{"id":8120,"date":"2025-08-14T21:50:45","date_gmt":"2025-08-14T19:50:45","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8120"},"modified":"2025-08-14T21:50:45","modified_gmt":"2025-08-14T19:50:45","slug":"light-of-eternity-collateral-ep-cadiz-music-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/light-of-eternity-collateral-ep-cadiz-music-2025\/","title":{"rendered":"Light Of Eternity \u2013 Collateral EP \u2013 Cadiz Music 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Light-Of-Eternity-Collateral-EP.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"124\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Light-Of-Eternity-Collateral-EP.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8121\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (14.08.2025)<br><br>Hand hoch, wer noch alles Killing Joke vermisst! Die Zukunft der Band ist nach dem Tod von Gitarrist Kevin \u201eGeordie\u201c Walker 2023 ungewiss. Das letzte Studioalbum \u201ePylon\u201c ist bereits zehn Jahre alt, die letzte 12\u201c \u201eLord Of Chaos EP\u201c erschien 2022, der letzte Song \u201eFull Spectrum Dominance\u201c 2023 und lediglich digital, eigentlich als erhoffter Ausblick auf ein neues Album. Doch seit Geordies Tod ist Schweigen im Walde. Vorsichtshalber sammelte Schlagzeuger \u201eBig\u201c Paul Ferguson zwei Weggef\u00e4hrten aus anderen Projekten um sich, formierte mit ihnen Light Of Eternity, nahm zwei EPs auf und stellte \u00fcberraschend fest, dass sich dieser Seitenarm zur festen Band auswuchs. Mit der \u201eCollateral EP\u201c gibt\u2019s die acht Songs der beiden EPs nun als Album \u2013 die N\u00e4he zu Killing Joke, den Post-Punk- und Industrial-Mitgestaltern, ist offensichtlich.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Light Of Eternity sind lediglich zu dritt, klingen aber enorm fett. Dicke Gitarren, dickes Schlagzeug, dicker Bass, da darf jeder der drei Instrumentalisten seinen Verst\u00e4rker auf Elf drehen. Synthies gibt\u2019s on top obendrauf. Mit seinen Songs wildert das Trio in den Gefilden, die es selbst \u2013 zumindest einer davon \u2013 seit \u00fcber 40 Jahren pr\u00e4gt: Aus dem anf\u00e4nglichen Post Punk der Sp\u00e4tsiebziger machten Killing Joke zwanzig Jahre sp\u00e4ter etwas H\u00e4rteres, etwas Metallischeres, das das Gruftige und Hymnische beibehielt, aber mit mehr Brutalit\u00e4t versah. So ungef\u00e4hr darf man sich Light Of Eternity ebenfalls vorstellen, wenn auch mit etwas zur\u00fcckgenommenerer Brutalit\u00e4t, nicht so heavy wie Killing Joke zu Zeiten von \u201ePandemonium\u201c.<br><br>Nat\u00fcrlich sind Light Of Eternity keine Kopie der gro\u00dfen Helden, tragen aber deutlich deren Gene in sich. Manche Gitarre erinnert an die von Geordie, manche Akkordfolge und manches Arrangement k\u00f6nnte man sich so auch von Jaz Coleman vorstellen. Indes, dessen Grandezza erreichen Light Of Eternity nicht, obschon sie den Mantra- und Trancefaktor vieler Killing-Joke-Kompositionen ebenfalls beherrschen. Ganz abgesehen davon, dass der Gesang hier ganz anders klingt, weicher als der von Coleman, der es mit dem rauhen Gr\u00f6hlen ja gern auch mal \u00fcbertreibt.<br><br>\u201eTipping Point\u201c etwa h\u00e4tte sich bestens auf einem Killing-Joke-Album gemacht, hier erreicht der Gesang \u00fcber den Stimmverzerrer und den Hall eine N\u00e4he zu Coleman. Die palm muted Riffs in der Strophe und das hymnische Spiel im Refrain mit dem Gesangsausbruch kombiniert mit einem Tempo im unteren Midtempo r\u00fccken den Song noch n\u00e4her in die Richtung der Band aus Cheltenham. In den Strophen von \u201eAftershock\u201c klingt die Gitarre mit ihren monotonen gemuteten Licks sogar an die Zeit von \u201eRevelations\u201c Anfang der Achtziger, nur dass der Song drumherum die Heftigkeit anzieht. Stark an den j\u00fcngeren Killing Joke orientiert ist \u201eDark Hope\u201c, mit dem moderneren, weicheren Riffing, dem treibenden Schlagzeug und den in h\u00f6herer Tonlage geshouteten Refrain.