\u00f6rt hatte, dass es ihm gesundheitlich nicht gut geht, habe ich noch einige Male mit ihm per WhatsApp Nachrichten ausgetauscht, zu einem geplanten pers\u00f6nlichen Treffen kam es nicht mehr. Ich hatte dann oft dar\u00fcber nachgedacht, ob ich mich in dieser Zeit zu wenig um pers\u00f6nlichen Kontakt gek\u00fcmmert h\u00e4tte oder zu wenig an seiner Seite gewesen w\u00e4re, mich zu viel in eigenen obwaltenden Umst\u00e4nden verloren h\u00e4tte. Hier mein <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/hardy-crueger-ein-nachruf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nachruf <\/a>auf KrautNick.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p><strong>Onkel Rosebud<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.<\/strong> <strong>Pers\u00f6nliches Event<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sommerurlaub mit meiner Freundin in Nova Scotia: Buckelwale in freier Wildbahn zu sehen, lie\u00df mich extrem dem\u00fctig werden. Aber eigentlich war mein pers\u00f6nliches Event 2025 Schmerz. Nach dem Trip an die kanadische Ostk\u00fcste habe ich mir \u201edie Z\u00e4hne machen lassen\u201c. Was da genau stattfand, erspare ich der werten Leserschaft, aber ich hatte dabei eine bisher unbekannte komplexe Sinneswahrnehmung. Ein Nozizeptor hat \u00fcber Wochen Neuronensignale in verschiedene Areale meines Gehirns senden lassen, die absolut unertr\u00e4glich waren. Ich habe alles versucht, das einzud\u00e4mmen: Zuerst Ibuprofen \u2013 als Saft, Z\u00e4pfchen und Tablette. Hat nicht geholfen. Diclofenac und Paracetamol. Auch nicht. Dann alles zusammen. Schlie\u00dflich Morphin. Ich war kurz davor, Fentanyl zu probieren. Unglaublich; wie viele Ebenen Schmerzen haben k\u00f6nnen. Was geholfen hat? Das Schmerzged\u00e4chtnis zu manipulieren. Durch Sport.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Song<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Cristobal Tapia de Veer \u201eEnlightenment\u201d (Titelsong der 3. Staffel von White Lotus. Mein neuer Opener im DJ-Set.)<\/p>\n\n\n\n<p>Bar Italia \u201eWorlds Greatest Emoter\u201c (Die kommen noch mal ganz gro\u00df raus.)<\/p>\n\n\n\n<p>Irvine Welsh &amp; The Sci-Fi Soul Orchestra \u201eA Man In Love With Love\u201d (Aus dem Romangeleitalbum, das besser ist als der Roman. Feinster Southern-Soul, geschmachtet und am gro\u00dfen Gef\u00fchl Liebe gelitten \u2013 ironisch, versteht sich.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Peinlichstes Lieblingslied<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ikkimel \u201eUnisexklo\u201c (Gut, dass ich keine f\u00fcnfzehn mehr bin.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Album<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nala Sinephro \u201eEndlessness\u201c und \u201eSpace 1.8\u201c (Warp)<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re sch\u00f6n, wenn man sich f\u00fcr diese Musik die Worte sparen k\u00f6nnte, um stattdessen einfach zu sagen: sensationell. H\u00f6rt Euch das an. Die Titel hei\u00dfen \u201eContinuum\u201c, nummeriert von 1 bis 10. Mal \u00fcbernimmt ein Synthesizer die gebrochenen Akkorde, mal ist es Sinephros Harfe. Heraus kommt eine Mischung aus Ambient, Jazz und Elektronik.