{"id":7709,"date":"2025-05-16T15:47:20","date_gmt":"2025-05-16T13:47:20","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7709"},"modified":"2025-05-16T15:47:20","modified_gmt":"2025-05-16T13:47:20","slug":"spezial-sulatron-records-zwei-alben-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-sulatron-records-zwei-alben-2025\/","title":{"rendered":"Spezial: Sulatron-Records, zwei Alben \u2013 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Sulatron.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"147\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Sulatron.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6441\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (16.05.2025)<br><br>Zwei neue Ver\u00f6ffentlichungen pr\u00e4sentiert Dave Schmidt auf seinem Label Sulatron Records: Mit \u201eLaughter\u201c das zweite Album der Electro-Noise-Band a\/lpaca aus Mantua und mit \u201eLive At The Church\u201c die Zusammenkunft des prominent besetzten Trios Krautfuzz mit J Mascis von Dinosaur Jr. Zudem weist er darauf hin, dass es die beiden Alben von Minerall jetzt auch auf CD gibt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/a-lpaca-Laughter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/a-lpaca-Laughter.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7710\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>a\/lpaca \u2013 Laughter \u2013 Sulatron Records 2025<\/strong><br><br>Diese Band Of Andreas \u2013 drei Viertel der Musiker tragen diesen Namen \u2013 sortiert sich interessanterweise irgendwo im Psychedelik-Fach ein, macht aber Mucke mit am Industrial geschulten Synthie-Effekten und L\u00e4rm, die es beinahe gar nicht zul\u00e4sst, auch nur eine feste Schublade auszumachen. \u201eLaughter\u201c, das zweite Album von a\/lpaca aus Mantua, Italien, dosiert den L\u00e4rm formidabel und bindet ihn in den monoton vorgetragenen Was-auch-immer-Rock ein. Das hier ist viel geiler als nur Psychedelic-Rock, eben weil es nicht nur Psychedelic-Rock ist. \u201eLaughter\u201c ist eine Schatzkiste.<br><br>Der Noise Rock liegt einem zuvorderst auf den Empfangssynapsen, wenn man \u201eLaughter\u201c einschaltet, denn die vier Musiker bratzen ungehemmt los. Diverse Noise-Rock-Helden der Neunziger schimmern als Referenzgr\u00f6\u00dfen auf, aber nicht konkret fassbar, weil a\/lpaca gleich weiterlaufen und krautige Monotonie und ungew\u00f6hnliche Synthie-Effekte einbauen, das sprengt die gedachten Rahmen sofort. Und geht eine Liaison ein, die hier absolut \u00fcberzeugt. a\/lpaca generieren Energie!<br><br>Nicht alles ist hier die volle Powerpackung, a\/lpaca wissen zu dosieren und mit Abwechslung die Spannung zu erh\u00f6hen. Geht etwa \u201eAn Encounter\u201c druckvoll nach vorn, steht \u201eBalance\u201c auf der Bremse, zumindest in puncto L\u00e4rm und Intensit\u00e4t, denn dieses St\u00fcck l\u00e4uft auf einem langsamen Klickerbeat mit noisigen repetitiven Electro-Samples. \u201eBrano Fantuzzi\u201c ist dann gleich eine Art Minimal-Electro-Industrial-Track mit freundlichen Handclaps und Lach- und Sprachsamples. Merkw\u00fcrdige Rhythmen wie in \u201eEmpty Chairs\u201c haben die vier ebenfalls im Repertoire, und gleichzeitig die F\u00e4higkeit, ihren L\u00e4rm, ihre Dissonanzen mit harmonischen Elementen zu kombinieren. Und dann gibt\u2019s so beklemmenden Ambient mit minimalem Beat wie in \u201eKyrie\u201c. Die Band l\u00e4sst das Album via \u201eDon\u2019t Talk\u201c mit einem dunkel-minimalistischen Synthie-Pop-Song auslaufen. In die allgegenw\u00e4rtig untergebrachte Monotonie f\u00fcgt sich zudem der Gesang ein, sofern er denn auftritt, der auf einer Tonh\u00f6he verweilt und damit den Rest drumherum umso pr\u00e4gender hervorhebt.