<br><br>Ebenfalls an Coleman erinnert ein vergleichbarer Gesang in \u201eNebula\u201c; doch ist der Rest des Songs anders strukturiert und klingt insgesamt aufgepumpter, volumin\u00f6ser. Letztlich lassen sich Referenzen in allen acht Songs finden, aber der Rest tr\u00e4gt dann auch noch hinreichend eigene Handschrift. Grunds\u00e4tzlich l\u00e4sst sich die Musik von Light Of Eternity in dunkleren Gothic-Refugien verorten, die Gitarre rifft eher im Rock als im Metal, die Grundstimmung ist nicht zwingend gutgelaunt, aber auch nicht depressiv, eher fordernd, wom\u00f6glich anklagend. Und mit \u201eLament\u201c gibt\u2019s eine zum Titel passende Ballade, die von Synthies dominiert ist, wie Synthies \u00fcberhaupt in vielen bis allen Songs eine unterschiedlich gewichtige Rolle spielen.<br><br>Diese \u201eCollateral EP\u201c ist von der L\u00e4nge her eher ein Album, mit der Verkn\u00fcpfung zweier EPs, die jeweils \u00fcber 20 Minuten lang sind. Die \u201eEdge Of Fate EP\u201c erschien vor einem Jahr, die \u201eAftershock EP\u201c zum Jahreswechsel, beide streng limitiert auch als 10\u201c, und nun entschied sich das Label, eine sehr limitierte CD-Version herauszubringen \u2013 allerdings lediglich in Gro\u00dfbritannien, was Dank Brexit f\u00fcr ordentlich Zoll plus DHL-Abzocke sorgt. Die EPs sind komplett auf der Sammlung vorhanden, allerdings mit einer ver\u00e4nderten Reihenfolge auf der ersten, da tauschten zwei Songs die Position; eine gute Entscheidung, \u201eExplode\u201c als zweites und die Powerballade \u201eLament\u201c erst als drittes zu bringen.<br><br>Wen Ferguson hier zusammentrommelte: An Mikro und Bass Frederic Schreck aus New York, an der Gitarre Paul Williams aus Durham. Keine Vertreter exponierter Mega-Untergrund-Acts, sondern kleinerer Projekte. Ferguson und Schreck kennen sich, weil sie vor \u00fcber 30 Jahren am kurzlebigen Indierock-Projekt Crush beteiligt waren. Davor war Schreck bei The Ancients, bei denen Ferguson bereits als Gast Percussion spielte. Vor gut zehn Jahren formte Schreck zudem das Indie-Allstar-Projekt Satellite Paradiso mit. Williams spielt seit 2012 bei der Industrial-Indierock-Band Chaos 8. Na, und Ferguson: Die Liste ist lang \u2013 Transmission, Murder Inc., Pigface, sogar The Orb, um nur einige zu nennen.<br><br>Tja, und Killing Joke, die seit zehn Jahren vornehmlich ihr Erbe verwalten, indem sie Live-Mitschnitte und Dub-Compilations auf den Markt werfen. Coleman und Geordie waren die einzigen Mitglieder von Killing Joke, die seit 1979 auf jedem Album zu h\u00f6ren sind, das gelang den Gr\u00fcndungsmitgliedern Ferguson und Martin \u201eYouth\u201c Glover nicht, die nach ihren Ausstiegen Anfang und Mitte der Achtziger erst 2008 wieder zu Killing Joke stie\u00dfen und damit das einzig wahre Line-Up versiegelten. Noch ewig nach Geordies Tod lie\u00df Coleman verlauten, dass er keine Fragen zur Zukunft der Band w\u00fcnscht, weil er noch trauert. Aufnahmen indes m\u00fcsste es geben, in welchem Stadium, w\u00e4re dann unklar \u2013 die zwei Singles \u201eLord Of Chaos\u201c und \u201eFull Spectrum Dominance\u201c kamen schlie\u00dflich nicht aus dem Nichts. Dort sollten sie auch nicht verschwinden, zumindest letztere gibt es lediglich digital, das muss doch zu \u00e4ndern sein. Wenn sogar die 20 Jahre alte \u201eWardance\u201c-Neueinspielung mit Dave Grohl 2023 den Weg auf eine 7\u201c fand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (14.08.2025) Hand hoch, wer noch alles Killing Joke vermisst! Die Zukunft der Band ist nach dem Tod von Gitarrist Kevin \u201eGeordie\u201c Walker 2023 ungewiss. 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