{"id":8056,"date":"2025-08-04T20:44:54","date_gmt":"2025-08-04T18:44:54","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=8056"},"modified":"2025-08-04T20:44:54","modified_gmt":"2025-08-04T18:44:54","slug":"spezial-db2fluctuation-drei-veroeffentlichungen-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-db2fluctuation-drei-veroeffentlichungen-2025\/","title":{"rendered":"Spezial: db2fluctuation \u2013 Drei Ver\u00f6ffentlichungen 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/db2fluctuation.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/db2fluctuation.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8057\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (04.08.2025)<br><br>Eine enorm bedauerliche Entwicklung dieser Tage ist es, dass es sich f\u00fcr mittelgro\u00dfe K\u00fcnstler nicht mehr rechnet, ihre Musik auf Tontr\u00e4gern herauszubringen. Oswald Henke von Goethes Erben singt dieses Lied, die beiden Gr\u00fcndungsmitglieder von Front 242, Daniel Bressanutti und Dirk Bergen, mit ihrem Label db2fluctuation stimmen darin ein. Dabei w\u00fcrde man sich deren Musik so gern ins Regal stellen k\u00f6nnen. Zum Beispiel die j\u00fcngsten drei Bandcamp-Ver\u00f6ffentlichungen: \u201eMandala\u201c und \u201eMandala 2\u201c von Daniel.B. sowie Flux von NothingButNoise, allesamt im elektronischen Ambient mit unterschiedlichen Ausrichtungen angesiedelt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Daniel.B.-Mandala.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Daniel.B.-Mandala.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8058\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Daniel.B. \u2013 Mandala (2025)<\/strong><br><br>Beinahe dramatisch beginnt der Zwanzigmin\u00fcter mit Synthie-Figuren, die zwischen Berliner Schule und Jean-Michel Jarre einen eigenen Platz finden. Bressanutti generiert hier keine Beats, die Rhythmen entstehen \u00fcber die wiederholten Effekte. Bis nach kurzer Zeit diese stark ausgepr\u00e4gten Sounds verschwinden und ausschlie\u00dflich die Soundscapes \u00fcbrigbleiben. Die aber, anders als es der Titel suggeriert, gar nicht so sehr nach fern\u00f6stlicher Meditation klingen, sondern etwas unterschwellig Beklemmendes mitbringen.<br><br>Leicht spa\u00dfige Synthie-Stippen dringen alsbald in die Fl\u00e4chen ein; Teile dieses Tracks k\u00f6nnte man sich auch als Soundtrack zu einer Achtziger-SciFi-Serie vorstellen, \u201eDie dreibeinigen Herrscher\u201c etwa. Zu dem komplett fl\u00e4chigen, in h\u00f6heren Tonlagen modulierten Teil gegen Ende k\u00f6nnte man auch hervorragend nerv\u00f6s in einen Monolithen fliegen. Auch hier besorgen es die Halbtonverschiebungen, inmitten der an sich wattigen Sounds Beklemmung hervorzurufen. So entl\u00e4sst Bressanutti die H\u00f6rerschaft dann auch.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Daniel.B.-Mandala-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Daniel.B.-Mandala-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8059\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Daniel.B. \u2013 Mandala 2 (2025)<\/strong><br><br>Der zweite Teil ist mit gut elf Minuten gerade etwas mehr als halb so lang wie der erste und nimmt dessen Struktur zun\u00e4chst auf. Mit Synthie-Arpeggios generiert Bressanutti Rhythmen, die so wirken, als l\u00e4gen Beats unter ihnen. Der Track entwickelt etwas Mitrei\u00dfendes, indem die T\u00f6ne in ihrer H\u00f6he auseinanderschie\u00dfen, nach einer Weile aber verschwinden und abermals den synthetischen Soundscapes den Raum \u00fcberlassen.<br><br>Anders als im ersten Teil kehren die blubbernden Synthies hier zur\u00fcck, wenn auch nicht in der H\u00e4rte angeschlagen wie zu Beginn des Tracks. Auch hier l\u00e4sst Bressanutti vermittels Tonverschiebungen und Beugungen zu, dass die Stimmung etwas Unwohlsein beinhaltet. Die Sounds beginnen zu flirren und nerv\u00f6s zu werden, also einmal mehr eher aufregend zu wirken als entspannend. Genau so soll es ja auch sein, quasi Mandalas mal anders.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/NothingButNoise-Flux.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/NothingButNoise-Flux.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8060\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>NothingButNoise \u2013 Flux (2025)<\/strong><br><br>Mit \u201eFlux\u201c setzen Bressanutti und Bergen als NothingButNoise den Weg fort, nur dass die Synthies hier sch\u00e4rfer klingen. Auch dieser Zehnmin\u00fcter arbeitet mit Wiederholung, die den Rhythmus generiert, und legt zudem einen leichten Dub auf die Kreise, die die Synthies nach Berliner Schule ziehen. Noch st\u00e4rker als in \u201eMandala 2\u201c tritt hier zudem eine Ahnung von Kraftwerk aus den sp\u00e4ten Siebzigern hinzu.<br><br>Ganz abrupt stoppt dieser Track nach sechs Minuten und nimmt erst leise pluckernd neu Anlauf. Und zwar, um ins All abzuheben, denn der Tracks wird spacig, gar richtig treibend. Zudem f\u00e4llt auf, dass das Duo in dieses St\u00fcck fortw\u00e4hrend Details einbaut, die die Soundscapes, Fl\u00e4chen und Modulationen lebendig halten. Bis hin zum finalen Dub-Effekt, mit dem NothingButBoise die H\u00f6rerschaft verabschieden.<br><br>Nach dem Live-Ende von Front 242, den EBM-Erfindern, die 2003 mit \u201eP.U.L.S.E.\u201c ihr letztes Studioalbum ver\u00f6ffentlichten und danach ausschlie\u00dflich Live-Dokumente, wird die Sehnsucht bei denen, die offen sind f\u00fcr die kompositorische Entwicklung der einzelnen Bandmitglieder, nach Tontr\u00e4gern der Nebenprojekte umso gr\u00f6\u00dfer. Insbesondere Bressanutti ist so produktiv, dass es einen umwirft: Anfang des Jahres ver\u00f6ffentlichte Bressanutti mit seinem Antwerpener Male-Or-Female-Weggef\u00e4hrten Elko Blijweert das Album \u201eKillmyjazz\u201c, das namentlich an das Projekt Kiss My Jazz erinnert, das Gitarrist Blijweert vor Jahren unter anderem mit einigen dEUS-Musikern betrieben hatte. 2024 warf Bressanutti satte sechs Teile seiner \u201eArchV\u201c-Serie auf den Markt mit mehr als sieben Stunden Musik, darunter unter \u201eT4TWO\u201c einige Neubearbeitungen von Front-242-Songs. Auch die noch auf CD unter dem Alias Alles und Nichts begonnene Reihe \u201emotherXaoc\u201c bringt es inzwischen auf sechs Teile. Dazu kommen diverse Livemitschnitte, auch von dem Projekt 99.9. Und das alles seit Oktober 2023. Andererseits: So viel Platz hat ja auch kein Mensch in seinem Plattenregal \u2013 oder?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.08.2025) Eine enorm bedauerliche Entwicklung dieser Tage ist es, dass es sich f\u00fcr mittelgro\u00dfe K\u00fcnstler nicht mehr rechnet, ihre Musik auf Tontr\u00e4gern herauszubringen. 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