{"id":7743,"date":"2025-05-21T21:18:03","date_gmt":"2025-05-21T19:18:03","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7743"},"modified":"2025-05-21T21:18:03","modified_gmt":"2025-05-21T19:18:03","slug":"phillip-boa-and-the-voodooclub-hair-re-edition-2025-capitol-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/phillip-boa-and-the-voodooclub-hair-re-edition-2025-capitol-records-2025\/","title":{"rendered":"Phillip Boa And The Voodooclub \u2013 Hair Re-Edition 2025 \u2013 Capitol Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Phillip-Boa-And-The-Voodooclub-Hair-2025.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Phillip-Boa-And-The-Voodooclub-Hair-2025.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7744\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (21.05.2025)<br><br>Jetzt macht der das schon wieder! Zum wiederholten Male versteckt Phillip Boa ein neues Studioalbum in der wiederholten Wiederver\u00f6ffentlichung eines alten Studioalbums. Wer \u201eThe Honeymoon Files\u201c in seine Sammlung stellen m\u00f6chte, muss daf\u00fcr die dr\u00f6lfte Version von \u201eHair\u201c erwerben. Und das mit verdrehter und ausgetauschter Trackliste, was kein Sammler braucht. Die je nach Edition zehn bis zw\u00f6lf neuen Songs sind nett, aber harmlos, also weit weg von der Radikalit\u00e4t, die Boa zu Zeiten von \u201eHair\u201c Ende der Achtziger noch hatte, als er Pop und Avantgarde zu einem mitrei\u00dfenden, aufr\u00fcttelnden Indie-Gemisch zusammenf\u00fcgte. Als regul\u00e4res neues Alterswerk w\u00e4re \u201eThe Honeymoon Files\u201c vermutlich nicht verkehrt, aber da Boa es in direkte Abh\u00e4ngigkeit zu \u201eHair\u201c stellt, fallen die weichlichen Unterschiede eben ins Ohr.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> \u201eGr\u00f6\u00dftenteils harmlos\u201c f\u00e4llt einem ein, wenn man \u201eThe Honeymoon Files\u201c h\u00f6rt. Nimmt man \u201eHair\u201c zum Vergleich: Eine Uptempo-Indierock-Hymne wie \u201eContainer Love\u201c, eine Metal-Pastiche wie \u201eAlbert Is A Headbanger\u201c oder eine frickelig-verspielte Wave-Nummer wie \u201eFine Art In Silver\u201c legen die Messlatte hoch f\u00fcr das, was man als Album im Sinne von diesem erwartet. Spoiler: und nicht bekommt.<br><br>Ja, die Melodien sind sch\u00f6n, insbesondere der zweistimmige Gesang, der ja seit Jahren wieder ohne Pia Lund auskommen muss, aber dennoch angenehm passt. Doch sind die zehn Songs der CD so glatt und schmeichelnd eingespielt, dass sie das Gegenst\u00fcck zu dem darstellen, was Boa vor 40 Jahren initiierte, n\u00e4mlich das Aufbrechen und Umdeuten des Pop mit radikalen Mitteln. Im Grunde bilden \u201eThe Honeymoon Files\u201c das ab, wogegen sich Boa damals stemmte \u2013 da bei\u00dft sich die Katze in den Schwanz, es m\u00fcssten heute junge Leute her, die gegen solche Musik rebellieren. Boa ist nat\u00fcrlich \u00e4lter geworden, genau wie seine Gefolgschaft von damals, und h\u00e4tte er das neue Album eben genau so etikettiert und f\u00fcr sich herausgebracht, w\u00e4re das Urteil m\u00f6glicherweise so milde ausgefallen wie die Musik hier. Aber angesichts der Umst\u00e4nde \u2013 nur als Bonus zu altem Album, altes Album unvollst\u00e4ndig, direkter Bezug zu altem Album \u2013 kackt das neue Album nur ab.