<br><br>Aber Psychedelik? Pustekuchen! \u201eLaughter\u201c ist ein dunkel schillerndes Kaleidoskop aus Songs zwischen Aggression und Melancholie. a\/lpaca gehen hier so vielseitig zu Werke, dass sie den Verehrern des einen Genres gleich mit ganz anderen Genres den Horizont erweitern. Wo kriegt man schon Noise Rock und Minimal Electro auf einem Album?<br><br>Drei Musiker hei\u00dfen bei a\/lpaca Andrea: Bassist Andrea Verrastro, Keyboarder Andrea Fantuzzi und Schlagzeuger Andrea Sordi. Nur Gitarrist Christian Bindelli tanzt aus der Reihe. Den Gesang \u00fcbernehmen bis auf den Schlagzeuger \u00fcbrigens alle. \u201eLaughter\u201c folgt auf das Deb\u00fct \u201eMake It Better\u201c, das 2021 erschien. Davor gab es einige EPs und Demos, der Auftakt war 2018 \u201eIn The Electric Fields\u201c, damals noch mit einem Andrea weniger, denn am Schlagzeug sa\u00df Alessio Lain.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Krautfuzz-Live-At-The-Church.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"112\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Krautfuzz-Live-At-The-Church.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7711\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Krautfuzz \u2013 Live At The Church (feat. J Mascis) \u2013 Sulatron Records\/Mirror World Music 2025<\/strong><br><br>Eine Elegie in Brumm. Langsam, still und leise schleicht sich das prominent besetzte Impro-Trio mit dem treffenden Namen Krautfuzz an, winkt sich J Mascis hinzu und beginnt allm\u00e4hlich, eine L\u00e4rmwand zu errichten. Das Schlagzeug m\u00fcht sich zwischen jazzig und eigensinnig durch die Gitarrendrones und versucht, diesem Noisebrocken gelegentlich etwas Struktur zu verabreichen. Melodien gibt es hier keine, Gesang nur als dezidiert eingestreute Shouts. Diese Packung dr\u00f6hnt je nach Format 50 Minuten (Vinyl) oder \u00fcber eine Stunde lang (CD) am St\u00fcck. Eine Wohltat als Replik auf den Wahnsinn des Alltags!<br><br>Dabei f\u00e4ngt alles so harmonisch und kuschelig an. Die ersten f\u00fcnf Minuten vergehen wie in Trance, es sind \u00fcberhaupt kaum Ger\u00e4usche zu h\u00f6ren, und wenn, dann heben sie sich nur behutsam hervor. Doch dann erhebt das Gebr\u00fcll sein Haupt. Die drei Saiteninstrumentalisten drehen ihre Verzerrer auf und wringen Noises aus den Apparaturen, nahezu konturlos, wie undurchdringliche Nebel, wie manifeste Wolken, und es scheint, als m\u00fcsse auch die Schlagzeugerin erstmal die Orientierung finden. Die verleiht diesem Br\u00fcllgebr\u00e4u alsbald Struktur, einen stoisch-krautigen Rhythmus, in den das Ensemble dann und wann Shouts einflie\u00dfen l\u00e4sst, mit klarer Stimme vorgetragen. Dieser erste Gehirnsturm h\u00e4lt eine Viertelstunde lang an, dann findet das Quartett wieder zu anf\u00e4nglichen Ruhe zur\u00fcck, atmet mal durch und l\u00e4sst auch die H\u00f6renden durchatmen, fiept, brummt, fuzzt, feedbackt beatlos in die Stille und holt doch nur Luft f\u00fcr den zweiten Teil.<br><br>Auch dieser zweite Teil beginnt eher kontemplativ, das Schlagzeug groovt sich jazzig ins selbstversunkene Gegniedel, das sich erst allm\u00e4hlich steigert. Dieses Mal gehen die Saiteninstrumentalisten weniger druckvoll vor, sondern lassen es zu, dass man ihnen zun\u00e4chst noch beim Gniedeln hinterherkommen kann; man h\u00f6rt die Anschl\u00e4ge und die vermittels Pedalen variierten Tonh\u00f6hen heraus. Zun\u00e4chst, denn die drei verfallen abermals in eine Versunkenheit, die sie kompromisslos aufdrehen l\u00e4sst. Obschon in der zweiten H\u00e4lfte einige Konturen mehr herauszuh\u00f6ren sind, ergeben sie insgesamt doch wieder den vertrauten L\u00e4rm der ersten H\u00e4lfte. Das Schlagzeug pluckert unbek\u00fcmmert dazu, bald kehren auch die stimmlichen Einw\u00fcrfe zur\u00fcck. Auch diese Seite rollt allm\u00e4hlich fuzzy aus.