{"id":7695,"date":"2025-05-14T21:11:56","date_gmt":"2025-05-14T19:11:56","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7695"},"modified":"2025-05-14T21:11:56","modified_gmt":"2025-05-14T19:11:56","slug":"simple-minds-live-in-the-city-of-diamonds-bmg-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/simple-minds-live-in-the-city-of-diamonds-bmg-2025\/","title":{"rendered":"Simple Minds \u2013 Live In The City Of Diamonds \u2013 BMG 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Simple-Minds-Live-In-The-City-Of-Diamonds.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Simple-Minds-Live-In-The-City-Of-Diamonds.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7696\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (14.05.2025)<br><br>Irgendwie scheinen die alten Schotten ihre Spielfreude zur\u00fcckgewonnen zu haben. Der dritte Teil der \u201eLive In The City Of\u201c-Reihe mit dem Amsterdamer Schwerpunkt \u201eDiamonds\u201c zeigt die Simple Minds agiler als der zweite, \u201eAngels\u201c, der 2019 den ersten, \u201eLight\u201c, aus dem Jahr 1987 fortsetzte. Besser als jener wird\u2019s eh nicht mehr, aber dennoch darf man an diesem Best-Of-Potpourri mit prominenter hervorgehobener Gaststimme und eingearbeiteten Abweichungen seine Freude haben. Die sehr geilen Post-Punk-Synthie-Wave- und die sehr erfolgreichen Stadionrock-Zeiten der Achtziger bilden hier den bekannten Schwerpunkt, die eingeflochtenen neueren St\u00fccke belegen, dass dies auch die beste Zeit der Glasgower war. Es lohnt das Mediabook mit sechs zus\u00e4tzlichen St\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> \u201eLet me see your hands\u201c, sagt Roland-Kaiser-Lookalike Jim Kerr gleich in der ersten Phase des Openers \u201eWaterfront\u201c. So schlimm wird\u2019s dann aber doch nicht. Im Gegenteil sogar: Kerr schart eine Gruppe versierter Mitmusizierender um sich, die Bock auf die Songs haben und ihnen sogar etwas Rauhheit einhauchen, sie also l\u00e4ngst nicht mehr so stromlinienf\u00f6rmig glattpoliert darbieten wie auf der \u201eAngels\u201c-Sammlung. Gott sei\u2019s gelobt! Zu der gesteigerten Lebendigkeit tr\u00e4gt ganz \u00fcberraschend Charlie Burchill bei, neben Kerr einziges verbliebenes Urmitglied der 1977 gegr\u00fcndeten Band, der seine Gitarre mehr als nur zweckdienlich einsetzt, indem er gniedelt, was die Apparatur hergibt, und diese auch mal r\u00e4udig bedient. Schei\u00df auf Erwartungen und Erf\u00fcllung!<br><br>Es war eine grandiose Idee, Sarah \u201eGorgeous\u201c Brown 2009 zum festen Bandmitglied zu machen: Ihr Gesang bereichert die Songs ungemein, nicht nur die, die zu Stadionrock-Zeiten ohnehin mit weiblicher Co-Stimme besetzt waren, sondern auch die anderen, die sie dezidiert und songdienlich mal mehr, mal weniger ausgepr\u00e4gt bereichert. Sie wei\u00df Ma\u00df zu halten und damit den positiven Effekt noch zu verst\u00e4rken. Ein Jahr sp\u00e4ter kam Bassist Ged Grimes zur Band, und der l\u00e4sst hier zwischenzeitig derma\u00dfen den Groove los, dass man staunt, was die Band alles noch in sich hat. Noch mehr Groove steuert die 2017 dazugekommene Schlagzeugerin Cherisse Osei bei, die egal bei welchem St\u00fcck die Felle und die Becken gerbt, dass Kerr und Burchill beinahe alt aussehen. Ach, tun sie ja eh. Zeitgleich mit ihr kehrte Gordon Goudy als zweiter Gitarrist zur Band zur\u00fcck, die er um die Jahrtausendwende bereits unterst\u00fctzt hatte, und der kennt sich mit Waverock ganz gut aus. Erst neu im Team ist Erik Ljunggren, der in Norwegen den Synthiepop erlernte und seit 2023 bei den Simple Minds die Erinnerungen an die geilen Zeiten mit Michael McNeil zur\u00fcckruft.<br><br>Ein Gro\u00dfteil der Aufnahmen entstand in Amsterdam, was den Titel rechtfertigt, obwohl er nicht exklusiv sein d\u00fcrfte, aber egal, klingt sch\u00f6n. Erstaunlicherweise lassen die Simple Minds diese Songsammlung ausgerechnet mit dem am wenigsten massentauglichen St\u00fccken beginnen, n\u00e4mlich einigen von den ersten f\u00fcnf Alben, als sich die Band gerade vom Punk in den monotonen Synthie-Wave-Bereich entwickelt hatte. Nachdem die Simple Minds diese Zeit noch in den Neunzigern als naive Fr\u00fchwerke abtat, besann sie sich gegen Ende jenes Jahrzehnts dieser wahrhaftig grandiosen Musik und flocht nicht nur wieder synthetische Elemente in den jeweils aktuellen Sound