{"id":7814,"date":"2025-06-05T20:35:30","date_gmt":"2025-06-05T18:35:30","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7814"},"modified":"2025-06-05T20:35:30","modified_gmt":"2025-06-05T18:35:30","slug":"y-e-r-m-o-collision-zone-remaster-antibody-label-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/y-e-r-m-o-collision-zone-remaster-antibody-label-2025\/","title":{"rendered":"Y.E.R.M.O. \u2013 Collision Zone (Remaster) \u2013 Antibody Label 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/YERMO-Collision-Zone-Remaster.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/YERMO-Collision-Zone-Remaster.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7815\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (05.06.2025)<br><br>Die knapp 33 Minuten dieses experimentellen Tracks beginnen mit gut 15 Minuten L\u00e4rm am St\u00fcck. Und zwar so richtig L\u00e4rm, der bis in die Haarspitzen schmerzt. Weil er einfach durchzieht, weil er Druck aus\u00fcbt, weil er nicht abrei\u00dft. Damit gelingt es dem belgischen Projekt Y.E.R.M.O., dass man sich beim H\u00f6ren sogar noch entspannt f\u00fchlt. Das ist Yoga f\u00fcr Leute, die als Antwort auf die Schwere des Lebens etwas noch Schwereres brauchen. Durchhalten wird belohnt: Nach der H\u00e4lfte ver\u00e4ndert sich der Track v\u00f6llig \u2013 und wird sogar noch richtig sch\u00f6n verregnet. Erschienen 2009 als Soundtrack zu einer Biennale-Ausstellung in Venedig, gibt\u2019s diesen Track jetzt remastert wieder.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Was man h\u00f6rt: Das k\u00f6nnte eine E-Gitarre sein, da irgendwo im White Noise des Anfangs. W\u00e4hrend man dieses Ger\u00e4usch ausdifferenziert, nimmt man also wahr, dass \u201eCollision Zone\u201c doch mehr ist als nur das Rauschen, als das es sich anf\u00e4nglich ausgibt. Dieses Rauschen bohrt sich ins Gehirn, schlimmer, als es der Zahnarzt mit seinem Instrumentarium vermag, klammert sich dort fest und manipuliert die H\u00f6renden dazu, nicht auszuschalten, sondern durchzuhalten, sich dem Br\u00fcllen hinzugeben, mitzuerleben, wie es variiert, in der Tonh\u00f6he etwa, leicht, in den Zutaten, dezent, um dann festzustellen, dass nach acht Minuten tats\u00e4chlich eine \u00c4nderung eintritt, im Verlaufe so etwas wie ein unterschwelliger Rhythmus wie von einem Motor hinzukommt, man die Ahnung von einem ber\u00fchrten Hi-Hat bekommt, von menschlicher Stimme im Nirgendwo, von Sounds aus dem fr\u00fchen Industrial.<br><br>Nach der H\u00e4lfte des Tracks \u00e4ndert sich alles: Die Ger\u00e4uschwand ebbt ab \u2013 und pl\u00f6tzlich bricht eine verzerrte Gitarre ein, wie eine Sirene, und wird dann von einem Schlagzeug begleitet, das nach Art der Tribal Drums dem nun in den Hintergrund ger\u00fcckten White Noise eine Struktur abringt. Und dann passiert etwas, womit gar nicht zu rechnen ist: Ein Sturzbach ergie\u00dft sich \u00fcber die H\u00f6rerschaft, man lauscht einem heftigen Regenschauer, es pladdert, platscht, gie\u00dft, str\u00f6mt, st\u00fcrmt, weht. In diese Wetterlage winden sich richtig sch\u00f6ne, entspannende, harmonische, warme Soundscapes hinein. Von L\u00e4rm keine Spur mehr, die Seele darf aufatmen, der Regen reinigt die Luft, irgendwo schimmert es bestimmt bald wieder silbern am Horizont, aber erstmal bleibt es noch Nacht.<br><br>Yermo ist der spanische Name einer entlegenen Kleinstadt in der W\u00fcste Kaliforniens, deren Name \u00fcbersetzt vermutlich berechtigt \u201e\u00d6dnis\u201c bedeutet, im Gegensatz zur Musik von Y.E.R.M.O.. Dieses Projekt ist \u00fcberdies nicht zu verwechseln mit der Black-Metal-Band aus Madrid, denn hier gibt\u2019s Punkte. Als Y.E.R.M.O. agieren Xavier Dubois von der Sludge-Metal-Band Ultraphallus und Labelbetreiber Yannick Franck. Gemeinsam schaffen sie seit \u00fcber 20 Jahren Alben voller wundersch\u00f6ner Drones und pr\u00e4destinierten sich folglich daf\u00fcr, den Luxembourger K\u00fcnstlern Nadine Hilbert &amp; Gast Bouschet 2009 bei ihrer Ausstellung bei der Biennale in Venedig zur Seite zu stehen. Die beiden steuerten zu dieser Aufnahme die Field Recordings bei, darunter den mediterranen Regen. Der franz\u00f6sische Punkrocker Jason van Gulick kam als Schlagzeuger dazu. Seinerzeit lag dieser Mitschnitt bereits als CD vor und nun ist in remasterter Form erneut zug\u00e4nglich. Damals war der Mitschnitt noch in f\u00fcnf Indizes unterteilt; die sind hier zwar aufgef\u00fchrt, aber nicht mehr getrennt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (05.06.2025) Die knapp 33 Minuten dieses experimentellen Tracks beginnen mit gut 15 Minuten L\u00e4rm am St\u00fcck. Und zwar so richtig L\u00e4rm, der bis in die Haarspitzen schmerzt. 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