{"id":8458,"date":"2025-11-18T21:49:48","date_gmt":"2025-11-18T20:49:48","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8458"},"modified":"2025-11-18T21:49:48","modified_gmt":"2025-11-18T20:49:48","slug":"the-arms-of-someone-new-susan-sleepwalking-2025-remaster-susan-dreaming-projekt-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-arms-of-someone-new-susan-sleepwalking-2025-remaster-susan-dreaming-projekt-records-2025\/","title":{"rendered":"The Arms Of Someone New \u2013 Susan Sleepwalking (2025 Remaster)\/Susan Dreaming \u2013 Projekt Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/The-Arms-Of-Someone-New-Susan-Sleepwalking-2025.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/The-Arms-Of-Someone-New-Susan-Sleepwalking-2025.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8459\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (18.11.2025)<br><br>Man wird alt wie \u2018ne Kuh und lernt immer wieder Altes neu kennen: Das Duo The Arms Of Someone New beispielsweise, dessen Quasi-Deb\u00fct-Album \u201eSusan Sleepwalking\u201c ein Remaster und als \u201eSusan Dreaming\u201c eine Neubearbeitung erf\u00e4hrt \u2013 und das nach satten 40 Jahren. Im Sound orientierten sich die beiden Bandmitglieder Mel Eberle und Steve Jones aus Illinois recht offenkundig an den Young Marble Giants, die diese karge Mischung aus minimalistischen Synthies und verhuschten Gitarren bereits f\u00fcnf Jahre zuvor etabliert hatten. Umso sehr unterscheidet sich die Neubearbeitung davon \u2013 die ist in Drones, Soundscapes und Improvisationen gehalten. Eine tolle Entdeckung!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Diese Ver\u00f6ffentlichung ist dreigeteilt: Den ersten Abschnitt nimmt das Original-Album aus dem Jahr 1985 ein, der zweite bietet anderthalb Stunden lang \u201eOuttakes, Demos, Unreleased And Rare Recordings\u201c und der dritte \u201eSusan Dreaming\u201c, die Neubearbeitung. Die gestalterische N\u00e4he zu den Walisern Young Marble Giants ist m\u00f6glicherweise schlichtweg der Konstellation geschuldet: Lediglich zu zweit, bedienten sich Jones und Eberle bei dem Instrumentarium, das ihnen zur Verf\u00fcgung stand, und setzten es so behutsam wie m\u00f6glich ein.<br><br>Den Synthies entlocken die beiden hier also keine Hi-NRG-Beats, wie sie zu der Zeit modern waren, sondern das minimalistische Geplucker, das man von \u201eColossal Youth\u201c bereits kennt, das sich repetitiv und monoton unter die Songs schleppt und teilweise lediglich aus einem klickernden Hihatsound zu bestehen scheint. Auf diesen Drums spielen sie ebenso minimalistische Melodien mit Synthie und verhallter Gitarre und singen dazu, als w\u00e4re es nachts um halb vier und man schlaftrunken nur kurz aus Morpheus Armen entlassen worden und wolle sich umgehend dorthin zur\u00fcckbegeben; schlafwandelnd, f\u00fcrwahr. An mancher Stelle hat die Gitarre eine Klarheit, wie sie seinerzeit bei R.E.M. erklang, etwa in \u201eThe Fisherman\u201c oder \u201eKaren Said\u201c, richtig schrammeln darf sie in \u201eRainbows\u201c, mit dem Synthie um die Wette gniedeln in \u201eSeven Days From Now\u201c und beinahe fies ins Ohr gehen in \u201eSusan Slept Here\u201c.<br><br>Diesem Sound liegt etwas Waviges inne, ebenso etwas Psychedelisches. Obschon die Grundlagen hier in K\u00e4lte liegen, entwickeln manche Songs eine unerwartete W\u00e4rme. Nicht erwarten darf man hier eine wie auch immer geartete Tanzparty, h\u00f6chstens vielleicht f\u00fcr Introvertierte.<br><br>Die Bonus-Sektion beginnt mit den sechs Songs der \u201eBurying The Carnival\u201c-12\u201c. Teile von \u201eTwo Sides To Every Story\u201c, der Split-Kassette mit Data-Bank A, die beiden St\u00fccke der \u201eThe Holy Dance\u201c-7\u201c sowie drei Viertel der Kassette \u201eThe Arms Of Someone New\u201c sind ebenfalls enthalten, einige Tracks kamen bereits vor zwei Jahren als \u201eSusan Sleepwalking Outtakes #1\u201c digital heraus, der Rest des alten Materials scheint neu zu sein. Die St\u00fccke von \u201eBurying The Carnival\u201c deuten an, dass das Duo durchaus zu etwas vollerem Sound, mehr N\u00e4he zu Songorientiertheit und zu noch mehr Experimenten bereit war; mancher Basslauf l\u00e4sst an Joy Division denken, \u201eMy Friend\u201c geht beinahe in Richtung Neofolk. Der Rest setzt diesen und den Sound des Albums fort \u2013 \u201e70 Years\u201c ist dabei noch ein sch\u00f6ner Kracher \u2013 und fordert auf Strecke doch, trotz aller Sch\u00f6nheit, aufgrund der reduzierten Spr\u00f6dheit und der gleichbleibenden Stimmung einiges an Langmut ein. Das Saxophon in dem mit Nick Rudd entstandenen \u201eBroken Birds\u201c holt einen dann aus der Versunkenheit wieder heraus \u2013 ein wundervoller Farbtupfer.