{"id":8154,"date":"2025-09-02T22:03:25","date_gmt":"2025-09-02T20:03:25","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8154"},"modified":"2025-09-02T22:03:25","modified_gmt":"2025-09-02T20:03:25","slug":"automatism-soermland-tonzonen-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/automatism-soermland-tonzonen-records-2025\/","title":{"rendered":"Automatism \u2013 S\u00f6rmland \u2013 Tonzonen Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Automatism-Soermland.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Automatism-Soermland.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8155\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (02.09.2025)<br><br>Hier greift die Selbst-Einsortierung auch etwas ins Leere: Krautrock, Psychedelic Rock, Jazzrock? Alles schwierig ohne Bedenken abzunicken. Was Automatism aus Stockholm auf dem in S\u00f6rmland aufgenommenen Album \u201eS\u00f6rmland\u201c machen, ist indes tats\u00e4chlich mit Schlagworten kaum beizukommen. Eine leicht entr\u00fcckte, partiell verdunkelte Version von Yo La Tengo vielleicht? Also deren Version von fragilem Indie-Rock, nicht die manische Drone-Variante. Alles ohne Gesang und mit zwei Coverversionen, die gegens\u00e4tzlicher kaum sein k\u00f6nnten \u2013 Angelo Badalamenti und Kraftwerk.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dabei fallen diese beiden Adaptionen im Verlauf des Albums sogar kaum auf, weil sie sich perfekt an den Automatism-Sound anpassen und in den Soundfluss einf\u00fcgen. Der besteht aus einer Art Indie-Rock, indes ohne Verzerrung auf der E-Gitarre. Auch das Schlagzeug huscht zumeist lediglich dezent in den St\u00fccken herum, der Bass \u00f6ffnet eine zus\u00e4tzliche Dimension. Unglaublich sch\u00f6n ist das, was die Schweden so machen, zerbrechlich, behutsam, in sich stabil und kraftvoll genug, um auf Strecke keine Schw\u00e4che zu zeigen, um durchzuziehen, um die musikalische Vision komplett auszurollen. Das machen die Stockholmer so einnehmend, dass man ihnen nur folgen mag, egal, welche Richtung sie einschlagen. \u201eS\u00f6rmland\u201c ist sch\u00f6ne Musik.<br><br>Gerade f\u00fcnf Lieder bietet das Album. \u201eVideo\u201c, mit 4:44 Minuten das k\u00fcrzeste St\u00fcck, er\u00f6ffnet es in einem irref\u00fchrenden Uptempo. Flott und fluffig legen Automatism los, fahren so aber nicht fort: \u201eHoney Trap\u201c ist eine solche, man klebt an dem Zehnmin\u00fcter, der das Fragile des Indierock versiert auslebt, mit Details best\u00fcckt, mit schwankender Intensit\u00e4t im Gitarre-, Bass- oder Schlagzeugspiel, nie brachial, so voller Details, dass man wie gebannt zuh\u00f6rt und gespannt ist, welchen behutsamen Haken der Track als n\u00e4chstes schlagen w\u00fcrde, und er schl\u00e4gt eine Menge. Irgendwo in diesem St\u00fcck ist eine Akustikgitarre verborgen, die man gelegentlich durchschimmern h\u00f6rt, als w\u00e4re sie das einzige bemerkenswerte Detail dieses Sounds. Ist sie nicht.<br><br>Als n\u00e4chstes widmen sich Automatism einer ihrer Lieblings-TV-Serien der Neunziger und erinnern an \u201eLaura Palmer\u2019s Theme\u201c von Angelo Badamalenti, also an \u201eTwin Peaks\u201c. Damit wird der Sound etwas dunkler als zuvor, beh\u00e4lt aber seine Fragilit\u00e4t bei. So richtig eine Coverversion ist dies nicht, eher eine Ann\u00e4herung, ein Zitat, eine Weiterentwicklung, eine Transformation. Ebenso das n\u00e4chste, n\u00e4mlich \u201eNeon Lights\u201c von Kraftwerk, das ja im Original mitnichten mit klassischem Rock-Instrumentarium eingespielt wurde (indes auch nicht zum ersten Mal mit einem solchen gecovert). Automatism transferieren auch dieses St\u00fcck in ihren eigenen Sound, als w\u00e4re es ein eigenes, betten die vertraute Melodie in ihren machofreien Indie-Rock ein und spielen es wie etwas Origin\u00e4res. Zuletzt setzten Automatism alles im Titeltrack fort, was man bereits kennt, walzen das \u00fcber mehr als elf Minuten aus und \u00fcberraschen dennoch, denn sie steigern die Intensit\u00e4t und begleiten diese Schein-Eruption mit einem Saxophon.<br><br>2018 erschien mit \u201eFrom The Lake\u201c das Deb\u00fct von Automatism, \u201eS\u00f6rmland\u201c ist das vierte Album nach f\u00fcnf Jahren Pause. Die Besetzung behielt das Quartett durchgehend bei, und man kann festhalten, dass jeder der vier mehr als nur eine Profession auslebt; jeder tobt sich ansonsten \u00fcberdies bei ein bis unendlich vielen anderen Bands aus, miteinander unter anderem bei Kungens M\u00e4n und Fanatism. Hans Hjelm spielt E-Gitarre, Synthies und Percussion. Gustav Nygren \u00fcbernimmt elektrische und akustische Gitarren, Tenor-Saxophon und Percussion. Mikael Tuominen steuert Bass, Synthies, E-Piano, echtes Piano und Percussion bei. Jonas Yrlid ist das Schlagzeug zu verdanken und, ganz \u00fcberraschend, ebenfalls Percussion. Was sich merkw\u00fcrdig liest, denn so perkussiv erscheint das Album gar nicht, daf\u00fcr ist die Musik viel zu dezent. Aber in den Details liegt die Kraft. Als psychedelisch indes ist \u201eS\u00f6rmland\u201c nicht wirklich aufzufassen, aber das macht nichts, denn dieses Etikett kann man auch schlicht als Hilfsausdruck auffassen daf\u00fcr, dass man das Album gar nicht kategorisieren kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (02.09.2025) Hier greift die Selbst-Einsortierung auch etwas ins Leere: Krautrock, Psychedelic Rock, Jazzrock? Alles schwierig ohne Bedenken abzunicken. Was Automatism aus Stockholm auf dem in S\u00f6rmland aufgenommenen Album \u201eS\u00f6rmland\u201c machen, ist indes tats\u00e4chlich mit Schlagworten kaum beizukommen. &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/automatism-soermland-tonzonen-records-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-8154","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8154"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8154\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8156,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8154\/revisions\/8156"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}