{"id":8347,"date":"2025-10-27T21:07:39","date_gmt":"2025-10-27T20:07:39","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8347"},"modified":"2025-10-27T21:07:39","modified_gmt":"2025-10-27T20:07:39","slug":"sunken-lykke-eisenwald-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/sunken-lykke-eisenwald-2025\/","title":{"rendered":"Sunken \u2013 Lykke \u2013 Eisenwald 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Sunken-Lykke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Sunken-Lykke.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8348\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (27.10.2025)<br><br>Das hier geht kurz vor Ablauf noch in Richtung Album des Jahres: Mit ihrem dritten Album \u201eLykke\u201c verleihen Sunken aus \u00c5rhus dem atmosph\u00e4rischen Post-Black-Metal nochmal ein Kr\u00f6nchen mit neuem Glanz. Sie strecken das Epische, rauhen das Weiche mit Brutalit\u00e4t an und errichten dennoch einen Wohlf\u00fchlraum, in den man sich liebend gern zur\u00fcckzieht. Das Geschrei dazu erinnert daran, dass drau\u00dfen die Apokalypse tobt, aber hier drinnen rotiert alles zu einem gewaltigen Safe Space zusammen. Und weil etwas Neues im Vertrauten ja Horizonte erweitern kann, bauen Sunken hier Bl\u00e4ser und Orchester ein. Eine Gro\u00dftat! Und: \u201eGl\u00fcck\u201c.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p> Na klar, Blast Beats, fl\u00e4chige Gitarren, Dunkelheit, Geschrei, es ist alles drin, was man vom modernen Black Metal kennt, und doch \u00fcberraschen Sunken in der Anordnung der Einzelteile. Den dem Genre inneliegenden brutalen L\u00e4rm kanalisieren Sunken in Harmonie, und noch w\u00e4hrend man diese vier \u00fcberlangen Tracks wirken l\u00e4sst, versucht man vergeblich, herauszufinden, warum das, was regul\u00e4r f\u00fcr depressives Unwohlsein zu sorgen in der Lage ist, hier zus\u00e4tzlich so ein warmes, herzliches Empfinden ausl\u00f6st. Woher kommt hier das Positive in diesem an sich negativen Genre?<br><br>Man muss nat\u00fcrlich schon einiges an H\u00f6rerfahrung mitbringen, um diesen Orkan als positiv empfinden zu k\u00f6nnen. Auch Sunken wissen, wie man mit Gitarre, Bass, Schlagzeug den Kn\u00fcppel schwingt, und das vollf\u00fchren sie hier auch. Wie im Black Metal \u00fcblich nat\u00fcrlich nicht riffbasiert, sondern auf Langstrecke und mit dem geb\u00fchrenden Tempo. Jedoch eben mit der Extraration wohliger Wattigkeit, in die die Band das Brutale bettet oder als Pole gegen\u00fcberstellt.<br><br>\u201eDin r\u00f8st malede farver i luften\u201c hat inmitten des sch\u00f6nen Herbststurms pl\u00f6tzlich Bl\u00e4ser zu bieten, und man wundert sich, dass man davon nicht negativ verschreckt ist oder sich schr\u00e4g angekumpelt f\u00fchlt, sondern dass die Sounds der flirrenden Gitarren und der Blechblasinstrumente so extremst gut miteinander harmonieren. \u201eDeine Stimme malte Farben in die Luft\u201c entspricht zudem nicht eben den erwartbaren Black-Metal-Themen. \u201eOg det er lykke\u201c beginnt orchestral und mausert sich noch zu einem Post-Black-Metal-Brocken, und sobald die Instrumentalisten ihre Vorliebe f\u00fcr tr\u00e4umerischen Post Rock wie von Sigur R\u00f3s ausleben, schreit der S\u00e4nger dazu wie wahnsinnig herum, und auch das passt nicht nur bestens zusammen, sondern man wundert sich, dass man dieses gequ\u00e4lte Geschrei inmitten dieser sch\u00f6nen Musik auch noch f\u00fcr \u00e4sthetisch h\u00e4lt. \u201eUnd das ist Gl\u00fcck\u201c!<br><br>Als beinahe konventionellsten Track k\u00f6nnte man \u201eGl\u00e6desf\u00e6rd\u201c auffassen, das das Epische des atmosph\u00e4rischen Black Metals, nun, episch ausspielt, indem es Fl\u00e4chen ausrollt, aber eben das geschieht hier kombiniert mit der Sch\u00f6nheit des Post Rock, indem Gebolze, Geschrei und Harmonie miteinander losbrettern. Und in eine Art warmen Chanson \u00fcbergehen, die dieses St\u00fcck wahrhaftig zu einer \u201eVergn\u00fcgungsfahrt\u201c machen. Aber das dicke Ende kommt noch: \u201eN\u00e5r livet g\u00e5r p\u00e5 h\u00e6ld\u201c, \u201eWenn das Leben untergeht\u201c, beginnt schleppend wie Doom und flirrend wie Post Rock, dazu mit dem inzwischen vertrauten Geschrei. Wie zuvor auch schon, ver\u00e4ndert sich die Atmosph\u00e4re schleichend, eine melodi\u00f6se Ballade verdr\u00e4ngt das Brachiale, w\u00e4hrend das Flirren und das Schreien bleiben. Diese Energie bl\u00e4st einen um, obwohl sie bei Lichte betrachtet nicht heavy ist. Und w\u00e4hrend sich die Band ins Epische gniedelt, \u00fcbernimmt pl\u00f6tzlich ein fuckin\u2018 Orchester die Harmonien und f\u00fchrt sie gemeinsam fort. Verdammte Axt, was schlimmster Kitsch werden k\u00f6nnte, ist einfach nur passend, geht Hand in Hand, ist eine logische Fortf\u00fchrung. So geht das Leben aber angenehm unter.<br><br>\u201eLykke\u201c ist das dritte Album von Sunken, pandemiebedingt erschienen satte f\u00fcnf Jahre nach dem Vorg\u00e4nger \u201eLivslede\u201c, auf dem die Band textlich vom Englischen ins D\u00e4nische gewechselt hatte. Zwischenzeitig kam es zudem zu einigen Umbesetzungen, zur 2012 als Arescet gegr\u00fcndeten Band geh\u00f6ren heute: Die zwei Gitarristen Simon Skotte Krogh und Alexander Salling, S\u00e4nger Martin Skyum Thomasen, Bassist Jonas Faghtmann und Schlagzeuger Joachim H\u00f8jer Larsen. Waren \u201eDeparture\u201c und \u201eLivslede\u201c bereits exorbitante Besonderheiten im Black Metal, setzt \u201eLykke\u201c dieser Position von Sunken noch eins drauf. Und das in buntem Vinyl!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (27.10.2025) Das hier geht kurz vor Ablauf noch in Richtung Album des Jahres: Mit ihrem dritten Album \u201eLykke\u201c verleihen Sunken aus \u00c5rhus dem atmosph\u00e4rischen Post-Black-Metal nochmal ein Kr\u00f6nchen mit neuem Glanz. 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