{"id":8261,"date":"2025-10-05T20:34:28","date_gmt":"2025-10-05T18:34:28","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8261"},"modified":"2025-10-05T22:26:08","modified_gmt":"2025-10-05T20:26:08","slug":"hardy-crueger-ein-nachruf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/hardy-crueger-ein-nachruf\/","title":{"rendered":"Hardy Crueger \u2013 Ein Nachruf"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-auf-der-Oker-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-auf-der-Oker-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8262\" srcset=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-auf-der-Oker-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-auf-der-Oker-300x200.jpg 300w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-auf-der-Oker-768x512.jpg 768w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-auf-der-Oker-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-auf-der-Oker-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-auf-der-Oker-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (02.10.2025)<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHardy ist gestorben.\u201c Die Nachricht kam am 27. September von meinem besten Freund, dem Herausgeber hier. Ich wollte nie den Namen eines Freundes und das Wort \u201eNachruf\u201c in einer \u00dcberschrift Seite an Seite lesen, aber nun geht es nicht anders. Ich habe Hardy 2020 kennengelernt und erst seit 2022 waren wir befreundet, ich kenne ihn also nicht so lange wie beispielsweise Matthias oder Marc ihn kannten, und logischerweise war meine Freundschaft zu ihm nicht so tief wie bei Marc oder Matthias. In der kurzen Zeit habe ich aber erlebt, dass Hardy ein so besonderer Mensch gewesen ist, dass es mir nun so vorkommt, als w\u00e4re ich schon Jahrzehnte mit ihm befreundet gewesen. Und anstatt einfach nur zu heulen, weil es das ist, wonach mir zumute ist, was aber nichts bringt, Hardy nicht, mir nicht, und allen die ihn gekannt und gemocht und geliebt haben, ebenfalls nicht, m\u00f6chte ich hier einige Anekdoten und Gedanken aufschreiben, die eventuell helfen, Hardys Besonderssein zu ermessen:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zum ersten Mal traf ich Hardy am 14. Juli 2020. Ich war mit Matthias im Caf\u00e9 Riptide verabredet, weil wir Fotos f\u00fcr ein Buch machen wollten, zu dem wir einen Beitrag beigesteuert hatten. Ich kam mit dem Auto und fand keinen Parkplatz und war daher zu sp\u00e4t dran. Im Riptide fand ich Matthias mit zwei M\u00e4nnern, die ich nicht kannte und die mir als Marc und Hardy vorgestellt wurden, in Gespr\u00e4ch und Gel\u00e4chter vertieft. Anstatt uns zu zweit an einen anderen Tisch zur\u00fcckzuziehen, beschlossen wir, in der Viererkonstellation sitzen zu bleiben und einfach Hardy und Marc die ben\u00f6tigten Fotos machen zu lassen. Nach kurzer Zeit kamen wir auf die damals gerade noch mal so beliebten Chuck-Norris-Fakten zu sprechen, und Hardy meinte, dass er sich auf diesem Gebiet \u00fcberhaupt nicht auskenne (eigentlich sagte er, glaube ich, sogar, nie davon geh\u00f6rt zu haben). Darauf Marc: \u201eChuck Norris hat sogar bei Star Wars mitgespielt.\u201c Und wir so: \u201eEcht?\u201c Und Marc so: \u201eJa, echt. Er war die Macht.\u201c Wir haben dann \u00fcber andere Themen weiter geredet und irgendwann meinte Hardy: \u201eNennt mir einen Film, in dem Chuck Norris mitgespielt hat. Au\u00dfer Star Wars!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Zum zweiten Mal habe ich Hardy am 28. April 2022 getroffen. Ich lebte seit einiger Zeit getrennt, hatte eine sch\u00f6ne Wohnung im \u00d6stlichen Ringgebiet bezogen und angefangen, Artikel f\u00fcr KrautNick zu schreiben. Einer meiner ersten war der Bericht \u00fcber \u201eMordsgeschichten auf der Oker\u201c-Promo-Flo\u00dffahrt f\u00fcr Pressevertreter:innen. Ich radelte also mit Kamera, Zettel und Stift bewaffnet hin und traf erneut auf Marc (hier unter seinem Autorennamen Till Burgw\u00e4chter) und Hardy, die mir die Aufregung vor meiner ersten Au\u00dfenreportage nahmen. Gemeinsam mit dem Fotografen der BZ, Okertours-Chef Dieter Werner sowie den Autoren Armin R\u00fctters und Thomas Ostwald stachen wir in See, bzw. in den