{"id":7792,"date":"2025-05-30T15:52:34","date_gmt":"2025-05-30T13:52:34","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7792"},"modified":"2025-05-30T15:52:34","modified_gmt":"2025-05-30T13:52:34","slug":"spezial-improaulnay-zwei-veroeffentlichungen-bandcamp-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-improaulnay-zwei-veroeffentlichungen-bandcamp-2025\/","title":{"rendered":"Spezial: impro@aulnay \u2013 Zwei Ver\u00f6ffentlichungen \u2013 Bandcamp 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Michel-Kristof-Logo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Michel-Kristof-Logo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7793\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (30.05.2025)<br><br>Folgt man dem Improvisations-Gitarristen Michel Kristof aus Paris virtuell, bekommt man stapelweise Aufnahmen von mitgeschnittenen Free-Jazz-Impro-Abenden, die in Aulnay Sous Bois stattfanden. Dabei handelt es sich um eine Stadt im erweiterten Bebauungsg\u00fcrtel von Paris. Auf Youtube sieht es aus wie bei einem der Musizierenden zu Hause, und da Kristof die feste Gr\u00f6\u00dfe in der Zusammensetzung der Akteure ist, kann man davon ausgehen, dass man im Hintergrund auf seine Plattensammlung blickt. Zweitfesteste Gr\u00f6\u00dfe ist Schlagzeuger Makoto Sato, der auch auf den folgenden beiden Aufnahmen zu h\u00f6ren ist, die es beide als name your price bei Bandcamp zu finden gibt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/MFKS-Lightship.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/MFKS-Lightship.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7794\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Florent Manevoh, J\u00e9r\u00f4me Fouquet, Michel Kristof, Makoto Sato \u2013 Lightship (2025)<br><br>Man darf gerne f\u00fcr schr\u00e4g halten, was das Quartett hier zusammentr\u00e4gt. Insbesondere Florent Manevoh mit dem Alt-Saxophon und J\u00e9r\u00f4me Fouquet mit der Trompete holen alles aus ihren Instrumenten heraus, was an Dissonanzen verf\u00fcgbar ist: Es quietscht, dr\u00f6hnt und r\u00f6hrt \u2013 zwischendurch, denn die beiden sind durchaus dazu bereit und in der Lage, ihren Instrumenten f\u00fcrs unge\u00fcbte Ohr gew\u00f6hnliche T\u00f6ne abzuringen.<br><br>Ebenso verf\u00e4hrt der Schlagzeuger Sato, der eingangs wild auf sein Set eindrischt, in der Folge aber einen nachvollziehbaren Takt zul\u00e4sst, auf dem die drei Instrumentalisten ihren T\u00e4tigkeiten nachgehen. Bei dieser Session h\u00e4lt sich Kristof selbst etwas im Hintergrund, er f\u00fcgt sich in den Sound der Blasinstrumente und den Rhythmus des Taktgebers ein.<br><br>Drei Tracks bietet dieser Mitschnitt: Im viermin\u00fctigen Titeltrack r\u00fcttelt sich die Zusammenkunft zurecht, l\u00e4sst dann zw\u00f6lf Minuten lang das nicht bei The Cure abgeguckte \u201eOther Voices\u201c entspannt vor sich hin m\u00e4andern und dreht dann f\u00fcr weitere vier Minuten im nicht bei Soul Asylum abgeguckten \u201eRunaway Train\u201c m\u00e4chtig auf, mit irrsinnigem Tempo und wahnwitzigen Kapriolen. Mitgeschnitten am 20. Januar 2025.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/HPKS-Fisheye.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/HPKS-Fisheye.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7795\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p> Henri Herteman, Claude Parle, Michel Kristof, Makoto Sato \u2013 Fisheye (2025)<br><br>Man kann auch mit Akkordeon und Posaune freien Jazz improvisieren. Claude Parle bedient hier das Instrument, das man stereotyp mit Paris in Verbindung bringt und das im Bunde mit dem Banjo und dem Dudelsack ungerechtfertigt als Instrument der H\u00f6lle bezeichnet wird. An der Posaune h\u00e4lt Henri Herteman dagegen, Sato und Kristof bleiben in ihren Gewerken. Unterteilt ist dieser Mitschnitt in vier durchnummerierte Parts: der erste dauert 25 Minuten, der zweite 13, der dritte f\u00fcnf und der letzte elf.<br><br>Erstaunlich, wie nahe Sch\u00f6nheit und Schmerz beieinanderliegen. Alle Instrumente sind, wie bei vorhergenannten Mitschnitt, bestens zu Wohlklang geeignet, und die vier Musiker demonstrieren auch immer wieder, dass sie die F\u00e4higkeit dazu haben, ihre Apparaturen traditionell einzusetzen, doch erfolgt dies selten \u00fcberhaupt und noch seltener unisono. Herteman ringt seiner Posaune nicht selten Knarzger\u00e4usche ab, die man mit etwas B\u00f6swilligkeit als Soundtrack der Flatulenz ausmachen k\u00f6nnte, w\u00e4hrend Kristof dazu auf seiner mal mehr, mal weniger ged\u00e4mmten Gitarre gniedelt, Parle das Akkordeon laut ein- und ausatmen l\u00e4sst und Sato auf seinem Schlagzeug wild herumrauscht bis -dengelt. Wie in Wellenform wechseln die vier in jeweils eigener Frequenz zwischen Dissonanz und Harmonie, mit dem Ergebnis, dass der Anteil an L\u00e4rm und Sch\u00f6nklang fortw\u00e4hrend wechselt, man also beide Enden der Skala in wechselnder Gewichtung zu h\u00f6ren bekommt. So kommt es, dass inmitten einer von reduziertem Schlagzeug begleiteten Posaune-Gitarre-Kaskade das Akkordeon klingt, als s\u00e4\u00dfe man an einem lauen Sommertag an einer Pariser Stra\u00dfenecke im Caf\u00e9 beim Pernod.<br><br>So k\u00f6nnen eben auch mal alle vier gemeinsam das Pand\u00e4monium ausrufen oder f\u00fcr kontemplative Entspannung sorgen. Mit den kakophonischen Momenten fordert das Quartett die Mith\u00f6renden zwar einigerma\u00dfen heraus, wei\u00df dies aber auch und l\u00e4sst dann die Welle auch wieder abebben. Dieser Mitschnitt hat so manche gem\u00fctliche Sequenz zu bieten, die den Zugang zu dieser Art improvisierter Jazzmusik deutlich erleichtert und f\u00fcr die Eruptionen vorbereitet. Denn auch diesem L\u00e4rm liegt eine Sch\u00f6nheit inne. Mitgeschnitten am 20. April 2025.<br><br>Guckt man sich auf Kristofs <a href=\"https:\/\/michelkristof.bandcamp.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bandcamp<\/a>-Seite um, bekommt man einen Dahlschlag. Stand heute sind dort exakt 250 Alben gelistet, das \u00e4lteste vom Juli 2011. Viel Freude beim Erkunden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (30.05.2025) Folgt man dem Improvisations-Gitarristen Michel Kristof aus Paris virtuell, bekommt man stapelweise Aufnahmen von mitgeschnittenen Free-Jazz-Impro-Abenden, die in Aulnay Sous Bois stattfanden. Dabei handelt es sich um eine Stadt im erweiterten Bebauungsg\u00fcrtel von Paris. 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