{"id":8484,"date":"2025-11-27T22:46:17","date_gmt":"2025-11-27T21:46:17","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8484"},"modified":"2025-11-27T22:46:17","modified_gmt":"2025-11-27T21:46:17","slug":"die-drei-gruselige-weihnacht-ueberall-europa-sony-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/die-drei-gruselige-weihnacht-ueberall-europa-sony-2025\/","title":{"rendered":"Die drei ???: Gruselige Weihnacht \u00fcberall \u2013 Europa\/Sony 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DDF-Gruselige-Weihnacht-ueberall.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"116\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DDF-Gruselige-Weihnacht-ueberall.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8485\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (27.11.2025)<br><br>Die H\u00f6rspielumsetzung des Adventskalenders \u201eGruselige Weihnacht \u00fcberall\u201c wird ja einigerma\u00dfen \u00fcberschattet von den vielen Pannen, die sich das Label Europa mit den Drei Fragezeichen erlaubt. Dabei tritt etwas in den Hintergrund, dass die Geschichte auch noch reichlich langatmig erz\u00e4hlt ist. Drei Stunden sind f\u00fcr diesen Fall einfach zwei zu viel \u2013 zumal sich die Inszenierung der H\u00f6rspiele ja in den zur\u00fcckliegenden 25 Jahren von der Action aufs Gelaber verlegte. W\u00e4hrend man dieses H\u00f6rspiel nun als Einschlafhilfe nutzt, kommt man gar nicht dazu, herauszufinden, ob sich darin nicht vielleicht sogar ein spannender Fall versteckt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Das mit dem Weihnachtskalender hatte urspr\u00fcnglich ja eine entsprechende Idee als Grundlage: Vom 1. bis zum 24. Dezember 2013 ver\u00f6ffentlichte das Label Europa t\u00e4glich ein H\u00f6rspielfragment, das exakt das behandelte, was in der erz\u00e4hlten Zeit passierte. So hangelte man sich durch den 24t\u00e4gigen Fall \u201eDer 5. Advent\u201c. Die \u201eGruselige Weihnacht \u00fcberall\u201c ist nun bereits die sechste H\u00f6rspielumsetzung eines solchen Spezialbuches, w\u00e4hrend mit \u201eO Geisterbaum\u201c das siebte Buch dieser Art vorliegt. Das mit den 24 Tagen hat sich l\u00e4ngst erledigt, inzwischen sind es eher 24 Kapitel mit \u2013 in diesem Falle \u2013 streckenweise reichlich banalen Cliffhangern.<br><br>Darin steckt bereits das erste Manko dieser Folge: Sie streckt sich mit Wiederholungen, die beim \u00dcbergang zum n\u00e4chsten \u201eTag\u201c den Anschluss zum letzten Cliffhanger bilden sollen und in einem stringenten H\u00f6rspiel nicht erforderlich w\u00e4ren. Drei Stunden m\u00fcssen ja voll werden. Die n\u00e4chste M\u00f6glichkeit, die Handlung auf solch lange Zeit zu strecken, ergibt sich inhaltlich, indem Figuren Prozesse verschleppen, etwa gleich zu Beginn mit dem vergessenen Erpresserbrief des Auftraggebers. Zum Verschleppen eignen sich auch ausgedehnte Banalit\u00e4ten, etwa das Aufz\u00e4hlen der Suchanfragen, die Bob bei Google eingibt. Noch schlimmer: Man h\u00f6rt nicht mehr Bob sich Gedanken machen, sondern Axel Milberg als Erz\u00e4hler, der endlos F\u00fcllmaterial absondert. \u201eDie Fahrt verlief ohne Zwischenf\u00e4lle\u201c, jaja, schlimm genug! Und Peter schaltete die Taschenlampenfunktion seines Handys ein. Man wird so m\u00fcrbe, dass man dem Verlauf nicht mehr folgt und gar nicht begreift, warum sie jetzt wen wof\u00fcr verd\u00e4chtigen. Und pl\u00f6tzlich gibt es sogar Action und man hat verpasst, was da gerade los war.<br><br>Pl\u00f6tzlich ist nicht das richtige Wort, das ist irgendwann um Tag 20 herum, das ist nicht so einfach zu ermitteln, weil man so abschweift. Denn auch ohne Erz\u00e4hler sind die gesprochenen Passagen langweilig. Eine minutengenau nacherz\u00e4hlte Betrachtung von \u00dcberwachungsvideomaterial, spul zur\u00fcck, da war was, was denn, ach da, ah, eine Katze. Die Reim-Aktion ist vielleicht schlagfertig, aber schleppend. So auch die Handlungsentwicklung: Es dauert bis Tag 6, bis \u201eein knochiger Pferdeschadel mit leeren Augen\u201c am Fenster zu sehen ist, also das Element, das der Geschichte den Titel gibt. Und das sofort in Tag 7 auch wieder an Grusel einb\u00fc\u00dft. Am Ende von Tag 8 wird jemand ohnm\u00e4chtig, weil vergiftet, wie sich danach herausstellt. An Tag 12 kommt endlich der Kern des Falles ans Licht.