{"id":8371,"date":"2025-11-03T21:21:57","date_gmt":"2025-11-03T20:21:57","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8371"},"modified":"2025-11-03T21:21:57","modified_gmt":"2025-11-03T20:21:57","slug":"hin-und-weggesehen-filme-und-serien-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/hin-und-weggesehen-filme-und-serien-11\/","title":{"rendered":"Hin- und weggesehen. Filme und Serien"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"100\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-660\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Chrisz Meier (03.11.2025)<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich etwas wirklich gerne tue, dann ist es das Beobachten von Filmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Beobachtungsergebnisse m\u00f6chte ich gerne weitergeben, sei es als Empfehlung, sei es als Warnung. Denn schlechte Filme klauen Lebenszeit.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zum Beispiel ein Film wie <strong>\u201eOld Guy\u201c<\/strong> von 2024. Hier geht es um einen alternden Auftragskiller (C. Waltz), dem von seinem Boss ein junger Azubi<\/p>\n\n\n\n<p>(C. Hoffman) zur Seite gestellt wird. Das ist an und f\u00fcr sich keine schlechte Ausgangslage, w\u00e4re da nicht&#8230; C. Waltz. Seit der sehr fiesen Darstellung eines SS-Offiziers in \u201eInglorious Basterds\u201c hat sich Waltz\u2019 Darstellungskunst nicht gro\u00dfartig ver\u00e4ndert. Ob in \u201eDjango\u201c oder als Bond-B\u00f6sewicht Blofeld, immer hat man Hans Landa vor Augen, wie er malizi\u00f6s l\u00e4chelnd Grausamkeiten begeht. Und in \u201eOld Guy\u201c macht er genau das nicht! Als Auftragskiller! Stattdessen spielt er mit einer ordentlichen Portion Trotteligkeit den alten Mann, der aber nat\u00fcrlich immer noch alle in die Tasche steckt. Unglaubw\u00fcrdig. Und wenn einen der Hauptdarsteller eines Films nicht \u00fcberzeugt, kann man den Film nicht als gelungen bezeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden bisherigen Filme der \u201eA Quiet Place\u201c-Reihe fand ich gar nicht so schlecht. Endlich mal waren Menschen gezwungen, die Fresse halten und keinen L\u00e4rm zu machen, wollten sie nicht von ger\u00e4uschempfindlichen Au\u00dferirdischen verspeist werden. Von daher sah ich mir <strong>\u201eA Quiet Place: Day One\u201c<\/strong> mit Wohlwollen an, geht es hier doch, wie der Titel sagt, um den ersten Tag der Alieninvasion. Und der findet ausgerechnet in einer der lautesten St\u00e4dte des Universums statt: New York! Bis die Menschen schnallen, da\u00df sie still sein m\u00fcssen, haben die Besucher eine sehr gute Zeit. Dann folgen wir einem Zufallspaar (m\/w), das versucht, irgendwie zu entkommen, wobei es nat\u00fcrlich einmal quer durch die ganze Stadt muss. Und ja, auch dieses Prequel hat gut unterhalten. Schauspiel, Spannung, Setting, alles stimmt. Und nicht zuletzt ist der Film \u00fcber weite Strecken erholsam ruhig!<\/p>\n\n\n\n<p>Zeit f\u00fcr eine Serie. Die sechs Teile der englischen Miniserie <strong>\u201eJoan\u201c<\/strong> basieren auf dem Buch der echten Joan Hannington und beleuchten den Abschnitt ihres Lebens, als sie schweren \u00c4rger mit dem Sozialamt um das Sorgerecht ihrer Tochter hat. Genau in dieser Phase ihres Lebens passieren ihr zwei Dinge. Zum einen lernt sie den zwielichtigen Antiquit\u00e4tenh\u00e4ndler Boisie kennen und lieben, zum anderen bemerkt sie ihr Talent als Juwelendiebin.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das hat was! Zum einen durch die Geschichte, die das Leben selbst schrieb, zum anderen durch den Zeitsprung in die fr\u00fchen achtziger Jahre und zum dritten durch S. Turner, die ihre Joan wahlweise als typisch englische Brat, als Mittelstandsangestellte oder aber als Dame der feinen Gesellschaft darstellen kann. Gelungen!