{"id":8133,"date":"2025-08-19T21:42:56","date_gmt":"2025-08-19T19:42:56","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8133"},"modified":"2025-08-19T21:42:56","modified_gmt":"2025-08-19T19:42:56","slug":"babal-running-in-the-gutter-friends-of-the-fish-fruits-de-mer-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/babal-running-in-the-gutter-friends-of-the-fish-fruits-de-mer-records-2025\/","title":{"rendered":"Babal \u2013 Running In The Gutter \u2013 Friends Of The Fish\/Fruits de Mer Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Babal-Running-In-The-Gutter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Babal-Running-In-The-Gutter.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8134\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><a><\/a> Von Matthias Bosenick (19.08.2025)<br><br>Babal halten sich an gar nichts. An sich errichtet das englische Art-Rock-Trio mit Gastbassisten beste Grundlagen f\u00fcr ausgemachten L\u00e4rm, h\u00e4lt seine Musik aber bedeckt und fokussiert sich mehr auf ernsthafte Verspieltheit und den Gesang. \u201eRunning The Gutter\u201c, das irgendetwas zwischen zehnte und 15. Album seit 1999, repr\u00e4sentiert das Freakige der Band, die dennoch nie in Extreme verf\u00e4llt. Man k\u00f6nnte die Musik streckenweise sogar als Pop auffassen, w\u00e4re sie nicht so herrlich komplex und unangepasst.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zwei herausstechende Merkmale hat die Musik von Babal: Loops und Stimme. Weite Strecken der vorliegenden sechs Tracks auf \u201eRunning In The Gutter\u201c loopen wahlweise auf Dauer oder als eingebautes Element im Hintergrund, der umso deutlicher ins Ohr f\u00e4llt, je ausgepr\u00e4gter die repetitive Sequenz ist. Das Haupt-Ohrenmerk liegt beim Genuss dieser Musik aber auf dem Gesang, h\u00e4ufig in tiefen T\u00f6nen und wechselvoll dargeboten von Karen Langley. Was Gitarrist und Keyboarder Robert \u201eRob\u201c Williams und Schlagzeuger Jon Sharp mit den Gastbassisten Paul Smith und Chris Gill drumherumbauen, ist oft megakomplex, dabei eing\u00e4ngig, fassettenreich, verspielt und trotzdem sp\u00fcrbar ernsthaft, weil die Band den Anschein erweckt, dringende Anliegen zu haben.<br><br>Gleich der Opener \u201eOne Big Family\u201c basiert auf einen kurzen Loop, das indes hinter dem harmonischen Wechselgesang zu verschwinden scheint. In \u201eThe Best Restaurants\u201c findet sich ebenfalls eine solche Loop-Sequenz, doch ist das ganze St\u00fcck anders grundiert, n\u00e4mlich als Blues, der auch noch mit einem Gitarrensolo startet. Auch hier r\u00fcckt die zur\u00fcckhaltende Musik hinter den ausdrucksstarken Gesang. F\u00fcr \u201eThe World That We Know\u201c kramen Babal das Riff von \u201eNutbush City Limits\u201c von Ike &amp; Tina Turner aus und friemeln es in einen 7\/8-Takt hinein. Hier ist das Schlagzeug zwischendurch mal etwas h\u00e4rter angeschlagen, ganz so, als wolle die Band die H\u00f6rerschaft darauf vorbereiten, dass sie ihre komplexe Lieblichkeit auch mal \u00fcberspannen kann.<br><br>Das passiert n\u00e4mlich in \u201eCake Music\u201c. Zun\u00e4chst startet der Song mit einem Twin-Gitarren-Solo und geht \u00fcber in synthiebasierten Wohlklang mit Komplexit\u00e4t, abermals dominiert von einer nachdr\u00fccklichen Stimme. Sobald die Gitarre dann frech zu gniedeln beginnt, zieht die Band sogar das Tempo an und rockt drauflos. Ein richtiger Ausbruch! \u201eWe Shall Be Fables\u201c beginnt mit einem Afrobeat-Gniedel-Loop, den man sich so \u00e4hnlich bei den Talking Heads vorstellen kann. Der Rhythmus dazu ist schwierig nachzuvollziehen, ein Offbeat scheint da irgendwo verborgen zu sein, und w\u00e4hrend man dies noch zu ergr\u00fcnden versucht, setzen Military-Drums und Spoken Words ein und geben dem Song eine ganz andere Richtung. Das abschlie\u00dfende Titelst\u00fcck beginnt dann ganz \u00fcberraschend mit einer Trompete und geht \u00fcber die aus Gniedelgitarren bestehende Br\u00fccke \u00fcber in ein ruhigeres St\u00fcck, das latent episch wirkt und abermals mit der tiefen Gesangsstimme beeindruckt.<br><br>Laut Info ist \u201eRunning The Gutter\u201c das 13. Album von Babal, auf der Webseite der Band steht beim vor zwei Jahren erschienenen Vorg\u00e4nger \u201eLet\u2019s Get Lucid\u201c indes, es sei erst das neunte. Andere Quellen geben \u201eCollaborating With The Inevitable\u201c aus dem Jahr 1999 als das Deb\u00fct an, damals jedoch erschienen unter dem Namen Wise Children. Erst f\u00fcr das dritte Album \u201eShape Of The Flux\u201c ver\u00e4nderte das Trio 2012 den Namen, indes noch zu Babble, und erst auf dem f\u00fcnften Album \u201eThe Circle Of Confusion Of Tongues\u201c 2018 traten sie als Babal auf. Jene Quelle listet insgesamt elf Alben plus drei Live-Alben auf, danach w\u00e4re \u201eRunning The Gutter\u201c also weder das zehnte noch das 13. Album. Von den vielen EPs und Singles mal gar nicht zu sprechen.<br><br>Die beiden G\u00e4ste am Bass sind \u00fcberdies nicht erst f\u00fcr das neue Album an Bord, Gill von der Band Of Rain war in den zur\u00fcckliegenden Jahren mehrmals dabei, Smith von den Tropical Hearts sogar seit 2012, also dem zweiten Beginn der Band. Optisch sind Babal \u00fcbrigens so freaky wie akustisch, gewandet in wilden Kost\u00fcmen, irgendwie victorianischer Kirmes-Steampunk oder so. Das erinnert, auch musikalisch, dezent an Sleepytime Gorilla Museum, ist aber weder optisch noch akustisch so extrem wie jene.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (19.08.2025) Babal halten sich an gar nichts. 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