<\/p>\n\n\n\n<p>Adrian Crowley \u201eMeasure Of Joy\u201d (Valley Of Eyes)<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00e4be es die Rubrik \u201eBeste Songwriter, von dem noch niemand etwas geh\u00f6rt hat\u201c, w\u00e4re Adrian Crowley ganz vorn mit dabei. \u201eMeasure Of Joy\u201d ist seine 10. Langspielplatte seit dem Debut 1999 \u201eA Strange Kind\u201c. Wenn Nick Drake noch leben w\u00fcrde, er h\u00e4tte das nicht besser hingekriegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Pelican \u201eFlickering Resonance\u201d (Run For Cover Records)<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl ich bei KrautNick nicht f\u00fcr Doom-Metal zust\u00e4ndig bin, finde ich das sechste Studioalbum der auf lange bis sehr lange Songs spezialisierten Chicagoer Band Pelican richtig dufte. Verspielter Instrumental-Post-Metal, die an die besten Momente von Queens Of The Stone Age, Kyuss oder Fu Manchu erinnern. Geh\u00f6rt in jede Schult\u00fcte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Konzert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Echo Collective im Silent-Green-Kulturquartier in Berlin war mein Highlight. Ich berichtete bereits ausf\u00fchrlich auf KrautNick. Aus Gr\u00fcnden, auf die ich nicht weiter eingehen m\u00f6chte, sa\u00df ich unerwartet im Oktober im Kaiserbad zu Franti\u0161kovy L\u00e1zn\u011b und wurde Zeuge einer Darbietung von Margit Kol\u00e1\u010dkov\u00e1 am Violoncello und Jana Proch\u00e1zkov\u00e1 an diversen Schlagwerken, die m\u00e4hrische, b\u00f6hmische und slowakische Volkspoesie interpretierten. Wie bei einem guten Punkkonzert war kein Song l\u00e4nger als 90 Sekunden. Die Menge, vorwiegend 80 Jahre alte Kurg\u00e4ste, hat getobt. Und ich mit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6. Kinofilm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBugonia\u201c (Giorgos Lanthimos), Remake der schlechten, s\u00fcdkoreanischen Sci-Fi-Kom\u00f6die \u201eSave The Green Planet\u201c, ist eine Verschw\u00f6rungs-Satire mit einem fantatstischen Jesse Plemons und Emma \u201egeht immer\u201c Stone, die wie ein sehr langer Post-Punk-Song daherkommt. Nach einem mehrmin\u00fctigem, getragenen Intro gniedelt die Gitarre und man denkt sich, gleich kommts, die Feedback-Orgie. In 99% der F\u00e4lle wird man entt\u00e4uscht, weil es nicht kommt. Aber in \u201eBugonia\u201c kommts. Und zwar ganz dicke.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTrain Dreams\u201c (Clint Bentley), gleichnamige Buchverfilmung \u00fcber das Leben eines Holzf\u00e4llers und Tagel\u00f6hners in Idaho zwischen 1917 und 1968. Atemberaubend kinematographisch, zutiefst poetisch und mit traumartigen Flow.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDownton Abbey: Das gro\u00dfe Finale\u201c Und bevor jemand fragt, ja, ich habe geweint. Das war purer Fanservice. Downton habe ich ja schon bei 20 Jahre KrautNick auf der Liste gehabt. Ich liebe Britishness. Rule, Britannia! Es spricht wirklich gar nichts gegen ein pr\u00e4chtiges \u201eChristmas Special\u201c in f\u00fcnf oder sechs Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>7. Serie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBlack Mirror\u201c, Staffel 7, Folge 1, \u201eGew\u00f6hnliche Menschen\u201c. Die hat mir das Herz gebrochen. Der Parallelismus zwischen dem, was in der Folge passiert, und der Gesellschaft ist einfach krass. Mittels eines neuronalen Start-ups wird die ins Koma gefallene Amanda zur\u00fcck ins Leben geholt. Das Wundersystem funktioniert wie Netflix \u2013 per Abo, also leistbar. Amandas Ehemann Mike muss zwar \u00dcberstunden schieben, um das zu bezahlen, aber das wird schon. Irgendwie. Bl\u00f6d halt, dass nach einer gewissen Zeit der neuronale Aboanbieter die Preise anhebt und Werbung \u00fcber Amanda schaltet, nat\u00fcrlich auf das Werbeumfeld angepasst, was zur Folge hat, dass die Lehrerin Amanda zwischen dem Unterricht pl\u00f6tzlich p\u00e4dagogische Werbespots aufsagt, die nicht von allen als passend angesehen werden. F\u00fcr Werbefreiheit im Gehirn Amandas braucht es \u2013 logisch \u2013 Premiumangebote.