{"id":790,"date":"2014-02-14T16:58:21","date_gmt":"2014-02-14T15:58:21","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=790"},"modified":"2014-02-14T16:58:21","modified_gmt":"2014-02-14T15:58:21","slug":"bohren-der-club-of-gore-piano-nights-play-it-again-samrough-trade-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/bohren-der-club-of-gore-piano-nights-play-it-again-samrough-trade-2014\/","title":{"rendered":"Bohren &#038; der Club Of Gore \u2013 Piano Nights \u2013 Play It Again Sam\/Rough Trade 2014"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-791\" title=\"Bohren &amp; der Club Of Gore - Piano Nights\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bohren-der-Club-Of-Gore-Piano-Nights.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (14.02.2014)<\/p>\n<p>H\u00f6rgewohnheiten k\u00f6nnen eine entlarvende Sache sein: F\u00fcr den einen ist die Musik von Bohren &amp; der Club Of Gore das Deprimierendeste, Finsterste, Langsamste oder bestenfalls Langweiligste, was er je geh\u00f6rt hat, f\u00fcr den anderen ist es nette Begeleitunterhaltung oder die weltbeste Entspannungsmusik. Wer sich bereits ausgiebig in das Oeuvre der M\u00fclheimer hineingeh\u00f6rt hat, wird sich \u00fcber \u201ePiano Nights\u201c freuen, denn es ist ein munterer Freund in allen Lebenslagen, ideal f\u00fcr Fr\u00fchst\u00fcck, Fiesta, Feierabend. D\u00fcster geht jedenfalls anders.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Denn Bohren unterlassen es, ihre Melodien etwa in aus Horrorfilmen bekannte Akkorde kippen zu lassen, die Unwohlsein erzeugen. Angelo Badalamenti beispielsweise komponiert denkbar gruseliger. Auch lassen sie ihre Instrumente keine nervenden St\u00f6rger\u00e4usche erzeugen oder in kakophonische Dissonanzen abrauschen. Und Moll allein macht noch keinen Horror, Langsamkeit auch nicht: Bohren wissen die L\u00fccken zwischen den sp\u00e4rlichen Beats zu f\u00fcllen, daf\u00fcr haben sie ein ganzes Arsenal an Instrumenten zur Verf\u00fcgung (von Saxophon \u00fcber alle m\u00f6glichen Tasteninstrumente wie Orgel, Mellotron und Vibraphon sowie Gitarre, Bass und Schlagzeug bis hin zum titelgebenden Piano) und scheuen sich auch nicht davor, die so einzusetzen, dass sie filigrane und schn\u00f6rkelige Melodien absondern. Hat sich also was mit Langsamkeit, es tiriliert bisweilen einigerma\u00dfen flott vor sich hin.<\/p>\n<p>Aufger\u00e4umt ist der Sound, klar, direkt, frisch. Man hat auch nicht das Gef\u00fchl, die Band w\u00fcrde irgendetwas Abscheuliches hinter den St\u00fccken verstecken. Und so kommt es tats\u00e4chlich, dass \u201ePiano Nights\u201c mit seinen St\u00fccken gleichsam dazu in der Lage ist, im Hintergrund zu perlen und um Aufmerksamkeit zu buhlen.<\/p>\n<p>Gesang gibt es dieses Mal keinen, die Sache mit Mike Patton war wohl ein einmaliger Gag. Und um Gags sind die M\u00fclheimer nie verlegen, das manifestierte sich von Anfang an in den Album- und Song-Titeln (\u201eDangerflirt mit der Schl\u00e4gerbitch\u201c) und reicht bis zu den Ansagen bei Live-Konzerten sowie den Cover-Gestaltungen: Dieses Mal zeigt es den jungen Christoph Cl\u00f6ser mit nerdiger Langhaarfrisur, logischerweise am Piano.<\/p>\n<p>Die Anzeichen sprechen also eindeutig gegen die Etiketten Black Metal, Doom Jazz und Suizidkommando. Warum also sollte man Bohren \u00fcberhaupt h\u00f6ren, wenn sie sich doch so harmlos durch ihre Instrumentals schleppen? Die Einzigartigkeit der Musik allein ist es nicht. Das Quartett hat eine gro\u00dfe musikalische und kompositorische Qualit\u00e4t \u2013 und transportiert eine Haltung, die ungef\u00e4hr danach klingt, als w\u00fcrde man lachend auf den Unsinn in der Welt spucken \u2013 und das ohne Worte. Da stimmt man gerne ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (14.02.2014) H\u00f6rgewohnheiten k\u00f6nnen eine entlarvende Sache sein: F\u00fcr den einen ist die Musik von Bohren &amp; der Club Of Gore das Deprimierendeste, Finsterste, Langsamste oder bestenfalls Langweiligste, was er je geh\u00f6rt hat, f\u00fcr den anderen ist es &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/bohren-der-club-of-gore-piano-nights-play-it-again-samrough-trade-2014\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-790","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=790"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/790\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":792,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/790\/revisions\/792"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}