{"id":7896,"date":"2025-06-18T21:12:40","date_gmt":"2025-06-18T19:12:40","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7896"},"modified":"2025-06-18T21:12:40","modified_gmt":"2025-06-18T19:12:40","slug":"blackhole-factory-moments-of-dilated-time-blackhole-factory-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/blackhole-factory-moments-of-dilated-time-blackhole-factory-2025\/","title":{"rendered":"blackhole-factory \u2013 Moments Of Dilated Time \u2013 blackhole-factory 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/blackhole-factory-Moments-Of-Dilated-Time.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/blackhole-factory-Moments-Of-Dilated-Time.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7897\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (18.06.2025)<br><br>Zeit ist das, wovon wir am meisten haben, sagt Arni immer, und das Duo blackhole-factory wei\u00df sogar, wie man diese Zeit noch erweitert: \u201eMoments Of Dilated Time\u201c hei\u00dft das neue Album mit futuristisch verfremdeten Sounds, die Martin Slawig, eine H\u00e4lfte des Duos aus Hannoversch M\u00fcnden, seit 2011 ansammelte. Man kann bei den zw\u00f6lf Tracks vorrangig von einer Art Ambient sprechen, erweitert um Verfremdungen, Bearbeitungen, Manipulationen, die die Entspannung begleitend bisweilen das H\u00f6ren herausfordern, mit harschen Ger\u00e4uschen, kuriosen Rhythmen und anderen unerwartbaren Experimenten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Wenn eines sicher ist, dann, dass man bei Alben aus dem Hause blackhole-factory immerfort mit dem Unberechenbaren rechnen muss. Man kann dieses Album zwar chillig im Hintergrund laufen lassen, doch sollte man sich bewusst sein, dass Slawig hier das Chillige schnell mal torpedieren kann. Das Album beginnt wie Entspannungsmusik, mit beruhigenden Kl\u00e4ngen in beruhigender Tonlage, die an- und abschwellen, doch schleicht sich bereits im Opener ein dezentes Knirschen und Knistern ein und erheben sich die T\u00f6ne gelegentlich in H\u00f6hen, die der Entspannung eher abtr\u00e4glich sind. Damit bereitet Slawig die H\u00f6rerschaft darauf vor, dass man es hier eben nicht mit Chillout zu tun hat, sondern mit \u2013 ja, was eigentlich? Kunst?<br><br>Grunds\u00e4tzlich ist es Musik, auch wenn sie nicht den g\u00e4ngigen Formen entspricht. Beinahe allen seiner zw\u00f6lf Tracks legt Slawig so etwas wie Drones unter, also einen Soundteppich, auf dem er die Zutaten anrichtet; der vierte etwa bildet da eine Ausnahme, hier h\u00e4ngen die Ger\u00e4usche in der Luft. Solche Ger\u00e4usche, die hier das Bild formen, k\u00f6nnen an alte Modem-Einw\u00e4hlsounds erinnern, nach elektronisch generiertem Blubbern klingen, nach Electro-Glitches, nach Knistern, Klackern, Kl\u00f6ppeln, Rascheln. Erst der f\u00fcnfte Track bringt ein rhythmisches Element ein, weckt die H\u00f6renden schier auf, mit tropfenartigen Beats. Der sechste Track beinhaltet einen meditativen Glockenschlag und der elfte arbeitet mit dem Echo des Dub. Viel los also in diesem Ambient.<br><br>Die Auswirkungen dieser Sounds sind unterschiedlich, manche entspannen in Tateinheit mit den Drones, manche k\u00f6nnten einem Horrorfilm unterlegt sein, manche erscheinen fiebrig oder aufgebracht und fast alle fordern das Vorstellungsverm\u00f6gen heraus, weil man ermitteln m\u00f6chte, was denn wohl die Quellen dieser Sounds sein k\u00f6nnten. Denn Slawig l\u00e4sst wissen, wie er dieses Album generierte: Ohne Zeitdruck stellte er seine Ger\u00e4tschaften in die Gegend, hantierte mit vorhandenen Objekten und mitgebrachten Percussion-Instrumenten herum, richtete ein Kontaktmikrofon auf sie, verinnerlichte die so entstehenden Sounds und modulierte sie live am Laptop vermittels einer selbstprogrammierten Software und manipulierten Controllern. Genau so bekommen wir sie nun auch zu h\u00f6ren.<br><br>Man mag sich so richtig sch\u00f6n ausmalen, wie Slawig da irgendwo an der Weser herumh\u00e4ngt, einen Grashalm im Mund, kurioses Equipment um sich drapiert, der Schnecke ausf\u00fchrlich beim Kriechen zuguckend und versunken mit Zeug hantierend, das halt so in der Gegend herumliegt. Diese unaufgeregte, beinahe beil\u00e4ufige Herangehensweise \u00fcbertr\u00e4gt sich aufs H\u00f6ren, man versinkt in diesen Momenten der erweiterten Zeit, die Slawig hier festh\u00e4lt, und geht in diesen vielseitigen Tracks auf Entdeckungsreise. Am Ende ist man \u00fcberrascht, wie kurz so eine Stunde sein kann, so kurzweilig sind diese Experimente.<br><br>Die Titel der Tracks sind lediglich Ziffernfolgen, vermutlich Jahr-Monat-Tag; der erste Track etwa hei\u00dft \u201e110713\u201c, da k\u00f6nnte es auch umgekehrt sein, aber da der f\u00fcnfte Track \u201e121231\u201c hei\u00dft, ist eher von ersterer Annahme auszugehen und jener Track somit wohl an Silvester 2012 entstanden, knallt aber eher mit Wasser als mit Feuerwerk.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (18.06.2025) Zeit ist das, wovon wir am meisten haben, sagt Arni immer, und das Duo blackhole-factory wei\u00df sogar, wie man diese Zeit noch erweitert: \u201eMoments Of Dilated Time\u201c hei\u00dft das neue Album mit futuristisch verfremdeten Sounds, die &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/blackhole-factory-moments-of-dilated-time-blackhole-factory-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,19],"tags":[],"class_list":["post-7896","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album","category-download-stream"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7896","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7896"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7896\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7898,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7896\/revisions\/7898"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7896"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7896"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7896"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}