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese bei\u00dfende Satire auf die Abonnement-\u00d6konomie verursacht das, was diese Serie beherrscht, wie kaum eine andere: Vergn\u00fcgen und Unbehagen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>8. Buch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Juli Zeh \u201e\u00dcber Menschen\u201c (Luchterhand). Dass ich mal mit einem Nazi mitf\u00fchle, das schafft nur Frau Zeh, die Granate unter den zeitgen\u00f6ssischen deutschen Schriftsteller*innen. Dar\u00fcber mehr in einer der n\u00e4chsten Kolumnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>9. Podcast<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eRadieschen von unten\u201c (MDR, 2022-2024)<\/p>\n\n\n\n<p>Sissy Metzschke und Bestatter Jan Edler wollen damit den Tod in die Mitte der Gesellschaft r\u00fccken. Sie reden bisher drei Staffeln lang \u00fcber Wachsleichen und Bestattungsrituale, Songs, die man auf Beerdigungen besser niemals oder unbedingt spielen sollte, Nachl\u00e4sse aller Art, Bestattungsrituale, Schmerz, Wut, Schuld, Erleichterung\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr ber\u00fchrend und unterhaltsam zugleich. Bei der Gelegenheit, hier meine Funeral-Play-List, Stand heute:<\/p>\n\n\n\n<p>Pet Shop Boys \u201ePaninaro\u201c (die Version vom Album \u201eDisco\u201c)<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a> Bill Callahan \u201eDrover\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nick Cave &amp; The Bad Seeds \u201eWeeping Song\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10. Gestorben und betrauert (Auszug)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>30. Januar, Marianne Faithfull, \u201eA working class hero is something to be\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>24. Februar, Roberta Flack, \u201eKilling Me Softly With His Song\u201c ist sooo sch\u00f6n<\/p>\n\n\n\n<p>1. April, Val Kilmer, unvergessen als Jim Morrisson in Oliver Stones \u201eThe Doors\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>11. Juni, Brian Wilson, \u201eEverybody\u2019s gone surfin\u2032, Surfin\u2032 U.S.A.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>18. August, Alfred Hilsberg, What\u2019s So Funny About Zickzack zapzerack<\/p>\n\n\n\n<p>16. Oktober, Klaus Doldinger, Jazzer und Filmkomponist, unsterblich f\u00fcr \u201eDas Boot\u201c und, na klar, Tatort.<\/p>\n\n\n\n<p>22. Oktober, David Ball, der andere von Soft Cell<\/p>\n\n\n\n<p>24. November, Jimmy Cliff, Reggae\u2011Pionier<\/p>\n\n\n\n<p>24. Dezember, Wladimir Wladimirowitsch Putin, Fenstersturz. Weihnachtsgeschenk von Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj<\/p>\n\n\n\n<p>25. Dezember, Donald Trump, Ursache Imbezilit\u00e4t. Hat das frohe Fest abgerundet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dipl.-Geriator<\/p>\n\n\n\n<p>Onkel Rosebud<\/p>\n\n\n\n<p>P.S.: Ich m\u00f6chte, dass KI meine W\u00e4sche und meinen Abwasch erledigt, damit ich Kunst machen und schreiben kann, und nicht, dass KI Kunst macht und schreibt, damit ich meine W\u00e4sche und meinen Abwasch erledigen kann.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Matthias Bosenick<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Pers\u00f6nliches Event<\/strong><br><br>Wir sind jetzt zu viert! Die Runde der festen KrautNick-Best\u00fcckenden wuchs um eins: Nachdem Onkel Rosebud und Guido D\u00f6rheide den Blog vor zwei Jahren mit ihren regelm\u00e4\u00dfigen Beitr\u00e4gen zu einem Team machten, stie\u00df Chrisz Meier vor einem Jahr hinzu. Ich bin gl\u00fccklich.