<br><br>Und dann gibt\u2019s den gigantischen Zeitsprung. 40 Jahre sp\u00e4ter setzt sich das Duo erneut zusammen und empfindet sein Album nach, mit den Ideen, Inspirationen, Erfahrungen und pers\u00f6nlichen Entwicklungen, die jeder in 40 Jahren sammelte. Deutlich h\u00f6rbar ist, dass die beiden keineswegs im Stillstand verharren. Im Gegentum, sie legten ordentlich Wegstrecke zur\u00fcck, und zwar, um sich noch weiter vom H\u00f6rbaren, vom G\u00e4ngigen zu entfernen. Diese zehn Neueinspielungen tragen daher auch nicht von ungef\u00e4hr neue Titel, denn es f\u00e4llt immens schwer, in ihnen die Ausgangstracks wiederzuentdecken: Eberle und Jones generieren Dreamscapes, Soundscapes, Drones, Noises, dass es nur so eine Freude ist. Selbst die Stimme erklingt hier wie ein Rauschinstrument, Texte vermittelt sie keine mehr. Selten schwankt \u00fcberhaupt die Tonh\u00f6he, die Konturen verwischen, man bewegt sich wie in d\u00e4mmriger Watte. Es l\u00e4sst sich nicht einmal ermitteln, mit welchen Mitteln das Duo diese Sounds generierte. Man verf\u00e4llt mit Susan ins Tr\u00e4umen.<br><br>Und was passierte in der Zeit dazwischen? Vor \u201eSusan Sleepwalking\u201c erschienen die Tapes \u201eSignificant Other\u201c, \u201eOccam\u2019s Razor\u201c, \u201eNotes From Underground\u201c und \u201eTASN\u201c, danach noch die Alben \u201eBlack &amp; White\u201c (1987) und \u201ePromise\u201c (1988), die 12\u201c Every Seventh Wave\u201c, das unbetitelte Split-Album mit Area sowie 2000 die Compilation \u201eLove, Power &amp; Justice\u201c. 2016 erschien mit \u201eTape Recordings 1983-1985\u201c eine Doppel-LP mit Rereleases und Rarit\u00e4ten, auf Bandcamp startete das Duo 2022 eine Rerelease-Kampagne. The First Things hie\u00df 1982, ganz zum Inhalt passend, das erste Projekt, an dem Eberle und Jones zusammenarbeiteten. Die genannte Band Area hob Jones 1985 parallel zu The Arms Of Someone New aus der Taufe, daher der Split; diese Band beendete 1990 ihre Aktivit\u00e4ten. Eberle spielte indes auch hier als Gast Gitarre, 1999 beim Beitrag zur Compilation \u201eA Cat-Shaped Hole In My Heart\u201c n\u00e4mlich. Und S\u00e4ngerin Lynn Canfield wechselte in den Neunzigern zu The Moon Seven Times.<br><br>Dieses Remaster ist auf jeden Fall eine angenehme Wieder- und Neuentdeckung. Insbesondere die Neueinspielung zeigt, wie sich Kreative entwickeln, und sie stell ein wundervoll rauschendes und berauschendes noisy Ambient-Album dar, das einem ansonsten wohl entgangen w\u00e4re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (18.11.2025) Man wird alt wie \u2018ne Kuh und lernt immer wieder Altes neu kennen: Das Duo The Arms Of Someone New beispielsweise, dessen Quasi-Deb\u00fct-Album \u201eSusan Sleepwalking\u201c ein Remaster und als \u201eSusan Dreaming\u201c eine Neubearbeitung erf\u00e4hrt \u2013 und &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-arms-of-someone-new-susan-sleepwalking-2025-remaster-susan-dreaming-projekt-records-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,22,19,23],"tags":[],"class_list":["post-8458","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-compilation","category-download-stream","category-klassiker-rereleases"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8458","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8458"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8458\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8460,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8458\/revisions\/8460"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}