ein, sondern brachte die alten Songs mehr und mehr in die Livesets unter, was 2012 zu \u201e5&#215;5 Live\u201c f\u00fchrte, einem Live-Doppel-Album mit ausschlie\u00dflich Songs dieser \u00c4ra. So beginnt dann auch dieser Mitschnitt, nach dem Opener folgen \u201eLove Song\u201c, \u201eSons And Fascination\u201c \u2013 geil begonnen mit enorm ausgepr\u00e4gtem Bass und kalten Synthies, zur H\u00e4lfte dann mit dem Restinstrumentarium \u00fcberzeugend in Richtung Rocksong gedr\u00fcckt \u2013, \u201eSweat In Bullet\u201c und das extrem monotone \u201eThis Fear Of Gods\u201c, zwar etwas k\u00fcrzer als die \u00fcber sieben Minuten auf \u201eEmpires And Dance\u201c, aber mutig genug, ein so unzug\u00e4ngliches St\u00fcck \u00fcberhaupt und dann noch so prominent nach vorn im Set zu bringen. Auch hier baut die Band bald ungewohnte Gitarrenbretter ein, die sogar richtig gut passen.<br><br>Anstatt chronologisch vorzugehen, nehmen sich die Schotten nun die Neunziger vor, mit \u201eLet There Be Love\u201c und einem \u201eShe\u2019s A River\u201c, das man mit seinem Synthie-Intro nicht einmal sofort erkennt, das dann aber m\u00e4chtig losrockt, was Kerr dann auch feststellt: \u201eThat\u2019s Rock\u2019n\u2019Roll\u201c. Es folgen die Mitt-Achtziger, kurz vor dem Stadion, darunter \u201eGlittering Prize\u201c, das die Band mit Gitarrensolo und Zweitstimme aufwertet und das das Publikum einmal mehr zum Mitsingen animiert. \u201eNew Gold Dream (81*82*83*84)\u201c erinnert in dieser Darbietung sogar an die Version der Utah Saints, so kraftvoll und dynamisch, und dann noch mit einem Schlagzeugsolo, in dem sich Osei richtig geil austobt. Die erste CD endet mit einem zehnmin\u00fctigen \u201eBelfast Child\u201c, das die Intensit\u00e4t dieses Liedes \u00fcber den Nordirlandkonflikt noch verst\u00e4rkt.<br><br>Auf der zweiten CD erst verschiebt sich der Altersdurchschnitt der Songs etwas mehr in Richtung Gegenwart. \u201eSee The Lights\u201c aus den Neunzigern entwickelt sich zu einem vollmundigen Gospelrock, \u201eBook Of Brilliant Things\u201c \u00fcberrascht als anf\u00e4ngliche Synthie- und Pianoballade, komplett allein vorgetragen von Brown, die den Song mit in einen Rocksong zu \u00fcberf\u00fchren hilft. Die Mittachtziger-Stadion- und -Radiohits \u201eDon\u2019t You (Forget About Me)\u201c, \u201eAlive And Kicking\u201c und \u201eSanctify Yorself\u201c bekommen zusammen \u00fcber 20 Minuten ausgiebiger Huldigung. Hier endet die regul\u00e4re Version, ab jetzt folgt der Bonus des Mediabooks.<br><br>Zuletzt kehren die Simple Minds wieder zum Fr\u00fchwerk zur\u00fcck und g\u00f6nnen sich den Spa\u00df, dieses mit ihrem Sp\u00e4twerk zu durchmischen: \u201eVision Thing\u201c (nicht von den Sisters) und \u201eSolstice Kiss\u201c sind von \u201eDirection Of The Heart\u201c, dem j\u00fcngsten Studioalbum aus dem Jahr 2022, eingebettet in \u201eThe American\u201c und \u201ePremonition\u201c von \u201eSister Feelings Call\u201c 1981 sowie \u201eReal To Real Cacophony\u201c 1979. Hier wird besonders deutlich, wie weichlich die neuen Songs im Vergleich erscheinen, obschon sie h\u00f6rbar versuchen, an die alten Experimente anzuschlie\u00dfen. Aber das gelingt der Band hier live weit besser \u2013 diese Energie sollten sie ins n\u00e4chste Studioalbum \u00fcbernehmen, die Experimentierfreude ebenso. Nach \u201eHunter And The Hunted\u201c und \u201eColours Fly And Catherine Wheel\u201c endet dieses Livealbum \u2013 also mit zwei eher unbeachteten Songs von \u201eNew Gold Dream\u201c 1982. Hei\u00dft au\u00dferdem: Die Studioalben zwischen \u201eN\u00e9apolis\u201c 1998 und \u201eWalk Between Worlds\u201c 2018 bleiben, ebenso wie das 1979er Deb\u00fct, komplett unber\u00fccksichtigt.<br><br>Der Unterschied in der Songauswahl ist zu \u201eLive In The City Of Angels\u201c also gar nicht so gro\u00df, aber die Darbietung ist hier um L\u00e4ngen \u00fcberzeugender. Man darf als alter, zwischenzeitig mehrfach leicht bis mittelschwer entt\u00e4uschter Fan wieder Freude am Oeuvre der Simple Minds entwickeln. Es lohnt sich. Auch wenn \u201eLive In The City Of Light\u201c aus dem Jahr 1987 nat\u00fcrlich ungeschlagen bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (14.05.2025) Irgendwie scheinen die alten Schotten ihre Spielfreude zur\u00fcckgewonnen zu haben. 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