{"id":7757,"date":"2025-05-22T21:19:32","date_gmt":"2025-05-22T19:19:32","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7757"},"modified":"2025-05-22T21:19:32","modified_gmt":"2025-05-22T19:19:32","slug":"mauvais-sang-la-faune-daaganda-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/mauvais-sang-la-faune-daaganda-records-2025\/","title":{"rendered":"Mauvais Sang \u2013 La Faune \u2013 Daaganda Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Mauvais-Sang-La-Faune.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Mauvais-Sang-La-Faune.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7758\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (22.05.2025)<br><br>Endlich wieder Mucke von jungen Leuten, die keinen Bock auf Grenzen, Trends oder Anpassung haben! Das paneurop\u00e4ische Quartett aus drei bis f\u00fcnf Beteiligten mit dem bedauerlicherweise mehrmals vergebenen Namen Mauvais Sang kombiniert auf seinem zweiten Album \u201eLa Faune\u201c Sounds und Genres miteinander, die nicht zusammengeh\u00f6ren, aber bestens zusammenpassen, und decken damit zwischen tanzbar in die Fresse und chillig auf der Psychocouch eine beeindruckende Skala an Genres und Emotionen ab. Merkw\u00fcrdig ist lediglich, dass die vorausgegangene \u201eLa Flore EP\u201c zu drei Vierteln enthalten ist \u2013 ganz oder gar nicht, oder? \u00c4ndert aber nix daran, dass \u201eLa Faune\u201c m\u00e4chtig geil geraten ist.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Die integrieren ernsthaft eine Harfe in ihren Sound. Egal, ob es sich um Dancefloor-Tracks, Electroclash, Noiserock oder kontemplative Ballade handelt. Was auch immer die Band hier an Effekten einsetzt, es knallt. Selbst die Harfe. Jeder Electroeinsatz sitzt, die Gitarre bratzt, das Schlagzeug drischt und treibt, wo nicht die Drumcomputerbeats \u00fcbernehmen, die Samples f\u00fcgen sich ein, der Gesang \u2013 oft mehrstimmig, trocken, bisweilen nah am Sprechen \u2013 wirkt, als sei er die H\u00e4nde, die die Mucke drumherum jonglieren. Hier dringt Energie aus den Poren, die umso wirkungsvoller ballert, sobald die Intensit\u00e4t mal zur\u00fcckf\u00e4hrt; das erfolgt sowohl innerhalb des Albums als auch in ausgew\u00e4hlten F\u00e4llen innerhalb einzelner Songs, etwa dem bereits bekannten Kracher \u201eMod\u00e8le\u201c. Insbesondere jener verdeutlicht am intensivsten die Spannung zwischen stiller Einkehr und l\u00e4rmendem Punch. Und ist dabei auch noch eine Aufforderung zum intensiven Abzappeln.<br><br>So sind aber nicht alle Songs, in der Regel legen sich die Musizierenden auf eine Ausrichtung fest, die sie immer noch ausreichend variieren. Oder es eben sinnstiftend unterlassen, wie in dem Filmscore-Chanson \u201eDernier Acte\u201c mit der schr\u00e4gen Spieluhr in der Mitte oder der Harfenballade \u201eNouvelle \u00c8re\u201c, die gegen Ende einige verst\u00f6rende Glitches verpasst bekommt; also doch nicht ganz ohne Abweichungen. Aber das ist typisch, die Sch\u00f6nheit und das Verst\u00f6rende kombinieren Mauvais Sang sehr gern, und es gelingt ihnen bewundernswert \u00fcberzeugend. Man m\u00f6chte abtauchen in diesen stillen L\u00e4rm. Diese Vorgehensweise fordert die H\u00f6rerschaft zudem dazu auf, sich die Songs vollst\u00e4ndig anzuh\u00f6ren, sie nicht etwa bereits nach 30 Sekunden zu skippen, denn hier passiert stets und immer etwas Unerwartetes.<br><br>Etwa in \u201eL\u00e0-bas le Monde\u201c: Es beginnt als Noisebrocken, ein St\u00fcck sludgiger L\u00e4rm, ebbt ab und gibt Harfe, Ch\u00f6ren und Ambient-Synthies den Raum zur Entfaltung. Das passiert so spannungsgeladen, dass man nicht wahrnimmt, dass dieser instrumentale Track sechs Minuten lang ist. Oder \u201eSur la Plage\u201c, das in seine zweistimmig vorgetragene vertr\u00e4umte Ballade zur Harfenbegleitung einen extrem aggressiven Industrial-Techno einbaut. Das Finale \u201eLoin\u201c ist dann die Kr\u00f6nung dieser K\u00f6rung: zehn Minuten lang, zun\u00e4chst Indierock, nah am Wave, mit st\u00e4ndig wechselnder Ausrichtung. Der Gesang bleibt, das Drumherum nicht, aus den Gitarren werden Streicher, aus dem Rocksong wird ein Synthietrack, allein der Gesang bleibt gleich beil\u00e4ufig. In der Mitte verschwindet der Beat, das St\u00fcck senkt sich schr\u00e4g-beklemmend ab und nimmt doch nur wieder Anlauf, schraubt sich behutsam majest\u00e4tisch in die H\u00f6he, dreht vorsichtig am Tempo und an der Schr\u00e4glage der Sounds und wirft die H\u00f6rerschaft aus h\u00f6chsten H\u00f6hen ins Ungewisse, Leere ab.<br><br>Merkw\u00fcrdig ist es aber schon, dass diesem Album eine EP voranging, die mit dem Titel \u201eLa Flore\u201c den Eindruck erweckt, ein Gegenst\u00fcck zu diesem \u201eLa Faune\u201c zu sein, in Wahrheit aber lediglich einen Song mehr zu bieten hat, der nicht auf dem Album zu finden ist. Dieser \u201eSeine\u201c ist dann auch noch so extrem geil, dass sich der Erwerb der EP wahrhaftig lohnt. Doch h\u00e4tte man sich als K\u00e4ufer der EP gefreut, w\u00e4ren die vier St\u00fccke exklusiv geblieben. Daf\u00fcr bekommt der Kunde der Download-Variante von \u201eLa Faune\u201c den Zehnminutenkracher \u201eLoin\u201c als dreimin\u00fctige Radioversion hintendran. Der einzige Wermutstropfen in einem extremst wohlschmeckenden und garantiert in den Sch\u00e4del ballernden Cocktail.<br><br>Ach so, wegen paneurop\u00e4isch und der Anzahl der Muszierenden: Das Projekt Mauvais Sang hat seine Zentrale in Paris, die Beteiligten sitzen aber auch in London, Genf und sonstwo in Europa. 2016 startete die Band, benannt nach dem Originaltitel des Films \u201eDie Nacht ist jung\u201c von Leos Carax aus dem Jahr 1986, offenbar als Trio, spielte 2022 das Deb\u00fctalbum \u201eD\u00e9cor\u201c als Sextett ein, ist auf dem Promofoto bei Bandcamp als Quintett zu sehen und listet f\u00fcr \u201eLa Faune\u201c nur noch vier Musizierende auf, n\u00e4mlich Mathis Saunier, L\u00e9o Simond, Anouck Bizon und Alicja Cetnar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (22.05.2025) Endlich wieder Mucke von jungen Leuten, die keinen Bock auf Grenzen, Trends oder Anpassung haben! 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