<br><br>Gehen wir einmal durch: Die flotte Single \u201eWhen The Sidewalk Ends\u201c hat einen netten Offbeat, \u201eNo Is The Answer To This Madness\u201c schwenkt auf Discofox und ist noch harmloser. \u201eCarly\u201c ist eine nette Pianoballade. In \u201eNero Nero\u201c dominieren Achtziger-Synthies, es gibt erneut einen Offbeat zu h\u00f6ren, insbesondere mit dem zweistimmigen Refrain ist dies ein netter Popsong. Ebenso \u201eEndearing\u201c, ein netter Sommersong. Ein erstes Bratzen h\u00f6rt man in \u201eMillions Of Light Years\u201c, abermals eine Ballade, die aber mit ruppigen Sounds Aufmerksamkeit erregt. Da ist die H\u00e4lfte des Albums schon um. Jetzt wird\u2019s aber kurzzeitig interessanter: \u201eThe End Of The 80\u2019s\u201c ist ein Space-Disco-Song wie von Amanda Lear, in den eine wavige Western-Gitarre eingebaut ist. Das selbstreferenzielle \u201eWe Are The Voodoo People\u201c, nicht bei The Prodigy abgeguckt, ist ein langsamer, aber d\u00fcsterer Electro-Track mit h\u00fcbschem Refrain und fuzzy Solo. Dann kommt abschlie\u00dfend zweimal Kirchentag: Die \u201ePoolside Memories\u201c basieren auf der Akustikgitarre und einem unterschwellig lateinamerikanischen Rhythmus, \u201eThe Pharaoh Song\u201c ist ein hippiesker Midtempo-Radiopop mit Shaker und Streichern.<br><br>Nett ist hier sehr nah dran an der kleinen Schwester von Schei\u00dfe, obwohl die Musik wahrhaftig nett ist. Ungef\u00e4hr so nett wie die auf den f\u00fcnf neuen Songs der letztj\u00e4hrigen \u201eCopperfield\u201c-Rererewiederver\u00f6ffentlichung oder die auf dem Bonus-Album \u201eThe Porcelaine Files\u201c, das es kurz davor lediglich als Dreingabe der dr\u00f6lften Wiederver\u00f6ffentlichung von \u201eBoaphenia\u201c gab. Anhand der Titel l\u00e4sst sich ausmachen, dass es da noch weitere Files zu erwarten gibt, nun, Boa hat ja auch noch haufenweise Alben wiederzuver\u00f6ffentlichen. Oder besser nicht.<br><br>Denn das ist das n\u00e4chste \u00c4rgernis an dieser \u201eHair\u201c-Version: Die Ur-Vinyl-Version hatte 13 Songs, die limitierte Version mit der Bonus-12\u201c f\u00fcnf weitere, also h\u00e4tten wir da schon mal 18 Songs. Die CD-Version hat zwar auch 18 Songs, allerdings mit \u201eAnnlie Flies The Love Bomber\u201c statt \u201eI\u2019m No Longer Out Of Luck\u201c, also bereits 1989 mit Verarschung. Die 2006er-CD-Version von \u201eHair\u201c beinhaltet die 13 Songs der Ur-LP plus neun weitere Songs, die weder die f\u00fcnf Bonus-Songs der limitierten LP noch die der ersten CD-Auflage vollst\u00e4ndig abdecken. Daf\u00fcr sind jetzt \u201eAnnie Flies The Love Bomber\u201c und \u201eMerry My Mind\u201c Teil der regul\u00e4ren \u201eHair\u201c-Version, die indes aus lediglich zw\u00f6lf Songs besteht, also weniger als im Original \u2013 das kurze Intro \u201eHurray\u201c fehlt\u201c \u2013 sowie andere und in anderer Reihenfolge: \u201eMorlocks In England\u201c und \u201eBoleria\u201c mussten n\u00e4mlich weichen.<br><br>Aber man kann ja noch die \u00fcberteuerte Box kaufen, mit der neuen \u201eHair\u201c und \u201eThe Honeymoon Files\u201c sowie dem wahrhaftig interessanten Dokument \u201eLive Exile Ost-Berlin 1989\u201c sowie der vierten CD \u201eBonus Tracks: Rare Sounds And Outtakes\u201c mit 17 Songs \u2013 und einer 10\u201c mit zwei weiteren neuen Studio-Songs, darunter einer alternativen Version von \u201eNero Nero\u201c, sowie drei Livesongs. Wer Boa vollst\u00e4ndig haben will, ist seit 40 Jahren gezwungen, allerlei Kram hinterherzulaufen und viel, viel Geld zu investieren. Und schafft es trotzdem nie. Naja: Das neue Cover von \u201eHair\u201c ist sehr gelungen, mit der Feder auf schwarzem Grund.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (21.05.2025) Jetzt macht der das schon wieder! Zum wiederholten Male versteckt Phillip Boa ein neues Studioalbum in der wiederholten Wiederver\u00f6ffentlichung eines alten Studioalbums. 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