{"id":7664,"date":"2025-05-05T20:49:41","date_gmt":"2025-05-05T18:49:41","guid":{"rendered":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=7664"},"modified":"2025-05-05T20:49:41","modified_gmt":"2025-05-05T18:49:41","slug":"ornah-mental-neun-iapetus-media-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/ornah-mental-neun-iapetus-media-2025\/","title":{"rendered":"Ornah Mental \u2013 Neun \u2013 Iapetus Media 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ornah-Mental-Neun.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ornah-Mental-Neun.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7665\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von Matthias Bosenick (05.05.2025)<br><br>K\u00fcrzt man den Projektnamen Ornah Mental ab, erh\u00e4lt man OM, die buddhistische Mantra-Silbe. Das d\u00fcrfte kein Zufall sein, denn Gitarrist Dirk Schl\u00f6mer macht unter dem Alias Ornah Mental seit 25 Jahren eine Musik, die man als Ambient bezeichnen darf, also Entspannung, Chill-Out, Trance, Meditation, alles das. So auch auf dem neunten Album mit dem unmissverst\u00e4ndlichen Titel \u201eNeun\u201c, das mit Achtziger-Pop-Anleihen, orientalischen Atmosph\u00e4ren und versunkenen Gniedel-Gitarren eine Einladung zum Eskapismus ausspricht. Und sofort erf\u00fcllt, sobald man sich drauf einl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a><\/a> Gitarristen, die Ambient machen, sind ja keine Seltenheit, aber zumeist generieren sie die Fl\u00e4chen mit der Gitarre und lassen diese nach Synthies klingen. Anders Schl\u00f6mer, der mit Synthies arbeitet und seine Gitarre als krautiges, proggiges Gniedelinstrument dazuholt und sie in die Fl\u00e4chen und Sounds einbettet. Das gelingt ihm auf \u201eNeun\u201c so gut, dass die Gitarre in den Tracks nie als Fremdk\u00f6rper wirkt, immer wie eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, wie ein nat\u00fcrlicher Bestandteil dieser Musik. Ganz egal, wie Schl\u00f6mer die auspr\u00e4gt, die Gitarre passt immer. Er spielt sie versunken, introvertiert, gniedelt sie in den Pophimmel, passend zu den Synthies, die ihrerseits bisweilen \u2013 und besonders kombiniert mit dem Saiteninstrument \u2013 den Sound der Achtziger reflektieren. Trotz der moderneren Herangehensweise an diese Form vom Ambient.<br><br>Ein weiteres wiederkehrendes Motiv sind orientalisch gehaltene Strukturen, etwa bereits im Opener mit dem irref\u00fchrenden Titel \u201eDamo Suzuki\u201c, in dem Schl\u00f6mer die Gitarre schon mal wie beschrieben zu langsamen Beats gniedeln l\u00e4sst und einen Pop-Groove entwickelt, der das Orientalische transportiert. Im harmonischen Klagegesang zum Nahost-Krieg \u201eQais (GazaGazaGaza)\u201c liegen solche Strukturen immanent, auch der \u201eZebra Dub\u201c greift sie auf und f\u00fchlt sich damit weit mehr nach Kamel an als nach dem Titeltier. Den Dub h\u00f6rt man hier auch nicht wirklich. Jener Track beginnt eher wie \u201eGlobal Eyes\u201c von The The, mit der etwas tiefer gespielten Gitarre zu Electrosounds, geht von dort aus aber experimentell weiter.<br><br>Experimente und Spielereien sind ein n\u00e4chstes wiederkehrendes Merkmal. In \u201eDas Flo\u00df\u201c baut Schl\u00f6mer inmitten eines Chores und warmer Gitarren verspielte Electro-Glitches ein, das Interludium \u201eOrna-Mynth XVIII \u2013 Tangerine\u201c setzt diese mit industrialartigen Beats fort, bevor es zum Ambient zur\u00fcckkehrt. Dieser Tracks setzt \u00fcberdies die bereits 2001 auf dem Deb\u00fct \u201eA To Z\u201c begonnene Reihe an \u201eOrna-Mynth\u201c genannten Zwischenspielen fort, von denen es auf \u201eNeun\u201c noch zwei weitere gibt.<br><br>Zur\u00fcck zum Album: \u201eAfro Mental \u201825\u201c beginnt als Downbeat, als chillige Strandparty, abermals mit einer Ambient-Pop-Gitarre, die hier angenehm an die von Grace Jones erinnert. Die Trompeten \u00fcberraschen etwas, und so richtig der Afro aus dem Titel kommt hier nicht zum Ausdruck, aber nicht schlimm. Den chilligen Kopfnicker-Beat nimmt \u201eQ\u2018enQo\u201c auf, der zun\u00e4chst nach Strand klingt, sp\u00e4ter nach W\u00fcste. Die Gitarre flirrt und gniedelt wieder, man denkt an \u201eIn Dreams\u201c von Pete Bardens.<br><br>An zehnter Stelle findet sich mit \u201eSt. Bernhard\u201c die einzige Kooperation des Albums: Das St\u00fcck spielte Schl\u00f6mer mit Bernhard W\u00f6stheinrich am Keyboard ein. Es beginnt sehr low mit Shaker und Piano, bis sanfte Drones hinzukommen und ein Downbeat-Schlagzeug, f\u00fcr das Schl\u00f6mers Schl@g!-Mitmusiker Carsten Agthe verantwortlich ist, der ihm hier s\u00e4mtliche Schl@g!-Instrumente abnimmt. Zuletzt gibt\u2019s 20 Minuten lang den \u201eOM \u2013 Dub\u201c, den man tats\u00e4chlich so etikettieren kann, mit getoasteten Dub-Effekten drin, einem Echo auf der Gniedelgitarre und einem angedeuteten Offbeat. Dabei bleibt\u2019s nat\u00fcrlich nicht, Schl\u00f6mer l\u00e4sst den Track noch um einiges herumm\u00e4andern.<br><br>\u201eNeun\u201c ist also nicht einfach nur Ambient mit nur einer Stimmungslage, selbst die auf Strecke ausgelegten Tracks reichert Schl\u00f6mer mit Untiefen und Ziselierungen an, die den H\u00f6rgenuss bereichern. Die Kombination aus analogen und synthetischen Instrumenten geht perfekt auf, auch der gelegentliche Gesang f\u00fcgt sich ins Soundbild ein.<br><br>Schl\u00f6mer ist auch so einer von den umtriebigen Leuten. Sein Werdegang fu\u00dft auf der Mitgliedschaft bei (The) C\u00f6ln, einer New-Wave-Rockband, Anfang der Achtziger, und der anschlie\u00dfenden als Gitarrist bei Ton Steine Scherben, von 1983 bis 1985. Daraus folgten diverse Engagements bei TSS-Folgeprojekten. Weitere Stationen waren diverse Projekte mit S\u00e4ngerin Raphaela Hermes, darunter Amygdala und Das Zeichen, sowie Zikato mit Helmut Zerlett von der Harald-Schmidt-Show. Und eben seit 25 Jahren Ornah-Mental.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (05.05.2025) K\u00fcrzt man den Projektnamen Ornah Mental ab, erh\u00e4lt man OM, die buddhistische Mantra-Silbe. 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