<br><br>Der handelt von einem Typen, der ein Weihnachtsmuseum eingerichtet hat und mit einer Auktion von weltweit zusammengetragenen Devotionalien die Weihnachtsdekosammlerszene zu sich einl\u00e4dt. Er bekommt einen Erpresserbrief, der besagt, dass seine H\u00fctte brennt, sofern der Museumsmann dem Anonymen ein bestimmtes St\u00fcck nicht aush\u00e4ndigt, und welches St\u00fcck gemeint ist, sagt er eben erst nach Ablauf der H\u00e4lfte der Geschichte. In der Folge dieser Folge entwickelt sich ein Wirbel um gef\u00e4lschte F\u00e4lschungen, die in Wahrheit noch viel echter sind. \u201eWir sollten nicht mit dem Schlimmsten rechnen\u201c, sagt Justus zu Beginn, und man fragt sich, warum nicht, macht er doch sonst immer, und gerade bei dieser Folge w\u00e4re es angebracht \u2013 in jeder Hinsicht.<br><br>Naja, fast. Der Reigen der Verd\u00e4chtigen \u2013 die Auktionsteilnehmer aus aller Welt \u2013 hat so seine Besonderheiten, die jedoch im Gelaber verschwinden. Daf\u00fcr bekommt man wie nebenbei diverse interessante Weihnachtstraditionen aus aller Welt genannt, aus den Niederlanden, der Mongolei, Polen, Wales, Italien und Deutschland. Derweil f\u00e4llt es schwer, ein so europ\u00e4isch dargebotenes Weihnachtsgef\u00fchl mit der Idee von Los Angeles bei 20 Grad im Dezember miteinander in Einklang zu bringen. Sei\u2019s drum.<br><br>Eine gut ausgearbeitete Figur ist Michael Watkins, der ungek\u00fcnstelt einen besonderen Sprachstil hat, indem er W\u00f6rter verwendet wie Pillepalle, Rambazamba, Trallala, Schwuppdiwupp, Krimskrams, Ratzfatz und Remmidemmi, was bereits beim ersten Wort auff\u00e4llt, er durchzieht und stets so in seine Wortbeitr\u00e4ge einbaut, dass es nicht konstruiert wirkt. Sprecher Romanus Fuhrmann agiert da, als sei das seine regul\u00e4re Sprechweise. Unter den Sprechenden ist mal wieder Till Hagen, der bei \u201eOffenbarung 23\u201c den Ian G. performte, das Alter Ego des Autoren Jan Gaspard, und das so \u00fcberzeugend widerlich, dass man ihm den schmierigen Arsch bereitwillig abnahm. Das taten auch andere H\u00f6rspielproduzenten, weshalb er \u2013 wie einst J\u00fcrgen Thomann \u2013 seitdem stets auf die Rolle eines T\u00e4ters festgelegt ist. Dabei w\u00fcrde man ihn auch gern auch mal als Netten, Guten h\u00f6ren.<br><br>Drei Stunden H\u00f6rspiel bringen Europa und Sony nun auf satten sechs LPs heraus, jeweils mit zwei Tagen pro Seite. Na, au\u00dfer auf LP 5, da sind A- und B-Seite identisch, haha. Besten Dank: Der Preis daf\u00fcr ist so \u00fcppig, dass dies eine gigantische Frechheit ist. Ganz abgesehen davon, dass das H\u00f6rspiel auch um zwei Stunden h\u00e4tte gek\u00fcrzt noch funktioniert h\u00e4tte, m\u00f6glicherweise sogar wesentlich besser. Streckenweise ist es so lahm inszeniert, dass man sich fragt, warum es die Parallelserie Die drei ??? Kids \u00fcberhaupt gibt. Der L\u00f6sungs-Tag ist mit seinem gutgelaunten Gelaber wieder mal so lahm, dass einem die Hintergr\u00fcnde egal sind. In drei Stunden \u201eToteninsel\u201c oder \u201eGeisterbucht\u201c passiert wesentlich mehr und ist man reichlich gefesselt. Hier h\u00f6chstens ans Bett.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (27.11.2025) Die H\u00f6rspielumsetzung des Adventskalenders \u201eGruselige Weihnacht \u00fcberall\u201c wird ja einigerma\u00dfen \u00fcberschattet von den vielen Pannen, die sich das Label Europa mit den Drei Fragezeichen erlaubt. Dabei tritt etwas in den Hintergrund, dass die Geschichte auch noch &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/die-drei-gruselige-weihnacht-ueberall-europa-sony-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,16],"tags":[],"class_list":["post-8484","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-horspiel","category-vinyl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8484"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8484\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8486,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8484\/revisions\/8486"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}