Oker-Umflutgraben. Nach wohlbehaltener R\u00fcckkehr sa\u00df ich noch lange bei Bier &amp; Zigaretten mit Marc und Hardy am Ufer der Oker und lie\u00df mich mit Hintergrundinformationen f\u00fcr meinen Artikel versorgen, wir erinnerten uns alle noch an unser erstes Treffen im Riptide knapp zwei Jahre zuvor und gedachten Chuck Norris\u2019 a\/k\/a Die Macht. Es war ein sehr sch\u00f6ner Abend. Und Hardy sorgte vor Beginn der Flo\u00dffahrt f\u00fcr den typischen Hardy-Crueger-Brueller: Bevor wir das Flo\u00df bestiegen, wurden wir der Tretboote der OkerTours gewahr, die einige Meter weiter vor Anker lagen. Es gab normale Tretboote, wei\u00dfe Schw\u00e4ne und einen rosa Flamingo. Da wir nur so wenige Passagiere waren, kam die Frage auf, ob nicht anstelle des Flo\u00dfes auch ein Tretboot ausreichen w\u00fcrde, um uns alle zu transportieren, und Hardy rief aus: \u201eWir nehmen den rosanen! Den Pelikan!!!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe das immer gefeiert, dass ein gro\u00dfartiger Schriftsteller, der in seinen Texten f\u00fcr haufenweise zitierf\u00e4hige Textpassagen gesorgt hat, auch im wirklichen Leben S\u00e4tze f\u00fcr die Ewigkeit fabriziert hat. Ein weiteres Beispiel daf\u00fcr ist, dass Hardy 2023, als meine Scheidung vor der T\u00fcr stand, spontan angeboten hat, mich zum Amtsgericht zu begleiten, und zwar mit den Worten \u201eAls Dein Zeuge! \u00c4h, braucht man daf\u00fcr \u00fcberhaupt einen Zeugen?\u201c Wurscht, Hardy war an dem Tag vor Ort, quasi als mein Scheidungszeuge, und anschlie\u00dfend sa\u00dfen wir noch lange beim Kaffee zusammen, obwohl Hardy eigentlich gar keine Zeit hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine B\u00fccher interessierten mich, weil mich Hardy als Mensch interessierte, und so begann ich mit den \u201eOkergeschichten\u201c, mich in sein Werk hineinzulesen. Ich glaube, die \u201eOkergeschichten\u201c waren sogar ein Tipp von Hardy selbst, als ich ihn fragte, womit ich anfangen k\u00f6nnte. \u201eDas Schlachthaus\u201c wollte er mir auf einer Lesung nicht verkaufen, wie er mit den Worten \u201eDas verkaufe ich Dir nicht! Das ist zu hart f\u00fcr Dich!\u201c und einem schelmischen Grinsen unterstrich. Ich habe es nat\u00fcrlich dennoch gelesen. Und gefeiert. Obwohl ich nach der Lekt\u00fcre Matthias\u2019 \u00c4u\u00dferung \u201eManchmal habe ich Angst, mit Hardy einen Kaffee trinken zu gehen. Weil er derjenige ist, der sich all diese Geschichten ausgedacht hat.\u201c gut nachvollziehen konnte. Aber zur\u00fcck zu den \u201eOkergeschichten\u201c: In zwei B\u00e4nden erz\u00e4hlt Hardy dort von der Oker, jeweils 12 Geschichten pro Band, und dazwischen ist \u201eDer Untergang. Die dreizehnte Okergeschichte\u201c erschienen. Mein absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten, gegen das nicht mal \u201eFr\u00fcchte des Zorns\u201c oder \u201eDer Zauberberg\u201c gegenanstinken k\u00f6nnen: Ein nur ca. 50seitiger Action-Katastrophenthriller, in dessen Verlauf das Ausflugsschiff \u201eMS Aquamarin\u201c durch die explosionsbedingt geborstene Staumauer auf einer riesenhaften Flutwelle bis weit in den Landkreis Gifhorn hinein katapultiert wird. Inmitten dieses Pand\u00e4moniums findet Crueger noch Zeit, zwei am Ufer der Talsperre angelnde Freunde als griechischen Chor zu installieren und haufenweise Innenansichten der handelnden Figuren auszubreiten. Dieses Buch enth\u00e4lt mein Lieblingsliteraturzitat aller Zeiten: Das Schiff rei\u00dft sich los und wird von der Str\u00f6mung des berstenden Okerstausees hinweggerissen und der Kapit\u00e4n \u2013 Tiefensee mit Namen \u2013 ist machtlos. Und dann schreibt Hardy: \u201eKapit\u00e4n Tiefensee stand hoch aufgerichtet im Heck, ballte die F\u00e4uste gen Himmel und verfluchte Gott.\u201c Besser h\u00e4tte es niemand auf den Punkt bringen k\u00f6nnen. Ich fragte Hardy, warum der Kapit\u00e4n denn ausgerechnet Tiefensee hie\u00df, wie der ehemalige Verkehrsminister, und bekam die typische Hardy-Crueger-Antwort: \u201eWie wer? Der Kapit\u00e4n f\u00e4hrt auf einem See, der See ist tief! Wie sonst h\u00e4tte ich ihn nennen sollen?