{"id":7686,"date":"2025-05-12T19:36:23","date_gmt":"2025-05-12T17:36:23","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7686"},"modified":"2025-05-12T19:36:23","modified_gmt":"2025-05-12T17:36:23","slug":"ermete-ermete-sud-afternoon-tapes-51-beats-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ermete-ermete-sud-afternoon-tapes-51-beats-2025\/","title":{"rendered":"Ermete \u2013 Ermete \u2013 Sud Afternoon Tapes\/51 Beats 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ermete-Ermete.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ermete-Ermete.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7687\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (12.05.2025)<br><br>Rockmusiker Luca Umidi nennt sich Ermete, also Hermes, und als dieser G\u00f6tterbote widmet er sein selbstbetiteltes Deb\u00fctalbum einer g\u00f6ttlichen Naturgewalt, n\u00e4mlich dem Vulkanausbruch. Dies aber nicht mit Radau und Eruptionen, sondern eher mit Blick auf gem\u00e4chliche Lavafl\u00fcsse, denn auf \u201eErmete\u201c fabriziert der Milaneser stark abgebremste Ambient-Drones. Die drei St\u00fccke sind live eingespielt und so gut wie gar nicht nachtr\u00e4glich ver\u00e4ndert \u2013 und lassen Geheimnisse offen, w\u00e4hrend man sich beim Zuh\u00f6ren in einer eigenen Gedankenwelt einkuschelt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Ein Geheimnis ist: Mit welchem Instrumentarium ging Umidi zuwerke? Alles m\u00f6gliche zum Album erl\u00e4utert er in den Infos, aber das beh\u00e4lt er f\u00fcr sich. Der fast halbst\u00fcndige Opener \u201e29\u00b000\u2032N 13\u00b044\u2032W (I-II-III)\u201c k\u00f6nnte ebenso mit einem extrem verfremdeten Bass, einer manipulierten Gitarre oder mit Synthies eingespielt worden sein, heute ist ja l\u00e4ngst alles m\u00f6glich. Oder mit sonstwas, wom\u00f6glich handelt es sich sogar um Field Recordings, die er direkt unter der im Titel angegebenen Position anfertigte, n\u00e4mlich auf Lanzarote, am Vulkan Timanfaya. Jedenfalls lie\u00df er sich von jenem zu diesem Track inspirieren.<br><br>Das St\u00fcck beginnt mit einem tiefen Brummen, \u00fcber das Umidi bald eine vergleichsweise erhebende Melodie legt. Beats, Rhythmen oder sonstige Strukturen finden sich auf diesem Album abseits vom gelegentlichen Pulsieren der Musik nicht. Diesen kontrastreichen Zustand beh\u00e4lt er f\u00fcr das erste Drittel bei, dann f\u00e4hrt er die Sounds herunter und entwickelt ein melancholisch-introvertiertes mehrt\u00f6niges Dr\u00f6hnen. Zus\u00e4tzlich l\u00e4sst er einen Ton erklingen, der wie eine qualitativ hochwertige Bontempi-Orgel klingt, in nur leicht ver\u00e4nderten Tonh\u00f6hen, mit dezidierten Akkordwechseln. Umidi moduliert sich mitten hinein in Sch\u00f6nheit, hier dringt eindeutig Licht durch. Der dritte Teil wird erst wieder dunkler, der Sound etwas kratziger, an- und abschwellend. Eine minimale Melodie gesellt sich gelegentlich dazu, eher wie ein wiederkehrender Jingle. Dann fadet das St\u00fcck ins Nichts aus. Also kein vulkanisches Rumpeln, keine Explosionen, vielmehr das Dr\u00f6hnen der Erde bildet Umidi hier ab.<br><br>Mit \u201eMagnetic Shift\u201c wechselt Umidi das Thema leicht, bleibt im Grunde in der Geologie und entwickelt daf\u00fcr einen mittelschnell pulsierenden Drone, ziemlich auf einer Tonh\u00f6he verharrend. Erst nach der H\u00e4lfte des Zehn-Minuten-St\u00fcckes kommt ein weiterer Ton hinzu, der sich leicht ver\u00e4ndert, sogar so etwas wie W\u00e4rme abstrahlt und dann fiebrig wird, zitternd. Auch dieser Track l\u00e4uft aus, das finale \u201eDistant\u201c l\u00e4uft entsprechend still ein. Dieses St\u00fcck ist quasi wie die Abwesenheit von T\u00f6nen, wie eine Erinnerung an Musik, wie ein Schatten. Sch\u00f6ne T\u00f6ne erklingen, als Entsprechung zu Pastellfarben, abgerundet, weich. Der Track entwickelt sich zu einer Art langsamem Synthiest\u00fcck, mit Akkorden, Melodien, es steigert sich, es erwacht, und mit ihm die H\u00f6rerschaft.<br><br>Das mit den Saiteninstrumenten als Basis f\u00fcr die Tracks erschlie\u00dft sich als m\u00f6glich, da Umidi in seinen anderen Projekten eben solche Ger\u00e4tschaften bedient: Haupts\u00e4chlich spielt er bei den Psychedelic- und Stoner-Rockbands Huge Molasses Tank Explodes und Tropic Santos, bei ersteren Gitarre, bei zweiteren Bass. Fr\u00fchere Bands scheinen \u00fcberdies Thy Sirma und The Pythons zu sein. Das allein ist schon eine sch\u00f6ne Bandbreite, mit Ermete legt Umidi noch eine Schippe drauf \u2013 Ambient-Drones, eine angenehme Horizonterweiterung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (12.05.2025) Rockmusiker Luca Umidi nennt sich Ermete, also Hermes, und als dieser G\u00f6tterbote widmet er sein selbstbetiteltes Deb\u00fctalbum einer g\u00f6ttlichen Naturgewalt, n\u00e4mlich dem Vulkanausbruch. 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