{"id":7929,"date":"2025-06-26T21:50:38","date_gmt":"2025-06-26T19:50:38","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7929"},"modified":"2025-07-07T21:15:56","modified_gmt":"2025-07-07T19:15:56","slug":"trainer-oh-mandy-fidel-bastro-broken-silence-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/trainer-oh-mandy-fidel-bastro-broken-silence-2025\/","title":{"rendered":"Trainer \u2013 Oh, Mandy! \u2013 Fidel Bastro\/Broken Silence 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Trainer-Oh-Mandy.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Trainer-Oh-Mandy.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7930\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (26.06.2025)<br><br>Konventionen sind f\u00fcr Anf\u00e4nger, und weil das so ist, bricht die Band Trainer gleich mal mit so ziemlich allen, die ihr einfallen. Als erstes verzichten Trainer auf Bass und haben stattdessen zwei Gitarren. Als zweites verzichten sie auf herk\u00f6mmliche Songstrukturen, als drittes auf Gef\u00e4lligkeit und als viertes muss auch nicht jeder Ton akkurat und sauber sitzen, um als Ganzes ansprechende und gelungene Musik zu ergeben: Was die vier Saarbr\u00fcckener hier machen, startet irgendwo im Noiserock und endet noch l\u00e4ngst nicht im No Wave. Und bleibt dabei dennoch zug\u00e4nglich. \u201eOh, Mandy!\u201c, das zweite Album des Quartetts, kommt im August, die Single \u201eMammoth\u201c ist bereits zu h\u00f6ren. Mit Barry Manilow hat dieses Album aber nichts am Hut, gottlob.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Auch das ist nat\u00fcrlich ein Fingerzeig in falsche Richtungen, einen Albumtitel zu w\u00e4hlen, der bereits belegt ist, und dann auch noch mit dem gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Aufgebot an Kitsch. Beinahe k\u00f6nnte man annehmen, das Intro mit dem Polnischen Titel \u201ePowietrze\u201c, \u201eLuft\u201c, greife diese Richtung auf, handelt es sich doch um ein stilles Klavierst\u00fcck. Also noch ein Bruch mit Konventionen, wenn man aufgrund der Infolage eigentlich Noise erwartet. Der kommt dann danach, und zwar nicht zu knapp.<br><br>Es scheint, als befeuere die Wahl, auf den Bass zu verzichten, die Noisehaftigkeit der Musik noch: Es fehlt hier das Sounddichte-Fundament, das Soundbild ist trocken, spr\u00f6de, aufgekratzt, rauh, starrsinnig, unangepasst, daf\u00fcr angepisst. Zudem baut die Band geile Effekte in die Songs ein, an die der Geist sich gern klammert und die den energetischen L\u00e4rmbrocken etwas Wiedererkennbares verleihen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass die Band es sich bisweilen herausnimmt, in einzelnen Momenten darauf zu verzichten, akkurat zu sein; da kommt etwa mal eine schr\u00e4ge Note ins Spiel, die das Aufgekratzte noch verst\u00e4rkt. Auch greifen Trainer gelegentlich auf ein Stilmittel zur\u00fcck, das man im Noiserock und im No Wave gern verwendet, und zwar die Wiederholung: Ausgew\u00e4hlte Sequenzen bekommen einen Loop-Charakter und sch\u00fcren das aggressive Potential der Musik.<br><br>Eine weitere Spezialit\u00e4t der Band ist der zweistimmig vorgetragene \u2013 nun: Gesang, kombiniert mit Geschrei. Dieses mehrstimmige Shouten erinnert bisweilen an das Deb\u00fct \u201eKnee\u201c von D\u00fcrefors\u00f6g, nur dass die Musik hier nicht so chaotisch und metallisch ist. Obschon sie einen metallischen Sound hat, aber an Metal erinnert sie keineswegs. Wie auch immer der Band das gelingt, aber das gibt sie nicht preis, denn ein Song sagt: \u201eOna \u0161to go pravime e tajno\u201c, auf Kroatisch: \u201eWas wir tun, ist geheim\u201c. Naja, in \u201eVariations On A Theme By Harry Pussy\u201c beziehen sie sich auf die Neunziger-Noiserock-Band aus Miami, so transparent sind sie dann doch.<br><br>Auch Trainer wissen, dass konstant auf die Fresse erm\u00fcdet, deshalb senken sie in \u201eThe Chinese Fianc\u00e9e\u201c den Mittelteil zu einem langsamen Burner ab. Auf das Gedimmte greifen sie in der Folge des Albums h\u00e4ufiger zur\u00fcck, etwa in \u201eJes\u00fas Chabrol Guitar\u201c, wer auch immer das ist; das St\u00fcck ist zwar auch eher langsam, aber kaum weniger brachial. Slow und dunkel kommt \u201eI Would Have Said \u201aFuck You!\u2018\u201c daher und geht noch zum Schluss hin genug auf die Fresse, auch ohne schneller zu werden. Zwischendurch gibt\u2019s noch f\u00fcnf Sekunden Schabernack mit \u201eNational Pride\u201c, dann kehrt sp\u00e4testens mit \u201ePlattenbau\u201c das Tempo zur\u00fcck, der Song ist ein treibender Punk\u2019n\u2019Roll. Als Rauswerfer gibt\u2019s mit \u201eEl Luchador Nihilista\u201c einen Link zum Cover, auf dem ein mexikanischer Wrestler vor nihilistischer Kulisse selbstversunken neben einer Topfpflanze herumsitzt.<br><br>Trainer sind S\u00e4nger Dietmar \u201eDiede\u201c Bottler, Schlagzeuger Stephan \u201eFabsman\u201c Philipp sowie die beiden Gitarristen Martin Schad und Christoph Duymel, von denen ersterer zus\u00e4tzlichen Noise hinzuf\u00fcgt und letzterer das Geschrei. Jener spielte zuvor bei der Band Nerven, sp\u00e4ter Ex Nerven, also nicht bei Die Nerven. Bottler war bei Zesura, Schad war bei Chandler und der unter diversen Aliassen auftretende Philipp bei zahllosen Bands dabei, wie Steakknife oder 2 Bad, oder auch Crewmitglied bei den Spermbirds. Eine Menge Erfahrung, die mit Trainer bestens zum Ausbruch kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>[Edit 07.07.2025] Leser Michael Imhof l\u00e4sst wissen: &#8222;Es bleibt zu erg\u00e4nzen, dass S\u00e4nger Dide auch bei Karcher war, und die wiederum waren eine der besten Noiserockbands f\u00fcr mich.&#8220; Danke!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (26.06.2025) Konventionen sind f\u00fcr Anf\u00e4nger, und weil das so ist, bricht die Band Trainer gleich mal mit so ziemlich allen, die ihr einfallen. Als erstes verzichten Trainer auf Bass und haben stattdessen zwei Gitarren. 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