{"id":828,"date":"2014-03-29T23:45:30","date_gmt":"2014-03-29T22:45:30","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=828"},"modified":"2014-03-29T23:45:30","modified_gmt":"2014-03-29T22:45:30","slug":"pixies-ep3-pixies-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/pixies-ep3-pixies-2014\/","title":{"rendered":"Pixies \u2013 EP3 \u2013 Pixies 2014"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-829\" title=\"Pixies - EP3\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Pixies-EP3.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-830\" title=\"Pixies - Indie Cindy\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Pixies-Indie-Cindy.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (29.03.2014)<\/p>\n<p>Das ist mal so richtig frech. Mit der \u201eEP3\u201c und der Ank\u00fcndigung eines Albums mit dem albernen Namen \u201eIndie Cindy\u201c verlieren die Pixies s\u00e4mtliche Reputation: Urspr\u00fcnglich hie\u00df es, die Pixies bringen nie wieder ein neues Album heraus, auch nach der Wiedervereinigung 2003 nicht, die ja an sich schon niemals h\u00e4tte stattgefunden haben sollen. Dann platzierten sie diverse neue Einzel-Tracks auf Sampler und im Internet, die ganz okay bis sehr gut waren. Dann gab es \u201eEP1\u201c als 10\u201c mit vier neuen St\u00fccken, da dachte man schon: Das, Kollehng Kollehng, geht ja gar nicht. Abgesehen davon, dass die Songs gerade mal mittelm\u00e4\u00dfig waren, widersprachen sich die Pixies sowas von selbst, und das auch noch in einer Besetzung, die nicht mehr original war, schlie\u00dflich ist Kim Deal nicht mehr dabei. Im Zuge von \u201eEP1\u201c k\u00fcndigten sie an, vier solcher EPs zu ver\u00f6ffentlichen, aber kein Album, weil das unwirtschaftlich sei. Jetzt also kommt das Album, das alle drei bisherigen EPs b\u00fcndelt. H\u00e4tte man das gewusst, h\u00e4tte man sich das viele Geld f\u00fcr die drei 10\u201ces gespart, denn die CD allein kostet weniger als nur eine der Vinyl-Scheiben, bietet aber auch nicht mehr als deren zw\u00f6lf Songs. Darin steckt die n\u00e4chste Frechheit: Die Band bekommt nicht nur keine vier EPs zusammen, sondern im Grunde nicht mal drei: Den Opener \u201eBagboy\u201c verschenkten die Pixies seinerzeit im Zuge der ersten EP als Gratisdownload. Das bedeutet: Wer sich \u201eEP3\u201c als Download kauft, bezahlt damit als einen von vier Songs ein St\u00fcck, das er bereits als Geschenk auf der Festplatte hat. Einen Vorteil davon haben nur die 3000 Fans, die die rasch ausverkaufte Vinyl-Version ergattern konnten. Frech!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Immerhin, die miesen Kritiken nach \u201eEP1\u201c muss sich die Band zu Herzen genommen haben, denn \u201eEP2\u201c erschien deutlich sp\u00e4ter als zun\u00e4chst angek\u00fcndigt und hatte die ebenso deutlich besseren Songs. \u201eEP3\u201c liegt qualitativ irgendwo dazwischen. \u201eBagboy\u201c, das fr\u00fchere Gratis-St\u00fcck, war seinerzeit schon besser als jeder Song der \u201eEP1\u201c und erweitert auch den historischen Pixies-Kosmos angenehm. Es hat elektronische Elemente und im Rock-Teil eine Struktur, die nicht direkt an exakte Beispiele aus dem bisherigen Oeuvre erinnert. In dem Song ersetzt Jeremy Dubs die seinerzeit frischgeschiedene Kim Deal. Sp\u00e4ter \u00fcbernahm zun\u00e4chst Kim Shattuck den Bass, heute ist es \u00fcberraschenderweise Paz Lenchantin, die schon f\u00fcr Maynard James Keenan bei A Perfect Circle und f\u00fcr Billy Corgan bei Zwan spielte. Sie mag wohl Egomanenbandchefs. Auf \u201eEP3\u201c ist sie allerdings noch nicht zu h\u00f6ren, das wird wohl nur live der Fall sein.<\/p>\n<p>Die anderen drei Tracks sind nun klassisch Pixies, nur \u2013 wie schon auf \u201eEP1\u201c \u2013 viel langsamer, poppiger, simpler strukturiert, weniger noisy, \u00fcberraschend nur darin, so vergleichsweise \u00fcberraschungsarm zu sein. Immerhin, die drei Restpixies Frank Black, Joey Santiago und David Lovering beherrschen ihre Instrumente, um mal diese vernichtende Aussage anzubringen, und bekommen den Wohlklang ganz gut hin. Die Musik ist sch\u00f6n, tut nicht weh, unterscheidet sich nicht von der jener Indierock-Epigonen der Post-Pixies-Zeit, die von sich sagen, sie machen Alternative, und ist damit im Grunde \u00fcberfl\u00fcssig. Die 18 Euro plus Porto pro 10\u201c ist sie nicht wert, ganz sicher nicht. Der letzte Track, \u201eJamie Bravo\u201c, ist immerhin flotter, ruppiger, rotziger als die anderen beiden. Nett.<\/p>\n<p>Das Album ist nach einem Track der \u201eEP1\u201c benannt, \u201eIndie Cindy\u201c, und offeriert die zw\u00f6lf Songs in anderer Reihenfolge. Das unterstreicht die Beliebigkeit der drei EPs umso mehr. Ein kleines Argument mag es f\u00fcr die CD-Version geben: In ihrer limitierten Variante liegt ihr eine Live-CD bei. Mit etwas Gl\u00fcck ist sie in irgendeiner Form bereichernd. Ansonsten best\u00e4tigen die Pixies, was die meisten reformierten Indie-Helden best\u00e4tigen: Es gibt keinen Grund, eine neue Platte zu produzieren. Anders ist es bei Indie-Helden, die kontinuierlich arbeiten: In der Regel bleibt deren Niveau hoch, wenn auch die Hitdichte mangels Aufmerksamkeit der Trendsuchenden nachl\u00e4sst. Die Pixies jedenfalls tun mit den EPs und der CD weder ihrem Ruf noch ihren Fans einen Gefallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (29.03.2014) Das ist mal so richtig frech. 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