\u201c Fall abgehakt. Dieses Buch, wie gesagt, nur knapp 50 Seiten lang, hat mir verdeutlicht, wie ressourcenschonende Belletristik funktioniert. Jeder andere Thrillerschreibende h\u00e4tte f\u00fcr diese Geschichte 700, wenn nicht mehr Seiten vollgekritzelt und damit den halben Harz abgeholzt. Nicht so dagegen Hardy: Auch in seinen anderen Thrillern habe ich gestaunt, wie viele Informationen, Charakterstudien und zitierf\u00e4hige Formulierungen auf erstaunlich wenigen Seiten Platz finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Male sah und h\u00f6rte ich Hardy bei den Mordsgeschichten auf der Oker aus seinen Okergeschichten vorlesen und es war immer ein besonderes G\u00e4nsehautgef\u00fchl, wenn Hardy beispielsweise kundtat, dass Peter van de Koerten (seine Version des \u201eVampirs von D\u00fcsseldorf\u201c \u2013 Peter K\u00fcrten) nur wenige Meter vom Flo\u00df entfernt auf der Terrasse des Steigenberger Parkhotels sein Unwesen getrieben hat oder wenn er die unheimlichsten Stellen seiner Okergeschichten mit verteilten Rollen und teils obergruseligen Stimmen vorgelesen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Oker war immer ein gro\u00dfes Thema bei Hardy, dennoch sind seine B\u00fccher niemals \u201eRegionalkrimis\u201c, in denen der Schriftsteller zeigt, wie toll er sich in der jeweiligen Region auskennt. Die Lesenden m\u00fcssen sich in und um Braunschweig herum zumindest gar nicht auskennen, um sich in Hardys Romanen zuhause zu f\u00fchlen, und wenn sie es doch tun, k\u00f6nnen sie herzlich\/h\u00e4misch\/wie auch immer \u00fcber Gestalten lachen wie \u00fcber den Lokalpolitiker in der mit \u201eDilettanten\u201c, \u201eExperten\u201c und \u201eProfis\u201c genial betitelten Rick-Xaver-Morton-Trilogie, der an Korruption, Schmierigkeit und Skrupellosigkeit nicht zu \u00fcberbieten war und dessen Nachname seeehr nach \u201eGlogowski\u201c klang.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben spannenden Krimis (\u201eDer Flussmann\u201c), verst\u00f6renden Charakterstudien (\u201eDas Glashaus\u201c), brutalem Splatter (\u201eDas Schlachthaus\u201c), originellen, lustigen und dabei auch oft abgr\u00fcndigen Kurzgeschichten (\u201eOkergeschichten\u201c, \u201eBraunschweig\u2019sche Verbrechen\u201c (zusammen mit Till Burgw\u00e4chter)), fesselnden Thrillern, bei denen die Hauptpersonen oft nur \u00fcbelst zugerichtet hinten wieder herauskamen (\u201eDie Stunde der Flammen\u201c\/\u201eDas Blutspiel\u201c, hier verliert die Kommissarin zun\u00e4chst einen Arm und dann beinahe ihr Leben, eine weitere Fortsetzung h\u00e4tte die Gute kaum \u00fcberlebt) und die dar\u00fcber hinaus noch r\u00fchrende Romanzenthematiken (die Kommissarin aus Magdeburg und der Ossi-Witze erz\u00e4hlende Kommissar aus Hannover, der auch im \u201eUntergang\u201c auftaucht, finden am Ende von \u201eDie Stunde der Flammen\u201c zusammen und der fehlende Arm ist endlich nicht mehr beim gegenseitigen Umarmen im Weg) enthielten, konnte Hardy Crueger auch historische Romane wie \u201eDer andere Krieg \u2013 Die Odyssee des Viktor Rosenfels\u201c oder \u201eDer Herzog, der R\u00e4uber und die Tochter des Goldschmieds\u201c, die ich hiermit allen w\u00e4rmstens ans Herz legen m\u00f6chte, deren Interesse ich hoffentlich wecken konnte \u2013 diese B\u00fccher sind sehr besonders, passen in keine der g\u00e4ngigen Schubladen und lesen sich innert weniger Abende weg, weil man einfach wissen m\u00f6chte, wie es weitergeht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-in-Boerssum-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"817\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-in-Boerssum-817x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8264\" srcset=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-in-Boerssum-817x1024.jpg 817w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-in-Boerssum-239x300.jpg 239w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-in-Boerssum-768x963.jpg 768w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-in-Boerssum-1225x1536.jpg 1225w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-in-Boerssum-1633x2048.jpg 1633w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Hardy-in-Boerssum-scaled.jpg 2041w\" sizes=\"auto, (max-width: 817px) 100vw, 817px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Weiters lagen Hardy als langj\u00e4hriger Wahl-Wolfenb\u00fctteler Leben und Werk des Gotthold Ephraim Lessing am Herzen. 