{"id":7725,"date":"2025-05-19T21:26:43","date_gmt":"2025-05-19T19:26:43","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7725"},"modified":"2025-05-19T21:26:43","modified_gmt":"2025-05-19T19:26:43","slug":"messa-the-spin-metal-blade-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/messa-the-spin-metal-blade-records-2025\/","title":{"rendered":"Messa \u2013 The Spin \u2013 Metal Blade Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Messa-The-Spin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Messa-The-Spin.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7726\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Guido D\u00f6rheide (19.05.2025)<\/p>\n\n\n\n<p>Messa aus Cittadella in Italien gibt es seit 2014 und sie haben urspr\u00fcnglich mal Doom-Metal gemacht. H\u00f6rt man sich das 2016er Deb\u00fctalbum \u201eBelfry\u201c an, stellt man auch fest, dass diese Band es unheimlich drauf hat. Mit knurrend-dr\u00f6hnenden Gitarren, aggressiver Langsamkeit und der wunderbaren Stimme von S\u00e4ngerin Sara B. konnten Messa dem durchaus abgenudelten Genre (wer zum Teufel m\u00f6chte noch eine neue, wie Candlemass, My Dying Bride oder werauchimmer klingende Band h\u00f6ren?) tats\u00e4chlich neue Elemente wie zum Beispiel Stoner-m\u00e4\u00dfige Gitarrenarbeit hinzuf\u00fcgen, auf \u201eFeast For Water\u201c (2018) setzten Messa fort, was sie zwei Jahre zuvor begonnen hatten, wobei sich aber mehr d\u00fcsterer Rock in die Musik einschlich. 2022 erschien \u201eClose\u201c, auf dem sich Messa noch mehr dem dunklen Sound von sagen wir mal Anna von Hausswolff oder Chelsea Wolfe ann\u00e4herten \u2013 hier jetzt mit irgendwie orientalischen Einsprengseln. Messa ist also eine Band, die zwar einen irgendwie definierten Pfad beschreitet, sich dabei aber erstaunliche und \u00fcberraschende Freiheiten nimmt. Aber alles irgendwie Doom, oder? Ja \u2013 bis \u201eClose\u201c schon, aber jetzt?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Beim ersten St\u00fcck, \u201eVoid Meridian\u201c, f\u00e4llt auf, dass sich Messa hier elektronischer anh\u00f6ren als auf den bisherigen Alben \u2013 irgendwas pluckert da unheilverk\u00fcndend vor sich hin und dann setzt eine schrille 80er-Jahre-Gitarre ein, Sara B. singt h\u00f6her als zuvor gewohnt und Gitarre und Bass erg\u00e4nzen sich zu einer Melodik, die wir von unseren Helden der 80er Jahre wie Bauhaus oder Siouxsie And The Banshees kannten. Das ab Minute 3 einsetzende Solo ist dann wieder ohne Zweifel Metal, aber vorher war es etwas Anderes. Das zweite St\u00fcck, \u201eAt Races\u201c, hat \u00fcberhauptnix von Metal, hier haben wir es mit richtig sch\u00f6nem 80er-Jahre-Gothic-Rock zu tun, ein Genre, wo Sara B.s Gesang wunderbar hineinpasst, dazu Gitarren mit viel Hall und Melodien voller Atmosph\u00e4re. Ab hier ist kaum zu glauben, dass wir es mit derselben Band zu tun haben wie auf \u201eBelfry\u201c, \u201eFeast For Water\u201c oder \u201eClose\u201c, allein die Qualit\u00e4t des Dargebotenen ist ebenb\u00fcrtig.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFire On The Roof\u201c beginnt mit einem gro\u00dfartigen Synthesizergeblubber, hinzu kommt eine schrill-klagende 80er-Jahre-Indiegitarre, dann f\u00e4ngt Sara zu singen an, ab kurz vor Minute 2 t\u00f6nen dann Bass, Gitarre und Saras Gesang gegeneinander an und das Resultat ist wunderbar. Anschlie\u00dfend macht der Bass deutlich, dass die Wurzeln der Band im Metal liegen, bis wieder Sara das Regiment \u00fcbernimmt und sich anschlie\u00dfend mit Bass und Gitarre duelliert (sch\u00f6ne Soli dann auch wieder!), bis der Song schie\u00dflich ausfadet.