{"id":8308,"date":"2025-10-15T15:09:33","date_gmt":"2025-10-15T13:09:33","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8308"},"modified":"2025-10-15T15:09:33","modified_gmt":"2025-10-15T13:09:33","slug":"more-pearls-before-swine-25-years-sireena-records-sireena-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/more-pearls-before-swine-25-years-sireena-records-sireena-records-2025\/","title":{"rendered":"More Pearls Before Swine: 25 Years Sireena Records \u2013 Sireena Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/More-Pearls-For-Swine-25-Years-Sireena-Records.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"124\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/More-Pearls-For-Swine-25-Years-Sireena-Records.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8309\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (15.10.2025)<br><br>Seinen 25. Geburtstag darf man gern mit goldenen CDs feiern! Mit einer Doppel-CD voller Lieder aus dem eigenen Programm \u2013 31 St\u00fcck, also mehr als Jahre \u2013 begeht das inzwischen im Kreis Harburg ans\u00e4ssige Label von Bernd Paulat und Tom Redecker sein Jubil\u00e4um. Auch Checker werden hier Entdecker: Das zeichnet Sireena ja seit jeher aus, dass die Verantwortlichen noch unterhalb bekannter Schatztruhen weitere Sch\u00e4tze entdecken, von Bands aus der Bundesrepublik und der ganzen Welt, von denen man noch nie zuvor geh\u00f6rt hat, was sich mit dieser Sammlung \u00e4ndern l\u00e4sst, sowie von vertrauten Helden. Prog, Indie, Kraut, Wave, Country, NDW, Blues, Experiment \u2013 hier ist alles drin.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eGuten Morgen, es ist sechs Uhr und 36 Minuten\u201c, sagt eine k\u00fcnstliche Frauenstimme. Islo Mob mit \u201eKaffee und Kuchen\u201c er\u00f6ffnen die Sammlung mit \u2013 da geht\u2019s schon los: Waverock? NDW? Artpop? Interzone kn\u00fcpfen vom Sound her mit \u201eAus Liebe\u201c daran an, hardrocken aber ganz abrupt los. Moment: Islo Mob, Interzone? Von ersteren gab es lediglich ein Album und die aufgef\u00fchrte Single, beides Mitte der Achtziger, und ohne Sireena h\u00e4tte die Welt die vermutlich einfach nur vergessen. Inerzone waren eine Bluesrockband, die hier gelistete Single erschien 1982 zur Mitte der Karriere. Und so geht es weiter: der komplett eigensinnige Kiev Stingl, im vergangenen Jahr verstorben, mit seiner \u201eLila Diva\u201c. Das allerh\u00f6chstens in Darkwave-Kreisen gel\u00e4ufige Projekt Heroina mit \u201eDancing Barefoot\u201c, einer trippigen Variante des Patti-Smith-Songs. Aber gut: Hieran war, neben der gottlob deutlich heraush\u00f6rbaren Kathrin Achinger von den Kastrierten Philosophen, Emilio Winschetti beteiligt, und der ist ja nun der Hidden Gentleman, der The Perc zur Seite steht, bei dem es sich eben um Labelgr\u00fcnder Tom Redecker handelt.<br><br>Alles also eine Electric Family, kann man sagen, und jene experimentelle Indie-Band war im Jahr 2000 auch der Grund, weshalb Redecker Sireena aus der Taufe hob. An der Reihe sind die hier allerdings erst auf der zweiten CD, mit \u201eWhat Is In Your Head Fred\u201c. The Perc Meets The Hidden Gentleman und deren \u201eThe Infant King\u201c folgen sp\u00e4ter auch noch. Doch zur\u00fcck zum Portfolio: Funk-Rock gibt\u2019s von Snowball, Bluesrock mit franz\u00f6sischen weiblichen Spoken Words von der Pee Wee Bluesgang, wavigen Poprock mit Bl\u00e4sern von den Dead Guitars. Das in Braunschweig bis heute stets beliebte punkige Proto-NDW-St\u00fcck \u201eMach dich lieber anders tot\u201c der Lokalhelden Fee kehrt musikalisch zum Auftakt zur\u00fcck. Mit der Real Ax Band und etwas angeschr\u00e4gtem Gesang geht\u2019s in frickelige Prog-Gefilde; deren \u201eSomeone Else In My Skin\u201c ist mit fast neun Minuten das zweitl\u00e4ngste St\u00fcck hier, lediglich um eine Minute \u00fcbertroffen von \u201ePoint Of No Return\u201c von den ebenfalls proggigen Nautilus.