{"id":8519,"date":"2025-12-04T20:34:29","date_gmt":"2025-12-04T19:34:29","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8519"},"modified":"2025-12-04T20:34:29","modified_gmt":"2025-12-04T19:34:29","slug":"jim-jarmusch-anika-father-mother-sister-brother-sacred-bones-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/jim-jarmusch-anika-father-mother-sister-brother-sacred-bones-records-2025\/","title":{"rendered":"Jim Jarmusch &amp; Anika \u2013 Father Mother Sister Brother \u2013 Sacred Bones Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Jim-Jarmusch-Anika-Father-Mother-Sister-Brother.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Jim-Jarmusch-Anika-Father-Mother-Sister-Brother.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8520\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (04.12.2025)<br><br>Wesentlich ruhiger als die Soundtracks, die Regisseur und Sq\u00fcrl-Bandmitglied Jim Jarmusch f\u00fcr seine fr\u00fcheren Filme machte, ist der zum n\u00e4chsten Film \u201eFather Mother Sister Brother\u201c, den der Gitarrist mit der Berliner Musikerin und S\u00e4ngerin Anika aufnahm. Auf die Drones, wie er sie auch gern und grandios mit Jozef van Wissem erzeugt, verzichtet er hier, stattdessen verf\u00e4llt er maximal auf minimale Soundscapes, auf mittern\u00e4chtlichen Jazz, auf Ambient. Tom Waits, einer der Hauptdarsteller jenes Films, ist leider nicht zu h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Ehrlich: Der Rezensent dachte beim H\u00f6ren des Songs \u201eThese Days\u201c, dass Anika ihn zu Jarmuschs zartem Gitarrenspiel auf eine Weise singt, dass er nach Nico klingt. Da wusste der Schreibende noch nicht, dass Nico tats\u00e4chlich eine Version dieses Liedes von Jackson Browne aufgenommen hatte, an der sich die vorliegende Darbietung orientiert. W\u00fcrde man sagen: gelungene Reminiszenz! Und spooky irgendwie auch. \u201eSpooky\u201c ist zudem der Titel des Openers dieses Soundtrackalbums, und der Song erinnert wiederum an einen anderen, n\u00e4mlich an \u201eFever\u201c von Peggy Lee, mit dem jazzigen Kontrabass-Hintergrund und dem gelegentlichen Fingerschnipsen. Indes, es handelt sich dabei um einen Song von Dusty Springfield.<br><br>Diese beiden Coversongs waren die Ausgangslage f\u00fcr Anika und Jarmusch, die miteinander an Wurlitzer (Anika) und diversen elektrifizierten Gitarren (beide) herumexperimentierten. Jarmusch nahm die Mitschnitte mit und bearbeitete sie zu den vorliegenden Miniaturen, die den Score des Films darstellen. Der fiel erstaunlich behutsam aus, anders als erwartet, einmal aufgrund der bisherigen Erfahrung mit dem Noise-Drone-Musiker Jarmusch und dann aufgrund der Ausgangslage zweier Improvisierender. Sie halten sich zur\u00fcck, sie erschaffen Eindr\u00fccke, Ideen, Emotionen, minimale Soundscapes, Ambient-Texturen, sehr sp\u00e4tn\u00e4chtlichen Jazz. Oder auch mal Surfmusik, erstaunlicherweise, so ab \u201eTwins\u201c und mit \u201eSkaters\u201c, sp\u00e4ter mit \u201eJetlag\u201c nochmal, indes so, als h\u00e4tten sie den US-Bundesstaat mit Jamaica verwechselt, also eher bekiffte Surfermucke. Ein Schlaginstrument ist in diesen wenigen Minuten \u2013 das Album ist kaum eine halbe Stunde lang \u2013 nicht zu h\u00f6ren, daf\u00fcr aber in der abschlie\u00dfenden \u201eBerlin Version\u201c von \u201eThese Days\u201c das Kaleidoskop String Quartet, das dem Song eine zus\u00e4tzliche Dimension beif\u00fcgt. Ein warmes, dunkles, trotzdem kuscheliges Album.<br><br>Bei jener Anika handelt es sich um Annika Henderson, einer Deutsch-Britin, deren Deb\u00fctalbum \u201eAnika\u201c 2010 zusammen mit Beak&gt; entstand. Hohe W\u00fcrden schon zu Beginn also. Sie und Sq\u00fcrl begegneten sich vor drei Jahren auf der Party zum 15. Geburtstag des Labels Sacred Bones Records, waren von der Performance der jeweils anderen Partei angetan und beschlossen die Zusammenarbeit zum vorliegenden Soundtrack.<br><br>Der Film \u201eFather Mother Sister Brother\u201c kommt an Heiligabend in den USA ins Kino, in Deutschland erst zwei Monate sp\u00e4ter. Tom Waits, der S\u00e4nger, der seine Karriere seit \u201eBad As Me\u201c aus dem Jahr 2011 ruhen l\u00e4sst, abgesehen von seinem Beitrag \u201eBella Ciao (Goodbye Beautiful)\u201c, den er 2018 f\u00fcr das Album \u201eSongs Of Resistance 1942-2018\u201c seines Gitarristen Marc Ribot aufnahm, spielt eine der vier Hauptfiguren, ist auf dem Soundtrack indes bedauerlicherweise nicht zu h\u00f6ren. Weitere Schauspielende sind Cate Blanchett, Charlotte Rampling und Adam Driver, was viel verspricht und Hoffnung darauf macht, dass sich Jarmusch nach seinem Reinfall \u201eThe Dead Don\u2019t Die\u201c wieder im Griff hat.<br><br>Die LP kommt in diversen Farben heraus, beim Label gab es sie in biolumineszentem Vinyl, was auch immer das bedeutet, aber immerhin sieht es schmuck aus. Und h\u00f6rt sich gut an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.12.2025) Wesentlich ruhiger als die Soundtracks, die Regisseur und Sq\u00fcrl-Bandmitglied Jim Jarmusch f\u00fcr seine fr\u00fcheren Filme machte, ist der zum n\u00e4chsten Film \u201eFather Mother Sister Brother\u201c, den der Gitarrist mit der Berliner Musikerin und S\u00e4ngerin Anika aufnahm. &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/jim-jarmusch-anika-father-mother-sister-brother-sacred-bones-records-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,16],"tags":[],"class_list":["post-8519","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-vinyl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8519","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8519"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8519\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8521,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8519\/revisions\/8521"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8519"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8519"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}