<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht gelungen ist leider <strong>\u201eVeni Vidi Vici\u201c<\/strong>. Als satirische Gesellschaftskritik angelegt, spielt der Film in der Welt der superreichen Familie Maynard.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vater ist irgendwas Sinnloses in der Finanzbranche, seine Frau ist sein h\u00fcbsches Anh\u00e4ngsel und seine Kinder sind verkommene Arschl\u00f6cher. Als Hobby erschie\u00dft der Vater willk\u00fcrlich Passanten \u2013 und mu\u00df mit keinerlei Konsequenzen rechnen. Zwar wissen alle, da\u00df er der Sniper-M\u00f6rder ist, unternehmen tut aber niemand etwas. Klingt eigentlich ganz gut, aber leider tritt der Film nach kurzer Zeit auf der Stelle und es passiert nicht mehr so recht etwas. So bleibt die Kapitalismuskritik sehr blass, denn Reichen bei ihrem widerlichen Treiben zuschauen mu\u00df ich in der Realit\u00e4t schon mehr, als mir lieb ist. Wenigstens im Film will ich diese Sozialschmarotzer ordentlich leiden sehen. \u201eVeni Vidi Vici\u201c hat diese Chance verschenkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die olympischen Spiele in M\u00fcnchen 1972 sind Thema in <strong>\u201eSeptember 5\u201c<\/strong>. Zum ersten Mal konnte live f\u00fcr ein Millionenpublikum berichtet werden, und so sind wir mitten drin im Studio eines amerikanischen Nachrichtensenders samt Redakteuren, Crew und jeder Menge Technik. Am 5. September dann kommt es zu einer Geiselnahme im olympischen Dorf. Athleten aus Israel werden von Pal\u00e4stinensern \u00fcberfallen und festgesetzt. Ausgerechnet die Kollegen der Sportredaktion m\u00fcssen jetzt \u00fcberlegen, wie und was sie dar\u00fcber berichten, schlie\u00dflich sind sie gerade mal ein paar Dutzend Meter Luftlinie von dem Drama entfernt. \u201eSeptember 5\u201c packt einen, obwohl die Kamera kaum einmal das Setting des Fernsehstudios verl\u00e4sst. Das Drehbuch h\u00e4lt sich weitestgehend an die tats\u00e4chlichen Ereignisse, die Authentizit\u00e4t ist wie das Spannungslevel enorm hoch \u2013 und das, obwohl man wei\u00df, wie tragisch die Geschichte ausgegangen ist. Gekonnt setzt der Film originale Archivaufnahmen sowohl der Sportereignisse als auch der Geiselnahme ein. Dies ist hervorragend in Szene gesetzte Aufarbeitung von Zeitgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Warnung noch an dieser Stelle: <strong>\u201eAnora\u201c<\/strong> (2024) hat wieder mal genau die Art Menschen als Protagonisten, die ich \u00fcberhaupt nicht ausstehen kann: Neureiche Protzer. Eine solche ist die Titelfigur zwar nicht, sondern eine hart arbeitende Stript\u00e4nzerin und Teilzeitprostituierte, aber ihr neuer russischer Lover ist einer, der mit Geld nur so um sich wirft, weil es ihm gar nichts bedeutet. Dieser Fatzke also \u00fcberredet Anora nach kurzem Zusammensein zur Blitzhochzeit in Vegas, woraufhin auch sie zum Vollarschloch mutiert und \u00e4u\u00dferst gro\u00dfen Gefallen an ihrem neuen Lifestyle findet. Einzig die Eltern des B\u00fcrschchens finden das nicht so funny und schicken zwei Schergen los, um die Ehe annullieren zu lassen. Und hier kommen jetzt die einzig beiden sympathischen Figuren ins Spiel. Insbesondere K. Karragulian als Gen-Z-hassender Toros liefert eine Volltrefferdialogzeile nach der anderen ab. Aber auch J. Borisov als scheuer Igor hat als einer der wenigen noch alle Latten am Zaun. Anora und ihr B\u00fcbchen hingegen? Man ist am Ende froh, sie nie wieder sehen zu m\u00fcssen<\/p>\n\n\n\n<p>Ok, soviel f\u00fcr heute! In der n\u00e4chsten Folge geht es u.a. um ganz schwarze Vampire. Und jetzt raus aus dem Internet!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Chrisz Meier (03.11.2025) Wenn ich etwas wirklich gerne tue, dann ist es das Beobachten von Filmen. Meine Beobachtungsergebnisse m\u00f6chte ich gerne weitergeben, sei es als Empfehlung, sei es als Warnung. 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