2019 ver\u00f6ffentlichte er \u201eDer Mord an Sara Sampson\u201c, eine \u00dcbertragung von G.E. Lessings \u201eMi\u00df Sara Sampson\u201c in die Neuzeit. Hardy hat darin Ausz\u00fcge von Lessings Text mit eigenen Texten verschmolzen, darunter mein zweitliebstes Literaurzitat \u201e\u201aMellefont, retten Sie meine Tochter!\u2018 \u2013 \u201aMachen Sie mich zu Gott, und wiederholen Sie dann Ihre Forderung!\u2018\u201c Letzterer Satz ist tats\u00e4chlich original von Lessing. Immer zu Lessings Geburts- (22. Januar 1729) oder Todestag (15. Februar 1781) hat Hardy seinen \u2013 in der Druckausgabe von \u201eDer Mord an Sara Sampson\u201c enthaltenen Text \u201eEinfach G.E.L. \u2013 Eine autobiografische Lesung\u201c \u2013 an unterschiedlichen Schaupl\u00e4tzen vorgetragen, im Raabe-Haus, in der KaufBar oder in der Buchhandlung Benno Goeritz. Zweimal habe ich diese Lesungen miterlebt (am 22. Januar 2023 in der KaufBar (damals bei mir zuhause gleich gegen\u00fcber) und am 15. Februar 2024 bei Benno Goeritz). Hardy in der Rolle des Gotthold Ephraim Lessing, der launig aus seinem ereignisreichen Leben plaudert, war immer ein Gro\u00dfereignis.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Liebste hat Hardy im Herbst 2022 auf einer Lesung bei Benno Goeritz kennengelernt, da waren wir gerade erst einmal ein paar Wochen zusammen. Hardy hat sie gleich begeistert gebeten, einige S\u00e4tze zu sprechen, weil er von ihrem Dialekt fasziniert war, und Annett hatte das Gef\u00fchl, als kenne er sie schon ewig und f\u00fchlte sich auf Anhieb wohl in seiner Gesellschaft. Dasselbe Lob geht im \u00dcbrigen an meinen Herausgeber, den sie bei dem Anlass auch zum ersten Mal traf.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Gl\u00fcck haben wir es noch geschafft, einen Besuchstermin bei uns im Oberharz hinzukriegen, gegen Ende letzten Jahres. Es gab Kuchen, den Hardy mitgebracht hatte, und echten Bohnenkaffee und wir haben uns sehr gut unterhalten. Wir h\u00e4tten nur nicht gedacht, dass es das letzte gemeinsame Zusammensein sein sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 26. Juli kam Matthias\u2019 Nachricht, dass es Hardy nicht gut ginge. Wir tauschten noch einige Nachrichten aus und wollten uns treffen, bei der Gelegenheit wollte Hardy mir f\u00fcr Annett den \u201eBootsmann\u201c signieren. Zu diesen Treffen kam es nicht mehr und ich bleibe hier nachdenklich zur\u00fcck und frage mich, ob ich mich zu selten gemeldet habe, zu wenig f\u00fcr ihn da gewesen sei wom\u00f6glich. Ich habe oft gez\u00f6gert, ihn anzuschreiben, habe gedacht, \u201emeine heile Welt wird ihn gerade nicht interessieren und immer nur nachzufragen, wie es ihm ginge, w\u00e4re vielleicht auch \u00fcbergriffig\u201c. Wahrscheinlich waren diese Gedankeng\u00e4nge bekloppt. Aber am Ende bin ich froh, dass wir noch Kontakt per WhatsApp hatten, und hoffe, Hardy sitzt jetzt irgendwo mit den Herren Mann, Steinbeck, Joyce, Bukowski et. al. an einem Tisch und alle denken sich gemeinsam neue Geschichten aus. Anders kann ich es mir nicht vorstellen. Erz\u00e4hle den anderen bitte von der Oker!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Mein-Hardy-Crueger-Buecherregal-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Mein-Hardy-Crueger-Buecherregal-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8263\" srcset=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Mein-Hardy-Crueger-Buecherregal-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Mein-Hardy-Crueger-Buecherregal-300x200.jpg 300w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Mein-Hardy-Crueger-Buecherregal-768x512.jpg 768w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Mein-Hardy-Crueger-Buecherregal-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Mein-Hardy-Crueger-Buecherregal-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Guido-Doerheide-Mein-Hardy-Crueger-Buecherregal-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (02.10.2025) \u201eHardy ist gestorben.\u201c Die Nachricht kam am 27. 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