{"id":8123,"date":"2025-08-15T15:53:13","date_gmt":"2025-08-15T13:53:13","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8123"},"modified":"2025-08-15T15:53:13","modified_gmt":"2025-08-15T13:53:13","slug":"anchor-and-burden-sunken-fleet-iapetus-media-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/anchor-and-burden-sunken-fleet-iapetus-media-2025\/","title":{"rendered":"Anchor And Burden \u2013 Sunken Fleet \u2013 Iapetus Media 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Anchor-And-Burden-Sunken-Fleet.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Anchor-And-Burden-Sunken-Fleet.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8124\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias Bosenick (15.08.2025)<br><br>Neun Alben in kaum vier Jahren, diese Iapetus-Musiker sind echt mal produktiv, siehe Reichenhall. Anchor And Burden nun versinken dieses Mal im Meer, da passt die erste H\u00e4lfte des Bandnamens wieder thematisch. Warum hier Etiketten mit \u201eMetal\u201c oder \u201eRock\u201c draufstehen, ist beim H\u00f6ren von \u201eSunken Fleet\u201c indes fragw\u00fcrdig: Jazz, Ambient und Improvisation kommen da eher in den Sinn, wenn das Quartett mit Rockinstrumenten eine Unterwasserwelt musikalisch abbildet. Man kann im Wortsinne abtauschen in dieser Stunde Musik.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wiederholung ist ein markantes Element dieser f\u00fcnf instrumentalen Tracks, und zwar eine, die akustische Bilder malt und \u00fcber die stets intensiver werdende Einsatzdauer den Trancezustand vertieft. Wobei vertiefen ein bestimmendes Mittel dieses Albums ist, thematisch setzt es n\u00e4mlich die beiden Vorg\u00e4ngeralben fort, auf denen die Band die Menschheit hat untergehen lassen. Nun betrachtet sie die Bescherung eben von unter Wasser aus, zwischen Naturwundern und Zivilisationsresten.<br><br>Der \u201eSunken Caravan\u201c setzt als erster Track gleich die Wiederholung ins Zentrum. Ein minimaler Fuzz-Bass und ein dezent rumpelndes Schlagzeug bilden die Grundstruktur, dazu erklingt eine Gitarre mit dubbigem Hall, die die Weite des Ozeans erfahrbar macht. Allm\u00e4hlich ger\u00e4t die Band in Schwung, der Track steigert ich, abstraktere Sounds dringen in diese feuchte Welt ein, es wird psychedelisch-krautig, man ist l\u00e4ngst in Trance verfallen. Das Abstrakte nimmt \u201eDagger Dances\u201c auf, mit einem dezent hingejazzten Schlagzeug und punktuell hinzugef\u00fcgten obskuren Sounds, indes ohne Melodien. Ein halliges Gitarrenklimpern str\u00f6mt herbei. Auch dieser Track steigert sich, gewinnt gar an Beklemmung, und die Gitarre bekommt eine Idee von Afrobeat-Frickelei. Der Track wird wilder, sogar unbequemer.<br><br>Daf\u00fcr glitzert und blinkt es hallend und chaotisch in \u201eAbandonned Vessel\u201c, wie Sonnenstrahlen knapp unter der Wasseroberfl\u00e4che. Sobald das Schlagzeug dazukommt, verf\u00e4llt es in eine energische Wucht, die es zuvor in der Auspr\u00e4gung noch nicht hatte. Auf einen Takt indes verzichtet es, ebenso die Gitarre, die dazu gniedelt und mit allen zusammen einen rei\u00dfenden Strudel bildet. Das \u201eFloating Wreckage\u201c beginnt mit einem unkoordinierten gelegentlichen Klimpern im submarinen Hallraum. Irgendein Instrument generiert dazu Sounds, die an Walges\u00e4nge erinnern. Dieses Mal dringt das Schlagzeug schnell und perkussiv ein und variiert seine Intensit\u00e4t, f\u00fcr einen kurzen Moment entwickelt es gar einen stattlichen Groove. Passend gesellt sich wellenf\u00f6rmig eine \u2013 kein Wortwitz \u2013 wavige Gitarre hinzu, die sich mit einer anderen Gitarre verwirbelt, die eher wie eine Harfe klingt.<br><br>Zuletzt beginnt \u201ePendulum\u201c mit einem halligen hellen Klimpern und einem gelegentlich klickernden Schlagzeug. Auch hier steigert sich die Intensit\u00e4t, das Schlagzeug bekommt einen h\u00e4rteren Anschlag, schr\u00e4ge Elemente dringen durch, eines klingt nach Raketen unter Wasser, die entstehenden Loops beschleunigen gem\u00e4chlich und ein sch\u00f6ner Takt schwankt mit dem Durcheinanderklimpern. Zuletzt wei\u00df man nicht, ob man wieder auftaucht oder unter Wasser verharrt, und sofern letzteres, ob man sich an die dortigen Lebensbedingungen angepasst hat oder in irgendeiner Form verschwindet.<br><br>Metal ist das hier beim besten Willen nicht, selbst von Rock l\u00e4sst sich nicht sprechen. \u201eSunken Fleet\u201c ist ein akustisches Gem\u00e4lde, das sich nicht an musikalische Konventionen h\u00e4lt, eine Soundmalerei, ein H\u00f6rspiel ohne Worte, eine Traumreise. Wenn man Genres benennen will, kommt Jazz noch mit am n\u00e4chsten, Ambient, Avantgarde, Experiment, was man halt so aus der Taucherglocke zaubert, wenn man hilflos vor etwas sitzt, das sich der Schubladisierung entzieht. Dann kann man sich nur freuen, etwas so Besonderes entdeckt zu haben, und verzichtet eben auf Etiketten.<br><br>An \u201eSunken Fleet\u201c beteiligt waren Markus Reuter mit Gitarren und Soundscapes, Alexander Paul Dowerk mit Gitarren, Bernhard W\u00f6stheinrich mit Keyboards und Elektronik sowie Asaf Sirkis mit Schlagzeug und Percussion, also kein Bass, obwohl es gelegentlich danach klingt. Dieses neunte Album der Band erscheint nur vier Jahre nach dem Deb\u00fct \u201eWeigh Anchor\u201c, bei dem noch Shawn Crowder am Schlagzeug sa\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (15.08.2025) Neun Alben in kaum vier Jahren, diese Iapetus-Musiker sind echt mal produktiv, siehe Reichenhall. Anchor And Burden nun versinken dieses Mal im Meer, da passt die erste H\u00e4lfte des Bandnamens wieder thematisch. 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