<br><br>Man muss es festhalten: \u201eLive At The Church\u201c ist geil, aber nicht f\u00fcr jede Lebenslage geeignet. Dieser Mitschnitt hat das Potenzial, beim H\u00f6ren anzustrengen, wenn man nicht in der Stimmung daf\u00fcr ist. Wer Bereitschaft zu und Freude an L\u00e4rmbrocken hat, ist hier indes bestens aufgehoben. Die wissen hier, was sie tun, und sie tun es gut.<br><br>Die im Titel genannte Church ist wirklich eine: In der Kirche der Berliner Genezareth-Gemeinde fand dieser Auftritt am 15. Juni 2024 statt. Eingeladen hatten Krautfuzz, als Gast lie\u00df sich J Mascis von Dinosaur Jr nicht lang bitten. Zum Kerntrio geh\u00f6ren Schlagzeugerin Imari Kokubo, Bassist Derek Shirley und Gitarrist und Stimme Dirk Dresselhaus. Da klingeln so einige Gl\u00f6ckchen: Shirley und Dresselhaus allein bringen eine mehrb\u00e4ndige Enzyklop\u00e4die der geilen Bands zusammen. So war Shirley bei den L\u00e4rmexperten Monno dabei, spielte mit Vladislav Delay und listet eine Unzahl weiterer Bands auf, solche mit klangvollen Namen wie Ununium, Hotelg\u00e4ste oder Taunus. Dresselhaus kennt man als Schneider TM sowie aus OWL-Bands wie Locust Fudge, Hip Young Things oder Sharon Stoned sowie von einer der vielen Faust-Inkarnationen und von Station 17, abermals lediglich unter anderem. Kokubo startete in Japan ihre Band Numb, wechselte nach deren Ende in Paris zu Teleferik und arbeitet nun seit \u00fcber zehn Jahren von Berlin aus, vorrangig bei Krautfuzz.<br><br>Die beiden Tracks sind auf CD und auf Vinyl unterschiedlich lang \u2013 kurioserweise ist die Vinyl-A-Seite l\u00e4nger als der erste CD-Track, daf\u00fcr fehlt der LP auf der B-Seite ein erheblicher Abschnitt. Wer mag, kann sich den kompletten Mitschnitt auch durch die psychedelische Linse gefilmt auf Youtube angucken.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Minerall-Buegeln.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Minerall-Buegeln.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6442\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Minerall \u2013 B\u00fcgeln\/Str\u00f6mung \u2013 Sulatron Records 2025<\/strong><br><br>Zur Musik dieser beiden Minerall-Alben ist auf KrautNick bereits alles gesagt, jetzt gibt\u2019s beide auch als CD, wenn auch als CDr, aber daf\u00fcr hochwertig bedruckt und im sch\u00f6nen Case. In streng limitierter Auflage!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (16.05.2025) Zwei neue Ver\u00f6ffentlichungen pr\u00e4sentiert Dave Schmidt auf seinem Label Sulatron Records: Mit \u201eLaughter\u201c das zweite Album der Electro-Noise-Band a\/lpaca aus Mantua und mit \u201eLive At The Church\u201c die Zusammenkunft des prominent besetzten Trios Krautfuzz mit J &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/spezial-sulatron-records-zwei-alben-2025\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-7709","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7709","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7709"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7709\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7712,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7709\/revisions\/7712"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7709"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7709"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7709"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}