{"id":8488,"date":"2025-11-28T15:38:55","date_gmt":"2025-11-28T14:38:55","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8488"},"modified":"2025-11-28T15:38:55","modified_gmt":"2025-11-28T14:38:55","slug":"radiohead-hail-to-the-thief-live-recordings-2003-2009-xl-recordings-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/radiohead-hail-to-the-thief-live-recordings-2003-2009-xl-recordings-2025\/","title":{"rendered":"Radiohead \u2013 Hail To The Thief (Live Recordings 2003-2009) \u2013 XL Recordings 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Radiohead-Hail-To-The-Thief-Live.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Radiohead-Hail-To-The-Thief-Live.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8489\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (28.11.2025)<br><br>Es ist eine Wohltat, Thom Yorke mal wieder nicht so exzessiv jammern und klagen zu h\u00f6ren wie zuletzt mit The Smile. Vor 20 Jahren waren Radiohead noch eher eine experimentelle Rockband, die den Fokus auf den Pr\u00e4fix Rock nicht ausblendete. Parallel zur j\u00fcngst \u00fcberraschend angesetzten Tour bringen die Engl\u00e4nder nun anstelle eines begleitenden Studioalbums eine Sammlung von Live-Versionen ihres 2003er Albums \u201eHail To The Thief\u201c heraus, angesammelt rund um die Welt in den sechs Jahren nach der Ver\u00f6ffentlichung. Hier hat die Indierockband noch richtig Feuer unterm Arsch, auch in ruhigeren Momenten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Der Thief, dem gehailt werden sollte, war vor 23 Jahren George W. Bush. Damals dachten wir alle, es sei der Bodensatz des US-amerikanischen Pr\u00e4sidententums erreicht \u2013 einen Donald Trump hatte niemand auf dem Zettel (au\u00dfer den Simpsons). Ein Update in diesen Tagen ist also nachvollziehbar. Seinerzeit folgte \u201eHail To The Thief\u201c auf das Quasi-Doppelpack \u201eKid A\u201c und \u201eAmnesiac\u201c, das Radiohead sp\u00e4ter sogar tats\u00e4chlich als Doppelalbum neu herausbrachten. Jene beiden Alben stellten die musikalische Abkehr dar von \u201eOK Computer\u201c dar, dem Indierock-Meisterwerk, das ab 1997 jahrelang s\u00e4mtliche Bestenlisten anf\u00fchrte, weil es bereits experimentell war und sich wiederum von den Post-Grunge-Anf\u00e4ngen der Engl\u00e4nder hin zu einer komplett eigenen Sound\u00e4sthetik gewandt hatte. \u201eKid A Mnesia\u201c war der bewusste Bruch, mit Electro-Spielereien und Glitches, der dem Genre Indierock eine neue Ebene hinzuf\u00fcgte. Und \u201eHail To The Thief\u201c war das komplizierte n\u00e4chste Album, an dem Erwartungen hingen.<br><br>Im Grunde machten Radiohead damals einen Schritt nach vorn, einen zur\u00fcck und einen zur Seite. Man h\u00f6rte wieder mehr Rock, die Elektronik behielt ihren Platz und das Balladeske blieb auch nicht au\u00dfen vor. Das alles live umzusetzen, bedeutet, dass der Rock partiell mehr Raum bekommt, weil hier ja eine ganze Band auf der B\u00fchne besch\u00e4ftigt sein muss. Die Breakbeats sind live gespielt, die Gitarren gniedeln noch doller, die Melancholie bekommt einen Energieschub. \u201eSit Down. Stand Up.\u201c etwa m\u00fcndet in eine hektische Tanzaufforderung, \u201eWhere I End And You Begin\u201c kombiniert Drum And Bass mit Progrock, und \u201eMyxomatosis\u201c rockt so, wie man es nach Kenntnis der sowieso schon so mitrei\u00dfenden Studioversion auch erhoffte, kurioserweise hier mit mehr Synthies also dort, was auch noch gut funktioniert und dem Feuer eher \u00d6l als Wasser hinzuf\u00fcgt.<br><br>Das Publikum verleiht mit seinem dezidierten kollektiven Klatsch der Pianoballade \u201eWe Suck Young Blood\u201c eine eindrucksvolle Raumtiefe. Die grandiose Party, die es im eher schwerm\u00fctigen \u201eThere, There\u201c veranstaltet, wirkt beinahe unpassend, aber das nimmt man bei Liveaufnahmen seiner Lieblingsbands aus anderen L\u00e4ndern ja h\u00e4ufiger wahr, dass die Leute zu Musik abfeiern, die man selbst eher zur\u00fcckgelehnt als hyperkomplex oder deprimierend genie\u00dft. Elektronik bindet die Band nach wie vor ein, das Intro von \u201eThe Gloaming\u201c etwa beh\u00e4lt die Warp-Glitches bei, auch der Rest des Songs l\u00e4sst Synthetik durchschimmern. Und Radiohead enden mit dem gerappten \u201eHouse Of The Rising Sun\u201c-Ripoff \u201eA Wolf At The Door\u201c, also abermals mit Rock statt Ruhe. Es fehlen auf diesem Album \u201eBackdrifts\u201c und \u201eA Punchup At A Wedding\u201c, die Radiohead offenbar nie live spielten.<br><br>Und dann kamen nur noch \u201eIn Rainbows\u201c, \u201eThe King Of Limbs\u201c und \u201eA Moon Shaped Pool\u201c, und das ist bereits neun Jahre alt. Abgesehen von diversen Live-, Mix- und Rereleases. Im Zuge der gegenw\u00e4rtigen Tour kommen selbstredend Ger\u00fcchte um ein neues Studioalbum auf. Sollte dies die Energie dieses Live-Albums aufgreifen, darf man froher Hoffnung sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (28.11.2025) Es ist eine Wohltat, Thom Yorke mal wieder nicht so exzessiv jammern und klagen zu h\u00f6ren wie zuletzt mit The Smile. 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