{"id":8246,"date":"2025-09-30T21:27:53","date_gmt":"2025-09-30T19:27:53","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8246"},"modified":"2025-09-30T21:27:53","modified_gmt":"2025-09-30T19:27:53","slug":"fly-cat-fly-sketches-from-the-past-fly-cat-fly-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/fly-cat-fly-sketches-from-the-past-fly-cat-fly-2025\/","title":{"rendered":"Fly Cat Fly \u2013 Sketches From The Past \u2013 Fly Cat Fly 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Fly-Cat-Fly-Sketches-From-The-Past.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Fly-Cat-Fly-Sketches-From-The-Past.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8247\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (30.09.2025)<br><br>\u201eSketches From The Past\u201c ist quasi die Leberwurst-Rumkugel der Musiker-Innung: Fly Cat Fly fegten Studio-Reste aus den zur\u00fcckliegenden 13 Jahren zusammen und formten ein schmackhaftes Album daraus. H\u00f6rt man sich die elf Songs an, wird klar: Daf\u00fcr w\u00fcrden andere Bands Straftaten begehen \u2013 und hier sind es lediglich Reste. Eine melancholisch-emotionale Reise vom Anfang (zu dritt mit Schlagzeuger) bis heute (mit Drum-Loops als Duo) durch die bis dato unerz\u00e4hlte Indierock-Historie der beiden Braunschweiger, die mitnichten den Anschein einer Compilation erweckt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Am Anfang galten Fly Cat Fly als Trio aus Berlin, am Anfang tourte dieses Trio sogar durch England. \u201eSomerset\u201c, der Opener dieser Sammlung, erinnert melancholisch und episch rockend an diese Zeit. Der echte Schlagzeuger wirbelt agil durch die Songs, wie man es noch vom vor zehn Jahren ver\u00f6ffentlichten Deb\u00fctalbum \u201ePocketful Of Pain\u201c kennt. Dessen Titel ist kurioserweise abk\u00fcrzbar als \u201ePOP\u201c, dabei sind Fly Cat Fly das eher nicht, weil viel zu kompromisslos. Hier nun folgt mit \u201eA Pocketful Of Pain\u201c der Quasi-Titeltrack jenes Deb\u00fcts, der es auf selbiges nicht schaffte: Nerv\u00f6s entwickelt er sich im Refrain zum Noiserock, der mit der von Cord B\u00fchring auf Deutsch gesungenen Zeile \u201eegal, egal, was du siehst\u201c eine Ahnung davon aufkommen l\u00e4sst, wie Tocotronic klingen k\u00f6nnten, wenn sie cool w\u00e4ren. Solche sch\u00f6n mostenden Ausbr\u00fcche wie Fly Cat Fly hier kriegen die Hamburger jedenfalls nicht hin.<br><br>Im Dreivierteltakt bedienen Fly Cat Fly mit \u201eThe Next Level\u201c die fantastische Gau\u00dfkurve aus behutsam, noisy und wieder behutsam, bevor sie mit \u201eGro\u00df sein\u201c abermals zu Tocotronic und Artgenossen zur\u00fcckkehren. \u201eGood-bye nach Hamburg, Good-bye nach Berlin\u201c, hei\u00dft es, wie eine Antwort auf die deutschsprachigen Indierocker aus jenen St\u00e4dten, denen Fly Cat Fly entgegensetzen: \u201eWir werden gro\u00df sein, ohne in die Gro\u00dfstadt zu ziehen.\u201c Hier ist endlich auch die Stimme von Bassistin Sina Lempke ausgepr\u00e4gter zu h\u00f6ren, wenn sie den fuzzy aufgerauhten Refrain mittr\u00e4gt. Die Sprache \u00fcbrigens steht der Band gut, die \u00fcblicherweise auf Englisch singt, was ihr selbstredend ebenso gut steht.<br><br>Noch mehr Zweistimmigkeit bietet der Akustikgitarrenblues \u201eBreath &amp; Breather\u201c, in dem das Instrument hinter die Stimmen zur\u00fccktritt und lediglich punktierte Akkorde anschl\u00e4gt. Es scheint, als ginge jener Song direkt in \u201eI Like Pancakes\u201c \u00fcber, das sich indes als repetitiv gesungenes Mantra entpuppt, in das das Schlagzeug langsam hineinrollt und das ganz kurz vor Schluss erst im Sound einer Band erscheint. Auch \u201eIrgendwas mit Bird\u201c scheint direkt aus jenem Song hervorzugehen; der Song ist ein langsamer Walzer mit sch\u00f6nen melodischen Elementen.<br><br>F\u00fcr \u201eLast Night I Killed\u201c ziehen Fly Cat Fly das Tempo an, senken aber das Level an Melancholie nicht ab. Mit Shaker und Fuzz verst\u00e4rken sie den Refrain dieses energetischen Indierocks. Zur\u00fcck zum Ruhigeren kehren sie mit \u201eIt Could Have Been Worse\u201c, unter dem ein dezenter Fuzz liegt. Ein sch\u00f6ner pr\u00e4gnanter Bass und harmonische Effekte betonen die formidable F\u00e4higkeit der Band, ihre Songs im Verlauf wachsen und sich ver\u00e4ndern zu lassen.<br><br>Erst in \u201ePlastic Waves\u201c klingt das Schlagzeug explizit nicht nach einem organischen, sondern nach den geloopten Patterns der sp\u00e4teren Alben. Der Drumsound ist kraftvoll und leicht \u00fcbersteuert und vermittelt einen latenten Industrial-Anschein, trotz der anhaltenden Langsamkeit. Im Verlaufe wachsen auch hier die weiteren Instrumente hinein und mit ihnen die melodische Intensit\u00e4t. Der Schluss dieses Albums geh\u00f6rt allein Sina Lempke, die \u201eTired Of Waiting\u201c mit einer kunstvollen, agilen Melodie mit sich selbst im Chor und begleitet lediglich von der E-Gitarre vortr\u00e4gt.<br><br>Will man nach Analogien suchen, so findet man sie ansatzweise im klassischen Indierock der Neunziger, etwa bei The Breeders, The Wedding Present oder Dinosaur Jr, aber tats\u00e4chlich brauchen Fly Cat Fly keine Analogien, sie steckten in 13 Jahren ihr eigenes Feld ab. Da die Band nicht preisgibt, wie es sich mit der Chronologie der elf Songs auf diesem f\u00fcnften Album verh\u00e4lt, kann man lediglich am Verhalten der Drums erahnen, was mit und was ohne Schlagzeuger entstand. Kurioserweise ergeben all diese vermeintlichen Reste ein schl\u00fcssiges Gesamtbild, das Album hat eine stringente Dramaturgie, hier passt alles zusammen und deckt zudem die breite Soundpalette von Fly Cat Fly ab, von ruhig bis noisy und trotz aller Energie stets melancholisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (30.09.2025) \u201eSketches From The Past\u201c ist quasi die Leberwurst-Rumkugel der Musiker-Innung: Fly Cat Fly fegten Studio-Reste aus den zur\u00fcckliegenden 13 Jahren zusammen und formten ein schmackhaftes Album daraus. 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