{"id":8250,"date":"2025-10-01T21:20:22","date_gmt":"2025-10-01T19:20:22","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8250"},"modified":"2025-10-01T21:20:22","modified_gmt":"2025-10-01T19:20:22","slug":"der-weg-einer-freiheit-innern-season-of-mist-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/der-weg-einer-freiheit-innern-season-of-mist-2025\/","title":{"rendered":"Der Weg einer Freiheit \u2013 Innern \u2013 Season Of Mist 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Der-Weg-einer-Freiheit-Innern.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Der-Weg-einer-Freiheit-Innern.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8251\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (01.10.2025)<br><br>Was tun, wenn man den Post Black Metal so weit voranbewegt, dass man damit nicht nur in der Szene Pfl\u00f6cke setzt und die Erwartungen an den Album-Nachfolger in die H\u00f6he treibt? Mit \u201eInnern\u201c machen Der Weg einer Freiheit beides: einfach so weiter und in essentiellen Aspekten genau dies nicht. Hei\u00dft: Das brutale Gebr\u00fcll mit Doublebass und Gitarrenfl\u00e4chen bleibt, das Trippige der Hitsingle \u201eImmortal\u201c verschwindet \u2013 aber nicht ersatzlos, denn zum Ende des Albums blicken die W\u00fcrzburger in Richtung Black Gaze.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p> Dieser moderne Black Metal hat ja eine angenehme Offenheit, in der sich seit einiger Zeit viele Genreaufbrecher austoben, was die Vielfalt in dem ehemaligen Kirchenanz\u00fcndermetal erheblich erh\u00f6ht, und Der Weg einer Freiheit geh\u00f6ren dazu. Sie legen in dem tiefschwarzen brachialen und energetischen Sound das offen, was man als Sch\u00f6nheit auffassen kann, ohne an H\u00e4rte einzub\u00fc\u00dfen. Vielmehr erh\u00f6hen sie die Komplexit\u00e4t dieser Musik, indem sie einerseits \u2013 wie im Post Black Metal \u00fcblich \u2013 auf epische L\u00e4nge setzen, also nachtschwarze tonnenschwere Walzen losrollen lassen, aber jeden ihrer Tracks mit Unterbrechungen und Abweichungen anreichern. Dazu geh\u00f6ren Tempowechsel, indem die Blastbeats etwa zugunsten eines eher gruftrockigen oder klassisch hardrockigen Taktes zur\u00fcckweichen, oder atmosph\u00e4rische beatlose Ambient-Sequenzen.<br><br>Zum Ende der A-Seite, die mit nur zwei Songs komplett ausgef\u00fcllt ist, setzt erstmals auf \u201eInnern\u201c der Black Gaze ein, wenn in \u201eXibalba\u201c die Gitarren hymnisch \u00fcbersteuern und das Schlagzeug sich zugunsten eines enorm verlangsamten Dahinschleppens zur\u00fccknimmt. So sehr nach \u201eOrt der Angst\u201c klingt diese Passage gar nicht, die Melodie, die \u00fcber dem Noise liegt, hat etwas Beschwichtigendes. Beinahe folgerichtig startet die B-Seite mit \u201eEos\u201c auf eine Weise, die an The Cure denken l\u00e4sst, also noch nicht sofort im Metal, der kommt erst nach dem epischen Gothic-Intro dazu, und dann aber so, dass man damit alle b\u00f6sen Geister vertreiben kann; und w\u00e4hrend einem der ann\u00e4hernd klassische Black Metal mit den scharfen Riffs um die Ohren fliegt, schwebt ein Obertongesang hinzu. Doch auch den Song durchsetzen Der Weg einer Freiheit noch mit horizonterweiternden Br\u00fcchen. Und beenden diesen epischen Track mit einem Fade-Out.<br><br>Ein weiteres Charakteristikum des modernen Black Metal ist der Dreivierteltakt, den setzen Der Weg einer Freiheit in \u201eFragment\u201c ein. Dieser Song \u00f6ffnet den Sound des Albums in die Black-Gaze-Richtung, die etwa an die j\u00fcngeren Sachen von Alcest erinnern. Das Gemoste geht dann nicht mehr auf die Fresse, sondern in die Seele, als Soundscape, und der Gesang wird pl\u00f6tzlich klar. Aber das ist nur ein Vorbote, der Song bekommt noch seinen brutalen Teil. Das tats\u00e4chliche Fragment ist anschlie\u00dfend \u201eFinisterre III\u201c, das an das vorletzte Album erinnert und bei dem es sich um ein zweimin\u00fctiges dunkles Pianointerludium handelt. Konsequent schlie\u00dft daran \u201eForlorn\u201c mit traumhaft cineastischen sanften Ambient-Fl\u00e4chen an, bevor auch dieser Song den Black Gaze, vielmehr schon den Post Rock von Alcest nachempfindet \u2013 und weiterentwickelt. Denn auch hier folgt noch, anders als bei den j\u00fcngeren Alcest, ein Ausbruch, aber nicht mehr so richtig in den Black Metal, die H\u00e4rte erklingt hier nicht als Blast, sondern vergleichsweise strukturiert, wie ein \u2013 sagen wir \u2013 regul\u00e4rer dunkler Metal. Und endet im Ambient.<br><br>Vor vier Jahren schlugen Der Weg einer Freiheit mit \u201eNoktvrn\u201c einen Weg ein, der ihnen auch au\u00dferhalb der Szene einiges Geh\u00f6r verschaffte. Gef\u00e4lligkeit als Merkmal zu nennen, w\u00e4re hier zu weit gegangen, Zug\u00e4nglichkeit passt besser, und zwar eine, die die Basis nicht verr\u00e4t, also einen Spagat hinbekommt, mit dem die Band alte wie neue Herzen erreichte. \u201eInnern\u201c setzt da an, ohne die neuen aufmerksamkeitsanziehenden Aspekte des Vorg\u00e4ngers zu wiederholen; den Trip Black Metal lassen sie unter den Tisch fallen, den gibt\u2019s ja jetzt schon. Neues ist ja trotzdem drin in diesem Alten, das man ebenfalls bekommt.<br><br>Der Weg einer Freiheit ist ma\u00dfgeblich das Baby von S\u00e4nger, Gitarrist und Produzent Nikita Kamprad. Am Bass ist mit Alan Noruspur seit der j\u00fcngsten Tour ein neues Mitglied in der Band, geblieben sind Gitarrist Nicolas Rausch und Schlagzeuger Tobias Schuler. Als Kamprad das Projekt 2009 aus der Taufe hob, geschah dies lediglich zu zweit: Er selbst spielte auf dem selbstbetitelten Deb\u00fct s\u00e4mtliche Instrumente und \u00fcberlie\u00df das Mikrofon Tobias Jaschinsky, der auch auf dem zweiten Album \u201eUnstille\u201c noch zu h\u00f6ren ist. Zur Band wuchs das Projekt erst in der Folge aus.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eInnern\u201c gibt\u2019s in zahlreichen wundersch\u00f6nen Vinyl-Varianten, wie es sich geh\u00f6rt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (01.10.2025) Was tun, wenn man den Post Black Metal so weit voranbewegt, dass man damit nicht nur in der Szene Pfl\u00f6cke setzt und die Erwartungen an den Album-Nachfolger in die H\u00f6he treibt? 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