<br><br>Die III. WRG-Kulturtage begleiteten wir mit Rille Elf auf dem Vorplatz von Harrys Bierhaus mit dem \u201eBall Am Bierhaus\u201c. Da waren wir nicht zum ersten Mal, aber dieses Mal machte es noch ein Jota mehr Spa\u00df als die anderen Male. Party bis in die Nacht unter freiem Sommerhimmel, ausgelassenes Publikum, die H\u00e4lfte meiner Geschwister mit Familie dabei \u2013 die andere H\u00e4lfte begleitete eine Veranstaltung im Kufa-Haus, dieses Jahr meinte es famili\u00e4r ausgezeichnet mit mir; zumal das Kufa-Haus f\u00fcr Rille Elf ein kaum weniger famili\u00e4res Zuhause geworden ist \u2013 und eine wilde, explosive Musikmischung.<br><br>An privaten Events punktete meine Reise nach Kopenhagen im September \u2013 mit Kontakt zur venezianischen Death-Metal-Band Miscreance auf der F\u00e4hre, dem zuf\u00e4llig erlebten Auftritt von Dancehall-S\u00e4nger Kaka in N\u00f8rrebro, der Open Stage in der Jazzkneipe Bl\u00e5g\u00e5rds Apotek, der privaten F\u00fchrung im Vinylpresswerk von Nords\u00f8 Records sowie diversen zuf\u00e4lligen Begegnungen mit kontaktfreudigen Menschen. So geht Urlaub.<br><br><strong>2. Song<\/strong><br><br>Mauvais Sang \u2013 Mod\u00e8le<br><br>Bereits auf der \u201eLa Flore EP\u201c knallte mir dieses St\u00fcck ins Gesicht, auf dem nachgereichten Album \u201eLa Faune\u201c ist es ebenfalls enthalten. Zu einem schier stumpfen Beat mit groovendem Bass dialogisieren sich junge Leute jeden Geschlechts auf Franz\u00f6sisch, bis der \u2013 nun \u2013 Refrain nach einem Break detoniert. Plus Harfen-Intermezzo. Funktioniert auch beim Auflegen bei einzelnen G\u00e4sten ganz gut.<br><br>Rille Elf \u2013 Die Phalanx der alten M\u00e4nner<br><br>Es war ein Scherz, ein Test mit KI. Gelegentlich streuen wir den Song bei Rille-Elf-Veranstaltungen ein und stellen ersch\u00fcttert und erheitert fest, dass er dann angenehm auff\u00e4llt.<br><br><strong>3. Peinlichstes Lieblingslied<\/strong><br><br>Rick Astley \u2013 Never Gonna Give You Up<br><br>Eigentlich ist mir mein Geschmack nicht peinlich, aber es gibt aktuell tats\u00e4chlich so etwas wie eine Wahl in dieser Kategorie. Selbst in den Achtzigern, als Synthiepop-H\u00f6rer und sogar Goutierer von Stock Aitken Waterman, fand ich einige Acts aus deren Hit-Schmiede unertr\u00e4glich. Big Fun etwa, Sinitta, Jason Donovan \u2013 und eben Rick Astley. Ich feixte mit DJGA alias Gerd Alzen, Moderator meiner Lieblingssendung \u201eMaxis Maximal\u201c, als er damals eine 12\u201c von Rick Astley auf 45 abspielte, um dem Ger\u00fccht nachzugehen, man bek\u00e4me dann Kylie Minogue zu h\u00f6ren. \u201eNever Gonna Give You Up\u201c erwuchs nun in den zur\u00fcckliegenden Jahren zu einem Internet-Meme, \u201eyes, you\u2019ve been rickrolled\u201c, was ich bemerkenswert fand: ausgerechnet! Als Rick Astley dann 2023 in Glastonbury auftrat und mit Nonchalance und Sympathie sowie guter Musik jeden Zweifel hinweghob, verlieh er dem genannten Hit neue W\u00fcrden. In diesem Sommer nun erstand ich die 12\u201c auf einer Plattenb\u00f6rse im Kufa-Haus und streute den Song anschlie\u00dfend auch mal in DJ-Sets ein. Funktionierte unter anderem beim erw\u00e4hnten \u201eBall am Bierhaus\u201c.<br><br><strong>4. Album<\/strong><br><br>Sunken \u2013 Lykke<br><br>Seit einigen Jahren schon sind es der Black Metal sowie artverwandte unbequeme Genres und Genreverkn\u00fcpfungen, die mir die gr\u00f6\u00dfte Anerkennung abringen. Das Kombinieren von bisher Unkombiniertem, das Ver\u00e4ndern von Festgelegtem macht mir Freude. \u201eLykke\u201c von Sunken aus D\u00e4nemark verbindet Dissonanz und Wohlklang und macht gl\u00fccklich. Auf den Pl\u00e4tzen folgen chronologisch r\u00fcckw\u00e4rts: Afsky \u2013 F\u00e6llesskab, Der Weg einer Freiheit \u2013 Innern, Fly Cat Fly \u2013 Sketches From The Past sowie unz\u00e4hlige Musik vom addicted Label aus Moskau und solche mit Beteiligung von Zauberschlagzeuger J\u00f6rg A. Schneider.