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eImmolation\u201c beginnt erstmal mit \u00fcber zweieinhalb Minuten ruhigem Intro und richtig sch\u00f6nem Gesang von Sara B., und dann glaubt man, die Scorpions aus der Uli-Jon-Roth-Phase h\u00e4tten sich auf die B\u00fchne geschlichen, um uns gitarrenm\u00e4\u00dfig einen einzuschenken, und dann bringt Sara mit ihrem Gesang die Instrumente zum Verstummen. Haben es elektrisch verst\u00e4rkte Instrumente verdient, sich derart von einer S\u00e4ngerin unterbuttern zu lassen? Nein, das zeigen sie am Anfang von \u201eThe Dress\u201c, hier h\u00f6ren wir allersch\u00f6nsten Gotikrock der reinen 80er-Jahre-Schule, und dann beginnt Sara mit ihrem Gesang, kaum instrumentiert. Wundersch\u00f6n klingt das und bei 1:40 Minuten donnert alles nochmal richtig los, dann wird es ruhiger, um dann wieder loszudonnern. Abgeschmacktes Schema, aber hier funktioniert es wunderbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wow \u2013 auf dem folgenden \u201eReveal\u201c h\u00f6ren wir eine Slide-Gitarre, fast eine ganze Minute lang! Hernach bratzt es los, die Slide-Melodie aufgreifend, und zwar nicht nur mit der Gitarre, sondern auch noch mit dem Bass. Klingt toll, und dann f\u00e4ngt Sara B. zu singen an. Klingt weiter toll, alle Instrumente hauen mit ihr in dieselbe Kerbe, ich rei\u00dfe mein Zippo hoch und wiege den Oberk\u00f6rper im Takt und stelle dann fest, dass ich alleine im Kinderzimmer vor dem Thinkpad sitze, setze mich wieder und h\u00f6re mir den Rest des Songs ganz normal an meinem historischen Bundespost-Schreibtisch an. Nach knapp 5 Minuten ist eh alles wieder vorbei. Nicht so beim letzten St\u00fcck: Mit 8:44 Minuten k\u00fcndigt sich nochmal ein echter Monolith an. Dieser beginnt mit sch\u00f6n klarem Synth und Saras Gesang, keine Spur von Metal und von Doom erst Recht nicht. Bis dann bei 1:20 die Gitarre einsetzt: Ein Iommy-Ged\u00e4chtnisriff, Sara singt weiter und schon nach Kurzen geht es mit Synth und Vocals weiter, ohne Gitarre. Diese erlebt dann aber ab Minute 2:43 ihre Renaissance und l\u00e4sst auch nicht mehr locker, fein gniedelnde Soli inbegriffen! Ebenso wie stonig-rockende Riffs. Und Saras Gesang passt wunderbar zu allem, was hier musikalisch geboten wird und am Ende endet das Album nochmal sch\u00f6n metallisch-melodisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier hat sich eine Band \u00fcber ihren urspr\u00fcnglichen Stil, den melodischen Doom-Metal, hinausentwickelt und etwas Neues, wundersch\u00f6n Gotisches geschaffen und ich bin gespannt, wohin das f\u00fchrt!<\/p>\n\n\n\n<p>Exkurs nutzloses Wissen: Das Albumcover zeigt einen Ouroboros, die Schlange, die sich selbst in den Arsch bei\u00dft. Dasselbe Symbol hat auch die Millennium-Gruppe in der gleichnamigen Serie \u201eMillennium\u201c aus den 90er Jahren, die ich mir gerade zusammen mit der Liebsten auf DVD ansehe, als Erkennungszeichen verwendet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido D\u00f6rheide (19.05.2025) Messa aus Cittadella in Italien gibt es seit 2014 und sie haben urspr\u00fcnglich mal Doom-Metal gemacht. H\u00f6rt man sich das 2016er Deb\u00fctalbum \u201eBelfry\u201c an, stellt man auch fest, dass diese Band es unheimlich drauf hat. 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