{"id":7809,"date":"2025-06-04T20:53:38","date_gmt":"2025-06-04T18:53:38","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7809"},"modified":"2025-06-04T20:53:38","modified_gmt":"2025-06-04T18:53:38","slug":"mark-pritchard-thom-yorke-tall-tales-warp-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/mark-pritchard-thom-yorke-tall-tales-warp-records-2025\/","title":{"rendered":"Mark Pritchard &amp; Thom Yorke \u2013 Tall Tales \u2013 Warp Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Mark-Pritchard-Thom-Yorke-Tall-Tales.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Mark-Pritchard-Thom-Yorke-Tall-Tales.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7810\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (04.06.2025)<br><br>So richtig klar wird nicht, warum Mark Pritchard und Thom Yorke einander brauchten, um \u201eTall Tales\u201c zu erstellen. Die Erwartungen an dieses gemeinsame Album sind hoch, zumal es beim IDM-Label Warp erscheint, aber die zw\u00f6lf in der Coronazeit per Email entstandenen Tracks h\u00e4tte jeder von beiden auch allein hinbekommen. Yorkes Wimmern und Pritchards sph\u00e4rische Ambientsounds lassen jedenfalls beim H\u00f6ren eher die Schultern als die Seele zucken. Es gibt auch Konturen auf diesem Album, und die sind dann auch ganz attraktiv, aber ohne Wumms, und man beh\u00e4lt es allein deshalb nicht als Offenbarung im Hinterkopf.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Erst im vierten Track, der Single \u201eBack In The Game\u201c, verfestigen sich die Elemente: Zuvor hatte man mehr als eine Viertelstunde lang dem Duo dabei zuh\u00f6ren m\u00fcssen, wie es seine Anteile diffus vermengte, also ein kl\u00e4gliches Wimmern und wattige Sounds. Dieses \u201eBack In The Game\u201c nun besticht dadurch, dass Yorke endlich mal klar und ausdrucksstark singt, in mittlerer Stimmlage zumal, und dass Pritchard seinen Synthies auch mal so etwas wie Beats entringt, irgendwo in den fr\u00fchen Achtzigern bei Electropionieren geborgt. Ebenso verf\u00e4hrt das Duo in \u201eThe White Cliffs\u201c, nur komplett langsam zum Retro-Synthiebeat; hier singt Yorke mit sich selbst im Duett, tief murmelnd und im Falsett \u00e4thernd. Das kann man alles in allem gut h\u00f6ren.<br><br>Sp\u00e4ter bringen auch \u201eGangsters\u201c und \u201eThis Conversation Is Missing Your Voice\u201c mehr elektronische Energie ins Album, abermals an die Oldschool-Pioniertaten angelehnt. Dennoch ist Yorkes Stimme bisweilen zu hoch, auch wenn letztgenannter, ein munterer minimalistischer Uptempo-Song, angenehm an Super_Collider erinnert. Oder auch an bereits vollzogene Spielereien von Yorke solo oder mit seiner Hauptband Radiohead. In \u201eHappy Days\u201c ist das Synthie-Schlagzeug eingesetzt wie Military-Drums, die stoisch haufenweise Geisterstimmen begleiten, das ist ein netter Einfall. F\u00fcr das neoklassische \u201eThe Man Who Dance In Stag\u2019s Head\u201c senkt Yorke abermals die Stimme ins Angenehme, daf\u00fcr gibt\u2019s bis auf den gelegentlichen Schellenkranz keine Beats. Das war\u2018s, der Rest ist Watte.<br><br>So richtig experimentell, wie die Protagonisten und das Label \u201eTall Tales\u201c ank\u00fcndigen, ist es nicht. Daf\u00fcr hat man schon viel zu viel wahrhaftig experimentelle Musik geh\u00f6rt, als dass man dieses eher weiche, angepasste Werk dazuz\u00e4hlen w\u00fcrde. Ausnahmen wie das gespenstische Titelst\u00fcck mit vielfach gedoppelten Stimmen zu geisterhaften Sounds reichen f\u00fcr das Experiment-Etikett nicht aus. Da waren selbst Radiohead schon umw\u00e4lzender als das hier.<br><br>Dabei ist die Entstehungsgeschichte gar nicht so unspannend: F\u00fcr das Remix-Album zu Radioneahs \u201eThe King Of Limbs\u201c lieferte der Australier Pritchard 2011 zwei Beitr\u00e4ge, 2016 sang Yorke auf Pritchards Album \u201eUnder The Sun\u201c die Single \u201eBeautiful People\u201c und 2019 remixte Pritchard \u201eNot The News\u201c von Yorkes Album \u201eAnima\u201c. Das alles war der Grundstein daf\u00fcr, dass Yorke zu Beginn der Pandemie mit Pritchard in Emailaustausch trat und ihn um Demos bat, f\u00fcr die er nicht nur Texte verfasste, sondern seinerseits Instrumente einspielte. Beide arbeiteten mit analogen Synthies und lie\u00dfen sich von G\u00e4sten weitere Instrumente einspielen, etwa Oboen, Klarinetten, Harmonium und sogar Schlagzeug, dazu auch Gesang. Doch das liest sich alles viel fetter, als das Ergebnis klingt, leider.<br><br>Merkw\u00fcrdig ist auch, dass es zu \u201eTall Tales\u201c einen Film gibt, gestaltet wie das Cover-Artwork von Jonathan Zawada. Den Film soll es wohl irgendwo in Kinos mal zu sehen gegeben haben, aber warum man das Album dann nicht als DVD oder BluRay ver\u00f6ffentlicht, wenn es schon als CD zu haben ist, ist schleierhaft. Na, so schleierhaft wie die Musik in weiten Teilen ja auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.06.2025) So richtig klar wird nicht, warum Mark Pritchard und Thom Yorke einander brauchten, um \u201eTall Tales\u201c zu erstellen. 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