<br><br><strong>5. Konzert<\/strong><br><br>Faun Fables und Sleepytime Gorilla Museum mit Hydrahelia \u2013 ein Kollaborateur vom genannten J\u00f6rg A. Schneider \u2013 in Hamburg, 7. August, Hafenklang. F\u00fcr unter 15 Euro, dies sei einleitend am Rande bemerkt, denn das Besondere lag nicht im Preis. Die verr\u00fcckteste, brutalste, freakigste Musik von ebenso aussehenden Menschen, die sich als herzenswarm und kuschelig herausstellten. Ein Fest f\u00fcrs Herz.<br><br>Auf Rang zwei: Clockwork Orange am 5. Juli in der Kuba-Halle zu Wolfenb\u00fcttel. Nach 38 Jahren Pause (und einem Interview, das ich drei Jahre zuvor f\u00fcr das Kurt-Magazin gef\u00fchrt hatte) fand diese New-Wave-Band wieder auf der B\u00fchne zusammen \u2013 und verlor nur kurz nach diesem wunderbaren Auftritt ihren Bassisten, n\u00e4mlich Hardy Crueger.<br><br>Rang drei gilt Der Weg einer Freiheit, die am 26. April im Jugendhaus Ost zu Wolfsburg dem Black Metal eine w\u00e4rmende N\u00e4he verliehen. Platz vier bekommt Tom Jones f\u00fcr seinen eindrucksvollen Auftritt am 15. Juli in der Austostadt in Wolfsburg.<br><br><strong>6. Kinofilm<\/strong><br><br>So selten wie in diesem Jahr war ich in den zur\u00fcckliegenden 35 Jahren noch nie im Kino. Dem Braunschweiger Filmfest sei Dank, dass ich \u201eTherapie f\u00fcr Wikinger\u201c bereits vor Drucklegung dieser Liste zu sehen bekam: Dieser schwarzhumorige Drama-Thriller von Anders Thomas Jensen bleibt mit seinen Gags und seinem verwinkelten Drehbuch lang im Herzen. Platz zwei hat \u201eFlow\u201c inne, Gints Zilbalodis\u2019 unkonventioneller Animationsfilm mit einer Katze als Hauptfigur.<br><br><strong>7. Serie<\/strong><br><br>Da ich in diesem Jahr immerhin eine Serie guckte und die mir auch gefiel, sei sie hier genannt: \u201eStranger Things 5\u201c, erste H\u00e4lfte. Setzt unmittelbar an der bombastisch grandiosen vierten Staffel an, nimmt jedoch das, was so bombastisch grandios an ihr war, nur anteilig auf. Die \u00c4sthetik und die verschlungene, spiegelreiche Erz\u00e4hlstruktur weicht einer eher linearen, aber einen unsagbaren Sog entwickelnden Handlung. Sofern der Rest nicht so abkackt wie das letzte Drittel von Staffel 2 oder die gesamte Staffel 3, bleibt diese Auswahl bis zum Jahresende bestehen.<br><br><strong>8. Buch<\/strong><br><br>Hardy Crueger \u2013 Der Bootsmann<br><br>Der Autor erlebte die Ver\u00f6ffentlichung dieses Thrillers gerade noch so einen Monat vor seinem Tod. Da geht der Welt nicht nur ein begnadeter Wortbastler verloren, sondern mir auch ein Freund. Als das Buch zwei Tage alt war, versah er ein Exemplar mit einer Widmung f\u00fcr mich. Danke, mein Freund.<br><br><strong>9. Podcast\/H\u00f6rspiel<\/strong><br><br>Es wird langweilig, oder? Podcasts h\u00f6re ich nicht, Die Drei ??? \u00fcberzeugen haupts\u00e4chlich in der Darreichung durch Das Vollplaybacktheater, Volker Sassenberg hat sich immer noch nicht wieder eingekriegt und Contendo Media stehen seit Jahren f\u00fcr mich relativ konkurrenzlos da, mit all ihren Serien. Von denen der Humor von \u201eDie 3 Senioren\u201c andere Contendo-Serien sticht.<br><br><strong>10. Gestorben und betrauert<\/strong><br><br>In diesem Jahr viel zu viele: Hardy Crueger, Harald Stangor (eigentlich Quiz-Mitteilnehmer aus dem Riptide, aber auch Musiker und Lyriker), Claudio Colaianni (Anuseye, That\u2019s All Folks!; ein pers\u00f6nliches Kennenlernen scheiterte vor f\u00fcnf Jahren an Corona), Helmut Pichler (fast 50 Jahre lang Wirt der Strohpinte) sowie Elli und Helena.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Chrisz Meier, Onkel Rosebud, Guido D\u00f6rheide, Matthias Bosenick Den dritten Jahresr\u00fcckblick machen die kernbeitragenden KrautNick-Mitmachenden zu viert! Dreimal ist Tradition, also lassen wir den Begriff dieses Mal gelten. 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