{"id":7731,"date":"2025-05-20T21:38:47","date_gmt":"2025-05-20T19:38:47","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7731"},"modified":"2025-05-20T21:38:47","modified_gmt":"2025-05-20T19:38:47","slug":"machine-head-unatoned-nuclear-blast-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/machine-head-unatoned-nuclear-blast-2025\/","title":{"rendered":"Machine Head \u2013 Unatoned \u2013 Nuclear Blast 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Machine-Head-Unatoned.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Machine-Head-Unatoned.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7732\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (20.05.2025)<br><br>Nix gegen Pop und nix gegen Metal, aber die Kombi geht komischerweise meistens schief. So gut wie Devin Townsend beherrscht die Kunst kaum jemand, meistens kommt nur so unertr\u00e4glich Gegens\u00e4tzliches und damit nicht \u00dcberzeugendes wie Metalcore heraus, oder es wird humorig wie bei Electric Callboy. Machine Head aus den USA setzen sich mit ihrem elften Album \u201eUnatoned\u201c, in Eigenschreibweise: \u201eUNAT\u00d8NED\u201c, zwischen alle St\u00fchle: Die Anteile von Thrash- und Groove-Metal sind h\u00f6chst angenehm nackenbrechend, doch die Poppassagen wirken darin wie Fremdk\u00f6rper zum Fremdsch\u00e4men und reduzieren dann die Vertr\u00e4glichkeit. Man w\u00fcrde so gern die Tralala-Momente und \u201eOhohoh\u201c-Ch\u00f6re aus dem Album herauspulen!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> \u201eAtomic Revelations\u201c, die Single \u201eUnbound\u201c und \u201eOutsider\u201c haben so viele genicksch\u00e4digende Momente, so viele geile Breaks, so einen geilen Groove auf den Saiten, und dann bauen Machine Head da solche Mitgr\u00f6l-Chants f\u00fcrs Stadion und f\u00fcrs Festival mit ein. Wenn es denn wenigstens sch\u00f6ner Pop w\u00e4re, aber das hier ist nur Klischee. Das sie mit \u201eNot Long For This World\u201c sogar noch unterbieten, mit cheesy Keyboardsounds und kitschigen Streichern, dass man aufs Cover gucken muss, ob man nicht zuf\u00e4llig bei einer Symphonic-Metal-Benad gelandet ist. \u201eThese Scars Won\u2019t Define Us\u201c bricht dann gottlob wieder los, dass man den Glauben zur\u00fcckerlangt, doch auch hier bauen Machine Head wieder massentaugliche Refrains ein, w\u00e4hrend drumherum die Welt attraktiv zusammenbricht.<br><br>Na, und so bleibt es, wobei \u201eDustmaker\u201c ein Electro-Ambient-Zwischenspiel mit hintergr\u00fcndiger Bratzgitarre ist, also wahrhaftig aus dem Bild herausragt. Auff\u00e4llig ist, dass bis auf zwei Songs \u2013 \u201eBleeding Me Dry\u201c und den ebenfalls chilligen Rauswerfer \u201eScorn\u201c \u2013 keiner die radiotaugliche Dreieinhalbminutenmarke \u00fcberschreitet. Was hat Robby Flynn vor? Problematisch ist an diesem Album n\u00e4mlich zus\u00e4tzlich, dass es schwerf\u00e4llt, die Songs \u00fcberhaupt auseinanderzuhalten. Sowohl die armausstreckenden Animationsmomente als auch die Brutalostrecken \u00e4hneln einander, der Wechsel zwischen ihnen ebenso, alles wird halbwegs vorhersehbar. Dabei sind hier durchaus gro\u00dfartige Momente enthalten, spieltechnischer wie das Arrangement betreffender Art, mit den f\u00fcr Machine Head typischen fiesen Gitarrenattacken und einigen f\u00fcr Machine Head untypischen Electro-Effekten, und dass man das grandios zusammenbringen kann, belegten Fear Factory f\u00fcr \u00fcber 30 Jahren bereits, als Machine Head selbst noch eine Idee waren, die mit \u201eBurn My Eyes\u201c erst ein Jahr sp\u00e4ter auf den Plan trat, um eben jener Melange aus Metal und Digitalisierung etwas Oldschooliges entgegenzusetzen.<br><br>Dieses Geile von 1994, als Machine Head mit \u201eDavidian\u201c einen immerw\u00e4hrenden Pflock in die Landschaft setzten, ist auch \u201eUnatoned\u201c immer noch zu finden. Nun sind Ausfl\u00fcge in den Mainstream f\u00fcr die Band nichts Neues, bereits mit den dritten Album \u201eThe Burning Red\u201c kn\u00fcpfte sie 1999 an den grassierenden NuMetal-Mist an, fand aber nur zwei Alben sp\u00e4ter mit \u201eThrough The Ashes Of Empires\u201c zu einem abermals neuen Spielfeld, n\u00e4mlich dem sehr d\u00fcsteren progressiven Thrash Metal, den sie immerhin drei Alben lang durchhielt. Seit \u201eBloodstone &amp; Diamonds\u201c 2014 nun wandelt die Band abermals mehr in Richtung Kommerzialisierung, was nun in \u201eUnatoned\u201c einen leider nicht \u00fcberzeugenden H\u00f6hepunkt findet. Da bleibt zu hoffen, dass es demn\u00e4chst mal wieder einige Imperien zu besingen gibt, durch deren Asche es zu schreiten gilt.<br><br>Von der Urbesetzung von Machine Head ist \u00fcbrigens 31 Jahre sp\u00e4ter nur noch Robby Flynn \u00fcbrig, am zweitl\u00e4ngsten dabei ist Bassist Jared MacEachern, der es auf zehn Jahre bringt. Schlagzeuger Matt Alston und Gitarrist Reece Scruggs sind \u00fcberhaupt erstmals auf einem Studioalbum zu h\u00f6ren. \u201eUnatoned\u201c ist mit knapp \u00fcber 40 Minuten das k\u00fcrzeste Album von Machine Head, und man kann sich nur dar\u00fcber freuen, dass sie den Quatsch nicht noch ausdehnten. Im Gegenteil, man w\u00fcrde eine halbst\u00fcndige Version ohne den K\u00e4se sogar vorziehen. F\u00e4llig ist \u00fcberdies eine Compilation: In den zur\u00fcckliegenden neun Jahren ver\u00f6ffentlichten Machine Head einige Non-Album-Singles, teilweise lediglich digital. Mal reinh\u00f6ren, ob da nicht sogar besseres Zeug bei ist als auf \u201eUnatoned\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (20.05.2025) Nix gegen Pop und nix gegen Metal, aber die Kombi geht komischerweise meistens schief. 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