<br><br>Mit dem dramatischen schlageresken \u201eTr\u00e4ume Leben\u201c eifert Minnie Graw von Ougenweide leicht Alexanrda nach, nur dass ihre Stimme nicht ganz so tief reicht. Die Engl\u00e4nder Snafu (nicht zu verwechseln mit SNFU) bluesrockten bereits in den Siebzigern, sind aber mittlerweile \u201eLong Gone\u201c. Anders als die Artrocker Ramses, die es seit den Siebzigern durchgehend gibt und die hier ebenfalls mit einem Livetrack vertreten sind. Zehn Jahre weniger dabei, aber ebenfalls mit Artrock, indes weit spacigerem, sind Tribute, die Band, die auf fast jedem Tourplakat aufgef\u00fchrt ist, haha. Grobschnitt sind ja nun wirklich alte Helden, im Krautrock wie im NDW, doch stammt deren Akustikgitarren-Hymne \u201eAnother Journey\u201c aus dem Jahre 2009, ist also vergleichsweise frisch. Tri Atma liefern ein fluffiges Offbeat-Mitmach-Instrumental. Und zuletzt buddeln Sireena den Kneipenlieder-Haudegen Henry Vahl aus \u2013 \u201eEiner spinnt immer\u201c, das stimmt wohl.<br><br>Country gibt\u2019s hier ebenfalls, mit Don Stevenson, dessen \u201eDriven The Train\u201c aber mehr nach Tito &amp; Tarantula klingt. The Multicoloured Shades pendelten mit ihrem Psychedelic Rock in die Indie-Szene hinein und reaktiverten sich vor einer Weile, \u201eSomewhere Far Away\u201c ist vom 2024 erschienenen Comebackalbum \u201e2025\u201c. Zackig-dunkle Elektronik mit bratzigem Gitarren-Solo kommt von The Pachinko Fake, die man ebenfalls noch aus der Neunziger-Indie-Szene kennt; Bandmitglied Rolf Kirschbaum findet sich auf dieser Compilation \u00fcberdies noch einige weitere Male, das \u201eHe Made Love To A Sixpack\u201c bleibt im Ohr.<br><br>In die gitarrenbegleitete Funk-Disco geht\u2019s mit \u201eLover Of Your Spirit\u201c von der ebenfalls im vergangenen Jahr verstorbenen Jennifer Kowa. Noch mehr Funk, aber auch noch weit mehr Rock kommt von Brian Parrish, altgedienter Weggef\u00e4hrte von Leuten wie Jerry Lee Lewis oder Gene Vincent. Die \u00e4u\u00dferst verr\u00fcckte Band Roman Bunka ist mit weniger verr\u00fcckter Fusion-Rockmusik an Bord, au\u00dferdem mit dem ungew\u00f6hnlichsten Songtitel: \u201eSi Ga Ni Wa Ta\u201c, vom 1980er-Album mit dem noch verr\u00fcckteren Titel \u201eDein Kopf ist ein schlafendes Auto\u201c. Der \u201eSoul Trip\u201c von Giants Dwarfs And Black Holes ist keiner, also: Trip schon, aber eher in Space, mit diesem Psychedelic Rock. Vor Nena spielte Carlo Karges bei Desperado, und zwar bluesigen Krautrock, da f\u00fchlt man sich \u201eHerzlich willkommen\u201c.<br><br>Dann wird es wieder kurios: Hermann Lammers-Meyer von den Emsland Hillbillies duettiert mit Willie Nelson. Was sich liest wie ein Witz, ist ein tr\u00e4nenr\u00fchrender Steel-Guitar-Schlager, der alle Klischees erf\u00fcllt \u2013 dies ist ganz sicher \u201eThe Part Where I Cry\u201c, ich wei\u00df nur nicht, warum genau. Die krautrockige Bad News Reunion aus Hamburg gab\u2019s auch bereits in den Siebzigern. Ebenfalls im Indie-Bereich angesiedelt waren The Shiny Gnomes aus N\u00fcrnberg seit den Achtzigern, ihr garagig rockendes \u201eWhat Ulli Says\u201c hat mehr als 30 Jahre auf dem Buckel. Zum Abschluss auch der zweiten CD wird\u2019s nochmal schr\u00e4g: The Flying Klassenfeind, die 1982 aktive Band der beiden Diederichsen-Br\u00fcder Diedrich und Detlef, schunkeln trunken durch \u201eSin City\u201c.<br><br>Der Name der Compilation schlie\u00dft \u2013 wer h\u00e4tte es ahnen k\u00f6nnen \u2013 an \u201ePearls For Swine\u201c an, die Sammlung zum f\u00fcnften Geburtstag von Sireena. Einige der Bands finden sich auch hier wieder, exakte Songs hingegen keine, es lohnen sich also beide Alben. Wie \u00fcberhaupt der regelm\u00e4\u00dfige Blick in den Katalog des Labels, als Stichproben auch \u00fcber die ab 2001 kontinuierlich erweiterte Sampler-Reihe \u201eThe Spirit Of Sireena\u201c \u2013 was die immer wieder aus Archiven zaubern, versetzt auch Kenner in Staunen. Alles Gute zum Geburtstag, Sireena!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (15.10.2025) Seinen 25. Geburtstag darf man gern mit goldenen CDs feiern! 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