{"id":7746,"date":"2025-05-21T21:18:46","date_gmt":"2025-05-21T19:18:46","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7746"},"modified":"2025-05-21T21:18:46","modified_gmt":"2025-05-21T19:18:46","slug":"roji-tsunami-deluxe-schneider-collaborations-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/roji-tsunami-deluxe-schneider-collaborations-2025\/","title":{"rendered":"Roji \u2013 Tsunami Deluxe \u2013 Schneider Collaborations 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Roji-Tsunami-Deluxe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"123\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Roji-Tsunami-Deluxe.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7747\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (21.05.2025)<br><br>Das 2016 als Duo ins Leben gerufene Projekt Roji tritt auf seinem vierten Album \u201eTsunami Deluxe\u201c als Trio auf: Bassist Gon\u00e7alo Almeida brachte n\u00e4mlich seinen Trompete spielenden Bruder Jo\u00e3o Almeida mit ins Studio von Schlagzeuger J\u00f6rg A. Schneider in H\u00fcckelhoven. Zu dritt nun generieren die Musiker \u2013 L\u00e4rm. Es ist beachtlich, dass die drei es wirklich durchziehen, zwei Stunden lang \u2013 \u201eTsunami Deluxe\u201c erscheint als Doppel-CD \u2013 so viel Energie aufzubringen, sich so zu verausgaben, so ein Inferno zu entfachen, so einen Tsunami in die Geh\u00f6rg\u00e4nge zu sp\u00fclen. Das Album ist kein Spaziergang, das fordert die H\u00f6rer schaft heraus und beschenkt sie mit einer kunstvollen Aggressionstherapie.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Bis auf das Schlagzeug lassen sich die Instrumente kaum als das identifizieren, was sie sind: Der Bass dr\u00f6hnt wie eine tiefer gestimmte Gitarre und das, was da so qu\u00e4kend in die Geh\u00f6rg\u00e4nge sticht, soll echt die Trompete sein? Klingt wie eine manipulierte Kazoo, die zu klingen versucht wie eine aufgebrachte Hornisse, die versucht, gegen den aufkommenden Sturm anzufliegen und nicht die Orientierung zu verlieren. Doch dieser Sturm ist m\u00e4chtig, sie irrt lediglich in ihm herum, mit ihm umher, und geht eine Einheit ein mit den brachialen Elementen, die Bass und Schlagzeug hier entfesseln.<br><br>Tats\u00e4chlich entwickelt diese Trompete bisweilen so etwas wie Melodie, oder besser: wiederkehrende Strukturen, Loops, also etwas, an dem man sich festhalten kann, um nicht hinweggefegt zu werden. Einiges klingt dabei ann\u00e4hernd orientalisch, wie Schlangenbeschw\u00f6rung. Manche dieser Loops indes erfordern ihrerseits Kraft, um dann nicht doch lieber loszulassen, insbesondere, wenn sie verknappt und extrem repetitiv sind, denn dann bohren sie am Nervenkost\u00fcm. Dann stellt man eben fest, dass auch der Sturm drumherum in der Lage ist, Halt zu bieten: So sehr abseits von handels\u00fcblichen Takten ist die Dresche n\u00e4mlich gar nicht, die das Schlagzeug verabreicht bekommt, und auch der Bass brummelt nicht einfach vor sich hin, sondern entwickelt seinerseits erkennbare Strukturen, auf die er zur\u00fcckgreift.<br><br>Doch das Trio kann auch die Intensit\u00e4t herabsetzen: Im vierten Track \u201eInflux\u201c etwa kommt der Sturm zur Ruhe, oder besser: zu etwas, das sich im Vergleich zu den ersten drei Tracks beinahe als Ruhe ausnimmt. Das St\u00fcck k\u00f6nnte eine Persiflage auf gew\u00f6hnlichen Indierock oder Jazzfusion sein, denn hier halten die drei Musiker keine Takte ein, sondern agieren immer minimal neben dem Metronom. Da sich aber alle drei Verschiebungen unterscheiden und dann \u00fcberlagern, ergibt es ein St\u00fcck von eigener Durchg\u00e4ngigkeit. Na, und so wechselt sich die Intensit\u00e4t ab \u00fcber die zwei Stunden Musik. L\u00e4rm. Tsunami. Na gut, einer, der zum Schluss hin ausrollt, aber da ist man bereits so ersch\u00f6pft davon, den Wellenbergen standzuhalten, dass einen auch diese Restenergie noch umhaut.<br><br>Zwei Stunden! Echt, die drei halten es zwei Stunden lang durch, nervenzerfetzenden L\u00e4rm zu generieren. Im Grunde gibt es kaum eine Atmepause, denn selbst die vermeintlichen Ruhesequenzen wie in \u201eImpaled Unicorn\u201c sind f\u00fcr sich genommen immer noch brutal genug. W\u00e4hrend die Unwetter um den H\u00f6renden herumtosend, \u00fcberlegt der, wie es wohl sein muss, im Studio Teil dieses Pand\u00e4moniums zu sein, ein Instrument zu bedienen, um den Ausbr\u00fcchen der anderen beiden etwas entgegenzustemmen, sich einzumengen, seinen sonischen Platz zu behaupten. Nun: Das muss Bock bringen. Einfach machen. Da sein, dabei sein, Teil sein, wahrnehmbar sein. Und dann etwas generieren, das Menschen, die sich damit auseinandersetzen wollen, herausfordert.<br><br>Aktuell fordern Roji die H\u00f6rerschaft in Japan heraus, live auf Tour. Das passt \u2013 die Reise dahin, wo das Trio seinen Namen ausborgte, Roji, \u9732\u5730, Taufrischer Boden. Lustigerweise gibt es in Japan ebenfalls eine Band dieses Namens, das mit Fl\u00f6te, Gesang und zwei Gitarren \u201efreigeistige Popmusik\u201c macht. Das w\u00e4re doch einen Crossover wert, oder?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (21.05.2025) Das 2016 als Duo ins Leben gerufene Projekt Roji tritt auf seinem vierten Album \u201eTsunami Deluxe\u201c als Trio auf: Bassist Gon\u00e7alo Almeida brachte n\u00e4mlich seinen Trompete spielenden Bruder Jo\u00e3o Almeida mit ins Studio von Schlagzeuger J\u00f6rg &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/roji-tsunami-deluxe-schneider-collaborations-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-7746","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7746","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7746"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7746\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7748,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7746\/revisions\/7748"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7746"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7746"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7746"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}