{"id":7689,"date":"2025-05-12T19:37:03","date_gmt":"2025-05-12T17:37:03","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7689"},"modified":"2025-05-12T19:37:03","modified_gmt":"2025-05-12T17:37:03","slug":"lars-fredrik-froislie-gamle-mester-karisma-records-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/lars-fredrik-froislie-gamle-mester-karisma-records-2025\/","title":{"rendered":"Lars Fredrik Fr\u00f8islie \u2013 Gamle Mester \u2013 Karisma Records 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lars-Fredrik-Froislie-Gamle-Mester.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Lars-Fredrik-Froislie-Gamle-Mester.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7690\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (12.05.2025)<br><br>Kunst, Kunst, Kunst, Kunst, Kunst! Den \u201eGamle Mester\u201c, also den Alten Meistern, widmet sich Lars Fredrik Fr\u00f8islie aus Norwegen auf seinem zweiten Soloalben n\u00e4mlichen Titels. Er verankert sich im Progrock, und das kann man durchaus so stehenlassen. Denn Kunst ist nicht nur Inspiration und Thema, sondern auch das Produkt von allem. So will es das Genre: Progrock ist Kunstmusik. Und hier ist alles drin, was die Schublade so hergibt. Vorhang auf f\u00fcr die Bilder einer Ausstellung!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Genau, Modest Mussorgsky widmete sich den \u201eBildern einer Ausstellung\u201c, Emerson, Lake &amp; Palmer \u00fcbernahmen die \u201ePictures At An Exhibition\u201c, und Fr\u00f8islie betrachtet nun also die Alten Meister. Hei\u00dft: Die Vorgehensweise ist im Progrock keine Neuheit. Mit ELP vergleichen l\u00e4sst sich dieses Album indes eher weniger, es steht verglichen damit schon f\u00fcr sich selbst. Gottlob! Dennoch ist \u201eGamle Mester\u201c ein lupenreines Progrock-Album geworden, das die erforderlichen Elemente ber\u00fccksichtigt und f\u00fcrs Ohs angenehm zusammenf\u00fcgt, wenn auch etwas an Individualit\u00e4t vermissen l\u00e4sst.<br><br>Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang spannt Fr\u00f8islie den Bogen, namentlich von \u201eDemring\u201c bis \u201eSkumring\u201c. In der Fast-Mitte prangt das Titelst\u00fcck, und nur die andere H\u00e4lfte der St\u00fccke befasst sich konkret mit Gem\u00e4lden. Und zwar: \u201eJakten p\u00e5 det Kalydonske Villsvin\u201c mit \u201eDie kaledonische Wildschweinjagd\u201c von Peter Paul Rubens, \u201eMedusas Fl\u00e5te\u201c mit \u201eDas Flo\u00df der Medusa\u201c von Th\u00e9odore G\u00e9ricault und \u201eDe tre gratier\u201c mit \u201eDie drei Grazien\u201c, tja, und das verr\u00e4t er nicht, ob er da wieder bei Rubens abguckt oder doch bei Raffael, was wahrscheinlicher ist. \u00dcber \u2013 oder besser unter \u2013 allem prangt Kr\u00f8dsherad Presteg\u00e5rd, ein Gel\u00e4nde mit einer uralten Eiche, die als Naturmonument den Namen \u201eDen gamle mester\u201c tr\u00e4gt und Ber\u00fchmtheit erlangte, weil Dichter J\u00f8rgen Moe dereinst \u00fcber sie reimte.<br><br>Eine Menge f\u00fcr den Kopf schon mal so, und dann greift die Musik das auch noch auf. Der Opener ist eine Art Instrumental-Intro, das die Fingerfertigkeit des Komponisten vor den H\u00f6renden ausbreitet, mit verschachtelten Strukturen im milden Rock, dazu Fl\u00f6ten und Orgel, so will man das. Etwas Gesang gibt\u2019s erst im zweiten Track, der Wildschweinjagd, au\u00dferdem Glockenspiel, Streicher, Synthies, Orgel, Spinett, Klavier. Das haben die St\u00fccke alle alles irgendwo drin, mehr oder weniger intensiv angerichtet. Bei den Grazien etwa gibt es eine ganze Spinett-Passage, die klassisch wirken w\u00fcrde, l\u00e4ge nicht das cheesy Keyboard dr\u00fcber, das auch im Flo\u00df schon zum Einsatz kam. Die Kombi aus Rock und Orgel gibt\u2019s ebenfalls h\u00e4ufiger vorgesetzt.<br><br>Nun sollte man bei der Bezeichnung Rock nicht an Hardrock oder gar Metal denken. Dieser Rock hier bleibt milde, also eher Artrock, obschon man an mancher Stelle an die moderneren Opeth denkt oder an die Kumpels von Oak. Dann gibt\u2019s auch wieder Passagen, in denen man Deep Purple, Jethro Tull oder Marillion vor Ohren hat. Und auch sonst haufenweise Progrock-Helden. So sch\u00f6n Fr\u00f8islie seine Bausteine auch zusammenschiebt, das Eigene ist nach 60 Jahren Progrock auf diesem Album einfach sauschwer auszumachen. Intro und Outro tragen da noch die gr\u00f6\u00dfte Exklusivit\u00e4t.<br><br>Es scheint, dass Fr\u00f8islie dieses Album nahezu allein einspielte. Bis auf den Bass, den \u00fcberlie\u00df er dem Fusion-Rocker Nikolai H\u00e6ngsle Eilertsen, unter anderem von BigBang und The National Bank, und der macht einen grandiosen Job mit seinem Groove. Wie \u00fcberhaupt alle Instrumente h\u00f6rbar mit K\u00f6nnen eingespielt sind, \u201eGamle Mester\u201c bietet da die Qualit\u00e4t, die es mit seinem Konzept verspricht. Zugutehalten muss man Fr\u00f8islie au\u00dferdem, dass er es mit dem Verquirlen der Elemente nicht derartig \u00fcbertreibt, dass man das Album gar nicht nachvollziehen kann. H\u00e4lt man sich die genannten Gem\u00e4lde vor Augen, mag man sogar streckenweise ahnen, was den Musiker inspirierte. Insbesondere der Ritt auf dem Flo\u00df l\u00e4sst sich mitf\u00fchlen. Ansonsten ist dies eben ein nettes Progrock-Album, das man gut h\u00f6ren kann und das sich in Progrock-Sammlungen unauff\u00e4llig einf\u00fcgt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (12.05.2025) Kunst, Kunst, Kunst, Kunst, Kunst! Den \u201eGamle Mester\u201c, also den Alten Meistern, widmet sich Lars Fredrik Fr\u00f8islie aus Norwegen auf seinem zweiten Soloalben n\u00e4mlichen Titels. 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